Die Israeliten trennen sich von den Moabitern und Ammonitern
1Zu jener Zeit las man dem Volk aus dem Gesetz des Mose vor. Dabei stieß man auf das Gebot: »Kein Ammoniter oder Moabiter darf jemals in die Gemeinschaft des Volkes Gottes aufgenommen werden.2Denn diese beiden Völker haben sich geweigert, den Israeliten Brot und Wasser zu geben, als sie ´aus Ägypten` kamen. Sie haben sogar Bileam dafür bezahlt, das Volk Israel zu verfluchen. Aber unser Gott verwandelte den Fluch in Segen.«[1] (5Mo 23,3)3Als die Leute dieses Gebot hörten, schlossen sie alle Personen mit nichtisraelitischer Abstammung aus dem Volk aus.
Die Reinigung des Vorratsraums im Tempel
4Einige Zeit zuvor hatte der Priester Eljaschib, der für die Vorratskammern des Tempels verantwortlich war, seinem Verwandten Tobija5eine große Kammer ´im Tempelbereich` zur Verfügung gestellt. Ursprünglich hatte man dort das Mehl für das Speiseopfer aufbewahrt, dazu den Weihrauch und die dazugehörenden heiligen Gegenstände; außerdem die Abgaben[2] von Getreide, Wein und Olivenöl, die den Leviten, Sängern und Torwächtern zustanden, einschließlich des Anteils für die Priester.6Damals war ich nicht in Jerusalem. Denn im 32. Regierungsjahr des ´persischen` Königs Artaxerxes war ich zurück an seinen Königshof nach Babylon gereist. Doch einige Zeit später bat ich ihn, wieder nach Jerusalem gehen zu dürfen.7Dort angekommen erfuhr ich von dem Missstand, dass Eljaschib ´seinem Verwandten` Tobija den Vorratsraum im Vorhof des Tempels überlassen hatte.8Das machte mich sehr zornig und ich ließ ´unverzüglich` alles aus der Kammer hinauswerfen, was Tobija gehörte.9Dann befahl ich, die Vorratskammer und alle angrenzenden Räume zu reinigen und die ´heiligen` Tempelgegenstände, das Mehl für das Speiseopfer und den Weihrauch wieder hineinzubringen.
Sicherstellung der Abgaben an die Leviten
10Ich erfuhr auch, dass die Leviten und die Tempelsänger die ihnen zustehenden Abgaben nicht erhalten hatten. Deshalb hatten sie den Dienst im Tempel aufgegeben und waren nach Hause zurückgekehrt, um ihre Felder zu bewirtschaften.11Da wies ich die verantwortlichen Männer ´des Volkes` zurecht und sagte: »Wie kann es sein, dass das Haus Gottes so vernachlässigt wird?« Dann holte ich die Leviten zurück und teilte sie wieder zum Dienst ein.12Von da an brachten die Leute von Juda wieder den zehnten Teil ihres Getreides, ihres Weins und ihres Olivenöls in die Vorratskammern des Tempels.13Als Aufseher über die Vorräte setzte ich den Priester Schelemja, den Schreiber Zadok und den Leviten Pedaja ein. Außerdem stellte ich ihnen Hanan, den Sohn Sakkurs und Enkel Mattanjas, als Helfer zur Seite. Diese Männer galten als sehr zuverlässig. Deshalb sollten sie von nun an die Vorräte an die Priester und Leviten verteilen.14Mein Gott, denk an mich und vergiss nicht, wie viel Gutes ich für deinen Tempel und für den Tempeldienst getan habe.
