1Amazja war 25 Jahre alt, als er König wurde, und er regierte 29 Jahre in Jerusalem. Seine Mutter war Joaddan; sie stammte aus Jerusalem. (2Kön 14,1)2Amazja tat zwar, was dem HERRN gefiel, aber nicht von ganzem Herzen. (2Chr 24,2)3Sobald Amazja seine Herrschaft gefestigt hatte, ließ er die Männer hinrichten, die seinen Vater ermordet hatten.[1]4Die Kinder der Mörder aber ließ er nicht töten, denn er hielt sich an das Gebot des HERRN, das im Gesetzbuch von Mose steht: »Eltern dürfen nicht für die Sünden ihrer Kinder und Kinder nicht für die Sünden ihrer Eltern mit dem Tod bestraft werden. Jeder soll nur für seine eigene Schuld hingerichtet werden.«[2] (5Mo 24,16)5Amazja versammelte die Männer von Juda, ordnete sie nach ihren Sippen und gab jeder Sippe aus Juda und Benjamin einen Anführer. Dann führte er eine Zählung durch und stellte fest, dass er 300.000 Mann für sein Heer hatte. Die Soldaten waren alle mindestens 20 Jahre alt und geübt im Umgang mit Speer und Schild. (4Mo 1,3; 2Chr 26,13)6Darüber hinaus hatte er 100.000 erfahrene Soldaten aus Israel angeworben, denen er 100 Talente Silber[3] bezahlte.7Doch ein Mann Gottes kam zum König und sagte: »Mein König, wirb keine Truppen aus Israel an, denn der HERR ist nicht auf der Seite Israels. Er wird den Leuten aus Ephraim nicht helfen!8Wenn du meinst, mit ihnen zusammen stark zu sein, so kann Gott dich vor dem Feind zu Fall bringen. Gott hat die Macht zu helfen oder zu stürzen.« (2Chr 14,10; 2Chr 20,6)9Amazja fragte den Mann Gottes: »Aber was wird aus den 100 Talenten, die ich für das Heer Israels bezahlt habe?« Der Mann Gottes erwiderte: »Der HERR kann dir sehr viel mehr geben als das!«10Also entließ Amazja die angeworbenen Truppen und schickte sie zurück nach Ephraim. Doch damit zog er sich ihren Zorn zu und sie kehrten sehr wütend nach Hause zurück.11Dann nahm Amazja all seinen Mut zusammen und führte sein Heer ins Salztal, wo sie 10.000 Männer aus Seïr töteten. (2Kön 14,1)12Weitere 10.000 Männer nahmen die Judäer gefangen, brachten sie auf einen Felsen hinauf und stürzten sie von dort hinunter, sodass sie beim Aufprall starben.13Währenddessen raubten die angeworbenen Söldnertruppen, die Amazja wieder nach Hause geschickt hatte, mehrere judäische Städte zwischen Samaria und Bet-Horon aus. Dabei töteten sie 3000 Männer und machten reiche Beute.14Als Amazja nach dem Sieg über die Edomiter zurückkehrte, brachte er Götzen der Einwohner von Seïr mit. Er stellte sie als Götter auf, verneigte sich vor ihnen und verbrannte Weihrauch für sie. (2Chr 28,23)15Da wurde der HERR zornig auf Amazja. Er schickte einen Propheten zu Amazja, der ihn fragte: »Warum hast du Götzen eines Volkes angebetet, die nicht einmal ihr eigenes Volk vor dir beschützen konnten?« (2Chr 25,11)16Doch der König fiel ihm ins Wort und sagte: »Habe ich dich etwa um Rat gefragt? Schweig, oder ich lasse dich töten!« Bevor der Prophet ihn verließ, sagte er zu ihm: »Ich weiß, dass Gott beschlossen hat, dich zu vernichten, weil du das getan und meinen Rat nicht angenommen hast!«17Nachdem er seine Ratgeber befragt hatte, forderte König Amazja von Juda König Joasch von Israel, den Sohn von Joahas und Enkel Jehus, mit folgenden Worten heraus: »Lass uns gegeneinander kämpfen und sehen, wer der Stärkere von uns ist!«[4] (2Kön 14,1)18Doch König Joasch von Israel antwortete König Amazja von Juda: »Draußen in den Bergen des Libanon schickte eine Distel einer Zeder die Botschaft: ›Gib meinem Sohn deine Tochter zur Frau.