von Deutsche Bibelgesellschaft1Im neunten Jahr seiner Herrschaft, am zehnten Tag des zehnten Monats, zog heran Nebukadnezar, der König von Babel, mit seiner ganzen Macht gegen Jerusalem, und sie belagerten die Stadt und bauten Bollwerke um sie her. (Jer 34,1; Jer 39,1)2So wurde die Stadt belagert bis ins elfte Jahr des Königs Zedekia.3Aber am neunten Tage des vierten Monats wurde der Hunger stark in der Stadt, und das Volk des Landes hatte nichts mehr zu essen.4Da brach man in die Stadt ein. Und alle Kriegsmänner flohen bei Nacht durch das Tor zwischen den zwei Mauern auf dem Wege, der zu dem Garten des Königs geht. Aber die Chaldäer lagen um die Stadt. Und der König floh zum Jordantal hin.5Aber das Heer der Chaldäer jagte dem König nach, und sie holten ihn ein im Jordantal von Jericho, und alle Kriegsleute, die bei ihm waren, zerstreuten sich von ihm.6Sie aber nahmen den König gefangen und führten ihn hinauf zum König von Babel nach Ribla, und sie sprachen das Urteil über ihn.7Und sie schlachteten die Söhne Zedekias ab vor seinen Augen und blendeten Zedekia die Augen und legten ihn in Ketten und führten ihn nach Babel. (Jer 37,17)8Am siebenten Tage des fünften Monats, das ist das neunzehnte Jahr Nebukadnezars, des Königs von Babel, kam Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, der Knecht des Königs von Babel, nach Jerusalem (Jer 39,8)9und verbrannte das Haus des HERRN und das Haus des Königs und alle Häuser in Jerusalem; alle großen Häuser verbrannte er mit Feuer.10Und die ganze Heeresmacht der Chaldäer, die bei dem Obersten der Leibwache war, riss die Mauern Jerusalems nieder.11Das Volk aber, das übrig war in der Stadt, und die zum König von Babel abgefallen waren und was übrig war von den Werkleuten, führte Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, weg;12aber von den Geringen im Lande ließ der Oberste der Leibwache Weingärtner und Ackerleute zurück.13Die ehernen Säulen am Hause des HERRN und die Gestelle und das eherne Meer, das am Hause des HERRN war, zerbrachen die Chaldäer und brachten die Bronze nach Babel. (Jer 27,19)14Und die Töpfe, Schaufeln, Messer, Löffel und alle ehernen Gefäße, die man beim Opfer brauchte, nahmen sie weg.15Dazu nahm der Oberste der Leibwache die Pfannen und Schalen, alles, was golden und silbern war,16die beiden Säulen, das Meer und die Gestelle, die Salomo gemacht hatte für das Haus des HERRN. Die Bronze aller dieser Gefäße aber war nicht zu wägen. (1Kön 7,47)17Achtzehn Ellen hoch war eine Säule, und ihr Knauf darauf war auch aus Bronze und drei Ellen hoch, und Gitterwerk und Granatäpfel an dem Knauf umher, alles war aus Bronze. Genauso war auch die andere Säule mit ihrem Gitterwerk.18Und der Oberste der Leibwache nahm den obersten Priester Seraja und Zefanja, den zweitobersten Priester, und die drei Hüter an der Schwelle19und aus der Stadt einen Kämmerer, der über die Kriegsmänner gesetzt war, und fünf Männer, die stets vor dem König waren, die sich in der Stadt fanden, und den Schreiber des Feldhauptmanns, der das Volk des Landes zum Heer aufbot, und sechzig Mann vom Volk des Landes, die in der Stadt sich fanden, –20diese nahm Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, und brachte sie zum König von Babel nach Ribla.21Und der König von Babel schlug sie tot in Ribla im Lande Hamat. So wurde Juda weggeführt aus seinem Lande.
