Jesus Sirach 14

Einheitsübersetzung 2016

von Katholisches Bibelwerk
1 Selig der Mann, der mit seiner Rede nicht entgleist ist / und der nicht verletzt worden ist durch Schmerz über Sünden.[1] (Jak 3,2; Sir 19,15; Sir 25,8)2 Selig ist, wer sich nicht selbst verurteilt hat / und der seine Hoffnung nicht verloren hat.3 Einem geizigen Mann steht Reichtum nicht wohl an, / wozu Vermögen für einen neidischen Menschen? (Mt 6,19; Lk 12,32)4 Wer gegen sich selbst geizt, sammelt für andere, / in seinen Gütern werden Fremde schwelgen. (Pred 6,2)5 Wer mit sich selbst schlecht umgeht, zu wem wird er gut sein? / Er wird sich nie an seinem Wohlstand erfreuen.6 Keiner ist schlimmer als einer, der sich selbst nichts gönnt, / und dies ist Vergeltung für seine Schlechtigkeit. (Spr 11,17)7 Sogar wenn er etwas Gutes tut, tut er es aus Versehen / und zuletzt offenbart er seine Schlechtigkeit.8 Der ist schlecht, dem der Neid aus den Augen schaut, / der das Gesicht abwendet und über Menschen hinwegsieht.9 Das Auge des Habgierigen hat nicht genug mit nur einem Teil / und schlimmes Unrecht zehrt die Seele aus.[2]10 Ein schlimmes Auge missgönnt Brot / und es herrscht Mangel an seinem Tisch.11 Kind, wenn du etwas hast, tu dir selbst Gutes / und bringe würdige Gaben vor den Herrn! (3Mo 1,10; 4Mo 28,31; Spr 3,9)12 Denk daran, dass der Tod nicht zögert / und der Pakt mit dem Hades dir nicht gezeigt wurde!13 Bevor du stirbst, tu einem Freund Gutes! / Entsprechend deinem Vermögen teile aus und gib ihm! (Tob 4,7; Sir 4,1)14 Einen schönen Tag lass nicht vorbeigehen / und den Anteil an dem, was du Gutes begehrst, lass nicht vorübergehen! (Pred 7,14)15 Du wirst die Erträge deiner Anstrengung wohl nicht einem anderen überlassen / und den Lohn deiner Mühen beim Teilen des Erbes?16 Gib, nimm und beschwichtige dich selbst, / denn im Hades ist kein Genuss zu finden!17 Alle Lebewesen altern wie ein Kleidungsstück, / denn die Bestimmung lautet seit Ewigkeit: Sterben wirst du. (Ps 103,14; Jes 40,6; Jak 1,10; 1Petr 1,24)18 Wie grünendes Blattwerk auf einem dicht belaubten Baum / - die einen fallen zu Boden, die anderen wachsen nach -, so ist es auch mit einer Generation aus Fleisch und Blut: / Die eine stirbt, die andere wird gezeugt. (Pred 1,4)19 Jedes Werk modert und geht zugrunde, / und wer daran arbeitet, wird mit ihm vergehen.20 Selig der Mann, der über Weisheit nachsinnt / und der in seiner Einsicht überlegt, (Ps 1,2; Spr 8,34)21 der in seinem Herzen über ihre Wege nachsinnt / und über ihre Geheimnisse nachdenkt.22 Geh ihr nach wie ein Spurensucher / und lauere an ihren Wegen!23 Wer sich durch ihre Fenster hineinbeugt / und an ihren Türen lauscht,24 wer in der Nähe ihres Hauses sich niederlässt / und einen Pflock an ihren Mauern befestigt,25 der wird sein Zelt an ihrer Seite aufstellen / und er wird in einer Wohnung voller Güter einkehren.[3]26 Er wird seine Kinder unter ihren Schutz stellen / und unter ihren Zweigen wird er übernachten;27 er wird sich unter ihr vor der Hitze bergen / und in ihrer Herrlichkeit sich niederlassen.

Jesus Sirach 14

Zürcher Bibel

von Theologischer Verlag Zürich
1 Wohl dem Mann, der seines Mundes wegen nicht ausgeglitten ist und der nicht geplagt wurde von Betrübnis über Sünden.2 Wohl dem, den seine Seele nicht verurteilt hat und der nicht abgelassen hat von seiner Hoffnung.3 Einem kleinlichen Mann steht Reichtum nicht, und bei einem missgünstigen Menschen: Wozu ein Vermögen?4 Wer seiner Seele etwas versagt, sammelt für andere, und mit seinen Gütern werden andere im Überfluss leben.5 Wer böse ist zu sich selbst - zu wem wird er gut sein? Er wird sich auch nicht freuen über sein Vermögen.6 Es gibt keinen Schlimmeren als den, der sich selbst nichts gönnt: Das ist die Vergeltung für seine Schlechtigkeit.7 Und wenn er gut handelt, tut er es aus Vergesslichkeit, und zuletzt macht er seine Schlechtigkeit offenbar.8 Böse ist, wer dem Auge nichts gönnt, indem er das Gesicht abwendet und andere übersieht.9 Das Auge eines Habgierigen wird von seinem Anteil nicht satt, und böse Ungerechtigkeit trocknet die Seele aus.10 Ein böses Auge blickt neidisch auf Brot, und darbend sitzt es an seinem Tisch.11 Kind, so wie du es vermagst, tu dir Gutes, und würdig bringe dem Herrn die Opfergaben dar.12 Bedenke, dass der Tod nicht zögern wird und dass dir kein Vertrag mit der Unterwelt gezeigt wurde.13 Tu einem Freund Gutes, bevor du stirbst, und strecke deine Hand aus und gib ihm so, wie es deiner Kraft entspricht.14 Lass dir einen guten Tag nicht entgehen, und einen Anteil an einem guten Wunsch lass nicht an dir vorüberziehen.15 Wirst du nicht einem anderen den Lohn für deine Mühen hinterlassen und die Früchte deiner Arbeit der Verteilung durch das Los?16 Gib und nimm und betöre deine Seele, denn in der Unterwelt muss man Überfluss nicht suchen wollen.17 Alles Fleisch altert wie ein Gewand, denn der Bund von Ewigkeit ist: Durch den Tod wirst du sterben.18 Wie ein spriessendes Blatt an einem laubreichen Baum - die einen lässt er fallen, andere aber lässt er wachsen -, so ist das Geschlecht aus Fleisch und Blut: Das eine stirbt, ein anderes wird geboren.19 Jedes von Fäulnis befallene Werk vergeht, und wer es vollbringt, wird mit ihm verschwinden.20 Wohl dem Mann, der sich in der Weisheit üben und der sich verständig unterhalten wird,21 der über ihre Wege nachdenkt in seinem Herzen, wird auch das bedenken, was in ihr verborgen ist.22 Zieh aus, hinter ihr her, wie ein Spurensucher, und an ihren Eingängen laure ihr auf.23 Wer durch ihre Fenster späht, wird auch auf ihrer Türschwelle lauschen.24 Wer sich nahe an ihrem Haus niederlässt, wird an ihren Wänden auch seinen Pflock festmachen.25 Er wird sein Zelt neben sie stellen und sich in der Unterkunft der Guten niederlassen.26 Er wird seine Kinder ihrem Schutz anvertrauen und unter ihren Zweigen die Nacht verbringen.27 Er wird von ihr vor der Hitze beschützt werden und sich in ihrem Glanz niederlassen.