1Ein unverständiger Mann hat leere und trügerische Hoffnungen / und Träume beflügeln Narren.[1]2Wie einer, der einen Schatten greifen will und einem Windhauch nachjagt, / so ist der, der an Träumen festhält.3Das eine ist wie das andere: eine Schau von Träumen, / ein Abbild eines Gesichts gegenüber einem Gesicht.4Was kann von Unreinem gereinigt werden? / Was kann an einer Lüge wahr sein? (Hi 14,4)5Weissagungen, Zeichendeutereien und Träume sind nichtig; / das Herz träumt wie eine, die in Wehen liegt.6Wenn sie nicht vom Höchsten zur Heimsuchung geschickt worden sind, / wende ihnen dein Herz nicht zu! (Hi 33,14)7Denn Träume haben schon viele in die Irre geführt, / und die auf sie hoffen, sind gestrauchelt.8Ohne Lüge geht das Gesetz in Erfüllung; / und Weisheit kommt in einem glaubwürdigen Mund zur Vollendung.9Ein Mann, der herumgekommen ist, hat viel kennengelernt / und der Vielerfahrene wird Einsicht weitergeben.10Wer nicht auf die Probe gestellt wurde, weiß wenig. /11Wer aber herumgekommen ist, wird an Klugheit dazugewinnen.12Vieles habe ich bei meinem Reisen gesehen / und größer als meine Worte ist meine Einsicht.13Öfter kam ich in Todesgefahr / und ich wurde deswegen gerettet.14Der Geist derer, die den Herrn fürchten, wird leben, / (Ps 23,4; Ps 112,7; Spr 3,23; Spr 28,1)15denn ihre Hoffnung setzten sie auf ihren Retter.16Wer den Herrn fürchtet, braucht vor nichts Angst zu haben / und er braucht nicht zu verzagen, denn er ist seine Hoffnung.17Selig, der den Herrn fürchtet. /18An wem hält er sich fest und wer ist seine Stütze?19Die Augen des Herrn ruhen auf denen, die ihn lieben; / er ist ein machtvoller Schutzschild, eine starke Stütze,
Schutz vor Hitze und Schatten am Mittag, / Bewahrung vor dem Straucheln und Hilfe vor dem Fall; (Ps 33,18; Ps 34,16)20er richtet die Seele auf und die Augen, / er schenkt Heilung des Lebens und Segen.
Opfer, Ethos und Gebet
21Wer ein Opfer von unrechtem Gut darbringt, dessen Gabe ist mit Makel behaftet, / (Spr 21,27; Sir 35,14)22denn Gaben der Gesetzlosen finden kein Gefallen.23An Gaben der Gottlosen hat der Höchste kein Gefallen, / auch vergibt er nicht Sünden aufgrund einer Fülle an Opfern.24Man opfert den Sohn vor den Augen des Vaters, / wenn man ein Opfer darbringt vom Gut der Armen.25Kärgliches Brot ist das Leben der Armen, / wer es ihnen raubt, ist ein Blutsauger. (3Mo 19,13; 5Mo 24,14; Tob 4,14)26Den Nächsten mordet, wer ihm den Unterhalt wegnimmt, /27und Blut vergießt, wer einem Lohnarbeiter den Lohn raubt. (3Mo 19,13; 5Mo 24,14; Tob 4,14; Sir 7,20)28Einer baut auf und einer reißt nieder - / was haben sie mehr davon gehabt als Mühe?29Einer betet und einer flucht - / auf wessen Stimme wird der Gebieter hören?30Wer ein Tauchbad nach der Berührung mit einem Toten nimmt und ihn wieder anfasst - / was hat ihm das Waschen genützt? (4Mo 19,11; Spr 26,11; 2Petr 2,22)31So ist ein Mensch, der wegen seiner Sünden fastet, / zurückkehrt und sie wieder begeht.
