Jesaja 38
Zürcher Bibel
von Theologischer Verlag ZürichChiskijahus Krankheit und Genesung
1 In jenen Tagen wurde Chiskijahu todkrank. Da kam Jesaja, der Sohn des Amoz, der Prophet, zu ihm und sprach zu ihm: So spricht der HERR: Bestell dein Haus, denn du stirbst und wirst nicht überleben. (2Kön 20,1) 2 Da drehte Chiskijahu sein Angesicht zur Wand und betete zum HERRN 3 und sprach: Ach HERR, denk doch daran, dass ich treu und mit ungeteiltem Herzen vor dir gelebt habe und dass ich getan habe, was gut ist in deinen Augen. Und Chiskijahu weinte heftig. (2Kön 18,3) 4 Und das Wort des HERRN erging an Jesaja: 5 Geh, und sprich zu Chiskijahu: So spricht der HERR, der Gott Davids, deines Vorfahren: Ich habe dein Gebet gehört, deine Tränen habe ich gesehen. Sieh, fünfzehn Jahre werde ich hinzufügen zu deinen Tagen, (Ps 6,9; Jes 37,21) 6 und dich und diese Stadt werde ich retten aus der Hand des Königs von Assur, und ich werde diese Stadt beschützen. 7 Und dies ist das Zeichen vom HERRN für dich, dass der HERR dieses Wort, das er gesprochen hat, ausführen wird: (Jes 7,14) 8 Sieh, ich lasse den Schatten zurückgehen auf den Stufen, nachdem er schon hinabgegangen ist auf den Stufen des Achas, ich lasse die Sonne zehn Stufen zurückgehen. Und die Sonne ging zehn Stufen zurück auf den Stufen, nachdem sie schon hinabgegangen war. 9 Eine Aufzeichnung Chiskijahus, des Königs von Juda, als er krank war und dann seine Krankheit überlebte: 10 Ich sprach: In der Hälfte meiner Tage muss ich durch die Tore des Totenreichs gehen, dorthin[1] wurde ich aufgeboten für den Rest meiner Jahre. (Ps 102,25) 11 Ich sprach: Ich werde Jah[2] nicht mehr sehen, Jah im Land der Lebenden, keinen Menschen mehr erblicken bei dem, was die Erde bewohnt. (Ps 27,13; Ps 116,9; Ps 142,6) 12 Herausgerissen wurde mein Wohnzelt und abgedeckt über mir wie das Zelt eines Hirten[3]. Wie ein Weber habe ich mein Leben zusammengerollt, vom Faden schneidet er mich ab. Vom Tag bis in die Nacht hast du mich preisgegeben, (Hi 4,21; Hi 7,6; 2Kor 5,1) 13 bis zum Morgen habe ich versucht, ihn zu besänftigen. Wie ein Löwe, so bricht er mir alle Knochen, vom Tag bis in die Nacht hast du mich preisgegeben. (Hi 10,16; Ps 90,6; Kla 3,4) 14 Wie ein Mauersegler, eine Schwalbe, so piepse ich, ich gurre wie eine Taube. Nach der Höhe verzehren sich meine Augen: Herr, ich werde bedrängt, tritt ein für mich! (Hi 17,3; Jes 59,11; Nah 2,8) 15 Was soll ich reden, und was wird er mir sagen, da doch er es getan hat? Ständig wandle ich im Schlaf, meiner Verbitterung wegen. 16 Herr, dadurch lebt man, und durch alles, was darin ist, lebt mein Geist - du wirst mich wieder stark machen und leben lassen![4] 17 Sieh, Bitteres ist mir zum Heil geworden, Bitteres, und in deiner Liebe hast du mich gerettet vor dem Grab des Verderbens, denn hinter deinen Rücken hast du alle meine Sünden geworfen. (Ps 103,3; Jon 2,7; Mi 7,19) 18 Denn nicht die Totenwelt preist dich, nicht der Tod lobt dich, auf deine Treue hoffen nicht die, die hinabsteigen in die Grube. (Ps 6,6) 19 Der Lebende, der Lebende, er ist es, der dich preist, wie ich es heute tue. Ein Vater lässt die Kinder von deiner Treue wissen. (2Mo 10,2; 5Mo 4,9) 20 Gewiss rettet mich der HERR! Dann werden wir mein Saitenspiel erklingen lassen alle Tage unseres Lebens, beim Haus des HERRN! 21 Und Jesaja sprach: Man soll einen Feigenkuchen nehmen und ihn auf das Geschwür streichen, dann wird er gesund. 22 Da sprach Chiskijahu: Was ist das Zeichen, dass ich hinaufgehen werde in das Haus des HERRN? (Jes 7,14)Jesaja 38
Hoffnung für alle
