Weisheit 19

Einheitsübersetzung 2016

von Katholisches Bibelwerk
1 Über die Gottlosen kam erbarmungsloser Grimm bis zum Ende; / denn Gott kannte ihre Zukunft im Voraus:2 Sie würden den Abzug gestatten, / sie mit Eile geleiten, / dann aber ihren Sinn ändern und sie verfolgen. (2Mo 12,31; 2Mo 14,5)3 Sie waren noch mit der Trauer beschäftigt/ und klagten an den Gräbern der Toten, / als sie in ihrer Torheit einen anderen Entschluss fassten / und denen wie Entlaufenen nachsetzten, die sie mit flehentlichem Zureden hinausgetrieben hatten.4 Das selbst verschuldete Verhängnis trieb sie in diesen Untergang / und ließ sie alles vergessen, was geschehen war; denn sie sollten über die bisherigen Plagen hinaus die noch ausstehende Strafe voll erleiden.5 Dein Volk aber sollte die Erfahrung eines unerwarteten Weges machen, / während jene einen ungewöhnlichen Tod fanden.6 Die ganze Schöpfung wurde in ihrer Eigenart umgestaltet; / sie gehorchte deinen Befehlen, / damit deine Kinder unversehrt bewahrt blieben.7 Man sah die Wolke, die das Lager überschattete, / trockenes Land tauchte auf, wo zuvor Wasser war; es zeigte sich ein Weg ohne Hindernisse durch das Rote Meer, / eine grüne Ebene stieg aus der gewaltigen Flut. (2Mo 14,19; 4Mo 9,18; 4Mo 10,36)8 Von deiner Hand behütet, zogen sie vollzählig hindurch / und sahen staunenswerte Wunder.9 Sie weideten wie Rosse, / hüpften wie Lämmer / und lobten dich, Herr, ihren Retter. (2Mo 14,30; 2Mo 15,1; Ps 114,4; Jes 63,13; Mal 3,20)10 Denn sie gedachten auch dessen, was beim Aufenthalt im fremden Land geschehen war: / wie Mücken nicht von Tieren, sondern von der Erde hervorgebracht wurden / und wie der Fluss nicht Wassertiere, sondern eine Menge Frösche ausspie. (2Mo 7,28; 2Mo 8,12)11 Schließlich sahen sie auch Vögel auf eine neue Weise entstehen, / als sie von Gier getrieben üppige Speisen verlangten. (1Mo 1,20; 2Mo 16,13; 4Mo 11,4)12 Zu ihrem Trost entstiegen nämlich Wachteln dem Meer.13 Die Strafen kamen über die Sünder / nicht ohne vorhergehende Anzeichen durch gewaltige Blitze. Mit Recht litten sie für ihre eigenen bösen Taten, / weil sie einen so schlimmen Fremdenhass gezeigt hatten.14 Während andere die Unbekannten, die zu ihnen kamen, nicht aufnahmen, / machten diese Gäste, die ihre Wohltäter waren, zu Sklaven. (1Mo 19,1)15 Und nicht nur das! Eine weitere Heimsuchung wird sie treffen. / Jene hatten die Fremden feindselig empfangen.16 Diese aber haben Gästen, die sie festlich aufgenommen hatten / und die schon die gleichen Bürgerrechte genossen, / mit schrecklichem Frondienst Böses getan. (1Mo 43,31; 1Mo 47,6; 2Mo 1,11; 2Mo 5,23)17 Sie wurden mit Blindheit geschlagen / wie jene an der Türe des Gerechten, / als sie von dichter Finsternis umgeben waren / und jeder versuchte, seine Türe zu finden. (1Mo 19,11; 2Mo 10,21; 2Mo 14,20)18 Die Elemente verändern sich untereinander, / wie auf einer Harfe die Töne die Melodie ändern / und doch in derselben Tonart bleiben. / Dies lässt sich aus der Betrachtung der Geschehnisse deutlich erkennen.19 Landtiere verwandelten sich in Wassertiere / und schwimmende Tiere stiegen ans Land. (2Mo 7,27)20 Das Feuer bewahrte im Wasser die ihm eigene Kraft / und das Wasser vergaß seine löschende Natur.21 Die Flammen wiederum verzehrten nicht / das Fleisch der leicht vernichtbaren Lebewesen, die in ihnen umhergingen, / und schmolzen nicht die kristallgleiche, leicht schmelzende Gestalt der himmlischen Nahrung.[1] (Dan 3,24)22 In allem hast du, Herr, dein Volk groß gemacht und verherrlicht; / du hast es nicht unbeachtet gelassen, sondern bist ihm beigestanden zu jeder Zeit und an jedem Ort. (Sir 45,2)

