1.Makkabäer 11

Einheitsübersetzung 2016

von Katholisches Bibelwerk
1 Damals zog der König von Ägypten Truppen zusammen, so zahlreich wie der Sand am Ufer des Meeres, dazu viele Schiffe; denn er wollte mit List die Herrschaft über das Reich Alexanders gewinnen, um es seinem Reich anzugliedern.2 Er rückte in Syrien ein, aber so, als käme er in friedlicher Absicht. Die Einwohner der Städte öffneten ihm die Tore und gingen ihm entgegen. König Alexander hatte es so angeordnet, weil Ptolemäus sein Schwiegervater war.3 Jedes Mal, wenn Ptolemäus eine Stadt betreten hatte, ließ er eine Abteilung seiner Truppen als Besatzung dort.4 Als er sich Aschdod näherte, zeigte man ihm den niedergebrannten Tempel Dagons und die durch das Feuer verwüstete Stadt und Umgebung von Aschdod. Dazu häufte man an seinem Weg die Leichen der Erschlagenen und Verbrannten aus dem Krieg mit Jonatan auf. (1Mak 10,84)5 Man erzählte dem König, was Jonatan getan hatte, um ihn in ein schlechtes Licht zu setzen, aber der König schwieg dazu.6 Jonatan kam dem König in Jafo mit einem glänzenden Gefolge entgegen. Sie begrüßten einander und blieben die Nacht über dort.7 Anschließend begleitete Jonatan den König bis zum Fluss Eleutherus; dann kehrte er nach Jerusalem zurück.8 König Ptolemäus aber brachte alle Küstenstädte bis nach Seleukia am Meer in seine Gewalt; denn er führte gegen Alexander Böses im Schild.9 Dem König Demetrius ließ er durch Gesandte mitteilen: Wir wollen einen Bund miteinander schließen. Ich will dir meine Tochter geben, die Alexander jetzt zur Frau hat. Du sollst im Reich deines Vaters als König herrschen.10 Ich bereue, dass ich ihm meine Tochter gegeben habe; denn er hat versucht, mich zu ermorden.11 Ptolemäus aber machte Alexander deswegen so schlecht, weil er nach dessen Reich trachtete.12 Er nahm ihm seine Tochter weg und gab sie Demetrius zur Frau. So brach er mit Alexander und es wurde überall bekannt, dass sie zu Feinden geworden waren.13 Ptolemäus zog in Antiochia ein und setzte sich das Diadem von Asien auf; zwei Diademe trug er nun: das von Ägypten und das von Asien.14 König Alexander war zu dieser Zeit gerade in Kilikien, weil die Bevölkerung jenes Gebietes von ihm abzufallen drohte.15 Sobald er von den Vorfällen hörte, zog er zum Kampf gegen Ptolemäus aus. Dieser rückte ihm mit einem starken Heer entgegen und schlug ihn in die Flucht.16 Alexander floh nach Arabien, weil er glaubte, dort einen Zufluchtsort zu finden; nun stand König Ptolemäus auf der Höhe seiner Macht.17 Der Araber Sabdiël ließ Alexander den Kopf abschlagen und an Ptolemäus schicken.18 Doch drei Tage später starb auch König Ptolemäus. Seine Besatzungstruppen wurden von den Einwohnern der befestigten Städte niedergemacht.19 So kam im Jahr 167 Demetrius an die Herrschaft.20 Zur selben Zeit rief Jonatan die Männer von Judäa zusammen, um die Burg von Jerusalem zu belagern. Sie stellten viele Belagerungsmaschinen gegen sie auf.21 Da gingen einige Übertreter des Gesetzes, Feinde ihres eigenen Volkes, zum König und berichteten ihm, Jonatan belagere die Burg.22 Als er das hörte, ergriff ihn der Zorn. Kaum hatte er die Nachricht erhalten, da begab er sich sofort nach Ptolemaïs. Er erteilte Jonatan schriftlich den Befehl, die Belagerung abzubrechen und sofort zu einer Unterredung zu ihm nach Ptolemaïs zu kommen.23 Als Jonatan die Nachricht erhielt, befahl er, die Belagerung fortzusetzen; dann wählte er sich einige Begleiter aus den Ältesten Israels und den Priestern aus und wagte die Reise.24 Mit Silber, Gold, Gewändern und mit vielen anderen Geschenken fuhr er zum König nach Ptolemaïs. Es gelang ihm, den König umzustimmen.25 Einige Gesetzlose aus dem Volk brachten zwar Beschuldigungen gegen ihn vor,26 aber