von BiblicaGott heilt den todkranken König
1 In dieser Zeit wurde Hiskia todkrank. Der Prophet Jesaja, der Sohn von Amoz, besuchte ihn und sagte: »So spricht der HERR: Regle noch die letzten Dinge, denn du bist unheilbar krank und wirst bald sterben.« (2Kön 20,1; 2Chr 32,24) 2 Als Hiskia das hörte, drehte er sich zur Wand und betete: 3 »Ach, HERR, denk doch daran, dass ich dir mein Leben lang treu geblieben bin und mit ganzer Hingabe getan habe, was dir gefällt.« Er fing laut an zu weinen. 4-5 Da sandte der HERR den Propheten noch einmal mit einer Botschaft zu Hiskia: »Hör, was der HERR, der Gott deines Vorfahren David, dir sagen lässt: Ich habe dein Gebet gehört und deine Tränen gesehen. Ich verlängere dein Leben um fünfzehn Jahre. 6 Auch will ich dich und diese Stadt vor dem assyrischen König bewahren. 7 Ich gebe dir ein Zeichen, an dem du erkennen wirst, dass ich mein Versprechen halte: 8 Ich lasse den Schatten an den Treppenstufen, die dein Vater Ahas gebaut hat,[1] um zehn Stufen zurückgehen.« Da ging der Schatten zehn Stufen zurück.Hiskia dankt Gott für seine Heilung
9 Dieses Gedicht schrieb König Hiskia von Juda, nachdem er wieder gesund geworden war: 10 »Ich dachte: In den besten Jahren meines Lebens muss ich an der Schwelle des Todes stehen, mitten aus dem Leben werde ich herausgerissen. 11 Nie wieder darf ich dem HERRN begegnen hier unter den Lebenden, nie mehr Menschen auf dieser Erde sehen. 12 Mein Leben gleicht einem Nomadenzelt, das abgebrochen und weggetragen wird. Es ist wie ein Tuch, das zu Ende gewebt wurde. Du schneidest seine Fäden ab, mit denen es am Webstuhl hing. Tag und Nacht spüre ich, dass du meinem Leben ein Ende machst. 13 Bis zum Morgen schreie ich zu dir[2], aber du überfällst mich wie ein Löwe, der alle meine Knochen zermalmt. Tag und Nacht spüre ich, dass du meinem Leben ein Ende machst. 14 Meine Stimme ist dünn und schwach wie das Zwitschern einer Schwalbe, ich krächze wie ein Kranich, und mein Klagen klingt wie das Gurren einer Taube. Mit müden Augen starre ich nach oben; ich bin am Ende, Herr, komm mir doch zu Hilfe! 15 Was soll ich nun im Nachhinein noch sagen? Nur das: Er hat mir versprochen, mich zu heilen, und er hat es auch getan.[3] Nun kann ich den Rest meines Lebens gelassen verbringen. Doch nie will ich vergessen, welches bittere Leid ich erlitten habe. 16 O Herr, von deinen Worten und Taten lebe ich, sie geben mir alles, was ich brauche. Du hast mich wieder gesund gemacht und mir von neuem das Leben geschenkt. 17 Ja, mein bitteres Leid musste der Freude weichen. In deiner Liebe hast du mich vor Tod und Grab bewahrt. Du hast alle meine Sünden weit hinter dich geworfen. 18 Denn in der Unterwelt dankt dir niemand, kein Toter preist dich mit Liedern. Die Leichen in den Gräbern hoffen nicht mehr auf deine Treue. 19 Aber die Lebenden, sie danken dir, so wie ich dich heute lobe und dir danke. Die Väter erzählen ihren Kindern, dass du treu bist und deine Versprechen hältst. 20 HERR, du hast mich gerettet, darum wollen wir dich preisen unser Leben lang, dich loben in deinem Tempel mit Musik und Liedern.«Ein Nachtrag
21 Als Jesaja den todkranken König besuchte, ordnete er an, man solle einen Umschlag aus gepressten Feigen auf Hiskias Geschwür legen, damit er bald wieder gesund werde. (2Kön 20,7) 22 Hiskia aber wollte von Jesaja wissen: »Woran kann ich erkennen, dass ich geheilt werde und wieder zum Tempel gehen kann, um den HERRN anzubeten?«[4] (2Kön 20,6)Jesaja 38
Das Buch
von SCM VerlagDas Kapitel ist in dieser Übersetzung nicht verfügbar.