Jeremia 20
Einheitsübersetzung 2016
von Katholisches BibelwerkFünfte Konfession des Propheten Jeremia
7 Du hast mich betört, o HERR, / und ich ließ mich betören; / du hast mich gepackt und überwältigt. Zum Gespött bin ich geworden den ganzen Tag, / ein jeder verhöhnt mich. 8 Ja, sooft ich rede, muss ich schreien, / Gewalt und Unterdrückung! muss ich rufen. Denn das Wort des HERRN bringt mir / den ganzen Tag nur Hohn und Spott. 9 Sagte ich aber: Ich will nicht mehr an ihn denken / und nicht mehr in seinem Namen sprechen!, so brannte in meinem Herzen ein Feuer, / eingeschlossen in meinen Gebeinen. Ich mühte mich, es auszuhalten, / vermochte es aber nicht. 10 Ich hörte die Verleumdung der Vielen: / Grauen ringsum! Zeigt ihn an! / Wir wollen ihn anzeigen. Meine nächsten Bekannten / warten alle darauf, dass ich stürze: Vielleicht lässt er sich betören, / dass wir ihn überwältigen und an ihm Rache nehmen können. 11 Doch der HERR steht mir bei wie ein gewaltiger Held. / Darum straucheln meine Verfolger und können nicht überwältigen. Sie werden schmählich zuschanden, da sie nichts erreichen, / in ewiger, unvergesslicher Schmach. 12 Aber der HERR der Heerscharen prüft den Gerechten, / er sieht Nieren und Herz. Ich werde deine Vergeltung an ihnen sehen; / denn dir habe ich meinen Rechtsstreit anvertraut.[1] (Jer 11,20) 13 Singt dem HERRN, rühmt den HERRN; / denn er rettet das Leben des Armen aus der Hand der Übeltäter. - 14 Verflucht der Tag, an dem ich geboren wurde; / der Tag, an dem meine Mutter mich gebar, sei nicht gesegnet. (Hi 3,1; Jer 15,10) 15 Verflucht der Mann, / der meinem Vater die frohe Kunde brachte: Ein Kind, ein Knabe ist dir geboren! / und ihn damit hoch erfreute. 16 Jener Mann gleiche den Städten, / die der HERR ohne Erbarmen zerstört hat. Er höre Zetergeschrei am Morgen / und Schreien am Mittag, 17 weil er mich nicht tötete im Mutterleib. / So wäre meine Mutter mir zum Grab geworden, / ihr Schoß auf ewig schwanger geblieben. 18 Warum denn kam ich hervor aus dem Mutterschoß? / Nur, um Mühsal und Kummer zu erleben / und meine Tage in Schande zu beenden?Jeremia 20
Zürcher Bibel
von Theologischer Verlag ZürichJeremias fünfte Klage
7 Du hast mich überredet, HERR, und ich habe mich überreden lassen; du bist stärker als ich, und du hast gewonnen; den ganzen Tag lang bin ich ein Gespött, jeder macht sich lustig über mich. (Jer 1,4; Jer 17,16) 8 Denn wenn immer ich rede, schreie ich auf. Gewalttat und Unterdrückung!, rufe ich. Denn den ganzen Tag lang gereicht mir das Wort des HERRN zu Hohn und Spott. (Jer 6,7; Jer 15,10) 9 Und wenn ich sage: Ich werde nicht an ihn denken und nicht mehr in seinem Namen sprechen!, dann wird es in meinem Herzen wie brennendes Feuer, eingeschlossen in meinem Gebein. Und ich habe mich abgemüht, es zu ertragen, und ich kann es nicht. (Jer 4,19; Jer 5,14) 10 Von vielen habe ich Gerede gehört: Grauen ringsum! Erstattet Bericht! Lasst uns Bericht erstatten! Alle, mit denen ich Frieden hielt, lauern auf meinen Fall: Vielleicht lässt er sich verleiten, dann wollen wir ihn überwältigen und unsere Rache an ihm nehmen! (Jer 1,3; Jer 1,19; Jer 6,25; Jer 18,18) 11 Der HERR aber ist bei mir, wie ein mächtiger Held, deshalb werden meine Verfolger straucheln, und sie können nicht gewinnen. In tiefer Schande stehen sie da und ohne Erfolg! Eine ewige Schmach, sie wird nicht vergessen werden! (Jer 14,9; Jer 32,18) 12 Der HERR der Heerscharen aber prüft den Gerechten, er sieht Nieren und Herz. Deine Rache an ihnen werde ich sehen, denn dir habe ich meinen Rechtsstreit anvertraut. (Jer 11,20; Jer 17,10) 13 Singt dem HERRN, lobt den HERRN, denn aus der Hand der Übeltäter hat er das Leben des Armen gerettet. (Jer 15,21) 14 Verflucht ist der Tag, an dem ich geboren wurde; der Tag, an dem meine Mutter mich geboren hat, er sei nicht gesegnet. (Hi 3,3; Jer 15,10; Jer 20,17) 15 Verflucht ist der Mann, der meinem Vater die Botschaft brachte: Ein Sohn ist dir geboren worden! Wie glücklich hat er ihn gemacht! 16 Und jener Mann soll sein wie die Städte, die der HERR umgestürzt und deren er sich nicht erbarmt hat. Dann wird er Schreie hören am Morgen und Kriegslärm zur Mittagszeit. (Jer 49,18) 17 Denn er hat mir nicht den Todesstoss gegeben im Mutterleib, und meine Mutter wurde nicht mein Grab, und ihr Leib blieb nicht schwanger für immer. (Hi 3,11) 18 Warum nur kam ich aus dem Mutterleib? Um Mühsal zu sehen und Qual? In Schande sind meine Tage vergangen. (Hi 3,10; Hi 10,18)Jeremia 20
Neue Genfer Übersetzung
von Genfer BibelgesellschaftDas Kapitel ist in dieser Übersetzung nicht verfügbar.