Weisheit 19

Zürcher Bibel

von Theologischer Verlag Zürich
1 Über die Gottlosen aber kam bis zum Ende eine unbarmherzige Wut; denn er wusste im Voraus, was diese noch tun würden,2 dass sie jenen nämlich den Wegzug gestatten und sie mit viel Unterstützung auf den Weg schicken würden, dass sie es dann aber bereuen und jenen nachsetzen würden.3 In ihren Händen nämlich hielten sie noch ihre Trauer, und sie klagten an den Gräbern der Toten - da vergriffen sie sich erneut mit einem törichten Entschluss: Denen, die sie flehentlich zum Aufbruch gedrängt hatten, setzten sie nun wie Flüchtlingen nach.4 Es zog sie ja zu diesem Ende die Notwendigkeit, die sie verdient hatten, und liess sie vergessen, was vorgefallen war, damit sie das Mass der Züchtigung, das an Peinigungen noch nicht erfüllt war, voll machten.5 Und dein Volk sollte einen denkwürdigen Weg gehen, jene aber sollten einen befremdlichen Tod finden.6 Denn die ganze Schöpfung wurde in ihrer Art nochmals von neuem gestaltet: Deinen Befehlen stand sie nun zu Diensten, so dass deine Kinder bewahrt wurden und unversehrt blieben.7 Die Wolke, die das Lager überschattete - aus dem Wasser, das zuvor da war, wurde das Auftauchen von festem Land beobachtet, aus dem Roten Meer ein Weg ohne Hindernisse und aus dem gewaltigen Wellengang eine Ebene mit spriessendem Grün.8 Das ganze Volk zog dort hindurch, sie, die von deiner Hand beschützt wurden, und sie sahen staunenswerte Wunder.9 Denn wie Pferde wurden sie geweidet, und wie Lämmer hüpften sie; sie lobten dich, Herr, der du sie gerettet hast.10 In ihren Gedanken nämlich weilten sie noch bei dem, was ihnen in der Fremde widerfahren war: Wie die Erde - anders als die übliche Zeugung von Tieren - Mücken hervorbrachte und wie der Fluss - statt Wassertieren - eine Menge von Fröschen ausspie.11 Später sahen sie dann auch eine neue Art der Entstehung von Vögeln, als sie, vom Verlangen getrieben, um erlesene Speisen baten.12 Damit sie besänftigt würden, stiegen für sie Wachteln aus dem Meer.13 Und die Strafen kamen über die Sünder, nicht ohne vorherige Zeichen durch die Gewalt der Blitze. Gerecht nämlich war, dass sie aufgrund ihrer eigenen Bosheiten litten, 13 denn sie hatten sich allzu schlimmem Fremdenhass hingegeben.14 Die einen nämlich nahmen die nicht auf, die sie nicht kannten und die gleichwohl da waren, die anderen aber machten Fremde, die sich als Wohltäter erwiesen hatten, zu Sklaven.[1]15 14 Aber nicht nur dies, sondern eine Heimsuchung wird über jene kommen, weil sie die Ausländer feindselig empfingen;16 15 diese jedoch hatten mit Festumzügen die aufgenommen, die sich ihrer Rechtsordnung bereits eingefügt hatten - doch dann misshandelten sie sie mit der Auferlegung schwerer Arbeiten.17 16 Sie wurden aber auch mit Blindheit geschlagen wie jene an den Türen des Gerechten, als ein jeder, da sie von unermesslicher Finsternis umgeben waren, den Zugang zur eigenen Tür suchte.18 17 Denn die Elemente verwandeln sich ineinander, wie bei einem Saiteninstrument die Töne der Melodie den Namen ändern, stets aber in ihrem Klang fortdauern, was man aus der Beobachtung dessen, was geschehen ist, genau erschliessen kann:19 18 Landtiere haben sich nämlich in Wassertiere verwandelt, und solche, die schwimmen können, gingen auf das Land.20 19 Das Feuer aber behauptete seine Kraft im Wasser, und das Wasser vergass seine das Feuer löschende Natur.21 20 Flammen wiederum haben bei Tieren, die leicht zu vernichten sind, deren Fleisch nicht verzehrt, obwohl diese in ihnen umhergingen, und die eisartige, leicht schmelzende Art der himmlischen Nahrung brachten sie nicht zum Schmelzen.22 In allem nämlich, Herr, hast du dein Volk gross gemacht und es verherrlicht, und in keinem Augenblick und an keinem Ort hast du es übersehen, sondern stets hast du ihm beigestanden.