1.Mose 38
Zürcher Bibel
von Theologischer Verlag ZürichJuda und Tamar
1 Zu jener Zeit zog Juda hinab, weg von seinen Brüdern, und schloss sich einem Mann an aus Adullam, der hiess Chira. (1Sam 22,1; Mi 1,15) 2 Dort sah Juda die Tochter eines Kanaaniters, der hiess Schua. Er nahm sie zur Frau und ging zu ihr. (1Chr 2,3; 1Chr 24,3) 3 Und sie wurde schwanger und gebar einen Sohn, und er nannte ihn Ehr. (1Mo 46,12; 4Mo 26,19; 1Chr 2,3) 4 Und sie wurde wieder schwanger und gebar einen Sohn, und sie nannte ihn Onan. 5 Und sie gebar noch einmal einen Sohn, und sie nannte ihn Schela; Juda[1] aber befand sich in Kesib, als sie ihn gebar. 6 Und Juda nahm für Ehr, seinen Erstgeborenen, eine Frau, und deren Name war Tamar. 7 Aber Ehr, der Erstgeborene Judas, war böse in den Augen des HERRN, und der HERR liess ihn sterben. (1Chr 2,3) 8 Da sprach Juda zu Onan: Geh zur Frau deines Bruders, vollzieh mit ihr die Schwagerehe und schaffe deinem Bruder Nachkommen. (5Mo 25,5; Rut 4,5; Mt 22,24) 9 Onan aber wusste, dass die Nachkommen nicht ihm gehören würden. So liess er, wenn er zur Frau seines Bruders ging, den Samen auf die Erde fallen und verderben, um seinem Bruder keine Nachkommen zu schaffen. (5Mo 25,6) 10 Aber was er tat, war böse in den Augen des HERRN, und er liess auch ihn sterben. 11 Da sprach Juda zu Tamar, seiner Schwiegertochter: Bleibe als Witwe im Haus deines Vaters, bis mein Sohn Schela herangewachsen ist. Denn er dachte: Auch er könnte sterben wie seine Brüder. So ging Tamar und blieb im Haus ihres Vaters. (3Mo 22,13) 12 Die Jahre vergingen. Da starb die Tochter Schuas, die Frau Judas. Und Juda hielt die Trauerzeit ein, dann ging er mit Chira, seinem Freund aus Adullam, zu seinen Schafscherern hinauf nach Timna. (Ri 14,1) 13 Und Tamar wurde gemeldet: Sieh, dein Schwiegervater geht hinauf nach Timna, um seine Schafe zu scheren. (1Mo 31,19; Jos 15,57; 1Sam 25,2; 2Sam 13,23) 14 Da legte sie ihre Witwenkleider ab, bedeckte sich mit dem Schleier und verhüllte sich. Dann setzte sie sich an den Eingang von Enajim, das am Weg nach Timna liegt. Denn sie hatte gesehen, dass Schela herangewachsen war, dass sie ihm aber nicht zur Frau gegeben worden war. (1Mo 24,65) 15 Juda sah sie und hielt sie für eine Hure, denn sie hatte ihr Gesicht verhüllt. (Spr 7,10) 16 Und er wandte sich zu ihr am Wegrand und sprach: Lass mich zu dir kommen! Denn er wusste nicht, dass es seine Schwiegertochter war. Sie sprach: Was gibst du mir, wenn du zu mir kommen darfst? (3Mo 18,15; Hes 16,33) 17 Er sprach: Ich werde dir ein Zicklein von der Herde schicken. Sie sprach: Wenn du ein Pfand gibst, bis du es schickst. 18 Er sprach: Was für ein Pfand soll ich dir geben? Sie sprach: Dein Siegel und deine Schnur und deinen Stab, den du in der Hand hast. Er gab es ihr und ging zu ihr, und sie wurde schwanger von ihm. (Hl 8,6) 19 Dann stand sie auf und ging weg, legte ihren Schleier ab und zog wieder ihre Witwenkleider an. (2Sam 14,2) 20 Juda aber schickte das Zicklein durch seinen Freund aus Adullam, um das Pfand von der Frau wieder zu bekommen, der aber fand sie nicht. 