Gedalja als Statthalter
22Aber über das Volk, das übrig war im Lande Juda, das Nebukadnezar, der König von Babel, übrig gelassen hatte, setzte er Gedalja, den Sohn Ahikams, des Sohnes Schafans. (Jer 40,5)23Als nun alle Hauptleute des Kriegsvolkes und ihre Männer hörten, dass der König von Babel Gedalja eingesetzt hatte, kamen sie zu Gedalja nach Mizpa, nämlich Jischmael, der Sohn Netanjas, und Johanan, der Sohn Kareachs, und Seraja, der Sohn Tanhumets, der Netofatiter, und Jaasanja, der Sohn des Maachatiters, samt ihren Männern.24Und Gedalja schwor ihnen und ihren Männern und sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht, den Chaldäern untertan zu sein; bleibt im Lande und seid dem König von Babel untertan, so wird’s euch wohlgehen.25Aber im siebenten Monat kam Jischmael, der Sohn Netanjas, des Sohnes Elischamas, von königlichem Geschlecht, und zehn Männer mit ihm und schlugen Gedalja tot, dazu die Judäer und Chaldäer, die bei ihm waren in Mizpa.26Da machte sich auf das ganze Volk, Klein und Groß, und die Obersten des Kriegsvolkes und zogen nach Ägypten; denn sie fürchteten sich vor den Chaldäern. (5Mo 28,68)
Jojachin wird begnadigt
27Aber im siebenunddreißigsten Jahr, nachdem Jojachin, der König von Juda, weggeführt war, am siebenundzwanzigsten Tage des zwölften Monats erhob Ewil-Merodach, der König von Babel, im Jahr, da er König wurde, das Haupt Jojachins, des Königs von Juda, und entließ ihn aus dem Kerker (2Kön 24,15; Jer 52,31)28und redete freundlich mit ihm und setzte seinen Sitz über die Sitze der Könige, die bei ihm waren zu Babel.29Und Jojachin legte die Kleider seiner Gefangenschaft ab, und er aß alle Tage bei dem König sein Leben lang.30Und was er zum Leben brauchte, wurde ihm als ständiger Unterhalt vom König von Babel gegeben, Tag für Tag sein ganzes Leben lang.
2.Könige 25
Neue evangelistische Übersetzung
von Karl-Heinz Vanheiden1Daraufhin zog Nebukadnezzar erneut mit einem Heer gegen Jerusalem und ließ einen Belagerungswall rings um die Stadt aufschütten. Die Belagerung begann im neunten Regierungsjahr Zidkijas, am 10. Januar,[1]2und dauerte bis ins elfte Regierungsjahr Zidkijas.[2]3Zuletzt hatte der Hunger in der Stadt überhandgenommen. Für das einfache Volk war nichts mehr zu essen da. Am 9. Juli[3] (Jer 37,5)4wurde eine Bresche in die Stadtmauer geschlagen. In der Nacht darauf floh der König mit seinen Soldaten durch den Torweg zwischen den beiden Mauern am Königsgarten und durchbrach den Belagerungsring. Er versuchte, in Richtung der Araba[4] zu entkommen.5Doch die chaldäischen Truppen nahmen die Verfolgung auf und holten Zidkija in der Araba bei Jericho[5] ein. Sein Heer ließ ihn im Stich und zerstreute sich.6Die Chaldäer nahmen den König gefangen und brachten ihn nach Ribla vor den König von Babylon, der das Urteil über ihn sprach. (2Kön 23,33)7Zidkija musste zusehen, wie seine Söhne abgeschlachtet wurden; dann stach man ihm die Augen aus und brachte ihn in Ketten nach Babylon.
Die Zerstörung Jerusalems
8Es war das 19. Regierungsjahr des Königs Nebukadnezzar von Babylon. Am 7. August[6] traf Nebusaradan, der Befehlshaber der königlichen Leibwache, einer der engsten Vertrauten des Königs, in Jerusalem ein.9Er ließ den Tempel Jahwes, den Königspalast und alle großen Häuser niederbrennen.10Seine Truppen zerstörten auch die ganze Stadtmauer.11Dann ließ Nebusaradan den Rest der Einwohner und alle, die zum König von Babel übergelaufen waren, gefangen nehmen und in die Verbannung führen.12Nur einige Leute vom einfachen Volk ließ er zurück, um die Äcker und Weinberge zu bestellen.13Die Chaldäer zertrümmerten die beiden Bronzesäulen, die vor dem Haus Jahwes standen, ebenso die Kesselwagen und das bronzene „Meer“ und schafften das Metall nach Babylon. (2Kön 16,17)14Sie nahmen auch die Töpfe und Schaufeln, die Messer, die Schalen und alle anderen Bronzegegenstände mit, die für den Tempeldienst gebraucht worden waren.15Auch die Feuerpfannen und Sprengschalen, überhaupt alles, was aus reinem Gold und Silber war, nahm der Befehlshaber der Leibwache mit.16Für die beiden Säulen, das „Meer“ und die Kesselwagen im Haus Jahwes hatte Salomo eine ungeheure Menge Bronze verarbeitet.17Jede der Säulen war neun Meter hoch, und auf jeder ruhte ein Kapitell von anderthalb Meter Höhe,[7] das ringsum mit einem Gitterwerk und mit Granatäpfeln verziert war, alles aus Bronze.18Der Befehlshaber der Leibwache ließ den obersten Priester Seraja festnehmen, dazu seinen Stellvertreter Zefanja und die drei für die Torwache verantwortlichen Priester.19In der Stadt fanden sich noch der Hofbeamte, der für die Soldaten zuständig gewesen war, fünf Männer, die zu den Vertrauten des Königs gehört hatten, der Beamte, der für die Musterung des Heeres verantwortlich war, und 60 seiner Männer.20Nebusaradan, der Befehlshaber der Leibwache, brachte sie nach Ribla zum König von Babel.21Dieser ließ sie dort, in der Provinz Hamat, hinrichten. – So wurde das Volk von Juda in die Verbannung geführt.
