2.Könige 19

Neues Leben. Die Bibel

von SCM Verlag
1 Als König Hiskia ihren Bericht hörte, zerriss er seine Kleider, legte ein Gewand aus grobem Tuch an und ging in das Haus des HERRN. (2Chr 32,20; Jes 37,1)2 Er schickte den Palastverwalter Eljakim, den Hofschreiber Schebna und die obersten Priester, alle in grobes Tuch gekleidet, zum Propheten Jesaja, dem Sohn des Amoz. (Jes 1,1)3 Sie richteten ihm aus: »So spricht König Hiskia: ›Dies ist ein Tag der Not, der Strafe und der Schande. Es ist, als wenn ein Kind geboren werden sollte und die Mutter hat nicht die Kraft dazu.4 Aber vielleicht hat der HERR, dein Gott, ja gehört, wie der Mundschenk des Königs von Assyrien den lebendigen Gott verhöhnt hat, und straft ihn für seine Worte. Bete für diejenigen von uns, die noch übrig sind!‹« (2Sam 16,12; 2Kön 18,35; Jes 1,9)5 Als König Hiskias Männer Jesaja die Botschaft ausgerichtet hatten,6 antwortete der Prophet: »Sagt eurem Herrn: So spricht der HERR: ›Hab keine Angst wegen der lästerlichen Rede, die der Diener des Königs von Assyrien gegen mich gehalten hat.7 Ich werde dafür sorgen, dass der König aus Assyrien die Nachricht erhält, dass seine Anwesenheit zu Hause dringend erforderlich ist. Dann werde ich dafür sorgen, dass er in sein Land zurückkehrt, und dort werde ich ihn mit dem Schwert töten.‹« (2Kön 19,37)8 In der Zwischenzeit war der Mundschenk des assyrischen Königs zu seinem König zurückgekehrt. Dieser hatte sich aus Lachisch zurückgezogen und Libna angegriffen. (2Kön 18,14)9 Doch schon bald erreichte ihn die Nachricht, dass König Tirhaka von Äthiopien[1] ein Heer gegen ihn in den Krieg führe. Da ließ er Hiskia folgende Botschaft zukommen:10 »Diese Botschaft ist für König Hiskia von Juda bestimmt. Lass dich von deinem Gott, auf den du vertraust, nicht mit Versprechungen täuschen, der König von Assyrien werde Jerusalem nicht erobern. (2Kön 18,5)11 Du weißt sehr wohl, dass die Könige von Assyrien alle Länder vernichtet haben, wohin sie auch kamen! Warum sollte es dir anders ergehen?12 Was ist mit Gosan, Haran und Rezef oder dem Volk von Eden, das in Telassar lebte? Haben ihre Götter sie retten können? Nein, meine Vorgänger haben sie alle vernichtet! (2Kön 17,6; 2Kön 18,33; Jes 37,12)13 Was wurde aus dem König von Hamat und dem König von Arpad? Was aus den Königen von Sefarwajim, Hena und Awa?« (2Kön 18,34)14 Nachdem Hiskia diesen Brief erhalten und gelesen hatte, ging er hinauf zum Haus des HERRN und breitete das Schreiben vor dem HERRN aus. (Jes 37,14)15 Dann betete er zum HERRN: »HERR, Gott Israels, der du zwischen Cherubim thronst! Du allein bist Gott über alle Königreiche der Erde. Du allein hast Himmel und Erde geschaffen.16 Höre meine Worte, HERR, und erhöre mich! Öffne deine Augen, HERR, und sieh! Höre Sanheribs Lästerworte gegen den lebendigen Gott. (1Kön 8,29; 2Chr 6,40)17 Es stimmt, HERR, dass die Könige Assyriens all jene Völker und ihr Land vernichtet haben.18 Sie haben die Götter dieser Völker ins Feuer geworfen. Denn es waren ja gar keine Götter, sondern nur Holz und Stein, von Menschen geschaffen. Die konnten sie vernichten. (Jes 44,9; Apg 17,29)19 HERR, unser Gott, rette uns vor seiner Macht; dann werden alle Königreiche der Erde wissen, dass du allein, HERR, Gott bist.