2.Makkabäer 3
Elberfelder Bibel
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2.Makkabäer 3
Hoffnung für alle
von BiblicaDas Kapitel ist in dieser Übersetzung nicht verfügbar.
2.Makkabäer 3
Schlachter 2000
von Genfer BibelgesellschaftDas Kapitel ist in dieser Übersetzung nicht verfügbar.
2.Makkabäer 3
Zürcher Bibel
von Theologischer Verlag ZürichHeliodors Angriff und Niederlage
1 Während die heilige Stadt in ungestörtem Frieden bewohnt war und die Weisungen aufs Schönste eingehalten wurden - wegen der Frömmigkeit des Onias, des Hohepriesters, und seines Hasses auf die Bosheit -, 2 trug es sich zu, dass auch die Könige den Ort ehrten und das Heiligtum mit den erlesensten Geschenken würdigten, 3 so dass sogar Seleukos, der König der Asia, aus seinen eigenen Einkünften alle für den Opferdienst anfallenden Kosten bestritt. 4 Ein gewisser Simon aber, vom Stamm Balgea, der zum Vorsteher des Heiligtums eingesetzt worden war, hatte einen Streit mit dem Hohepriester über die Marktordnung der Stadt. 5 Und da er gegen Onias nicht gewinnen konnte, ging er zu Apollonius, dem Sohn des Tharseas, der zu jener Zeit Heerführer von Koile-Syrien und Phönizien war, 6 und er machte Meldung darüber, dass die Schatzkammer in Jerusalem voll sei von unsagbaren Vermögen, so dass die Geldmenge nicht zu zählen sei, und dass diese nicht der Begleichung der Rechnung für die Opfer zugute kämen, sondern dass es möglich sei, dass sie in den Zuständigkeitsbereich des Königs fielen. 7 Als aber Apollonius mit dem König zusammenkam, setzte er ihn in Kenntnis über die ihm angezeigten Vermögen. Dieser aber bestimmte den für die Angelegenheiten zuständigen Heliodor und sandte ihn mit Aufträgen, dafür zu sorgen, dass die erwähnten Vermögen weggeschafft würden. 8 Heliodor aber machte sich umgehend auf den Weg, dem Schein nach, als würde er die Städte von Koile-Syrien und Phönizien besuchen, tatsächlich aber, um die Vorgabe des Königs umzusetzen. 9 Als er aber in Jerusalem angekommen und vom Hohepriester der Stadt freundlich empfangen worden war, legte er ihm die Anzeige vor, die man gemacht hatte, und brachte zur Kenntnis, aus welchem Grund er da war. Er wollte aber in Erfahrung bringen, ob dies so den Tatsachen entsprach. 10 Der Hohepriester aber gab zu verstehen, dass es anvertraute Vermögen von Witwen und Waisen seien, 11 einiges aber auch Hyrkan gehöre, dem Sohn des Tobias, einem Mann, der sich in sehr hoher Stellung befinde - es war nicht so, wie der gottlose Simon es verleumderisch dargestellt hatte. Das alles belaufe sich aber auf 400 Talent an Silber, an Gold aber auf 200. 12 Dass aber denen Unrecht getan werde, die auf die Heiligkeit der Stätte vertraut hatten und auf die Ehrwür digkeit des in der ganzen Welt geehrten Heiligtums und auf die Unverletzbarkeit, das sei in keiner Weise vorstellbar. 13 Der andere aber sagte, der königlichen Aufträge wegen, die er hatte, dies sei vollständig für die königlichen Belange zu beschlagnahmen. 14 Er setzte aber einen Tag fest und ging dann hinein, um die Untersuchung dieser Angelegenheiten in die Wege zu leiten. Es herrschte aber eine nicht unerhebliche Unruhe in der ganzen Stadt. 