Durchsetzung der Sabbatvorschriften
15In jener Zeit beobachtete ich außerdem, dass die Leute in der Provinz Judäa am Sabbat ´arbeiteten`: Sie pressten Wein und brachten Getreide ein. Dann luden sie das Getreide auf ihre Esel und brachten es zusammen mit ihrem Wein, ihren Feigen und ihren anderen Erzeugnissen nach Jerusalem, um alles dort zu verkaufen. Ich verbot ihnen strengstens, am Sabbat ihre Waren zum Kauf anzubieten.16In Jerusalem wohnten auch einige Händler aus Tyrus. Sie verkauften den Judäern am Sabbat Fisch und andere Handelsgüter, die sie ´aus Tyrus` eingeführt hatten.17Da wies ich die führenden Männer Judäas zurecht und sagte: »Wie könnt ihr so etwas Verwerfliches tun? Ihr entweiht den Sabbat!18Genau das haben eure Vorfahren auch getan. Deshalb hat Gott all das Unheil über unser Volk und über diese Stadt gebracht. Wollt ihr mit eurer Sabbatschändung nun von Neuem Gottes Zorn heraufbeschwören[3]?«19Ich ordnete an, die Tore Jerusalems zu schließen, sobald es am Vorabend des Sabbats zu dämmern begann, und sie erst nach Ende des Sabbats wieder zu öffnen. Außerdem befahl ich einigen meiner Leute, während des Sabbats die Tore zu bewachen, damit keine Waren nach Jerusalem hereingebracht wurden.20Daraufhin übernachteten die Kaufleute und Händler einige Male vor der Stadt ´und boten dort ihre Waren an`.21Ich warnte sie: »Warum schlagt ihr am Sabbat euer Lager vor der Stadtmauer auf? Wenn es noch einmal vorkommt, dann lasse ich euch festnehmen!« Von da an kamen sie am Sabbat nicht mehr nach Jerusalem.22Den Leviten befahl ich, sich ´für ihren Dienst` zu reinigen und an den Stadttoren darüber zu wachen, dass der Sabbat als heiliger Tag eingehalten wurde. Mein Gott, rechne mir auch diese gute Tat an und sei gnädig mit mir. Denn deine Güte ist groß!
Verbot von Ehen mit nichtisraelitischen Frauen
23Damals wurde ich auf einige jüdische Männer aufmerksam, die Frauen aus ´der Philisterstadt` Aschdod und aus ´den Völkern` der Ammoniter und Moabiter geheiratet hatten.24Die Hälfte ihrer Kinder sprach nur die Sprache von Aschdod oder von einem der anderen Völker. Unsere Sprache verstanden sie nicht.25Ich wies diese Männer zurecht und sprach einen Fluch gegen sie aus. Manche von ihnen schlug ich sogar und riss sie an den Haaren. Dann forderte ich sie auf: »Schwört bei Gott, dass ihr von nun an eure Töchter nicht mehr mit Männern aus nichtisraelitischen Völkern verheiratet und weder für euch selbst noch für eure Söhne Frauen aus diesen Völkern aussucht.26Hat nicht sogar unser ´großer` König Salomo an genau diesem Punkt versagt? Kein anderes Volk hatte einen König, der sich mit ihm vergleichen konnte. Er war Gottes Liebling und Gott gab ihm die Herrschaft über ganz Israel. Aber selbst ihn verführten die Frauen aus nichtisraelitischen Völkern zur Sünde.27Wie könnt ihr nun genau dasselbe Unrecht begehen? Wie könnt ihr unserem Gott so untreu werden, dass ihr Frauen aus diesen Völkern heiratet?«28Der Hohepriester Jojada, der Sohn Eljaschibs[4], hatte einen Sohn, der mit einer Tochter des Horoniters Sanballat verheiratet war. Diesen Mann jagte ich aus Jerusalem[5] fort.29Mein Gott, vergiss diesen Männern nicht, wie sie die priesterliche Berufung entehrt und den Bund gebrochen haben, den du mit den Priestern und Leviten geschlossen hast.
Nehemias Schlusswort
30Ich habe unser Volk von allen fremden Einflüssen gereinigt. Die Dienstordnungen für die Priester und die Leviten habe ich wieder eingeführt und jedem seine Aufgabe zugewiesen.31Auch die rechtzeitige Lieferung des Brennholzes ´für den Tempel` und die Abgabe der ersten Früchte habe ich geregelt. Mein Gott, denk an mich ´und rechne mir das alles` zum Guten ´an`!