« (1Kön 8,42)20 Da schickte Jesaja, der Sohn des Amoz, Hiskia folgende Botschaft: »So spricht der HERR, der Gott Israels: ›Ich habe dein Gebet erhört.‹ Über Sanherib, den König von Assyrien, (Jes 37,21)21 hat der HERR Folgendes zu sagen: ›Die jungfräuliche Tochter Zion verachtet und verspottet dich. Die Tochter Jerusalem schüttelt den Kopf hinter dir her. (Kla 2,13)22 Was glaubst du eigentlich, wen du beschimpft und gelästert hast? Gegen wen hast du deine Stimme erhoben? Auf wen hast du so hochmütig herabgesehen? Es war der Heilige Israels! (2Mo 5,2; Jes 5,24; Jes 30,10)23 Durch deine Boten hast du den Herrn verspottet. Du hast gesagt: »Mit meinen vielen Streitwagen habe ich die höchsten Berge erobert – die fernsten Gipfel des Libanon. Ich habe seine mächtigsten Zedern gefällt und seine schönsten Zypressen. Ich habe das Land erforscht bis an seine äußersten Winkel, habe seine dichtesten Wälder durchstreift.24 Ich habe Brunnen in so manchem fremden Land gegraben und mich an ihrem Wasser erfrischt. Mit meiner Fußsohle trockne ich die Flüsse Ägyptens aus.«25 Aber hast du nicht gehört? Ich habe es vor langer Zeit beschlossen. Von Anfang an habe ich geplant, was ich jetzt geschehen lasse: dass du befestigte Städte in Trümmerhaufen verwandeln sollst. (Jes 10,5; Jes 45,5)26 Deshalb waren ihre Einwohner so wehrlos. Sie waren voller Furcht und wurden dir zur leichten Beute. Deshalb waren sie wie Gras, so leicht zu zertreten wie zarte junge Pflanzen auf dem Feld. Sie waren wie Gras, das auf dem Hausdach grünt und verdorrt, bevor es wachsen kann. (Ps 129,6)27 Doch ich kenne dich gut – ich weiß von deinem Kommen und Gehen und allen deinen Taten. Ich erinnere mich, wie du gegen mich gewütet hast. (Ps 139,1)28 Weil du gegen mich aufbegehrt hast und ich deinen Übermut sehr wohl gehört habe, werde ich dir einen Ring durch die Nase bohren und dir meine Zügel anlegen. Ich werde dafür sorgen, dass du umkehrst und auf demselben Weg zurückgehst, auf dem du gekommen bist.‹ (2Kön 19,33; Hes 29,4)29 Und das ist das Zeichen für dich: Dieses Jahr wirst du nur das essen, was von selbst wächst, und nächstes Jahr wirst du nur das essen, was aus diesem gewachsen ist. Doch im dritten Jahr wirst du Korn säen und ernten; du wirst Weinstöcke pflanzen und ihre Früchte essen. (2Mo 3,12; 2Kön 20,8)30 Und das, was übrig geblieben ist von Juda und entkommen konnte, wird wieder im Boden Wurzel fassen, gedeihen und Frucht bringen. (2Chr 32,22)31 Denn ein Rest wird von Jerusalem ausgehen, eine Schar Gerettete vom Berg Zion. Dafür wird der HERR, der Allmächtige, sorgen. (Jes 9,6)32 ›Und so spricht der HERR über den König von Assyrien: Er wird diese Stadt nicht betreten, um seine Pfeile darin abzuschießen. Er wird nicht mit seinen Schilden vor ihren Toren aufmarschieren und keine Erdwälle gegen die Stadtmauern aufschütten.33 Auf der Straße, auf der er gekommen ist, wird er zurückkehren. Er wird diese Stadt nicht betreten, spricht der HERR. (2Kön 19,28)34 Denn ich werde diese Stadt verteidigen und retten – um meiner Ehre willen und meinem Diener David zuliebe.‹« (1Kön 11,12; 2Kön 20,6)35 In dieser Nacht ging der Engel des HERRN hinaus ins assyrische Lager und tötete 185.000 Mann. Als sie am nächsten Morgen aufwachten, lag alles voller Leichen. (2Chr 32,1)36 Da brach König Sanherib von Assyrien das Lager ab und kehrte in sein Land zurück. Er blieb in Ninive. (Jon 1,2)37 Eines Tages, als er im Tempel seines Gottes Nisroch anbetete, wurde er von seinen Söhnen Adrammelech und Sarezer mit dem Schwert getötet. Die beiden flohen ins Land Ararat und sein Sohn Asarhaddon wurde nach ihm König. (1Mo 8,4; Esr 4,2)