15 Die Priester aber warfen sich in ihren priesterlichen Gewändern vor dem Altar nieder und riefen zum Himmel empor zu dem, der die Weisung über das Anvertraute erlassen hatte, er möge es denen, die es zu Verwahrung anvertraut hatten, unversehrt bewahren. 16 Es war aber so: Wer die äussere Erscheinung des Hohepriesters sah, dem brach es das Herz. Denn das Gesicht zeigte auch mit seiner veränderten Farbe die Unruhe in der Seele. 17 Denn Angst war über den Mann gekommen und körperliches Zittern, wodurch für die, die ihn sahen, deutlich war, dass sich der Schmerz im Herzen festgesetzt hatte. 18 Die Menschen aber rannten in Scharen aus den Häusern nach draussen, wo das ganze Volk um Schutz flehte, denn der Ort war im Begriff, in Schmach zu geraten. 19 Die Frauen aber, Trauergewänder unter den Brüsten gegürtet, füllten die Strassen. Von den Jungfrauen aber, die eingeschlossen lebten, liefen die einen bei den Toren zusammen, die anderen aber bei den Mauern, und einige streckten die Köpfe aus den Fenstern.[1] 20 Alle aber streckten ihre Hände zum Himmel und brachten die Bitte vor. 21 Erbarmungswürdig aber war, wie die Menge sich bunt gemischt niederwarf und wie besorgt der überaus unruhige Hohepriester war. 22 Zwar riefen sie nun den allmächtigen Herrn an, das, was anvertraut war, denen, die es anvertraut hatten, unversehrt in aller Sicherheit zu bewahren. 23 Heliodor aber führte aus, was beschlossen worden war. 24 Als er aber mit den Leibwachen schon bei der Schatzkammer war, bewirkte der Machthaber über die Geister und über jede verliehene Macht ebendort eine so grosse Erscheinung, dass alle, die es gewagt hatten, ihn zu begleiten, in Schrecken gerieten über die Macht Gottes und Kraft und Mut verloren. 25 Denn es erschien ihnen ein Pferd mit einem furchterregenden Reiter und ausgestattet mit schönstem Geschirr. Es raste aber ungestüm dahin und trat mit den Vorderhufen auf Heliodor ein. Der aber darauf sass, erschien in einer Rüstung aus Gold. 26 Weiter erschienen vor ihm zwei junge Männer von ausserordentlicher Stärke, überaus schön im Glanz und hervorstechend in der Kleidung; sie standen zu seinen beiden Seiten, peitschten ihn unablässig aus und fügten ihm viele Schläge zu. 27 Als er unversehens zu Boden fiel und tiefe Dunkelheit ihn umgab, ergriff man ihn sogleich und legte ihn in eine Sänfte, 28 ihn, der eben erst mit viel Gefolge und der gesamten Leibgarde in die zuvor erwähnte Schatzkammer gekommen war; man trug ihn, der trotz seiner Waffen hilflos geworden war, denn offensichtlich hatte er die Herrschermacht Gottes erkannt. 29 Und des göttlichen Wirkens wegen sprachlos und jeder Hoffnung und jeder Möglichkeit auf Rettung beraubt lag er da, 30 sie aber priesen den Herrn, der für seine Stätte wunderbar handelte. Und das Heiligtum, kurz zuvor noch voller Angst und Bestürzung, war erfüllt von Frohmut und Freude, denn der allmächtige Herr war erschienen. 31 Einige der Vertrauten Heliodors verlangten aber sogleich von Onias, den Höchsten anzurufen, und dem das Leben zu schenken, der, ganz und gar am Ende, in den letzten Atemzügen lag. 32 Da der Hohepriester aber mittlerweile befürchtete, der König könnte zur Auffassung gelangen, an Heliodor sei von Seiten der Juden etwas Schlimmes verübt worden, brachte er ein Opfer dar für die Rettung des Mannes. 