1Nachdem Hiskia sein Werk treu zu Ende geführt hatte, fiel Sanherib, der König von Assyrien, in Juda ein. Er belagerte die Festungsstädte und versuchte, sie zu erobern. (Jes 36,1)2Als Hiskia merkte, dass Sanherib auch Jerusalem angreifen wollte,3beriet er sich mit seinen führenden Männern und den erfahrensten Kriegern, und sie beschlossen, die Quellen vor der Stadt zuzuschütten.4Zu diesem Zweck holten sie viele Männer zusammen, die den Bach, der durch das Land floss, und die Quellen verstopften. Denn sie sagten sich: »Warum sollten die Könige von Assyrien hierher kommen und genügend Wasser finden?« (2Kön 20,20; 2Chr 32,30)5Dann begann Hiskia entschlossen damit, die beschädigten Stellen der Mauer zu reparieren, Türme zu bauen und zusätzlich eine zweite Mauer vor der ersten zu errichten. Auch den Millo[1] in der Stadt Davids ließ er verstärken. Außerdem wurden auf seinen Befehl große Mengen Waffen und Schilde hergestellt. (1Kön 9,24; 2Kön 25,4; 2Chr 25,23)6Er unterstellte die Stadtbevölkerung dem Befehl von Truppenführern und ordnete eine Versammlung auf dem Platz vor dem Stadttor an. Dort sprach er eindringlich zum Volk: (2Chr 30,22)7»Seid zuversichtlich und mutig! Habt keine Angst vor dem König von Assyrien oder seinem mächtigen Heer, das er bei sich hat, denn auf unserer Seite steht eine weit größere Macht! (2Kön 6,16; 1Chr 22,13)8Er hat nur Menschen auf seiner Seite. Uns aber hilft der HERR, unser Gott; er kämpft für uns!« Und das Volk glaubte den Worten von Hiskia, dem König von Juda. (2Chr 20,17; Jer 17,5)
Sanherib bedroht Jerusalem
9Da schickte König Sanherib von Assyrien, während er noch mit seinem Heer vor der Stadt Lachisch lag, durch seine Diener folgende Botschaft an König Hiskia und das ganze Volk von Juda, das sich in Jerusalem aufhielt: (2Kön 18,1; Jes 36,2)10»So spricht König Sanherib von Assyrien: Was lässt euch glauben, dass ihr die Belagerung Jerusalems überleben könnt?11Wenn Hiskia zu euch sagt: ›Der HERR, unser Gott, wird uns vor dem König von Assyrien retten‹, täuscht er euch und verurteilt euch zum Hungertod!12Wisst ihr denn nicht, dass es Hiskia war, der sämtliche Höhenheiligtümer und Altäre seines Gottes zerstört hat und Juda und Jerusalem befahl: ›Nur noch vor einem Altar sollt ihr anbeten und darauf opfern.‹ (2Chr 31,1)13Wisst ihr denn nicht, was ich und meine Vorfahren mit den Völkern der Erde gemacht haben? Konnten die Götter dieser Völker ihre Anhänger etwa vor mir retten? (2Kön 18,33)14Nennt mir nur einen einzigen Gott jener Völker, die meine Vorfahren vernichtet haben, der sein Volk gegen mich schützen konnte! Warum glaubt ihr, euer Gott sei mächtiger? (Jes 10,9)15Lasst euch doch nicht von Hiskia täuschen und in die Irre führen! Ich sage es noch einmal – kein Gott, nicht ein einziger, hat sein Volk jemals vor mir oder meinen Vorfahren retten können. Auch eurem Gott kann dies nicht gelingen!«16Und Sanheribs Männer spotteten noch viel mehr über Gott, den HERRN, und seinen Diener Hiskia.17Der assyrische König schickte sogar Briefe, in denen er den HERRN, den Gott Israels, verhöhnte. Er schrieb: »Es ist den Göttern der anderen Nationen nicht gelungen, ihre Völker aus meiner Macht zu erretten, und es wird auch dem Gott Hiskias nicht gelingen.« (2Chr 32,14)18Die assyrischen Boten drohten in hebräischer Sprache dem Volk in Jerusalem, das auf der Stadtmauer war, um ihnen Angst einzujagen und sie zu erschrecken, damit sie die Stadt einnehmen konnten.19Sie sprachen über den Gott Jerusalems, als wäre er einer der fremden Götter, die doch von Menschen gemacht sind.20Da beteten König Hiskia und der Prophet Jesaja, der Sohn von Amoz, deswegen und flehten den Himmel an. (2Kön 19,1; Jes 37,36)21Und der HERR schickte einen Engel, der das Heer im Lager des Königs von Assur mit all seinen Befehlshabern und Obersten vernichtete. Und Sanherib musste gedemütigt den Rückzug in sein eigenes Land antreten. Als er dort den Tempel seines Gottes betrat, brachten ihn seine eigenen Söhne mit dem Schwert um.22Auf diese Weise hat der HERR Hiskia und die Einwohner Jerusalems vor König Sanherib von Assyrien und vor allen anderen gerettet. Schließlich herrschte im ganzen Land Frieden.23Von nun an genoss Hiskia, der König von Juda, die Hochachtung aller Völker, und es trafen viele Gaben für den HERRN und wertvolle Geschenke für Hiskia in Jerusalem ein. (2Sam 8,10)