21 Da fragte er die Leute aus ihrem Ort: Wo ist jene Geweihte, die hier in Enajim jeweils am Weg sitzt? Sie sprachen: Hier gibt es keine Geweihte. 22 Da kehrte er zu Juda zurück und sprach: Ich habe sie nicht gefunden. Auch haben die Leute aus dem Ort gesagt: Hier gibt es keine Geweihte. 23 Juda sprach: So mag sie es behalten. Wenn wir nur nicht zum Gespött werden. Sieh, ich habe dieses Böcklein geschickt, du aber hast sie nicht gefunden. 24 Etwa drei Monate später wurde Juda gemeldet: Deine Schwiegertochter Tamar hat sich mit einem anderen Mann eingelassen, und nun ist sie von ihrer Hurerei auch noch schwanger. Da sprach Juda: Führt sie hinaus, sie soll verbrannt werden. (3Mo 21,9) 25 Schon war sie hinausgeführt, da liess sie ihrem Schwiegervater sagen: Von dem Mann, dem dies hier gehört, bin ich schwanger. Und sie liess weiter sagen: Sieh doch nach, wem der Siegelring, die Schnur und der Stab da gehören. (1Mo 37,32) 26 Juda sah es sich genau an und sprach: Sie ist im Recht gegen mich, denn ich habe sie ja meinem Sohn Schela nicht gegeben. Aber er verkehrte nicht mehr mit ihr. 27 Als nun die Zeit kam, dass sie gebären sollte, sieh, da waren Zwillinge in ihrem Leib. (1Chr 2,3; 1Chr 25,24) 28 Und als sie gebar, da streckte einer die Hand hervor. Und die Hebamme griff zu, band einen roten Faden um seine Hand und sagte: Dieser ist zuerst hervorgekommen. 29 Als er aber seine Hand zurückzog, sieh, da kam sein Bruder hervor. Und sie sprach: Wie hast du dir doch den Durchbruch erzwungen. Und man nannte ihn Perez. (Rut 4,12; Mt 1,3; Lk 3,33) 30 Danach kam sein Bruder hervor, an dessen Hand der rote Faden war; den nannte man Serach. (1Mo 46,12; 1Chr 2,4)1.Mose 38
Hoffnung für alle
von BiblicaTamar kämpft um ihr Recht
1 Um diese Zeit ging Juda von zu Hause fort. Er zog hinunter zur Stadt Adullam und wohnte bei einem Mann namens Hira. 2 Dort lernte er die Tochter des Kanaaniters Schua kennen und heiratete sie. 3-5 Die beiden bekamen drei Söhne: Er, Onan und Schela. Bei Schelas Geburt war Juda gerade in Kesib. 6 Als der Älteste erwachsen war, verheiratete Juda ihn mit einem Mädchen namens Tamar. 7 Aber der HERR verabscheute, wie dieser sein Leben führte, darum ließ er ihn sterben. 8 Da ging Juda zu seinem Sohn Onan. »Du musst Tamar heiraten!«, forderte er ihn auf. »Das ist deine Pflicht als ihr Schwager, damit sie nicht kinderlos bleibt und die Familie deines Bruders nicht ausstirbt!« 9 Aber Onan wollte keinen Sohn zeugen, der nicht als sein eigener Nachkomme, sondern als der seines Bruders gelten würde. Darum ließ er jedes Mal, wenn er mit Tamar schlief, seinen Samen zu Boden fließen. 10 Aber das missfiel dem HERRN, und er ließ auch ihn sterben. 11 Da sagte Juda zu seiner Schwiegertochter: »Geh in dein Elternhaus zurück und bleib so lange Witwe, bis Schela erwachsen ist!« Weil er aber befürchtete, dass auch Schela sterben könnte wie seine Brüder, dachte er gar nicht daran, die beiden zu verheiraten. So ging Tamar in ihr Elternhaus zurück. 