Weisheit 15

Einheitsübersetzung 2016

von Katholisches Bibelwerk
1 Du aber, unser Gott, bist gütig und wahrhaftig, / langmütig und mit Erbarmen alles regierend. (2Mo 34,6; Ps 86,5; Ps 100,5; Ps 145,8; Nah 1,3)2 Auch wenn wir sündigen, gehören wir dir, da wir deine Stärke kennen; / doch wir werden nicht sündigen, da wir wissen, dass wir dein Eigentum sind.3 Denn es ist vollendete Gerechtigkeit, dich zu kennen; / und um deine Stärke zu wissen ist die Wurzel der Unsterblichkeit.4 Die Böses wirkende Erfindung der Menschen hat uns nicht verführt, / die unfruchtbare Arbeit der Maler, / eine mit bunten Farben besudelte Gestalt.5 Ihr Anblick erregt die Sehnsucht der Toren / und weckt in ihnen das Verlangen nach eines toten Bildes Gestalt, die nicht atmen kann.6 Liebhaber des Bösen und solcher Hoffnungen würdig / sind alle, die es anfertigen, die nach ihm verlangen und die es anbeten.7 Der Töpfer knetet mühsam den weichen Ton, / um jedes Gefäß zu unserem Gebrauch zu formen. Aus dem gleichen Lehm bildet er solche, / die sauberen Zwecken dienen, und solche für das Gegenteil, alle in gleicher Weise; / über den Gebrauch eines jeden / entscheidet, der den Lehm formt. (1Mo 2,7; Jer 18,3; Röm 9,21)8 Aus dem gleichen Lehm formt er in verkehrter Mühe auch einen nichtigen Gott, / er, der vor Kurzem aus Erde entstand und bald dorthin zurückkehrt, woher er genommen ist, / wenn die Leihgabe des Lebens zurückgefordert wird. (1Mo 2,7; 1Mo 3,19; Pred 12,7)9 Doch es kümmert ihn nicht, dass er entschlafen wird / und nur ein kurzes Leben hat. Er wetteifert mit Goldschmieden und Silbergießern, er ahmt Kupferschmiede nach / und sieht seinen Ruhm darin, Nachbildungen zu formen.10 Asche ist sein Herz, noch weniger wert als Erdenstaub seine Hoffnung, / und sein Leben ist wertloser als Lehm. (Jes 44,20)11 Denn er erkannte nicht den, der ihn geformt hat, / den, der ihm eine wirkende Seele eingehaucht / und Lebensgeist eingeblasen hat. (1Mo 2,7)12 Nein, er hält unser Leben für ein Spiel, / die Lebenszeit für einen einträglichen Jahrmarkt; / er sagt, man müsse aus allem, auch aus Schlechtem, Gewinn ziehen.13 Denn er weiß besser als alle, dass er sündigt, / wenn er aus dem gleichen Erdenstoff nicht nur zerbrechliche Gefäße, sondern auch Götzenbilder fertigt.14 Ganz unverständig aber und ärmer als eines Kindes Seele / waren die Feinde, die dein Volk unterdrückten. (2Mo 1,13)15 Sie hielten alle Götzenbilder der Völker für Götter, / Götter, die weder ihre Augen gebrauchen können, um zu sehen, / noch ihre Nase, um die Luft einzuatmen, / noch ihre Ohren, um zu hören, /noch die Finger ihrer Hände, um zu tasten, / und deren Füße nicht gehen können. (5Mo 4,28; Ps 115,4)16 Ein Mensch hat sie gemacht, / einer, dem der Geist nur geliehen ist, hat sie geformt; / kein Mensch hat die Kraft, einen Gott zu bilden, der auch nur ihm selber ähnlich wäre.17 Als Sterblicher schafft er mit frevelhaften Händen nur Totes. / Er ist besser als seine angebeteten Gebilde; / denn er bekam einmal Leben, diese aber nie.18 Sie verehren sogar die widerlichsten Tiere, / die dümmsten im Vergleich mit den anderen,19 solche, die nicht einmal schön sind, sodass man sie begehren könnte, soweit das beim Anblick von Tieren möglich ist, / die zudem Gottes Lob und seinen Segen verloren haben. (1Mo 1,21; Dan 3,79)