‹ Doch in diesem Augenblick kamen die wilden Tiere vorüber, die auf dem Libanon leben, und zertrampelten die Distel. (Ri 9,8)19Du magst stolz auf deinen Sieg über Edom sein und noch mehr Ehre suchen, doch nun bleib zu Hause. Warum willst du Streit anfangen, der dir und den Einwohnern Judas Unglück bringen wird?« (2Chr 26,16; 2Chr 32,25)20Doch Amazja wollte nicht hören, denn Gott hatte beschlossen, sie zu vernichten, weil sie die Götter der Edomiter angebetet hatten.21So rüstete König Joasch von Israel zum Krieg gegen König Amazja von Juda. Die beiden Heere bezogen in Bet-Schemesch in Juda Stellung.22Juda wurde vom israelitischen Heer besiegt und die Männer flohen nach Hause.23König Joasch von Israel nahm König Amazja von Juda, den Sohn von Joasch und Enkel Ahasjas, in Bet-Schemesch gefangen und brachte ihn nach Jerusalem zurück. Dort riss Joasch die Jerusalemer Stadtmauer auf einer Länge von 400 Ellen[5] ein, vom Ephraimstor bis zum Ecktor. (2Chr 21,17)24Er nahm alles Gold und Silber und die Geräte aus dem Haus des HERRN, die in der Obhut von Obed-Edom gewesen waren. Auch die Schätze aus der Schatzkammer des Palastes erbeutete er. Dann nahm er Geiseln und kehrte nach Samaria zurück. (1Chr 26,15)25König Amazja von Juda, der Sohn Joaschs, lebte nach dem Tod von König Joasch von Israel, dem Sohn von Joahas, noch 15 Jahre. (2Kön 14,17)26Alle weiteren Ereignisse während Amazjas Herrschaft sind im Buch der Könige Judas und Israels beschrieben.27Nachdem Amazja den HERRN verlassen hatte, kam es in Jerusalem zu einer Verschwörung gegen ihn, und er floh nach Lachisch. Doch seine Feinde schickten ihm dorthin Männer nach, die ihn töteten.28Sie brachten seinen Leichnam auf einem Pferd zurück und er wurde bei seinen Vorfahren in der Stadt Davids begraben.
1Amazja war fünfundzwanzig Jahre alt, als er König wurde, und regierte neunundzwanzig Jahre in Jerusalem. Seine Mutter hieß Joaddan und stammte aus Jerusalem. (2Kön 14,2)2Er tat, was dem HERRN gefiel, wenn auch nicht mit ungeteiltem Herzen.3Sobald sich seine Herrschaft gefestigt hatte, ließ er die Diener hinrichten, die seinen Vater, den König, erschlagen hatten.4Ihre Söhne aber verschonte er, wie es in der Weisung, im Buch des Mose, geschrieben steht, wo der HERR geboten hat: Väter sollen nicht wegen ihrer Söhne und Söhne nicht wegen ihrer Väter mit dem Tod bestraft werden, sondern jeder soll nur für sein eigenes Verbrechen sterben. (5Mo 24,16; Hes 18,4)5Amazja versammelte die Judäer aus ganz Juda und Benjamin und stellte sie nach Großfamilien unter den Führern der Tausend- und Hundertschaften auf. Er ließ alle, die zwanzig Jahre und darüber waren, mustern. Ihre Zählung ergab dreihunderttausend auserlesene, wehrfähige Männer, die Lanze und Schild trugen. (4Mo 1,3; 1Chr 27,23)6Dazu ließ er in Israel hunderttausend tapfere Krieger um hundert Silbertalente anwerben. (1Chr 19,6)7Doch ein Gottesmann kam zu ihm und sagte: Das Heer Israels, o König, soll nicht mit dir ziehen; denn der HERR ist nicht mit Israel, er hilft keinem Efraimiter. (2Chr 19,2)8Rück vielmehr allein aus und nimm mutig und entschlossen den Kampf auf! Gott könnte dich sonst vor dem Feind zu Fall bringen; denn Gott hat die Macht, zu helfen oder zu stürzen. (1Sam 14,6)9Amazja erwiderte dem Gottesmann: Wozu habe ich dann den israelitischen Söldnerscharen hundert Talente gegeben? Der Gottesmann antwortete: Der HERR kann dir viel mehr als diese geben.10Da schied Amazja die Truppe, die aus Efraim zu ihm