der König verhielt sich ihm gegenüber wie seine Vorgänger und erwies ihm Ehre in Gegenwart all seiner Freunde.27 Er bestätigte ihn im Hohepriesteramt und in allen anderen Würden, die man ihm bis dahin übertragen hatte, und verlieh ihm den Titel Freund ersten Ranges.28 Jonatan bat den König, Judäa, die drei Bezirke und Samarien steuerfrei zu machen, und versprach ihm dafür dreihundert Talente.29 Der König war einverstanden und stellte Jonatan über alle diese Punkte folgende Urkunde aus:30 König Demetrius grüßt seinen Bruder Jonatan und das Volk der Juden.31 Wir haben euretwegen unserem Verwandten Lasthenes einen Brief geschrieben, dessen Abschrift wir auch euch, damit ihr Kenntnis davon erhaltet, zukommen lassen:32 König Demetrius grüßt Vater Lasthenes.33 Das mit uns befreundete Volk der Juden ist seinen Verpflichtungen uns gegenüber nachgekommen. Darum haben wir beschlossen, ihnen ihre Freundschaft zu vergelten.34 Wir bestätigen ihnen den Besitz von Judäa und den drei Bezirken Efraim, Lod und Ramatajim. Diese sind mit allem, was zu ihnen gehört, von Samarien abgetrennt und zu Judäa geschlagen worden. Für alle, die in Jerusalem opfern, gelte das als Ersatz für die königlichen Steuern, die der König bei ihnen bisher jährlich von den Erträgen der Felder und Bäume erhoben hat. (1Mak 10,38)35 Wir überlassen ihnen auch alle unsere anderen Einkünfte, den Zehnten und die Steuern, die uns von jetzt an zustehen, ferner die Abgaben aus den Salzteichen und die Kränze, auf die wir Anspruch haben.36 Nichts davon soll je rückgängig gemacht werden.37 Lasst euch nun eine Abschrift machen; sie soll Jonatan übergeben und auf dem heiligen Berg an einem Ort, der allen zugänglich ist, aufgestellt werden.38 Als König Demetrius feststellte, dass unter seiner Herrschaft im Land Ruhe herrschte und dass niemand sich ihm widersetzte, schickte er alle seine Soldaten nach Hause, außer den Söldnertruppen, die er bei den Völkern auf den Inseln angeworben hatte. Das nahmen ihm die Soldaten, die schon unter seinen Vorgängern gedient hatten, sehr übel.39 Tryphon, der früher zur Umgebung Alexanders gehört hatte, merkte, wie unzufrieden alle Soldaten über Demetrius waren. Er reiste daher zu dem Araber Jamliku, der Antiochus, den kleinen Sohn Alexanders, aufzog,40 und drängte ihn, ihm den Jungen mitzugeben, damit er seinem Vater als König nachfolgen könne. Er unterrichtete ihn auch über das Vorgehen des Demetrius und wie dieser sich die Feindschaft seiner Truppen zugezogen hatte. Tryphon blieb längere Zeit dort.41 Jonatan hatte inzwischen König Demetrius gebeten, die Besatzungstruppen aus der Burg von Jerusalem und aus den anderen Festungen abzuziehen; sie verhielten sich nämlich feindselig gegen Israel.42 Demetrius ließ Jonatan sagen: Nicht nur das will ich für dich und dein Volk tun; ich werde dich und dein Volk hoch zu Ehren bringen, sobald ich Gelegenheit dazu habe.43 Im Augenblick wäre es aber gut, wenn du mir Männer schicktest, die mir im Kampf helfen können. Alle meine Truppen sind nämlich von mir abgefallen.44 Jonatan sandte ihm dreitausend kampferfahrene Männer nach Antiochia. Als sie beim König eintrafen, freute er sich sehr über ihre Ankunft.45 Da rotteten sich etwa hundertzwanzigtausend Einwohner mitten in der Stadt zusammen, um den König umzubringen.46 Der König flüchtete sich in den Palast, aber die Einwohner besetzten die Durchgangsstraßen der Stadt und begannen den Kampf.47 Da rief der König die Juden zu Hilfe. Sie fanden sich sofort vollzählig bei ihm ein, schwärmten in die Stadt aus und erschlugen an jenem Tag fast hunderttausend Menschen.48 Sie steckten auch die Stadt in Brand und machten große Beute. So retteten sie den König.49 Als nun die Einwohner bemerkten, dass die