33 Aber während der Hohepriester das Sündopfer vollzog, erschienen Heliodor nochmals dieselben jungen Männer, in dieselben Gewänder gekleidet, und als sie dastanden, sprachen sie: Sei Onias, dem Hohepriester, überaus dankbar, denn seinetwegen hat der Herr dir das Leben geschenkt! 34 Du aber, vom Himmel her ausgepeitscht, verkünde allen die erhabene Herrschermacht Gottes! Kaum aber, dass sie dies gesagt hatten, waren sie verschwunden. 35 Heliodor aber brachte dem Herrn ein Opfer dar und legte dem, der ihm das Leben erhalten hatte, grösste Gelübde ab, und nachdem er Onias empfangen hatte, zog er mit seinem Heer zurück zum König. 36 Er bezeugte aber allen, was er eben mit eigenen Augen geschaut hatte - die Taten des grössten Gottes! 37 Als aber der König Heliodor befragte, was für ein Mensch geeignet sei, noch einmal nach Jerusalem gesandt zu werden, sagte er: 38 Wenn du jemanden hast, der dir feindlich gesinnt ist oder eine Verschwörung plant, sende ihn dorthin, und du wirst ihn ausgepeitscht zurückerhalten - wenngleich er durchkommt -, denn rund um die Stätte ist wahrhaftig eine Macht Gottes![2] 39 Denn er, der seine Wohnung im Himmel hat, ist Wächter und Helfer jener Stätte, und die, die heranziehen, um Böses zu tun, schlägt und vernichtet er. 40 Und das waren die Ereignisse um Heliodor und um die Bewahrung der Schatzkammer - so hat es sich abgespielt.2.Makkabäer 3
Neue Genfer Übersetzung
von Genfer BibelgesellschaftDas Kapitel ist in dieser Übersetzung nicht verfügbar.
2.Makkabäer 3
Gute Nachricht Bibel 2018
von Deutsche BibelgesellschaftDer Verrat Simeons am Tempel
1 Unter dem Obersten Priester Onias[1] herrschten in der heiligen Stadt Jerusalem Frieden und Wohlstand. Die Bürger hielten sich genau an die Gesetze, weil auch Onias selbst den Herrn ernst nahm und alles Unrecht hasste. 2 Immer wieder kam es vor, dass sogar Könige den Tempel ehrten und ihn mit den kostbarsten Geschenken bedachten. (Ps 68,30) 3 Seleukus,[2] der König von Vorderasien, bestritt sogar aus seinen Einkünften alle Kosten für den Opferdienst im Tempel. 4 Die Verwaltung des Tempels lag jedoch damals in den Händen eines gewissen Simeon, eines Nachfahren von Bilga. Dieser Simeon zerstritt sich mit Onias über Fragen der städtischen Marktordnung. (1Chr 24,5; Neh 12,2; Neh 12,12) 5 Da er sich gegen den Obersten Priester nicht durchsetzen konnte, wandte er sich an Apollonius, den Sohn von Thraseas, der damals Oberbefehlshaber in Zölesyrien und Phönizien war. 6 Er erzählte ihm, der Tempelschatz in Jerusalem sei unvorstellbar reich; das Geld sei gar nicht zu zählen. Da das wenigste davon für die Beschaffung der Opfer gebraucht würde, könnte man es ohne Weiteres der Verfügungsgewalt des Königs unterstellen.Heliodor in Jerusalem
7 Als Apollonius mit dem König zusammentraf, berichtete er ihm von dem Geld, von dem Simeon ihm erzählt hatte. Darauf gab der König seinem Kanzler Heliodor den Auftrag, nach Jerusalem zu gehen und sich das Geld aushändigen zu lassen. 8 Heliodor machte sich sofort auf den Weg. Er tat so, als wolle er die Städte in Zölesyrien und Phönizien inspizieren, in Wirklichkeit aber ging es ihm nur darum, den Auftrag des Königs auszuführen. 9 Als er nach Jerusalem kam, wurde er vom Obersten Priester und den Bürgern der Stadt freundlich empfangen. Doch dann kam er auf den Grund seines Besuches zu sprechen und wollte wissen, ob die Angaben über den Tempelschatz zutreffend seien. 