gekommen war, aus und ließ sie in ihre Heimat zurückkehren. Sie geriet deswegen in heftigen Zorn über Juda und zog grollend in ihr Land zurück.11Amazja aber fasste Mut und führte sein Volk in den Krieg. Er zog in das Salztal und erschlug von den Seïritern zehntausend Mann. (2Kön 14,7)12Zehntausend nahmen die Judäer lebend gefangen, führten sie auf die Höhe eines Felsens und stürzten sie hinab, sodass alle zerschmettert wurden.13Die Angehörigen der Söldnertruppe aber, die Amazja zurückgeschickt und am Kriegszug nicht hatte teilnehmen lassen, überfielen die Städte Judas zwischen Samaria und Bet-Horon, erschlugen dort dreitausend Mann und machten reiche Beute.14Nach der Rückkehr vom Sieg über die Edomiter stellte Amazja die Götter der Seïriter, die er mitgebracht hatte, als Götter für sich auf, fiel vor ihnen nieder und brachte ihnen Opfer dar.15Da entbrannte der Zorn des HERRN gegen Amazja. Er sandte einen Propheten zu ihm und ließ ihm sagen: Warum suchst du die Götter des Volkes, die ihr Volk aus deiner Hand nicht retten konnten? (1Chr 14,12; 2Chr 28,23)16Amazja fiel ihm ins Wort und rief: Haben wir dich zum Berater des Königs bestellt? Halt ein! Warum soll man dich schlagen? Da hielt der Prophet inne und sagte: Ich weiß, dass Gott dein Verderben plant, weil du das getan und auf meinen Rat nicht gehört hast. (2Chr 16,10; 2Chr 24,21; 2Chr 36,16)17Nach einer Beratung sandte Amazja, der König von Juda, Boten an Joasch, den Sohn des Joahas, des Sohnes Jehus, den König von Israel, und ließ ihm sagen: Komm, wir wollen uns miteinander messen!18Doch Joasch, der König von Israel, ließ dem König Amazja von Juda sagen: Der Dornstrauch auf dem Libanon ließ der Zeder auf dem Libanon sagen: Gib deine Tochter meinem Sohn zur Frau! Aber die Tiere des Libanon liefen über den Dornstrauch und zertraten ihn. (Ri 9,14)19Du denkst: Ich habe Edom besiegt! Dein Herz hat sich erhoben, um sich zu brüsten. Bleib jetzt zu Hause! Wozu willst du das Unglück herausfordern und zu Fall kommen, du und Juda mit dir?20Doch Amazja wollte nicht hören; denn Gott hatte es so bestimmt, sie preiszugeben, weil sie die Götter der Edomiter suchten. (2Chr 10,15)21Joasch, der König von Israel, rückte daraufhin aus. Er und Amazja, der König von Juda, traten bei Bet-Schemesch, das zu Juda gehört, einander gegenüber.22Die Judäer wurden von den Israeliten geschlagen und flohen zu ihren Zelten.23Den König Amazja von Juda, den Sohn des Joasch, des Sohnes des Joahas, nahm König Joasch von Israel bei Bet-Schemesch gefangen und brachte ihn nach Jerusalem. Dort riss er die Mauer der Stadt vom Efraimtor bis zum Ecktor auf einer Strecke von vierhundert Ellen nieder,24nahm alles Gold und Silber sowie alle Geräte, die sich im Haus Gottes bei Obed-Edom befanden, samt den Schätzen des königlichen Palastes, ließ sich Geiseln stellen und kehrte nach Samaria zurück.[1] (2Kön 14,14; 1Chr 13,14)25Amazja, der Sohn des Joasch, der König von Juda, lebte nach dem Tod des Joasch, des Sohnes des Joahas, des Königs von Israel, noch fünfzehn Jahre.26Die übrige Geschichte Amazjas, die frühere und die spätere, ist aufgezeichnet im Buch der Könige von Juda und Israel.27Zur Zeit, da Amazja sich vom HERRN abwandte, bildete sich in Jerusalem gegen ihn eine Verschwörung. Er floh nach Lachisch; aber man sandte Verfolger hinter ihm her nach Lachisch, die ihn dort erschlugen. (2Chr 24,25)28Man brachte ihn auf Pferden nach Jerusalem und begrub ihn bei seinen Vätern in der Stadt Judas. (2Chr 35,24)