Weisheit 15

Zürcher Bibel

von Theologischer Verlag Zürich
1 Du aber, unser Gott, bist gütig und verlässlich, ^$^$^$du bist langmütig und durchwaltest das All voller Erbarmen.2 Denn selbst wenn wir sündigen, gehören wir zu dir, weil wir um deine Herrschermacht wissen; wir werden aber nicht sündigen, denn wir wissen, dass wir dir zugerechnet sind.3 Dich zu verstehen nämlich, ist vollkommene Gerechtigkeit, und deine Herrschermacht zu kennen, ist die Wurzel der Unsterblichkeit.4 Denn weder hat die arglistige Erfindungsgabe der Menschen uns in die Irre geführt noch die fruchtlose Mühe derer, die Blendwerke herstellen - eine Gestalt, die von wechselnden Farben verunstaltet ist,5 deren Anblick bei den Einsichtslosen zu einer Begierde führt, in Sehnsucht nach der leblosen Gestalt eines toten Bildes.[1]6 Die Liebhaber des Schlechten sind solcher Hoffnungen würdig, die, die sie erstellen und sich nach ihnen sehnen und sie verehren.[2]7 Denn auch ein Töpfer knetet voll Mühe die weiche Erde und formt so jedes einzelne Ding zu unserem Gebrauch. Aber aus demselben Ton hat er zweierlei geformt: die Gefässe, die für die kultisch reinen Arbeiten zur Verfügung stehen, und die entgegengesetzten, alle auf gleiche Weise. Welches aber die Verwendung eines jeden dieser beiden ist, darüber entscheidet der, der mit dem Ton arbeitet.8 Und einen nichtigen Gott formt er mit übel aufgewendeter Mühe aus demselben Ton, er, der vor kurzer Zeit aus Erde entstand und wenig später zurückkehrt zu ihr, aus der er genommen wurde, wenn er - die Seele als Leihgabe - zurückgefordert wird.[3]9 Seine Sorge jedoch ist nicht, dass er krank wird, auch nicht, dass er ein kurzes Leben hat, nein, er misst sich mit Goldschmieden und Silbergiessern, und er ahmt die nach, die bronzene Skulpturen schaffen, und er hält es für einer Auszeichnung würdig, dass er Unechtes formt.10 Sein Herz ist Asche und seine Hoffnung billiger als Erde, und sein Leben ist wertloser als Ton,11 denn er hat den nicht erkannt, der ihn geformt hat, der ihm eine tatkräftige Seele eingehaucht und ihn mit lebenspendendem Atem erfüllt hat.[4]12 Er hielt unser Dasein jedoch für ein Spiel und das Leben für einen einträglichen Jahrmarkt, denn man muss, sagt er, woraus auch immer, Gewinn erzielen, und sei es aus Schlechtem.13 Dieser nämlich weiss besser als alle anderen, dass er sündigt, wenn er aus Erdmasse sowohl leicht zerbrechliche Gefässe als auch Bildwerke schafft.14 Alle aber sind sie fern von jeglicher Einsicht und eingeschränkter als die Seele eines kleinen Kindes, sie, die Feinde deines Volks, die es unterdrückt haben.15 Denn sie hielten sogar alle Götterbilder der Nationen für Götter, die weder Augen benutzen können, um zu sehen, noch eine Nase haben, um Luft einzuatmen, noch Ohren, um zu hören, noch Finger an den Händen, um etwas zu berühren, und ihre Füsse sind unbrauchbar zum Gehen.16 Ein Mensch nämlich hat sie gemacht - einer, dem der Geist geliehen ist, hat sie geformt. Denn kein Mensch vermag einen Gott zu formen, der ihm ähnlich wäre.17 Da er aber sterblich ist, stellt er mit Händen, die die Weisung missachten, etwas Totes her, denn er ist stärker als die Gegenstände, die er verehrt. Anders als diese hat er Leben empfangen, jene aber niemals!18 Aber sie verehren sogar die widerlichsten Tiere; vergleicht man diese nämlich, was den Mangel an Verstand betrifft, so sind sie schlimmer als alle anderen.19 Aber man trifft, soweit es beim Anblick von Tieren überhaupt um ein Begehren geht, auch nichts Schönes an. Sie sind aber geflohen, sowohl vor dem Lob Gottes als auch vor seinem Segen.