Wer wird sein Gebet erhören? / Was nützt es ihm, dass er sich gedemütigt hat?
1Ein unverständiger Mann hat leere und trügerische Hoffnungen, und Träume beflügeln die Uneinsichtigen.2Wie einer, der nach einem Schatten greift und dem Wind nachläuft, so ist, wer seine Aufmerksamkeit auf Träume richtet.3Das eine ist wie das andere, eine Schau von Träumen: vor dem Gesicht etwas wie ein Gesicht.4Was kann von Unreinem für rein erklärt werden? Und was wird von einer Lüge wahr sein?5Orakel und Deutungen des Vogelflugs und Träume sind nichtig, und das Herz bildet sich Dinge ein wie das Herz einer Frau, die in den Wehen liegt.6Wenn es nicht vom Höchsten gesandt ist, weil er sich deiner annimmt, nimm es dir nicht zu Herzen.[1]7Denn Träume haben viele in die Irre geführt, und die ihre Hoffnung auf sie gesetzt haben, sind zu Fall gekommen.8Die Weisung wird ohne Täuschung zu ihrem Ziel gebracht werden, und für einen getreuen Mund ist die Weisheit Vollendung.
Erfahrung vermehrt die Klugheit
9Ein Mann, der herumgekommen ist, hat vieles erkannt, und wer grosse Erfahrung hat, wird von seinen Kenntnissen berichten.10Wer nicht erprobt wurde, weiss wenig,11aber wer herumgekommen ist, wird die Klugheit vermehren.12Vieles habe ich gesehen, als ich herumkam, und umfassender als meine Worte ist meine Kenntnis.13Oft war ich in Todesgefahr und wurde meiner Kenntnisse wegen gerettet.[2]14Der Geist derer, die den Herrn fürchten, wird leben,15denn ihre Hoffnung richtet sich auf den, der sie rettet.16Wer den Herrn fürchtet, wird sich vor nichts scheuen müssen, und er muss sich nicht ängstigen, denn dieser ist seine Hoffnung.17Wohl der Seele dessen, der den Herrn fürchtet.18Auf wen richtet er seine Aufmerksamkeit? Und wer ist seine Stütze?19Die Augen des Herrn ruhen auf denen, die ihn lieben. Ein mächtiger Schild und eine starke Stütze, ein Schutz vor dem heissen Ostwind und ein Schatten in der Mittagshitze, eine Bewahrung vor dem, woran man sich stösst, und eine Hilfe, dass man nicht untergeht:20Er richtet die Seele auf und lässt die Augen leuchten, er schenkt dem Leben Heilung und Segen.
Über Opfer
21Wer von unrechtem Gut opfert, bringt eine Gabe dar, an der ein Makel haftet,22und Geschenke derer, die die Weisung missachten, finden kein Wohlgefallen.23Der Höchste hat kein Gefallen an den Gaben von Gottlosen; auch bei einer Menge Opfer vergibt er die Sünden nicht.24Einer, der einen Sohn in Gegenwart von dessen Vater opfert, ist der, der ein Opfer aus dem Vermögen von Bedürftigen darbringt.25Brot von Bedürftigen ist das Leben der Armen; wer es raubt, ist ein Mensch der Bluttat.26Den Nächsten ermordet, wer ihm nimmt, was er zum Leben braucht,27und wer den Lohn des Tagelöhners raubt, vergiesst Blut.28Einer baut auf, und einer reisst ein - was haben sie erreicht ausser Mühen?29Einer betet, und einer flucht - wessen Stimme wird der Herrscher erhören?30Wer sich nach der Berührung eines Toten wäscht und ihn danach wieder berührt - welchen Nutzen hatte er von seiner Waschung?31So ist ein Mensch, der seiner Sünden wegen fastet und wiederum hingeht und dasselbe tut. Wer wird sein Gebet erhören? Und welchen Nutzen hatte er davon, sich erniedrigt zu haben?