10 Der Oberste Priester erklärte darauf, bei dem Geld handle es sich um Beträge, die Witwen und Waisen dort für sich hinterlegt hätten, 11 zum Teil auch um Einlagen von Hyrkanus, dem Sohn Tobijas, einem hochgestellten und einflussreichen Mann. Die Angaben des ruchlosen Simeon seien eine freche Lüge und die gesamte Summe betrage nur 40 Zentner Silber und 200 Zentner Gold. 12 Dieses Geld herauszugeben sei ganz und gar unmöglich; es wäre ein schweres Unrecht gegenüber den Menschen, die es im Vertrauen auf die Heiligkeit des Ortes und die Würde und Unantastbarkeit des weltberühmten Heiligtums im Tempel hinterlegt hätten. 13 Heliodor aber berief sich auf den Befehl des Königs und bestand darauf, dass die Gelder dem königlichen Schatz zuzuführen seien.Das Volk von Jerusalem betet
14 Dann setzte er einen Termin fest und erschien im Tempel, um sich einen Überblick über die vorhandenen Gelder zu verschaffen. Große Unruhe befiel alle Menschen in der Stadt. 15 Die Priester warfen sich in ihren Priesterkleidern vor dem Altar nieder und riefen zu Gott, er möge für die Sicherheit des Geldes sorgen, das im Tempel hinterlegt worden sei; denn er selbst habe doch das Gesetz über anvertrautes Gut gegeben. (2Mo 22,6) 16 Wer den Obersten Priester sah, war tief erschüttert: Er war ganz bleich im Gesicht und an seinen Zügen war abzulesen, wie der Schmerz in ihm tobte. 17 Er zitterte am ganzen Leib vor Angst und Sorge und alle konnten erkennen, was er in seinem Herzen litt. 18 Scharenweise stürzten die Leute aus den Häusern und versammelten sich zum öffentlichen Gebet, um den Schaden abzuwenden, der dem Ansehen des Tempels drohte. 19 Frauen mit dem Sack bekleidet, die Brust entblößt, füllten die Straßen; die jungen Mädchen, die von ihren Eltern im Haus festgehalten wurden, liefen an die Tür oder zum Fenster oder an die Hofmauer. 20 Sie alle streckten ihre Hände zum Himmel aus und flehten zu Gott um Hilfe. 21 Es war zum Erbarmen, wie das Volk sich wild durcheinander zum Gebet niederwarf und der Oberste Priester von Angst und Sorge gequält wurde.Gott beschützt seinen Tempel
22 Während das Volk von Jerusalem Gott, den Herrscher der Welt, anflehte, er möge das Geld schützen, das im Tempel hinterlegt worden war, 23 machte Heliodor sich ans Werk und wollte sein Vorhaben ausführen. 24 Schon stand er mit seinen Leibwächtern in der Schatzkammer, da ließ ihn der Herr aller Geister und Gewalten eine schreckenerregende Erscheinung sehen. Heliodor und alle, die es gewagt hatten, mit ihm die Kammer zu betreten, bekamen die Macht Gottes auf eine Weise zu spüren, dass sie vor Angst wie gelähmt dastanden. 25 Sie sahen ein Pferd, mit herrlichem Geschirr geschmückt, und auf ihm einen Reiter in goldener Rüstung, dessen Anblick Furcht und Schrecken einflößte. Das Pferd stürmte auf Heliodor los, bäumte sich vor ihm auf und schlug mit seinen Vorderhufen auf ihn ein. (2Mak 2,21) 26 Zugleich erschienen zwei junge Männer in strahlendem Gewand und von ungewöhnlicher Kraft und Schönheit. Sie traten, der eine von rechts, der andere von links, an Heliodor heran und peitschten ihn unbarmherzig aus. 27 Heliodor stürzte zu Boden und sah sich plötzlich in tiefe Finsternis versetzt. Man hob ihn auf, legte ihn auf eine Bahre 28 und trug ihn hinaus. Er, der soeben erst mit großem Gefolge und mit seiner ganzen Leibgarde in die Schatzkammer eingedrungen war, wurde nun, hilflos mit all seinen Waffen,[3] hinausgetragen, nachdem Gott ihm seine Macht sichtbar gezeigt hatte. 