2.Könige 19

Einheitsübersetzung 2016

von Katholisches Bibelwerk
1 Als König Hiskija das hörte, zerriss er seine Kleider, hüllte sich in ein Sacktuch und ging in das Haus des HERRN. (Jes 37,1)2 Dann sandte er den Palastvorsteher Eljakim, den Staatsschreiber Schebna und die Ältesten der Priester, in Sacktuch gehüllt, zu dem Propheten Jesaja, dem Sohn des Amoz.3 Sie sagten zu ihm: So spricht Hiskija: Heute ist ein Tag der Not, der Strafe und der Schande. Die Kinder sind bis an die Öffnung des Mutterschoßes gelangt, doch es fehlt die Kraft zum Gebären. (Hos 13,13)4 Vielleicht hört der HERR, dein Gott, alle Worte des Rabschake, den sein Herr, der König von Assur, gesandt hat, um den lebendigen Gott zu verhöhnen, und bestraft ihn wegen der Worte, die der HERR, dein Gott, gehört hat. So trag ein Gebet für den Rest vor, der sich noch findet! (1Sam 17,26)5 Jesaja sagte zu ihnen:6 So sollt ihr zu eurem Herrn sagen: So spricht der HERR: Fürchte dich nicht vor den Worten, die du gehört hast und mit denen die Knechte des Königs von Assur mich geschmäht haben. (Jes 7,4)7 Seht, ich lege einen Geist in ihn, sodass er ein Gerücht hört und in sein Land zurückkehrt; dort bringe ich ihn durch das Schwert zu Fall.8 Der Rabschake trat den Rückweg an und fand den König von Assur im Kampf gegen die Stadt Libna, denn er hatte gehört, dieser sei von Lachisch abgezogen. (Jes 37,8)9 Sanherib hatte nämlich über Tirhaka, den König von Kusch, gehört: Er ist ausgezogen, um gegen dich zu kämpfen. Sanherib sandte erneut Boten zu Hiskija, um ihm zu sagen:10 So sollt ihr zu Hiskija, dem König von Juda, sagen: Dein Gott täusche dich nicht, auf den du vertraust, wenn du sagst: Jerusalem wird nicht in die Hand des Königs von Assur gegeben werden.11 Siehe, du hast doch gehört, was die Könige von Assur mit allen Ländern gemacht haben. Sie haben an ihnen den Bann vollzogen. Und du solltest gerettet werden?12 Sind denn die Völker, die von meinen Vätern vernichtet wurden, von ihren Göttern gerettet worden, Gosan, Haran und Rezef, die Söhne von Eden, die in Telassar wohnten?13 Wo ist der König von Hamat, der König von Arpad, der König der Stadt Sefarwajim, wo sind die Könige von Hena und Awa?14 Hiskija nahm das Schreiben von den Boten in Empfang und las es. Dann ging er zum Haus des HERRN hinauf, breitete das Schreiben vor dem HERRN aus (2Chr 32,17; Jes 37,14)15 und betete vor dem HERRN; er sagte: HERR, Gott Israels, der über den Kerubim thront, du allein bist der Gott aller Reiche der Erde. Du hast den Himmel und die Erde gemacht. (1Sam 4,4)16 Neige, HERR, dein Ohr und höre! Öffne, HERR, deine Augen und sieh her! Höre die Worte Sanheribs, der seinen Boten hergesandt hat, um den lebendigen Gott zu verhöhnen.17 Es ist wahr, HERR, die Könige von Assur haben die Völker vernichtet, ihre Länder verwüstet18 und ihre Götter ins Feuer geworfen. Denn das waren keine Götter, sondern Werke von Menschenhand, aus Holz und Stein; darum konnte man sie vernichten. (Ps 115,4; Jes 44,9)19 Nun aber, HERR, unser