12 Einige Jahre später starb Judas Frau, die Tochter Schuas. Als die Trauerzeit vorüber war, ging Juda mit seinem Freund Hira nach Timna, wo gerade seine Schafe geschoren wurden. 13 Tamar erfuhr, dass ihr Schwiegervater auf dem Weg nach Timna war, um bei den Arbeiten zu helfen. 14 Daraufhin fasste sie einen Plan. Sie hatte nämlich inzwischen gemerkt, dass Schela, der längst erwachsen war, sie nicht heiraten sollte. Also zog sie ihre Witwenkleider aus, verhüllte sich mit einem Schleier und setzte sich an den Ortseingang von Enajim, das auf dem Weg nach Timna liegt. 15 Als Juda vorbeikam, hielt er sie für eine Prostituierte, weil ihr Gesicht verhüllt war. 16 Er ging zu ihr an den Wegrand. »Lass mich mit dir schlafen!«, forderte er sie auf – ohne zu wissen, wen er vor sich hatte. »Was bekomme ich dafür?«, wollte Tamar wissen. 17 »Ich werde dir einen Ziegenbock aus meiner Herde bringen«, versprach Juda. »Nur wenn du mir ein Pfand dalässt, bis du ihn bringst!«, bekam er zur Antwort. 18 »Gut, was soll ich dir geben?«, fragte er. »Deinen Siegelring mit der Schnur und deinen Stab!« Er gab ihr, was sie verlangte. Dann schlief er mit ihr, und sie wurde von ihm schwanger. 19 Danach ging Tamar nach Hause, legte ihren Schleier ab und zog die Witwenkleider wieder an. 20 Juda schickte seinen Freund Hira, um der Frau den Ziegenbock zu bringen und das Pfand zurückzuholen. Aber Hira konnte sie nicht finden. 21 Er fragte die Leute in Enajim: »Wo ist denn die Prostituierte[1], die neulich an der Straße saß?« »So eine Frau ist hier nicht gewesen!«, antworteten sie. 22 Da ging er zu Juda zurück und erzählte ihm alles. 23 »Dann soll sie das Pfand eben behalten!«, sagte Juda. »Wir setzen uns nur dem Gespött der Leute aus, wenn wir noch weiter nachforschen. Schließlich habe ich mein Bestes versucht!« 24 Etwa drei Monate später wurde Juda berichtet: »Deine Schwiegertochter Tamar ist schwanger! Diese Hure hat sich mit einem Mann eingelassen!« »Bringt sie sofort aus dem Dorf heraus!«, schrie Juda. »Sie soll verbrannt werden!« 25 Als man sie hinausschleppte, ließ sie Juda ausrichten: »Der Mann, dem dieser Siegelring, diese Schnur und dieser Stab gehören, ist der Vater meines Kindes. Erkennst du sie wieder?« 26 Juda erkannte seine Sachen sofort. »Tamar ist mir gegenüber im Recht«, gab er zu, »ich hätte sie meinem Sohn Schela zur Frau geben müssen!« Danach schlief Juda nie mehr mit ihr. 27 Kurz vor der Entbindung stellte sich heraus, dass Tamar Zwillinge bekam. 28 Bei der Geburt streckte ein Kind die Hand heraus. Die Hebamme hielt sie fest und band einen roten Faden um das Handgelenk. Daran sollte man erkennen, dass er als Erster geboren wurde. 29 Aber das Kind zog seine Hand wieder zurück, und der andere kam zuerst. »Du hast dir den Durchbruch wirklich erkämpft!«, rief die Hebamme. Darum wurde er Perez (»Durchbruch«) genannt. 30 Dann erst wurde sein Bruder mit dem roten Faden ums Handgelenk geboren. Er bekam den Namen Serach (»Morgenröte«).1.Mose 38
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