29 Da lag er nun also, hingestreckt durch Gottes Eingreifen; er konnte nicht mehr reden und es bestand keine Hoffnung, dass er mit dem Leben davonkommen würde. 30 Das Volk von Jerusalem aber pries den Herrn, weil er seinen Tempel auf so wunderbare Weise geschützt hatte. Eben waren im Tempel noch alle voller Angst und Verwirrung gewesen, jetzt jubelten sie in überschwänglicher Freude: Der Herrscher der ganzen Welt hatte offen seine Macht gezeigt.Onias betet für Heliodor
31 Während Heliodor in den letzten Zügen lag, baten einige seiner Freunde den Obersten Priester Onias, er möge doch für ihn zum höchsten Gott beten und ihm das Leben retten. 32 Onias hatte Angst, der König könnte denken, die Juden hätten Heliodor umgebracht. Deshalb brachte er Gott ein Opfer und betete für Heliodor. 33 Während der Oberste Priester das Sühneopfer vollzog, sah Heliodor wieder dieselben jungen Männer mit dem strahlenden Gewand, die ihm in der Schatzkammer des Tempels erschienen waren. Sie sagten zu ihm: »Du bist dem Obersten Priester Onias großen Dank schuldig; um seinetwillen schenkt der Herr dir das Leben! 34 Und nachdem du vom Himmel herab ausgepeitscht wurdest, verkünde jetzt allen Menschen, wie groß und mächtig Gott ist!« Nach diesen Worten verschwanden sie wieder.Heliodor verkündet die Macht Gottes
35 Heliodor ließ nun auch seinerseits dem Herrn ein Opfer darbringen und gelobte, ihm reiche Geschenke zu machen, weil er ihm das Leben geschenkt hatte. Danach verabschiedete sich Heliodor von Onias und kehrte mit seinem Gefolge zum König zurück. 36 Überall verkündete er, was der Herr, der größte aller Götter, getan hatte und was er ihn mit eigenen Augen sehen ließ. 37 Als der König ihn fragte, wen er denn jetzt noch nach Jerusalem schicken könnte, gab Heliodor zur Antwort: 38 »Wenn du einen Feind hast oder einen Mann weißt, der dir die Herrschaft streitig machen möchte, dann schick ihn hin! Er wird ausgepeitscht zu dir zurückkommen – wenn er überhaupt am Leben bleibt; denn wahrhaftig: An jener Stätte wirkt eine gewaltige göttliche Macht. 39 Der Gott, der im Himmel seine Wohnung hat, wacht über diesen Tempel und schützt ihn und er bringt jeden um, der in böser Absicht dorthin kommt.« 40 So also erging es Heliodor und so wurde der Tempelschatz vor Plünderung bewahrt.2.Makkabäer 3
Einheitsübersetzung 2016
von Katholisches BibelwerkGÖTTLICHES GERICHT ÜBER DEN TEMPELSCHÄNDER HELIODOR
1 Die Bewohner der Heiligen Stadt lebten in tiefem Frieden und hielten die Gesetze aufs Schönste; denn der Hohepriester Onias war ein frommer Mann und hasste alles Böse.[1] 2 Es kam sogar vor, dass selbst die Könige den Ort ehrten und den Tempel durch kostbarste Weihegaben berühmt machten. 3 So bestritt auch Seleukus, der König von Asien, aus seinen eigenen Einkünften alle Aufwendungen, die für den Opferdienst entstanden. 4 Ein gewisser Simeon aus dem Stamm Benjamin war als Tempelvorsteher eingesetzt worden. Er überwarf sich mit dem Hohepriester wegen der Marktordnung in der Stadt. 