1.Korinther 9

Einheitsübersetzung 2016

von Katholisches Bibelwerk
1 Bin ich nicht frei? Bin ich nicht ein Apostel? Habe ich nicht Jesus, unseren Herrn, gesehen? Seid ihr nicht mein Werk im Herrn? (1Kor 15,8; Gal 5,1)2 Wenn ich für andere kein Apostel bin, bin ich es doch für euch. Ihr seid ja im Herrn das Siegel meines Apostelamtes. (1Kor 4,15)3 Das aber ist meine Rechtfertigung vor denen, die abfällig über mich urteilen: (1Kor 4,3)4 Haben wir nicht das Recht, zu essen und zu trinken? (1Kor 9,14)5 Haben wir nicht das Recht, eine Schwester im Glauben als Frau mitzunehmen, wie die übrigen Apostel und die Brüder des Herrn und wie Kephas? (Mt 8,14; Mk 1,30; Lk 4,38)6 Haben nur ich und Barnabas kein Recht, nicht zu arbeiten? (Apg 11,30; Apg 12,25; Apg 13,2; Gal 2,1)7 Wer leistet denn Kriegsdienst und bezahlt sich selber den Sold? Wer pflanzt einen Weinberg und isst nicht von seinem Ertrag? Oder wer weidet eine Herde und trinkt nicht von der Milch der Herde? (2Thess 3,9; 2Tim 2,4)8 Sage ich das nur als Mensch? Sagt das nicht auch das Gesetz?9 Im Gesetz des Mose steht doch: Du sollst dem Ochsen beim Dreschen keinen Maulkorb anlegen. Liegt denn Gott etwas an den Ochsen? (5Mo 25,4; 1Tim 5,18)10 Spricht er nicht allenthalben unseretwegen? Ja, unseretwegen wurde geschrieben: Der Pflüger wie der Drescher sollen ihre Arbeit in der Erwartung tun, ihren Teil zu erhalten.[1] (Sir 6,19)11 Wenn wir für euch die Geistesgaben gesät haben, ist es dann zu viel verlangt, wenn wir von euch die irdischen Gaben ernten? (Röm 15,27)12 Wenn andere an dem, was euch gehört, teilhaben dürfen, dann nicht wir erst recht? Aber wir haben von diesem Recht keinen Gebrauch gemacht. Vielmehr ertragen wir alles, um dem Evangelium Christi kein Hindernis in den Weg zu legen. (Apg 20,33; 2Kor 11,7)13 Wisst ihr nicht, dass alle, die im Heiligtum Dienst tun, vom Heiligtum leben und dass alle, die am Altar Dienst tun, vom Altar ihren Anteil erhalten? (4Mo 18,8; 5Mo 18,1)14 So hat auch der Herr denen, die das Evangelium verkünden, geboten, vom Evangelium zu leben. (Mt 10,10; Lk 10,7; Gal 6,6)15 Ich aber habe all das nicht in Anspruch genommen. Ich schreibe dies auch nicht, damit es in meinem Fall so geschieht. Lieber wollte ich sterben, als dass mir jemand diesen Ruhm entreißt.16 Wenn ich nämlich das Evangelium verkünde, gebührt mir deswegen kein Ruhm; denn ein Zwang liegt auf mir. Weh mir, wenn ich das Evangelium nicht verkünde!17 Wäre es mein freier Entschluss, so erhielte ich Lohn. Wenn es mir aber nicht freisteht, so ist es ein Dienst, der mir anvertraut wurde.18 Was ist nun mein Lohn? Dass ich unentgeltlich verkünde und so das Evangelium bringe und keinen Gebrauch von meinem Anrecht aus dem Evangelium mache.19 Obwohl ich also von niemandem abhängig bin, habe ich mich für alle zum Sklaven gemacht, um möglichst viele zu gewinnen. (Mt 20,26; Mk 9,35; Lk 22,26; 1Kor 10,33)20 Den Juden bin ich ein Jude geworden, um Juden zu gewinnen; denen, die unter dem Gesetz stehen, bin ich, obgleich ich nicht unter dem Gesetz stehe, einer unter dem Gesetz geworden, um die zu gewinnen, die unter dem Gesetz stehen. (Apg 16,3; Apg 21,20; Gal 4,12)21 Den Gesetzlosen bin ich sozusagen ein Gesetzloser geworden - nicht als ein Gesetzloser vor Gott, sondern gebunden an das Gesetz Christi -, um die Gesetzlosen zu gewinnen. (Gal 6,2)22 Den Schwachen bin ich ein Schwacher geworden, um die Schwachen zu gewinnen. Allen bin ich alles geworden, um auf jeden Fall einige zu retten. (Röm 15,1; 1Kor 8,9; 2Kor 11,29)23 Alles aber tue ich um des Evangeliums willen, um an seiner Verheißung teilzuhaben.24 Wisst ihr nicht, dass die Läufer im Stadion zwar alle laufen, aber dass nur einer den Siegespreis gewinnt? Lauft so, dass ihr ihn gewinnt!25 Jeder Wettkämpfer lebt aber völlig enthaltsam; jene tun dies, um einen vergänglichen, wir aber, um einen unvergänglichen Siegeskranz zu gewinnen. (Phil 3,14; 2Tim 2,5; 2Tim 4,7; 1Petr 5,4)26 Darum laufe ich wie einer, der nicht ziellos läuft, und kämpfe mit der Faust wie einer, der nicht in die Luft schlägt;27 vielmehr züchtige und unterwerfe ich meinen Leib, damit ich nicht anderen verkünde und selbst verworfen werde. (Röm 13,14)