Hiskias Krankheit und Genesung
24Zu dieser Zeit befiel Hiskia eine tödliche Krankheit. Er betete zum HERRN, und dieser erhörte ihn und tat ein Wunder an ihm. (2Kön 20,1; Jes 37,8; Jes 37,21)25Doch Hiskia würdigte die Güte nicht, die ihm der HERR erwiesen hatte, sondern er wurde überheblich. Deshalb wurde der HERR zornig auf ihn und auf Juda und Jerusalem. (2Chr 24,18; 2Chr 26,16)26Da bereute Hiskia seine Überheblichkeit und die Einwohner Jerusalems ebenfalls. Deswegen kam der Zorn des HERRN nicht über sie, solange Hiskia lebte. (Jer 26,18)27Hiskia war sehr reich und hoch geachtet. Er ließ Schatzkammern für sein Gold und Silber, für seine Edelsteine und kostbaren Öle und für seine Schilde und anderen Kostbarkeiten bauen.28Auch für die Kornvorräte, den neuen Wein und das Öl ließ er Speicher errichten; und für sein Vieh baute er Ställe und Pferche für die Herden.29Er gründete Städte und erwarb riesige Schaf- und Rinderherden, denn Gott schenkte ihm großen Reichtum. (1Chr 29,12)30Er ließ die obere Quelle des Gihon dämmen und leitete das Wasser hinunter auf die Westseite der Stadt Davids. In allem, was er tat, hatte er Erfolg. (1Kön 1,33; 2Kön 20,20)31Als jedoch Boten aus Babel eintrafen und nach dem Wunder fragten, das im Land geschehen war, zog Gott sich von Hiskia zurück, um ihn auf die Probe zu stellen und zu sehen, wie es in seinem Herzen aussah. (5Mo 8,16; 2Kön 20,12; 2Chr 32,24; Jes 38,7; Jes 39,1)
Zusammenfassung von Hiskias Herrschaft
32Die übrigen Ereignisse während Hiskias Herrschaft und seine guten Taten sind in der Weissagung des Propheten Jesaja, des Sohnes Amoz’, beschrieben, im Buch der Könige von Juda und Israel.33Als Hiskia starb, wurde er im oberen Bereich der Gräber der Nachkommen Davids begraben, und ganz Juda und Jerusalem gaben ihm bei seinem Begräbnis die Ehre. Nach ihm wurde sein Sohn Manasse König.
1Nach diesen Maßnahmen und diesen Beweisen der Treue Hiskijas zog Sanherib, der König von Assur, heran. Er fiel in Juda ein, belagerte die festen Städte und gedachte, sie für sich zu erobern. (2Kön 18,13; Jes 36,1; Sir 48,18)2Als Hiskija sah, dass Sanherib herankam und sich zum Krieg gegen Jerusalem anschickte,3überlegte er mit seinen Obersten und Helden, ob man nicht die Wasserquellen außerhalb der Stadt verstopfen solle. Sie unterstützten sein Vorhaben.4Man holte viel Volk zusammen und verstopfte alle Quellen und den Bach, der mitten durch das Tal fließt; denn man sagte sich: Wozu sollen die Könige von Assur bei ihrer Ankunft reichlich Wasser finden?[1]5Auch unternahm der König Anstrengungen, um die ganze Mauer auszubessern, in der Risse entstanden waren. Er erhöhte die Türme, baute draußen die andere Mauer, befestigte den Millo in der Davidstadt und ließ viele Wurfspieße und Schilde anfertigen. (1Chr 11,8; Neh 2,15; Jes 22,8)6Dann setzte er Kriegsoberste über das Volk und versammelte sie vor sich am Platz vor dem Stadttor. Dort sprach er ihnen Mut zu und sagte:7Seid mutig und tapfer! Fürchtet euch nicht und erschreckt nicht vor dem König von Assur und dem großen Heer, das bei ihm ist; denn bei uns ist mehr als bei ihm. (Neh 4,8)8Bei ihm sind Arme aus Fleisch, bei uns aber ist der HERR, unser Gott, der uns hilft und unsere Kriege führt. Das Volk wurde durch die Worte Hiskijas, des Königs von Juda, ermutigt. (2Kön 6,16; Jes 31,3)9Als dann Sanherib, der König von Assur, später mit seiner ganzen Streitmacht vor Lachisch stand, sandte er seine Diener nach Jerusalem zu Hiskija, dem König von Juda, und zu allen Judäern, die in Jerusalem wohnten. Er ließ ihnen sagen:10So spricht Sanherib, der König von Assur: Worauf vertraut ihr denn, dass ihr im belagerten Jerusalem bleibt?11Hiskija führt euch nur irre, um euch durch Hunger und Durst umkommen zu lassen, wenn er sagt: Der HERR, unser Gott, wird uns aus der Hand des Königs von Assur retten.12Hat nicht gerade Hiskija seine Kulthöhen und Altäre beseitigt und in Juda und