5 Weil er sich gegen Onias nicht durchsetzen konnte, ging er zu Apollonius, dem Sohn des Tharseas, der damals Befehlshaber in Koilesyrien und Phönizien war. 6 Er erzählte ihm, der Tempelschatz in Jerusalem sei voll von unvorstellbaren Reichtümern; unzählbar sei die Menge des Geldes. Sie stehe in keinem Verhältnis zu dem, was man für die Opfer aufwenden müsse, und lasse sich leicht für den König beschlagnahmen. 7 Als Apollonius mit dem König zusammentraf, berichtete er, was man ihm über die Gelder hinterbracht hatte. Der aber bestimmte seinen Kanzler Heliodor und sandte ihn mit dem Auftrag, sich die erwähnten Gelder ausliefern zu lassen. 8 Heliodor machte sich sofort auf die Reise, angeblich um die Städte in Koilesyrien und Phönizien zu besuchen, in Wirklichkeit jedoch, um das Vorhaben des Königs auszuführen. 9 Als er nach Jerusalem kam, wurde er vom Hohepriester der Stadt freundlich empfangen. Da gab er bekannt, welche Anzeige gemacht worden sei, und teilte den wahren Grund seiner Anwesenheit mit. Er fragte, ob sich die Sache in Wahrheit so verhalte. 10 Der Hohepriester erklärte ihm, es handle sich um hinterlegtes Gut von Witwen und Waisen; 11 ein Teil gehöre auch Hyrkanus, dem Sohn des Tobija, einem Mann von höchstem Ansehen, nicht wie der ruchlose Simeon gelogen hatte. - Alles zusammen belaufe sich nur auf vierhundert Talente Silber und zweihundert Talente Gold. 12 Man dürfe aber doch denen nicht Unrecht tun, die ihr Vertrauen auf die Heiligkeit des Ortes und auf die Würde und Unantastbarkeit des auf der ganzen Welt verehrten Heiligtums gesetzt hätten. 13 Der andere aber erklärte aufgrund der königlichen Befehle, dass dies alles für die königliche Schatzkammer zu beschlagnahmen sei. 14 Am festgesetzten Tag schickte er sich an hineinzugehen, um eine Untersuchung der Schätze anzustellen. Da geriet die ganze Stadt in nicht geringe Bestürzung. 15 Die Priester warfen sich in ihren heiligen Gewändern vor dem Altar nieder und riefen den Himmel an: Er habe die Hinterlegung von Geld durch Gesetze geordnet; so solle er es jetzt denen, die es hinterlegt hatten, unversehrt bewahren. 16 Wer aber die Gestalt des Hohepriesters sah, dem blutete das Herz. Wie er aussah und wie sein Gesicht sich verfärbt hatte, verriet seine innere Qual. 17 Denn Furcht und Zittern hatten den Mann befallen und er bebte am ganzen Leib. Allen, die ihn sahen, wurde der Schmerz seines Herzens offenbar. 18 Die Leute stürzten in Scharen aus den Häusern heraus zum öffentlichen Gebet, da dem heiligen Ort Schande drohte. 19 Die Frauen zogen Trauerkleider an, die die Brüste freiließen, und drängten sich auf die Straßen. Von den jungen Mädchen aber, die man sonst eingeschlossen hielt, liefen die einen an die Tore, andere auf die Mauern, einige aber beugten sich aus den Fenstern heraus. 20 Sie alle streckten die Hände zum Himmel empor in inständigem Bittgebet. 21 Es war zum Erbarmen, wie die Menge sich in heillosem Durcheinander zu Boden warf und wie der Hohepriester sich in Erwartung des Kommenden furchtbar ängstigte. 22 So riefen sie den allmächtigen Herrn an, er möge das anvertraute Gut denen, die es anvertraut hatten, unversehrt und ganz sicher bewahren. 