Stadt der Willkür der Juden ausgeliefert war, verloren sie jeden Mut; sie schrien zum König und flehten:50 Schließ Frieden mit uns! Wenn nur die Juden aufhören, gegen uns und die Stadt zu kämpfen!51 Sie warfen die Waffen weg und schlossen Frieden. Die Juden aber wurden vom König und von allen seinen Untertanen geehrt. Man sprach von ihnen in seinem ganzen Reich und sie kehrten mit reicher Beute nach Jerusalem zurück.52 König Demetrius hatte die Macht wieder fest in seiner Hand und das Land war ruhig unter seiner Herrschaft.53 Da hielt er nichts von dem, was er versprochen hatte. Er brach mit Jonatan und vergalt ihm die erwiesene Freundschaft nicht, sondern setzte ihm hart zu.54 Danach kehrte Tryphon mit dem kleinen Antiochus zurück. Der Knabe trat die Königsherrschaft an und setzte sich das Diadem auf.[1]55 Alle Truppen, die Demetrius davongejagt hatte, schlossen sich ihm an. Sie kämpften gegen Demetrius und schlugen ihn in die Flucht und er erlitt eine Niederlage.56 Tryphon erbeutete die Elefanten und nahm Antiochia ein.57 Danach schrieb Antiochus der Jüngere an Jonatan: Ich bestätige dich im Hohepriesteramt und unterstelle dir die vier Bezirke. Du darfst auch den Titel Freund des Königs führen.58 Und er ließ Jonatan goldenes Tafelgerät überbringen und gewährte ihm das Vorrecht, aus goldenen Bechern zu trinken, sich in Purpur zu kleiden und eine goldene Spange zu tragen.59 Jonatans Bruder Simeon machte er zum Befehlshaber über alle Truppen, die zwischen der Tyrischen Steige und der ägyptischen Grenze ihren Standort hatten.60 Darauf brach Jonatan auf, zog durch das Gebiet jenseits des Stroms und wandte sich dann gegen die Städte. Alle Truppen in Syrien schlossen sich ihm als Verbündete an. Als er vor Aschkelon erschien, bereiteten ihm die Bürger vor der Stadt einen glänzenden Empfang.61 Von dort zog er nach Gaza. Doch die Einwohner von Gaza schlossen die Tore. Jonatan belagerte die Stadt, brannte die Häuser in der Umgebung nieder und plünderte sie aus.62 Daraufhin baten die Einwohner Gazas Jonatan um Frieden. Er schloss mit ihnen einen Vertrag, nahm die Söhne der führenden Familien als Geiseln und ließ sie nach Jerusalem bringen. Dann zog er durch das Land bis nach Damaskus.63 Dabei erfuhr Jonatan, dass die Feldherren des Demetrius mit einem großen Heer nach Kedesch in Galiläa gezogen seien, um ihn seines Amtes zu entheben.64 Daher rückte er gegen sie vor. Seinen Bruder Simeon aber hatte er im Land zurückgelassen.65 Simeon schlug sein Lager vor Bet-Zur auf, belagerte die Stadt lange Zeit und schloss sie ein.66 Schließlich baten sie ihn um Frieden. Er ging darauf ein, vertrieb sie aber von dort, besetzte die Stadt und legte Truppen hinein.67 Jonatan bezog mit seinem Heer ein Lager am See Gennesaret. Morgens brachen sie früh auf und zogen in die Ebene von Hazor.68 Dort stießen sie auf fremde Truppen. Diese hatten einen Teil ihrer Männer in den Bergen als Hinterhalt gegen Jonatan zurückgelassen und griffen ihn nun von vorn an.69 Dann brachen die Truppen, die im Hinterhalt lagen, aus ihren Stellungen hervor und griffen in den Kampf ein.70 Da liefen alle Soldaten Jonatans davon. Keiner blieb zurück, außer den Truppenführern Mattatias, dem Sohn Abschaloms, und Judas, dem Sohn Halfis.71 Jonatan aber zerriss sein Gewand, streute sich Staub auf das Haupt und betete.72 Dann nahm er den Kampf gegen die Feinde auf, brachte ihnen eine Niederlage bei und sie flohen.73 Als seine Leute, die davongelaufen waren, das sahen, kehrten sie zu ihm zurück und machten sich mit ihm an die Verfolgung, bis sie das Lager der Feinde bei Kedesch erreichten. Dort lagerten sie.74 An jenem Tag fielen von den fremden Truppen etwa dreitausend Mann. Darauf kehrte Jonatan nach Jerusalem zurück.

