Psalm 35

Lutherbibel 2017

1 Von David. HERR, führe meine Sache gegen meine Widersacher, bekämpfe, die mich bekämpfen! 2 Ergreife Schild und Panzer und mache dich auf, mir zu helfen! 3 Zücke Speer und Lanze wider meine Verfolger! Sprich zu mir: Ich bin deine Hilfe! 4 Es sollen sich schämen und zum Spott werden, die mir nach dem Leben trachten; es sollen zurückweichen und zuschanden werden, die mein Unglück wollen. 5 Sie sollen werden wie Spreu vor dem Winde, und der Engel des HERRN stoße sie weg. 6 Ihr Weg soll finster und schlüpfrig werden, und der Engel des HERRN verfolge sie. 7 Denn ohne Grund haben sie mir ihr Netz gestellt, ohne Grund mir eine Grube gegraben. 8 Unversehens soll ihn Unheil überfallen; / sein Netz, das er gestellt hat, fange ihn selber, zum eigenen Unheil stürze er hinein. 9 Aber meine Seele soll sich freuen des HERRN und fröhlich sein über seine Hilfe. 10 Alle meine Gebeine sollen sagen: HERR, wer ist dir gleich? Der du den Elenden rettest / vor dem, der ihm zu stark ist, und den Elenden und Armen vor seinem Räuber. 11 Ruchlose Zeugen treten auf; sie werfen mir vor, wovon ich nichts weiß. 12 Sie vergelten mir Gutes mit Bösem, einsam bin ich und verlassen. 13 Ich aber zog einen Sack an, wenn sie krank waren, / quälte mich mit Fasten und betete mit gesenktem Haupt, 14 als wären sie mir Freund und Bruder. So ging ich einher, wie einer Leid trägt über seine Mutter, so beugte ich mich in Trauer. 15 Sie aber freuen sich, wenn ich wanke, und rotten sich zusammen; sie rotten sich heimlich zum Schlag wider mich, sie schmähen und hören nicht auf. 16 Sie lästern und spotten immerfort und knirschen mit ihren Zähnen wider mich. 17 Herr, wie lange willst du zusehen? Errette doch mein Leben vor ihrem Wüten, mein einziges Gut vor den jungen Löwen! 18 Ich will dir danken in großer Gemeinde; unter vielem Volk will ich dich rühmen. 19 Lass sich nicht über mich freuen, die mir zu Unrecht feind sind, noch mit den Augen spotten, die mich ohne Grund hassen! 20 Denn sie reden nicht, was dem Frieden dient, und ersinnen falsche Anklagen wider die Stillen im Lande. 21 Sie sperren das Maul weit auf wider mich und sprechen: »Da, da, wir sehen's mit eigenen Augen!« 22 HERR, du hast es gesehen, schweige nicht; HERR, sei nicht ferne von mir! 23 Wach auf, werde wach für mein Recht und meine Sache, mein Gott und Herr! 24 HERR, mein Gott, schaffe mir Recht nach deiner Gerechtigkeit, dass sie sich nicht über mich freuen. 25 Lass sie nicht sagen in ihrem Herzen: »Da! Das wollten wir.« Lass sie nicht sagen: »Wir haben ihn verschlungen.« 26 Sie sollen sich schämen und zuschanden werden, alle, die sich meines Unglücks freuen; sie sollen in Schmach und Schande sich kleiden, die sich wider mich rühmen. 27 Jubeln und freuen sollen sich, die Gefallen haben an meiner Gerechtigkeit, und immer sagen: Der HERR sei hochgelobt, der seinem Knecht so wohl will! 28 Und meine Zunge soll reden von deiner Gerechtigkeit und dich täglich preisen.

Psalm 35

Hoffnung für Alle

1 Von David. HERR, widersetze dich denen, die sich mir widersetzen! Bekämpfe alle, die mich bekämpfen! 2 Greif zu den Waffen und eile mir zu Hilfe! 3 Nimm den Speer und stell dich meinen Verfolgern in den Weg! Versprich mir, dass du mir beistehst! 4 Schimpf und Schande soll über alle kommen, die mich umbringen wollen! Sie, die Böses gegen mich planen, sollen bloßgestellt werden und fliehen! 5 Wie Spreu sollen sie vom Wind verweht werden, wenn der Engel des HERRN sie fortjagt. 6 Ihr Weg sei finster und glatt, wenn der Engel des HERRN sie verfolgt! 7 Ohne Grund haben sie mir eine Falle gestellt, ich habe ihnen doch nichts getan! 8 Darum breche das Verderben ohne Vorwarnung über sie herein! In ihre eigene Falle sollen sie laufen und darin umkommen! 9 Ich aber werde jubeln und mich freuen, weil der HERR eingreift und mir hilft. 10 Alle meine Glieder werden in das Lob einstimmen und sagen: »HERR, niemand ist wie du!« Du beschützt den Schwachen vor dem Starken und rettest den Armen und Wehrlosen vor dem Räuber. 11 Falsche Zeugen treten gegen mich auf und werfen mir Verbrechen vor, die ich nie begangen habe! 12 Was ich ihnen Gutes getan habe, zahlen sie mir mit Bösem heim. Ich bin einsam und verlassen. 13 Wenn einer von ihnen schwer krank war, zog ich Trauerkleidung an, fastete für ihn und betete mit gesenktem Kopf. 14 Ich verhielt mich so, als wäre er mein Bruder oder Freund. In tiefer Trauer ging ich umher – wie jemand, der um seine Mutter weint. 15 Jetzt aber ist das Unglück über mich hereingebrochen, und voll Schadenfreude laufen sie zusammen. Auch Leute, die ich nicht kenne, hergelaufenes Gesindel, ziehen pausenlos über mich her. 16 Zynische Spötter sind es, wie Hunde fletschen sie ihre Zähne gegen mich. 17 Herr, wie lange willst du noch untätig zusehen? Wie gereizte Löwen gehen sie auf mich los! Rette mich! Ich habe doch nur dieses eine Leben! 18 Dann will ich dir danken vor der ganzen Gemeinde, vor allem Volk will ich dich loben. 19 Meine Feinde, die mich ohne Grund hassen, sollen nicht länger über mich triumphieren! Ohne die geringste Ursache hassen sie mich und zwinkern einander vielsagend zu. 20 Was sie sagen, dient nicht dem Frieden, und gegen die Menschen, die ruhig und friedlich in diesem Land leben, erfinden sie falsche Anschuldigungen. 21 Sie reißen das Maul weit auf und rufen mir zu: »Haha! Da haben wir’s! Wir haben genau gesehen, was du getan hast!« 22 HERR, du siehst, was hier gespielt wird! Schweige nicht länger und bleib nicht fern von mir! 23 Greif doch endlich ein und verschaffe mir Recht! Mein Herr und mein Gott, setze du dich für mich ein! 24 Du bist ein gerechter Richter, darum sprich mich frei, HERR, mein Gott! Dann können sie nicht länger schadenfroh über mich lachen. 25 Niemals mehr sollen sie sagen können: »Ha, wir haben’s geschafft! Den haben wir fertiggemacht!« 26 All denen, die sich über mein Unglück freuen, soll ihr böser Plan misslingen. Diese Großmäuler – Schimpf und Schande soll über sie kommen! 27 Doch alle, die meinen Freispruch wünschen, sollen vor Freude jubeln und immer wieder sagen: »Der HERR ist groß! Er will, dass sein Diener in Frieden leben kann.« 28 Ich will immer davon reden, wie gerecht du bist und handelst. Tag für Tag will ich dich loben!