Gott, rette uns aus seiner Hand, damit alle Reiche der Erde erkennen, dass du, HERR, Gott bist, du allein!20 Jesaja, der Sohn des Amoz, schickte zu Hiskija und ließ ihm sagen: So spricht der HERR, der Gott Israels: Du hast zu mir wegen Sanherib, des Königs von Assur, gebetet. Ich habe es gehört. (Jes 37,21)21 Das ist das Wort, das der HERR über ihn gesprochen hat: Dich verachtet, dich verspottet / die Jungfrau, die Tochter Zion. Hinter dir schüttelt die Tochter Jerusalem / den Kopf über dich.22 Wen hast du verhöhnt und geschmäht, / gegen wen die Stimme erhoben, / deine Augen in die Höhe erhoben? / Auf den Heiligen Israels.23 Durch deine Gesandten hast du den Herrnverhöhnt und gesagt: / Mit meinen zahlreichen Wagen fuhr ich / auf die Höhen der Berge, / in die fernsten Winkel des Libanon. / Ich fällte seine hohen Zedern, / seine schönsten Nadelbäume, / kam bis zu seinen entlegensten Hütten, / in das Dickicht seiner Wälder.24 Ich habe Brunnen gegraben / und fremdes Wasser getrunken. / Ich ließ unter dem Schritt meiner Füße / alle Ströme Ägyptens vertrocknen.25 Hast du nicht gehört: / Vor langer Zeit habe ich es gemacht, / seit den Tagen der Vorzeit habe ich es so gefügt; / jetzt ließ ich es kommen. / Du bist es, der befestigte Städte / in öde Steinhaufen verwandelt.26 Ihre Bewohner waren machtlos, / in Schrecken und Schande gestoßen. / Sie waren Kraut des Feldes / und frisches Grün, / Gras auf den Dächern, / das im Ostwind verdorrt.[1] (Ps 129,6)27 Ich weiß, ob du ruhst, ob du gehst oder kommst, / ob du gegen mich tobst.28 Weil du gegen mich wütest / und dein Lärm meine Ohren erreicht hat, / lege ich meinen Haken in deine Nase / und mein Zaumzeug an deine Lippen. / Ich lasse dich auf dem Weg zurückkehren, / auf dem du gekommen bist.[2] (Hes 38,4)29 Und das soll für dich das Zeichen sein: In diesem Jahr isst man, was von selbst nachwächst, im nächsten Jahr, was wild wächst; im dritten Jahr aber sollt ihr wieder säen und ernten, die Weinberge bepflanzen und ihre Früchte genießen.30 Wer vom Haus Juda entronnen und übrig geblieben ist, wird wieder unten Wurzeln treiben und oben Frucht tragen. (Ps 80,10)31 Denn von Jerusalem wird ein Rest ausziehen, vom Berg Zion ziehen die Geretteten hinaus. Der Eifer des HERRN wird das vollbringen.32 Darum - so spricht der HERR über den König von Assur: Er wird nicht in diese Stadt eindringen; er wird keinen einzigen Pfeil hineinschießen, er wird nicht unter dem Schutz seines Schildes gegen sie anrennen und keinen Wall gegen sie aufschütten.33 Auf dem Weg, auf dem er gekommen ist, wird er wieder zurückkehren. Aber in diese Stadt wird er nicht eindringen - Spruch des HERRN.34 Ich werde diese Stadt beschützen und retten, um meinetwillen und um meines Knechtes David willen.35 In jener Nacht zog der Engel des HERRN aus und erschlug im Lager der Assyrer hundertfünfundachtzigtausend Mann. Als man am nächsten Morgen aufstand, siehe, sie alle waren Leichen, Tote. (2Sam 24,16; Jes 37,36)36 Da brach Sanherib, der König von Assur, auf und kehrte in sein Land zurück. Er blieb in Ninive.37 Als er sich im Tempel seines Gottes Nisroch niederwarf, da erschlugen ihn seine Söhne Adrammelech und Sarezer mit dem Schwert. Sie retteten sich in das Land Ararat und Sanheribs Sohn Asarhaddon wurde König an seiner Stelle.