Jesaja 56
Zürcher Bibel
von Theologischer Verlag ZürichDer HERR nimmt auch die Fremden an
1 So spricht der HERR: Wahrt das Recht, und übt Gerechtigkeit, denn bald schon kommt mein Heil, und meine Gerechtigkeit wird offenbar. (Ps 106,3; Hos 12,7) 2 Wohl dem Menschen, der so handelt, und dem Menschen, der daran festhält: der den Sabbat hält und ihn nicht entweiht und der auf seine Hand achtet, dass sie nichts Böses tut. (2Mo 20,8; Lk 11,28) 3 Und der Fremde, der sich dem HERRN angeschlossen hat, soll nicht sagen: Gewiss wird der HERR mich ausschliessen aus seinem Volk! Und der Eunuch soll nicht sagen: Sieh, ich bin ein vertrockneter Baum! (5Mo 23,2; Jes 14,1) 4 Denn so spricht der HERR: Den Eunuchen, die meine Sabbate halten und wählen, woran ich Gefallen habe, und die an meinem Bund festhalten, 5 ihnen gebe ich in meinem Haus und in meinen Mauern Denkmal und Name[1], was mehr ist als Söhne und als Töchter. Einen ewigen Namen werde ich ihnen geben, der nicht getilgt wird. 6 Und die Fremden, die sich dem HERRN anschliessen, um ihm zu dienen und um den Namen des HERRN zu lieben, um ihm Diener zu sein, alle, die den Sabbat halten und ihn nicht entweihen und die an meinem Bund festhalten, 7 sie werde ich zu meinem heiligen Berg bringen, und in meinem Bethaus werde ich sie erfreuen. Ihre Brandopfer und ihre Schlachtopfer werden ein Wohlgefallen sein auf meinem Altar, denn mein Haus soll Bethaus genannt werden - für alle Völker. (1Kön 8,41; Jes 57,13; Jes 65,11; Mt 21,13) 8 Spruch Gottes des HERRN, der die Versprengten Israels sammelt: Noch mehr werde ich zu ihm[2] sammeln, zu seinen Gesammelten. (Ps 147,2)Ohne Einsicht kein Heil
9 All ihr Tiere des Feldes, kommt, um zu fressen, all ihr Tiere im Wald. (Jer 12,9) 10 Blind sind alle seine Wächter, nichts nehmen sie wahr, sie alle sind stumme Hunde, sie können nicht bellen, sie hecheln, liegen da, sie lieben es, zu schlafen. (Hes 33,6; Mt 15,14) 11 Und die Hunde sind gierig, kennen keine Sättigung. Und das sind die Hirten! Sie haben keine Einsicht. Sie alle haben sich ihrem eigenen Weg zugewandt, ein jeder seinem Gewinn, einer wie der andere: (Jes 53,6; Jer 6,13; Hes 34,2; 1Petr 5,2) 12 Kommt, ich will Wein holen, und mit Bier wollen wir uns betrinken. Und morgen wird es ebenso sein, über alle Massen herrlich! (Am 4,1; Am 5,22)Jesaja 56
Hoffnung für alle
von BiblicaJeder darf zu Gottes Volk gehören
1 So spricht der HERR: »Haltet euch an meine Ordnungen und tut, was recht ist! Es dauert nicht mehr lange, dann werdet ihr erleben, wie ich euch befreie und vor aller Augen für Gerechtigkeit sorge.« 2 Glücklich ist, wer an Gottes Geboten festhält und danach handelt. Ja, glücklich ist, wer kein Unrecht begeht und den Sabbat nicht durch Arbeit entweiht, sondern ihn als Ruhetag achtet. 3 Ein Ausländer, der sich dem HERRN zugewandt hat, soll nicht sagen: »Bestimmt wird der HERR mich wieder ausschließen aus der Gemeinschaft seines Volkes.« Und wer entmannt wurde, soll nicht klagen: »Ach, ich bin nicht mehr wert als ein dürrer Baum.« 4 Denn der HERR sagt: »Auch Entmannte zähle ich zu meiner Gemeinde, wenn sie den Sabbat als Ruhetag achten, wenn sie gerne tun, was mir gefällt, und sich an meine Ordnungen halten. 5 Für sie ist Platz in meinem Tempel, und ich werde sie in alle Ewigkeit nicht in Vergessenheit geraten lassen. Das ist besser, als wenn sie viele Söhne und Töchter hätten, die ihren Namen weitertragen. 6 Ich, der HERR, verspreche: Die Ausländer, die sich mir zugewandt haben, die mir dienen und mich allein lieben, die den Sabbat achten und ihn nicht durch Arbeit entweihen, die sich an meine Weisungen halten, 7 sie werde ich zu meinem heiligen Berg führen. Sie dürfen meinen Tempel betreten und sich an diesem Ort des Gebets von Herzen freuen. Sie dürfen auch auf meinem Altar Brand- und Schlachtopfer darbringen, und ich werde ihre Opfer annehmen. Denn mein Haus soll für alle Völker ein Ort des Gebets sein. 8 Ich, der HERR, der die vertriebenen Israeliten wieder sammelt, sage: Euch habe ich nun in eure Heimat zurückgeholt. Doch ich werde noch andere zu euch bringen!«Die Führer des Volkes – faule, gefräßige Hunde
9 »Ihr wilden Tiere aus Wald und Feld, kommt und fresst mein Volk! 10 Denn seine Führer taugen nichts. Sie sind allesamt blinde Wächter, die nicht merken, wenn dem Volk Gefahr droht. Stumme Hunde sind sie, die nicht bellen können. Sie liegen faul herum und träumen, Schlafen ist ihre liebste Beschäftigung. 11 Gefräßig sind sie, diese Hunde, sie bekommen nie genug. Und so etwas will Hirte sein! Sie haben ja keine Ahnung, was es heißt, die Herde – mein Volk – zu hüten. Stattdessen gehen sie alle ihren eigenen Geschäften nach. Jeder will nur möglichst viel Gewinn machen. 12 ›Kommt‹, rufen sie, ›lasst uns feiern! Einer soll Wein holen, und dann betrinken wir uns! Und was machen wir morgen? Morgen feiern wir weiter. Je mehr, desto besser!‹«Jesaja 56
Das Buch
von SCM VerlagDas Kapitel ist in dieser Übersetzung nicht verfügbar.