23 Heliodor jedoch machte sich daran, seinen Entschluss auszuführen. 24 Schon stand er mit der Leibwache an der Schatzkammer. Da ließ der Herr der Geister und aller Macht eine gewaltige Erscheinung sichtbar werden. Alle, die ihn frech begleitet hatten, erschraken vor Gottes Macht; vor Angst verließen sie ihre Kräfte. 25 Denn es erschien ihnen ein Pferd mit einem schrecklichen Reiter darauf; das Pferd war mit prächtigstem Geschirr geschmückt. Es stürmte wild auf Heliodor ein und traf ihn mit den Vorderhufen. Sein Reiter aber erschien in goldener Rüstung. 26 Noch zwei andere junge Männer erschienen, voll gewaltiger Kraft, in strahlender Schönheit und herrlich gekleidet. Sie traten auf Heliodor zu und peitschten von beiden Seiten auf ihn ein; pausenlos schlugen sie mit vielen Hieben auf ihn ein. 27 Da stürzte er zu Boden und es wurde ihm schwarz vor den Augen. Man hob ihn auf und legte ihn auf eine Bahre. 28 Eben noch war er mit großem Gefolge und der ganzen Leibwache in die genannte Schatzkammer eingetreten; nun trug man ihn hilflos hinaus. Deutlich hatte man Gottes Herrschermacht erkannt. 29 So lag er da, durch Gottes Macht gestürzt, der Sprache beraubt, ohne jede Hoffnung auf Rettung. 30 Die Juden aber priesen den Herrn, der an seinem Ort so wunderbar seine Herrlichkeit gezeigt hatte; und das Heiligtum, eben noch voll von Angst und Verwirrung, war erfüllt von Freude und Jubel; denn der allmächtige Herr hatte sich offenbart. 31 Sehr bald aber baten einige Vertraute Heliodors den Onias, er möge doch den Höchsten anrufen und so dem das Leben schenken, der in den letzten Zügen lag. 32 Aus Sorge, der König könne der Meinung verfallen, Heliodor sei einem hinterhältigen Anschlag der Juden zum Opfer gefallen, brachte der Hohepriester ein Opfer dar, damit der Mann wieder gesund würde. 33 Während der Hohepriester noch mit dem Versöhnungsopfer beschäftigt war, erschienen dem Heliodor dieselben jungen Männer wie zuvor, in der gleichen Kleidung. Sie traten zu ihm und sagten: Danke dem Hohepriester Onias vielmals; denn seinetwegen schenkt der Herr dir gnädig das Leben. 34 Der Himmel hat dich gezüchtigt. Nun verkünde du allen die gewaltige Kraft Gottes! Nach diesen Worten entschwanden sie. 35 Da ließ Heliodor dem Herrn ein Opfer darbringen und machte ihm sehr große Gelübde, weil er ihn am Leben gelassen hatte. Er empfing Onias und zog mit seinen Truppen zum König zurück. 36 Allen aber bezeugte er die Werke des größten Gottes, die er mit eigenen Augen gesehen hatte. 37 Als aber der König den Heliodor fragte, wer geeignet sei, noch einmal nach Jerusalem geschickt zu werden, sagte er: 38 Wenn du einen Feind oder einen Hochverräter weißt, dann schick ihn dorthin! Du wirst ihn mit Geißeln gezüchtigt zurückempfangen, wenn er überhaupt am Leben bleibt; denn an dem Ort wirkt wahrhaftig eine göttliche Kraft. 39 Denn er, der im Himmel wohnt, ist selbst der Wächter und Schützer jenes Ortes; und wer in böser Absicht dorthin kommt, den richtet er zugrunde. 40 Das waren die Ereignisse um Heliodor und um die Rettung des Tempels.2.Makkabäer 3
Neues Leben. Die Bibel
von SCM VerlagDas Kapitel ist in dieser Übersetzung nicht verfügbar.
2.Makkabäer 3
Neue evangelistische Übersetzung
von Karl-Heinz VanheidenDas Kapitel ist in dieser Übersetzung nicht verfügbar.