Psalm 35

Einheitsübersetzung 2016

1 Von David. Streite, HERR, gegen alle, die gegen mich streiten, bekämpfe alle, die mich bekämpfen! 2 Ergreife Schild und Waffen; steh auf, um mir zu helfen! 3 Schwing den Speer und die Lanze gegen meine Verfolger! Sag zu mir: Ich bin deine Hilfe! 4 In Schmach und Schande sollen fallen, die mir nach dem Leben trachten. Zurückweichen sollen und vor Scham erröten, die auf mein Unglück sinnen. 5 Sie sollen werden wie Spreu vor dem Wind; der Engel des HERRN stoße sie fort. 6 Ihr Weg soll finster und schlüpfrig sein; der Engel des HERRN verfolge sie. 7 Denn grundlos haben sie mir Grube und Netz versteckt, grundlos haben sie sie mir gegraben. 8 Unvermutet ereile ihn das Verderben; und sein Netz, das er gelegt hat, fange ihn, er falle ins Verderben. 9 Meine Seele aber wird jubeln über den HERRN und sich über seine Hilfe freuen. 10 Mit all meinen Gliedern will ich sagen: HERR, wer ist wie du? Du entreißt den Schwachen dem, der stärker ist, den Schwachen und Armen dem, der ihn ausraubt. 11 Da traten gewalttätige Zeugen auf. Sie fragen mich, was ich nicht weiß. 12 Sie vergelten mir Gutes mit Bösem; ich bin verlassen und einsam. [1] 13 Ich aber zog ein Bußkleid an, als sie erkrankten, und quälte mich ab mit Fasten. Nun kehre mein Gebet zurück in meine Brust. 14 Als wäre es ein Freund oder Bruder, so ging ich betrübt umher, wie man Leid trägt um die Mutter, trauernd und tief gebeugt. 15 Doch als ich stürzte, freuten sie sich und taten sich zusammen. Sie taten sich gegen mich zusammen wie Schläger, die ich nicht kenne. Sie zerrissen und gaben keine Ruhe. 16 Als ich hinkte, verhöhnten sie mich als Krüppel, knirschten gegen mich mit den Zähnen. [2] 17 HERR, wie lange noch wirst du das ansehn? Rette mein Leben vor ihrer Wut, mein einziges Gut vor den Löwen! 18 Ich will dir danken in großer Versammlung, vor zahlreichem Volk dich loben. 19 Über mich sollen die sich nicht freuen, die mich voll Lüge befeinden, nicht mit den Augen zwinkern, die mich grundlos hassen. 20 Denn was sie reden, dient nicht dem Frieden; gegen die Stillen im Land ersinnen sie listige Pläne. 21 Sie rissen den Mund gegen mich auf und sagten: Ha, dir geschieht recht! Wir haben es gesehen mit eigenen Augen. 22 Du hast es gesehen, HERR. So schweig doch nicht! HERR, bleib mir nicht fern! 23 Wach auf, tritt ein für mein Recht, erwache, mein Gott und mein HERR, um für mich zu streiten! 24 Verschaffe mir Recht nach deiner Gerechtigkeit, HERR, du mein Gott! Sie sollen sich über mich nicht freuen. 25 Lass sie nicht sagen in ihrem Herzen: Ha, das freut uns! Sie sollen nicht sagen: Wir haben ihn verschlungen. 26 In Schmach und Schande sollen alle fallen, die sich über mein Unglück freuen, in Schmach und Schimpf sollen sich kleiden, die gegen mich großtun. 27 Es sollen jubeln und sich freuen, die wünschen, dass ich im Recht bin. Sie sollen immer sagen: Groß ist der HERR, er hat Gefallen am Heil seines Knechts. 28 Meine Zunge soll von deiner Gerechtigkeit reden, alle Tage von deinem Lob.