1.Makkabäer 11

Zürcher Bibel

von Theologischer Verlag Zürich
1 Und der König von Ägypten zog Streitkräfte zusammen, zahlreich wie der Sand am Ufer des Meeres, und viele Schiffe, und mit einer List versuchte er, die Macht über das Königreich Alexanders an sich zu bringen und es seinem Königreich einzugliedern:2 Mit friedfertigen Worten zog er aus, nach Syrien, und die in den Städten öffneten ihm die Tore und zogen ihm entgegen, denn es war eine Anordnung Alexanders, des Königs, ihm entgegenzuziehen, da jener sein Schwiegervater war.[1]3 Ptolemaios aber kam in die Städte und legte von den Streitkräften eine Wachabteilung in jede Stadt.4 Als er sich aber Aschdod näherte, zeigte man ihm das Heiligtum Dagons, das in Brand gesteckt worden war, und Aschdod und was ringsum war, alles zerstört, und die umherliegenden Leichen und die Verbrannten, die Jonatan in der Schlacht verbrannt hatte, denn man trug sie haufenweise an seinem Weg zusammen.[2]5 Und um ihn schlechtzumachen, erzählten sie dem König, was Jonatan getan hatte. Und der König schwieg.6 Und mit Prunk traf Jonatan mit dem König in Jafo zusammen, und sie begrüssten einander und blieben dort über Nacht.7 Und Jonatan zog mit dem König bis zu dem Fluss, der Eleutherus genannt wird, dann kehrte er zurück nach Jerusalem.8 König Ptolemaios aber wurde Herr über die Städte an der Küste, bis Seleukia am Meer, und als er an Alexander dachte, kam er auf böse Gedanken.9 Und er sandte Unterhändler zu Demetrius, dem König, um ihm zu sagen: Auf, lass uns einen Bund miteinander schliessen! Und ich werde dir meine Tochter, die jetzt Alexander hat, geben, und du sollst König sein über das Königreich deines Vaters.10 Denn ich bereue, dass ich ihm meine Tochter gegeben habe: Er hat versucht, mich zu töten!11 Und er redete schlecht über ihn, denn er begehrte sein Königreich.12 Und er nahm ihm seine Tochter weg und gab sie Demetrius, und er wurde dem Alexander fremd, und ihre Feindschaft trat offen zutage.13 Und Ptolemaios zog in Antiochia ein und setzte sich das Diadem der Asia auf: Er setzte zwei Diademe auf sein Haupt, das von Ägypten und das der Asia.14 Alexander, der König, aber war zu jenen Zeiten in Kilikien, denn die in jenen Orten waren abtrünnig.15 Und Alexander hörte davon und zog gegen ihn in die Schlacht. Und Ptolemaios rückte aus und zog ihm mit grosser Kraft entgegen und schlug ihn in die Flucht.16 Und Alexander floh nach Arabien, um dort Schutz zu finden. König Ptolemaios aber wurde gefeiert.[3]17 Und Sabdiel, der Araber, schlug Alexander den Kopf ab und sandte ihn an Ptolemaios.18 Am dritten Tag aber starb König Ptolemaios, und seine Leute in den Festungen wurden von den Bewohnern der Festungen umgebracht.[4]19 Und im Jahr 167 wurde Demetrius König.20 In jenen Tagen sammelte Jonatan die aus Judäa, um die Burg in Jerusalem anzugreifen, und sie bauten viele Kriegsmaschinen gegen sie.21 Und einige, die die eigene Nation hassten, Männer, die gegen die Weisung waren, gingen zum König und meldeten ihm, dass Jonatan die Burg belagerte.22 Und er hörte davon und wurde zornig. Als er aber davon hörte, brach er sogleich auf und zog nach Ptolemais und schrieb an Jonatan, er solle die Belagerung abbrechen und ihm entgegenkommen, um sich unverzüglich mit ihm in Ptolemais zu treffen.23 Als aber Jonatan davon hörte, forderte er dazu auf, die Belagerung fortzusetzen, und er wählte einige von den Ältesten Israels und von den Priestern aus und begab sich in die Gefahr:24 Er nahm Silber und Gold und Gewänder und eine Menge anderer Geschenke und ging zum König nach Ptolemais und fand Wohlgefallen bei ihm.25 Und einige aus dem Volk, die die Weisung missachteten, führten Klage gegen ihn.26 Und der König behandelte ihn so, wie die vor ihm ihn behandelt hatten, und erhöhte ihn vor allen seinen Freunden.