Jerusalem angeordnet: Nur vor einem einzigen Altar dürft ihr euch niederwerfen und auf ihm Opfer anzünden? (2Chr 31,1)13Wisst ihr denn nicht, was ich und meine Väter mit allen Völkern in anderen Ländern gemacht haben? Konnten denn die Götter der Völker in diesen Ländern ihr Land aus meiner Hand retten?14Wer von all den Göttern dieser Völker, an denen meine Väter den Bann vollzogen haben, konnte sein Volk aus meiner Hand retten? Wie sollte dann euer Gott euch aus meiner Hand retten?15Lasst euch jetzt nicht von Hiskija betören und euch nicht auf diese Weise irreführen! Glaubt ihm nicht! Denn kein Gott irgendeines anderen Volkes oder Reiches konnte sein Volk aus meiner Hand und aus der Hand meiner Väter retten. Wie viel weniger wird euer Gott euch aus meiner Hand retten! (Jes 10,10; Dan 3,15)16Noch vieles andere redeten die Abgesandten Sanheribs gegen Gott, den HERRN, und seinen Knecht Hiskija. (Ps 2,2; Sir 48,18)17Sanherib schrieb auch einen Brief, in dem er den HERRN, den Gott Israels, verhöhnte. Er schrieb darin über ihn: Wie die Götter der Völker in anderen Ländern ihr Volk nicht aus meiner Hand gerettet haben, so wird auch der Gott Hiskijas sein Volk nicht aus meiner Hand retten.18Der Bevölkerung Jerusalems, die auf der Mauer stand, riefen die Abgesandten ihren Auftrag mit lauter Stimme auf Judäisch zu, um sie in Furcht und Schrecken zu versetzen und so die Stadt erobern zu können.19Sie redeten vom Gott Jerusalems wie von den Göttern der anderen Völker auf der Erde, die nur ein Werk von Menschen sind.20Doch König Hiskija und der Prophet Jesaja, der Sohn des Amoz, beteten in dieser Angelegenheit zum HERRN und riefen zum Himmel.21Da sandte der HERR einen Engel, der alle Kriegshelden, Fürsten und Hauptleute im Lager des Königs von Assur vernichtete. Sanherib musste, mit Schande bedeckt, in sein Land zurückkehren. Als er in den Tempel seines Gottes kam, machten ihn dort seine eigenen Söhne mit dem Schwert nieder. (Tob 1,21; 1Mak 7,41; 2Mak 8,19; Sir 48,20)22So befreite der HERR den Hiskija und die Einwohner Jerusalems aus der Hand Sanheribs, des Königs von Assur, und aus der Hand aller Feinde. Er verlieh ihnen ringsum Ruhe.[2]23Viele brachten Gaben für den HERRN nach Jerusalem und kostbare Geschenke für Hiskija, den König von Juda. Er war seitdem hochgeehrt in den Augen aller Völker. (2Chr 17,5)
Erfolge, Krankheit und Tod Hiskijas
24In jenen Tagen wurde Hiskija schwer krank und war dem Tod nahe. Er betete zum HERRN und dieser erhörte ihn und gab ihm ein Wunderzeichen.[3] (2Kön 20,1; Jes 38,1)25Doch Hiskija zeigte keine Dankbarkeit für die empfangene Wohltat und wurde hochmütig. Da kam Zorn über ihn und über Juda und Jerusalem. (Ps 131,1)26Nun aber demütigte sich Hiskija mit den Einwohnern Jerusalems in seinem Stolz und so kam der Zorn des HERRN nicht schon in den Tagen Hiskijas über sie.27Hiskija wurden Reichtum und Ehre in hohem Maß zuteil. Er erwarb Schätze an Silber, Gold, Edelsteinen, Balsam, Schilden und allerlei kostbaren Geräten. (2Kön 20,13)28Auch hatte er Speicher für Getreide, Most und Öl, dazu Ställe für jede Art von Vieh und Herden für die Hürden.29Er hatte sich nämlich Esel und einen reichen Besitz an Schafen und Rindern verschafft; denn Gott hatte ihm ein sehr großes Vermögen verliehen.[4]30Hiskija war es auch, der den oberen Abfluss des Gihonwassers verstopfte und es nach Westen in die Davidstadt hinableitete. Bei allem, was er unternahm, hatte er Erfolg. (2Kön 20,20)31So war es auch, als die babylonischen Obersten ihre Unterhändler zu ihm sandten, um Auskunft über das Zeichen zu erlangen, das im Land geschehen war. Da überließ ihn Gott sich selbst, um zu erproben und zu erkennen, was alles in seinem Herzen war. (2Kön 20,8)32Die übrige Geschichte Hiskijas und seine frommen Taten sind aufgezeichnet in der Vision des Propheten Jesaja, des Sohnes des Amoz, und im Buch der Könige von Juda und Israel.33Hiskija entschlief zu seinen Vätern und man begrub ihn beim Aufgang zu den Gräbern der Nachkommen Davids. Bei seinem Tod erwiesen ihm ganz Juda und die Einwohner Jerusalems die Ehre. Sein Sohn Manasse wurde König an seiner Stelle. (Neh 3,16)