Der Statthalter Gedalja
22Über den Rest der Bevölkerung von Juda, die Nebukadnezzar im Land übrig gelassen hatte, setzte er Gedalja Ben-Ahikam, den Enkel Schafans, als Statthalter ein.23Als nun die Truppenführer, die entkommen waren, davon erfuhren, kamen sie mit ihren Leuten zu Gedalja nach Mizpa.[8] Es waren Jischmaël Ben-Netanja, Johanan Ben-Kareach, Seraja Ben-Tanhumet aus Netofa und Jaasanja aus Maacha.24Gedalja versprach ihnen unter Eid: „Ihr müsst keine Angst vor den Chaldäern haben. Bleibt im Land und dient dem König von Babylon! Dann wird euch nichts geschehen.“25Doch im Oktober[9] kam Jischmaël Ben-Netanja wieder nach Mizpa. Er war der Enkel von Elischama und stammte aus der königlichen Familie und hatte zehn Männer mitgebracht. Sie töteten Gedalja und alle Judäer und Chaldäer, die bei ihm waren.26Daraufhin floh die ganze Bevölkerung Judas, Klein und Groß, mit den Truppenführern nach Ägypten, denn sie fürchteten die Rache der Chaldäer.
Jojachins Begnadigung
27In dem Jahr, als Ewil-Merodach König von Babylonien wurde, begnadigte er König Jojachin von Juda und holte ihn aus dem Gefängnis. Das geschah im 37. Jahr der Gefangenschaft Jojachins, am 27. März.[10]28Er behandelte ihn freundlich und gab ihm eine Ehrenstellung unter den Königen, die nach Babylon gebracht worden waren.29Jojachin durfte seine Gefängniskleidung ablegen und zeitlebens an der Tafel des Königs speisen.30Der König sorgte auch sonst für seinen Unterhalt. Bis zu seinem Lebensende bekam er täglich, was er brauchte.
2.Könige 25
Neue Genfer Übersetzung
von Genfer Bibelgesellschaft1Da zog Nebukadnezzar erneut mit seinem ganzen Heer nach Jerusalem, um die Stadt zu belagern. Seine Truppen schütteten einen Wall rings um Jerusalem auf. Die Belagerung begann im neunten Regierungsjahr Zedekias am zehnten Tag des zehnten Monats2und dauerte bis ins elfte Regierungsjahr Zedekias.3Zuletzt waren alle Vorräte aufgebraucht und in der ganzen Stadt war nichts Essbares mehr zu finden. Am dritten Tag des vierten Monats[1]4schlugen die Babylonier eine Bresche in die Mauer. In der Nacht darauf verließen König Zedekia und alle seine Kriegsleute die Stadt durch das Tor zwischen den Mauern am königlichen Garten. Es gelang ihnen, sich durch den feindlichen Belagerungsring zu schleichen und in Richtung Jordanebene zu fliehen.[2]5Doch die babylonischen Truppen verfolgten Zedekia und holten ihn in der Ebene von Jericho ein. Seine Kriegsleute liefen in alle Richtungen davon.6Die Babylonier nahmen Zedekia gefangen und brachten ihn zu König Nebukadnezzar nach Ribla. Dort wurde ihm das Urteil gesprochen:7Zedekia musste mit ansehen, wie seine Söhne grausam hingerichtet wurden. Dann blendete man ihm die Augen, legte ihn in Ketten und führte ihn weg nach Babylon.8Im neunzehnten Regierungsjahr des babylonischen Königs Nebukadnezzar, am siebten Tag des fünften Monats, traf Nebukadnezzars Bevollmächtigter Nebusaradan, der Befehlshaber seiner Leibwache, in Jerusalem ein.9Er brannte den Tempel und den königlichen Palast nieder, ebenso alle Wohnhäuser und alle größeren Gebäude der Stadt.10Danach rissen seine Truppen die Stadtmauern auf ihrer gesamten Länge ein.11Die übrig gebliebenen Einwohner Jerusalems – auch diejenigen, die zu den Babyloniern übergelaufen waren – sowie die restlichen Bürger Judas[3] führte er ins Exil ´nach Babylonien`.12Nur einige der ärmsten