[5]27 Und er bestätigte ihn im Hohepriesteramt und in allen anderen Würden, die er schon hatte, und er veranlasste, dass er als einer der Ersten Freunde geführt wurde.28 Und Jonatan bat darum, dass der König Judäa abgabenfrei mache, dazu die drei Toparchien und Samaria, und er versprach ihm 300 Talent.[6]29 Und der König war zufrieden, und er stellte für Jonatan Briefe aus, all dies betreffend, in dieser Art:30 König Demetrius grüsst Jonatan, seinen Bruder, und die Nation der Juden!31 Die Abschrift des Briefs, den wir Lasthenes, unserem Verwandten, euch betreffend geschrieben haben, haben wir auch für euch angefertigt, damit ihr Kenntnis davon habt:32 König Demetrius grüsst Lasthenes, seinen Vater!33 Wir haben beschlossen, der Nation der Juden, unseren Freunden, die sich uns gegenüber angemessen verhalten, Gutes zu erweisen, weil sie uns gut gesinnt sind.34 Wir haben ihnen die Grenzen von Judäa und die drei Bezirke Aphairema, Lydda und Ramatajim bestätigt; sie werden Judäa von Samaria eingegliedert, mit allem, was an sie angrenzt - zugunsten aller, die in Jerusalem Opfer darbrin gen, statt die königliche Abgabe zu entrichten, die der König von ihnen zuvor jährlich von den Erzeugnissen des Bodens und der Fruchtbäume genommen hat.35 Auch was uns von nun an sonst noch zusteht, von den Zehnten und den uns zustehenden Zöllen, und die Salzteiche und die uns zustehenden Kränze - bei allem werden wir ihnen Erlass gewähren.36 Und nichts von dem soll aufgehoben werden, von nun an, für alle Zeit!37 Nun sorgt also dafür, dass man eine Abschrift davon anfertigt: Sie ist Jonatan zu übergeben und auf dem heiligen Berg an einem besonders bezeichneten Ort aufzulegen.38 Und Demetrius, der König, sah, dass die Erde vor ihm verstummte und nichts sich ihm entgegenstellte, und er entliess alle seine Streitkräfte, einen jeden an seinen eigenen Ort, mit Ausnahme der fremden Streitkräfte, die er als Söldner angeworben hatte von den Inseln der Nationen. Da wurden ihm alle Streitkräfte seiner Vorfahren zu Feinden.39 Tryphon aber war einer derer, die früher bei Alexander gewesen waren, und er sah, dass alle Streitkräfte gegen Demetrius murrten, und er zog zu Jamliku, dem Araber, der sich um Antiochus kümmerte, den kleinen Sohn von Alexander.40 Und er redete auf ihn ein, dass er ihn ihm übergebe, damit er König werde an seines Vaters Statt; und er berichtete ihm von allem, was Demetrius befohlen hatte und von der Feindschaft, die seine Streitkräfte gegen ihn hegten. Und er blieb dort viele Tage.41 Und Jonatan sandte zu Demetrius, dem König: Er solle die in der Burg aus Jerusalem und auch die in den Festungen vertreiben, denn sie bekämpften Israel.42 Und Demetrius sandte zu Jonatan mit den Worten: Nicht allein dies werde ich für dich und deine Nation tun, sondern ich werde dir und deiner Nation auch grosse Anerkennung verschaffen, sobald ich die Möglichkeit dazu habe!43 So wirst du nun das Richtige tun, wenn du mir Männer sendest, die mich unterstützen, denn alle meine Streitkräfte haben sich abgesetzt.44 Und Jonatan sandte ihm 3000 fähige und starke Männer nach Antiochia, und sie kamen zum König, und der König war hocherfreut über ihr Eintreffen.45 Und die aus der Stadt versammelten sich in der Stadtmitte - gegen 120000 Mann - und wollten den König beseitigen.46 Und der König floh in den Palast, und die aus der Stadt besetzten die Durchgangsstrassen der Stadt und begannen zu kämpfen.47 Und der König rief die Juden zu Hilfe, und sie versammelten sich bei ihm, alle zusammen, und sie verteilten sich über die Stadt, und an jenem Tag töteten sie in der Stadt gegen 100000.48 Und sie steckten die Stadt in Brand und machten an jenem Tag reiche Beute und retteten den König.49 Und die aus der Stadt sahen, dass die Juden die Stadt in ihre Gewalt brachten, wie sie es geplant hatten, und sie verloren