Esra 4

Neue Genfer Übersetzung

von Genfer Bibelgesellschaft
1 Die Feinde von Juda und Benjamin[1] erfuhren, dass die Rückkehrer einen Tempel für den HERRN, den Gott Israels, bauten. (2Kön 17,24)2 Da gingen sie zu Serubbabel und den israelitischen Sippenoberhäuptern und baten: »Lasst uns ´den Tempel` gemeinsam bauen. Wir verehren doch denselben Gott wie ihr und bringen ihm unsere Opfer dar, seit der assyrische König Asarhaddon uns hier angesiedelt hat.«3 »Das kommt überhaupt nicht in Frage!«[2], erwiderten Serubbabel, Jeschua und die anderen Sippenoberhäupter. »Wir werden den Tempel des HERRN, des Gottes Israels, allein bauen. Uns hat König Kyrus von Persien damit beauftragt.«4 Von da an versuchten die Völker, die mit den Judäern im Land lebten, die Rückkehrer mit allen Mitteln zu entmutigen und vom Weiterbauen abzuschrecken.5 Sie bestachen sogar Beamte am königlichen Hof[3], die das jüdische Vorhaben verhindern sollten. Das taten sie während der ganzen Regierungszeit von König Kyrus und bis hinein in die Regierungszeit von König Darius[4].6 Auch zu Beginn der Regierungszeit von König Xerxes[5] erhoben die feindlichen Völker im Land in einem Schriftstück Anklage gegen die Bewohner von Juda und Jerusalem.7 Danach, während der Regierungszeit von König Artaxerxes, schrieben ´die Verwaltungsbeamten` Bischlam, Mitredat, Tabeel und ihre Kollegen einen Brief an den König. Der Brief wurde ins Aramäische übersetzt und in aramäischer Schrift niedergeschrieben.[6]8 Auch Rehum, der Befehlshaber ´von Samaria`, und sein Schreiber Schimschai verfassten einen Brief an Artaxerxes ´und beschwerten sich` über ´die Vorgänge in` Jerusalem.9 Die Liste der Absender umfasste[7] den Befehlshaber Rehum und seinen Schreiber Schimschai; dazu ihre Kollegen aus Din, Afarsatach, Tripolis, Sippar, Uruk[8], Babel und Susa in Elam;10 und schließlich ´Vertreter der` übrigen Volksgruppen, die der mächtige und berühmte König Assurbanipal in die Städte Samarias und in die übrigen Ortschaften der Provinz westlich des Eufrats umgesiedelt hatte.11 Dies ist eine Abschrift ihres Briefes: »An König Artaxerxes von seinen Untertanen in der Westprovinz[9]:12 Der König möge zur Kenntnis nehmen, dass die Juden, die aus deinem Gebiet zu uns gekommen sind, die aufrührerische und böse Stadt Jerusalem wieder aufbauen. Sie sind dabei, die Stadtmauern wieder zu errichten – die Fundamente sind bereits ausgebessert.13 Der König möge bedenken: Wenn diese Stadt wieder aufgebaut ist und ihre Mauern stehen, werden die Bewohner keine Steuern, Abgaben und Zölle mehr entrichten. Das wird dem Königshaus schaden.[10]14 Wir sind als treue Untertanen dem König verpflichtet[11] und können nicht tatenlos zusehen, wie seine Macht untergraben wird[12]. Darum schicken wir dir diesen Bericht15 und schlagen vor, dass du in den Chroniken deiner Vorgänger nachforschen lässt. Du wirst sehen, dass diese Stadt schon immer aufsässig war und den Königen und Statthaltern viele Schwierigkeiten bereitet hat. Seit jeher ist sie eine Brutstätte des Aufruhrs. Deshalb ist sie ja auch damals zerstört worden.16 Der König möge sich warnen lassen:[13] Wenn diese Stadt wieder aufgebaut ist und ihre Mauern stehen, verlierst du alle Gebiete der Westprovinz.«17 Der König schickte folgende Antwort: »An den Befehlshaber Rehum und den Schreiber Schimschai sowie an ihre Kollegen in Samaria und in den übrigen Gebieten der Westprovinz: Ich wünsche euch ´Heil und` Frieden!18 Das Schreiben, das ihr uns übersandt habt, wurde mir Wort für Wort vorgelesen[14].19 Daraufhin ließ ich nachforschen, und es stellte sich heraus, dass sich diese Stadt in der Tat seit jeher gegen die Könige auflehnt und es in ihr ständig zu Aufruhr und Unruhen kommt.20 In Jerusalem gab es mächtige Könige, die das ganze Gebiet westlich des Eufrats beherrschten und von den Bewohnern Steuern, Abgaben und Zölle erhoben.21 Darum sollt ihr den Leuten dort befehlen, die Bauarbeiten einzustellen. Diese Stadt darf nur dann wieder aufgebaut werden, wenn ich ausdrücklich die Erlaubnis dazu erteile.22 Seid in dieser Angelegenheit nicht nachlässig! Dem Reich[15] darf kein weiterer Schaden entstehen.«23 Die Abschrift dieses Briefes von König Artaxerxes wurde Rehum und Schimschai samt ihren Amtskollegen vorgelesen. Dann machten sie sich sofort auf den Weg nach Jerusalem und zwangen die Juden mit Waffengewalt[16], den Wiederaufbau der Stadt abzubrechen.24 Die Bauarbeiten am Haus Gottes waren ´schon unter König Kyrus` eingestellt worden und ruhten bis ins zweite Regierungsjahr des persischen Königs Darius.