Landarbeiter ließ er zurück, damit sie die Weinberge und Äcker bestellten.13Die babylonischen Truppen zertrümmerten die bronzenen Säulen, die vor dem Tempel standen, ebenso die Gestelle ´für die fahrbaren Wasserbecken` und ´das große Bronzebecken, das man` das »Meer« ´nannte`. Das Metall nahmen sie mit nach Babylon,14genauso auch alle Töpfe, Ascheschaufeln, Schalen, Schüsseln und alle anderen bronzenen Gegenstände, die im Tempeldienst verwendet wurden.15Nebusaradan nahm auch die Räucherpfannen und die Becken ´zum Versprengen des Opferbluts` sowie alle anderen goldenen und silbernen Gegenstände ´aus dem Tempel` mit.16Für die beiden Säulen, das »Meer« und die Gestelle, die Salomo für den Tempel hatte anfertigen lassen, war so viel Bronze verwendet worden, dass man ihr Gewicht nicht bestimmen konnte.17Die beiden Säulen waren neun Meter[4] hoch und trugen je ein bronzenes Kapitell von eineinhalb Metern[5] Höhe.18Nebusaradan nahm den Hohenpriester Seraja und dessen Stellvertreter Zefanja fest sowie die drei Priester, die an den Tempeltoren Aufsicht führten.19In der Stadt ließ er außerdem einen hohen Truppenführer[6] verhaften, dazu fünf Männer aus dem königlichen Rat, die in Jerusalem geblieben waren, den Offizier[7], der für die Musterung des Heeres verantwortlich war, sowie sechzig führende Männer der Landbevölkerung, die sich gerade in der Hauptstadt aufhielten.20Sie alle brachte er zu König Nebukadnezzar nach Ribla21in der Provinz Hamat, und Nebukadnezzar ließ sie an Ort und Stelle hinrichten. So wurde die Bevölkerung von Juda aus ihrer Heimat ins Exil geführt.
Die Ermordung des Statthalters Gedalja
22König Nebukadnezzar setzte Gedalaja, den Sohn Ahikams und Enkel Schafans, ´als Statthalter` über den kleinen Rest der Bevölkerung, den er im Land Juda übrig gelassen hatte.23Die judäischen Truppenführer und Kriegsleute, ´die den Babyloniern entkommen waren`, hörten von Gedaljas Ernennung und kamen zu ihm nach Mizpa. Es handelte sich um Jischmael, den Sohn Netanjas, Johanan, den Sohn Kareachs, Seraja, den Sohn Tanhumets aus Netofa, und Jaasanja aus Maacha.24Gedalja sagte zu ihnen und ihren Männern: »Ich gebe euch mein Wort[8], dass ihr euch vor den babylonischen Beamten nicht zu fürchten braucht. Bleibt hier in Juda und unterwerft euch dem König von Babylonien, dann wird euch nichts geschehen.«25Doch im siebten Monat ´jenes Jahres` kam Jischmael, der Sohn Netanjas und Enkel Elischemas, ein Nachkomme der Königsfamilie, mit zehn Männern nach Mizpa. Sie töteten Gedalja und alle Judäer und Babylonier, die bei ihm waren.26Da flohen alle, die noch in Juda lebten, Groß und Klein[9], zusammen mit den ´restlichen` Truppenführern nach Ägypten, denn sie fürchteten die Rache der Babylonier.
Die Begnadigung Jojachins – ein Hoffnungsschimmer
27Im 37. Jahr nach König Jojachins Gefangennahme wurde Ewil-Merodach König von Babylonien. Im ersten Jahr seiner Regierung, am 27. Tag des zwölften Monats, begnadigte er Jojachin ´und entließ ihn` aus dem Gefängnis.28Ewil-Merodach behandelte ihn freundlich und gab ihm eine Ehrenstellung unter den Königen, die wie Jojachin nach Babylon gebracht worden waren.29Jojachin durfte seine Gefängniskleidung ablegen und an der königlichen Tafel speisen, solange er lebte.30´Auch` alles, was er ´darüber hinaus` für seinen Unterhalt brauchte, ließ der König ihm zeitlebens Tag für Tag liefern.