den Mut und riefen laut zum König und baten mit den Worten:50 Reiche uns die Hand: Die Juden sollen aufhören, uns und die Stadt zu bekämpfen!51 Und sie warfen die Waffen hin und schlossen Frieden. Und die Juden wurden vor dem König und vor allen in seinem Königreich ausgezeichnet, und ihr Name wurde bekannt in seinem Königreich, und mit reicher Beute kehrten sie nach Jerusalem zurück.52 Und Demetrius, der König, bestieg den Thron seines Königreichs, und die Erde verstummte vor ihm.53 Und von all dem, was er zugesagt hatte, hielt er nichts, und er wurde Jonatan fremd, und er erwiderte ihm nicht die Gunst, die dieser ihm erwiesen hatte, und er setzte ihn sehr unter Druck.54 Danach aber kehrte Tryphon zurück und mit ihm auch Antiochus, ein Knabe, sehr jung. Und dieser wurde König und setzte sich ein Diadem auf.55 Und es versammelten sich bei ihm all jene Streitkräfte, die Demetrius hatte fallen lassen, und sie kämpften gegen ihn, und er floh, und er wurde in die Flucht geschlagen.56 Und Tryphon nahm die Kampftiere und gewann die Oberhand in Antiochia.57 Und Antiochus der Jüngere schrieb an Jonatan mit den Worten: Ich bestätige dich im Hohepriesteramt und setze dich ein über die vier Bezirke und ernenne dich zu einem der Freunde des Königs.58 Und er sandte ihm goldenes Geschirr und Dienerschaft und gab ihm die Vollmacht, aus Gold zu trinken und Purpur zu tragen und eine goldene Spange zu besitzen.59 Und Simon, seinen Bruder, setzte er ein als Heerführer vom Aufstieg nach Tyros bis an die Grenze zu Ägypten.60 Und Jonatan zog aus und durchquerte das Gebiet jenseits des Flusses und die Städte, und die gesamte Streitmacht Syriens versammelte sich bei ihm, um Beistand zu leisten, und er kam nach Aschkelon, und die aus der Stadt kamen ihm entgegen und bezeugten ihm ihre Anerkennung.61 Und von dort kam er nach Gaza, die von Gaza aber hielten die Tore geschlossen, und er belagerte es und steckte die Siedlungen in seinem Umland in Brand und plünderte sie.[7]62 Und die von Gaza baten Jonatan inständig, und er reichte ihnen die Hand, und er nahm die Söhne ihrer Obersten als Geiseln und sandte diese fort, nach Jerusalem. Und er durchquerte die Region bis nach Damaskus.63 Und Jonatan hörte, dass die Obersten des Demetrius mit einer grossen Streitmacht in Kedesch in Galiläa eingetroffen waren und ihn aus dem Amt entfernen wollten.64 Und er zog ihnen entgegen, seinen Bruder Simon aber liess er im Land zurück.65 Und Simon belagerte Bet-Zur und bekämpfte es viele Tage lang und schloss sie ein.[8]66 Und sie baten ihn inständig, seine Hand ergreifen zu dürfen, und er gab sie ihnen, und er vertrieb sie von dort und nahm die Stadt ein und setzte eine Wachabteilung über sie ein.67 Und Jonatan und sein Heer besetzten den See von Gennesaret. Und früh am Morgen machten sie sich auf in Richtung der Ebene von Chazor.[9]68 Und sieh, in der Ebene trat ihm ein Heer von Fremdstämmigen entgegen; und sie hatten ihm in den Bergen einen Hinterhalt gelegt, sie selbst aber traten ihm von vorn entgegen.69 Die aus dem Hinterhalt aber brachen aus ihren Verstecken hervor und eröffneten den Kampf.[10]70 Und alle, die bei Jonatan waren, ergriffen die Flucht, und nicht einer von ihnen blieb, ausser Mattatias, dem Sohn des Absalom, und Judas, dem Sohn des Chalfi - Oberste der Heereseinheit der Streitkräfte.71 Und Jonatan zerriss seine Kleider und streute Erde auf sein Haupt und sprach ein Gebet.72 Dann wandte er sich wieder gegen sie im Kampf und schlug sie in die Flucht, und sie flohen.73 Und die von ihm, die die Flucht ergriffen hatten, sahen dies und kehrten zu ihm zurück und verfolgten sie zusammen mit ihm bis Kedesch, bis zu ihrem Heerlager, und dort liessen sie sich nieder.74 Und an jenem Tag fielen von den Fremdstämmigen gegen 3000 Mann, und Jonatan kehrte nach Jerusalem zurück.