1Weh euch, ihr Sorglosen auf dem Berg Zion! Ihr Selbstsicheren auf dem Berg von Samaria! Ihr Vornehmen Israels, des ersten aller Völker, bei denen die Leute Rat und Hilfe suchen!2Geht doch in die Stadt Kalne, geht in die große Stadt Hamat und in die Philisterstadt Gat! Seid ihr vielleicht besser gerüstet als diese Königreiche? Oder ist euer Gebiet so viel kleiner als das ihre, dass ihr denkt, die Assyrer werden sich nichts daraus machen?[1]3Ihr meint, das Unheil sei noch fern – dabei habt ihr ein System der Unterdrückung und Ausbeutung eingeführt!4Ihr räkelt euch auf euren elfenbeinverzierten Polsterbetten und esst das zarte Fleisch von Lämmern und Mastkälbern. (Am 3,12)5Ihr grölt zur Harfe und bildet euch ein, ihr könntet Lieder machen wie David.[2] (Jes 5,11)6Ihr trinkt den Wein kübelweise und verwendet die kostbarsten Parfüme; aber dass euer Land[3] in den Untergang treibt, lässt euch kalt. (Am 2,8; Am 4,1)7Deshalb sagt der HERR, der Gott der ganzen Welt:[4] »Ihr müsst als Erste in die Verbannung gehen und eure Gelage nehmen ein jähes Ende.«
Die Zerstörung Samarias
8Der HERR, der Gott der ganzen Welt, sagt: »Der Hochmut der Nachkommen Jakobs ist mir zuwider, ich hasse ihre prächtigen Paläste. Deshalb gebe ich Samaria dem Untergang preis mit allen seinen Bewohnern. Das habe ich, der mächtige Gott, bei mir selbst geschworen. (Jes 2,11; Am 3,15)9Wenn irgendwo in einem Haus noch zehn Menschen übrig geblieben sind – auch sie müssen sterben. (Jes 6,13)10Und wenn im hintersten Winkel eines Hauses ein Überlebender sitzt und es kommt ein Verwandter, um die Toten zur Bestattung aus dem Haus zu holen, und fragt ihn: ›Lebt hier noch jemand außer dir?‹, und er antwortet: ›Niemand‹; dann wird der andere sagen: ›Pst! Erwähne nur nicht den Namen des HERRN, sonst merkt er, dass hier noch jemand lebt!‹«[5]11Der HERR wird einen Befehl geben und dann werden die Häuser und Paläste in Trümmer geschlagen, die großen wie die kleinen.
Die Strafe für Unrecht und Selbstüberhebung
12Fährt man mit Ross und Wagen über Felsblöcke oder pflügt mit Rindern das Meer?[6] Ihr aber habt das Recht in tödliches Gift verwandelt; und was ihr Gerechtigkeit nennt, ist bitter wie Galle. (Am 5,7)13Ihr bildet euch etwas darauf ein, dass ihr die Stadt Lo-Dabar erobert habt. Ihr prahlt: »Wir haben Karnajim[7] eingenommen, das haben wir aus eigener Kraft geschafft!« (5Mo 8,17; 2Kön 14,25)14Aber der HERR, der Gott der ganzen Welt, sagt: »Ich werde gegen euch Israeliten ein Volk aufbieten, das wird euer Land in Besitz nehmen und euch unterdrücken von Lebo-Hamat im Norden bis zum Toten Meer.« (2Kön 17,5)
1Weh den Sorglosen auf dem Zion / und den Selbstsicheren auf dem Berg von Samaria,
den Vornehmen des Ersten unter den Völkern, / zu denen das Haus Israel kommt! (Lk 6,24)2Zieht hinüber nach Kalne und seht! / Geht von da nach Hamat-Rabba / und steigt hinunter nach Gat, ins Land der Philister!
Seid ihr besser als diese Reiche? / Ist ihr Gebiet größer als euer Gebiet?3Ihr, die ihr den Tag des Unheils hinausschieben wollt, / führt die Herrschaft der Gewalt herbei. (Hes 12,27; Am 9,10)4Ihr liegt auf Betten aus Elfenbein / und faulenzt auf euren Polstern.
Zum Essen holt ihr euch Lämmer aus der Herde / und Mastkälber aus dem Stall.5Ihr grölt zum Klang der Harfe, / ihr wollt Musikinstrumente erfinden wie David. (Jes 5,12)6Ihr trinkt den Wein aus Opferschalen, / ihr salbt euch mit feinsten Ölen, / aber über den Untergang Josefs sorgt ihr euch nicht.7Darum müssen sie jetzt in die Verbannung, allen Verbannten voran. / Das Fest der Faulenzer ist vorbei.8GOTT, der Herr, hat bei sich selbst geschworen / - Spruch des HERRN, des Gottes der Heerscharen:
Ich verabscheue den Stolz Jakobs / und seine Paläste hasse ich; / die Stadt und alles, was in ihr ist, gebe ich preis. (Am 4,2)9Wenn dann in einem einzigen Haus noch zehn Menschen übrig sind, / müssen auch sie sterben.10Und hebt ein Verwandter oder der Leichenbestatter einen Toten auf, / um die Gebeine aus dem Haus zu schaffen,
und fragt er den, / der im hintersten Winkel des Hauses sitzt:
Ist noch jemand bei dir?, / dann antwortet dieser: Nein! und sagt: / Still! Sprich ja nicht den Namen des HERRN aus! (Hab 2,20; Sach 2,17)11Denn siehe, der HERR befiehlt / und man schlägt das große Haus in Trümmer / und das kleine in Stücke.12Rennen denn Pferde über die Felsen / oder pflügt man mit Ochsen das Meer?
Ihr aber habt das Recht in Gift verwandelt / und die Frucht der Gerechtigkeit in bitteren Wermut.13Ihr jubelt über Lo-Dabar / und sagt: Haben wir nicht aus eigener Kraft / Karnajim erobert? (5Mo 8,17)14Fürwahr, seht: Ich werde gegen euch, / Haus Israel, Spruch des HERRN, des Gottes der Heerscharen,
ein Volk erstehen lassen, das euch bedrängen wird / von Lebo-Hamat bis zum Bach der Araba.