1.Korinther 9

Menge Bibel

1 Bin ich nicht ein freier (Mann)? Bin ich nicht ein Apostel? Habe ich nicht unsern Herrn Jesus gesehen? Seid ihr nicht mein Werk im Herrn[1]?2 Mag ich für andere kein Apostel sein, so bin ich es doch sicherlich für euch; denn das Siegel[2] für mein Apostelamt seid ihr im Herrn[3].3 Das ist meine Rechtfertigung[4] denen gegenüber, die über mich zu Gericht sitzen (wollen).4 Haben wir (Apostel) etwa nicht das Recht, Essen und Trinken zu beanspruchen?5 Haben wir nicht das Recht, eine Schwester[5] als Ehefrau (auf unsern Reisen) bei uns zu haben wie die übrigen Apostel und die Brüder des Herrn und Kephas[6]?6 Oder sind wir allein, ich und Barnabas, nicht berechtigt, die Handarbeit zu unterlassen?7 Wer leistet jemals Kriegsdienste für eigenen Sold? Wer legt einen Weinberg an, ohne von dessen Früchten zu essen? Oder wer hütet eine Herde, ohne von der Milch der Herde zu genießen?8 Behaupte ich dies etwa als einen bloß von Menschen aufgestellten Grundsatz, oder enthält nicht das Gesetz dieselbe Verordnung?9 Im mosaischen Gesetz steht ja doch geschrieben (5.Mose 25,4): »Du sollst einem Ochsen, der zu dreschen hat, das Maul nicht verbinden!« Ist es Gott etwa um die Ochsen zu tun?10 Oder gehen seine Worte nicht ohne allen Zweifel auf uns? Ja, um unsertwillen steht geschrieben, daß der Pflüger auf Hoffnung hin pflügen und der Drescher in der Hoffnung auf Mitgenuß (des Ertrages) arbeiten soll.11 Wenn wir für euch das Geistliche[7] ausgesät haben, ist es da etwas Absonderliches, wenn wir von euch das Irdische[8] ernten?12 Wenn andere an dem Verfügungsrecht über euch[9] Anteil haben, sind wir dann nicht in noch höherem Grade dazu berechtigt? Aber wir haben von diesem Recht keinen Gebrauch gemacht, sondern ertragen lieber alles, um nur der Heilsbotschaft Christi[10] kein Hindernis in den Weg zu legen.13 Wißt ihr nicht, daß die, welche den Tempeldienst verrichten, von den Einkünften des Tempels ihren Unterhalt haben? Daß die, welche beständig am Opferaltar tätig sind, ihren Anteil vom Altar erhalten?14 Ebenso hat auch der Herr über die Verkündiger der Heilsbotschaft die Anordnung getroffen, daß sie von der Heilsverkündigung leben sollen.15 Ich aber habe von keinem dieser Rechte für mich Gebrauch gemacht, und ich schreibe euch dieses auch nicht deshalb, damit es fortan mit mir so gehalten werde; denn lieber wollte ich sterben, als – nein, meinen Ruhm soll mir niemand zunichte machen!16 Denn wenn ich die Heilsbotschaft verkündige, so habe ich daran keinen Grund zum Rühmen, denn ich stehe dabei unter einem Zwang; ein ›Wehe!‹ träfe mich ja, wenn ich die Heilsbotschaft nicht verkündigte!17 Denn nur, wenn ich dies aus freiem Entschluß tue, habe ich (Anspruch auf) Lohn; wenn ich es aber unfreiwillig tue, so ist es nur ein Haushalteramt, mit dem ich betraut bin.18 Worin besteht demnach mein Lohn? Darin, daß ich als Verkündiger der Heilsbotschaft diese unentgeltlich darbiete, so daß ich von meinem Recht bei der Verkündigung der Heilsbotschaft keinen Gebrauch mache.19 Denn obwohl ich von allen Menschen unabhängig bin, habe ich mich doch allen zum Knecht gemacht, um die Mehrzahl[11] von ihnen zu gewinnen.20 So bin ich denn für die Juden[12] zu einem Juden geworden, um Juden zu gewinnen; für die Gesetzesleute zu einem Mann des Gesetzes – obgleich ich selbst nicht unter dem Gesetz stehe –, um die Gesetzesleute zu gewinnen;21 für die (Heiden), die das Gesetz nicht haben, zu einem Manne, der ohne das Gesetz lebt – obgleich ich nicht ohne Gottes Gesetz lebe, vielmehr dem Gesetz Christi unterworfen bin –, um die, welche das Gesetz nicht haben, zu gewinnen;22 für die Schwachen bin ich ein Schwacher geworden, um die Schwachen zu gewinnen; kurz: für alle bin ich alles geworden, um auf jeden Fall einige zu retten.23 Alles (das) aber tue ich um der Heilsbotschaft willen, damit auch ich Anteil an ihr[13] erlange.24 Wißt ihr nicht, daß die, welche in der Rennbahn laufen, zwar alle laufen, daß aber nur einer den Siegespreis erhält? Lauft ihr nun in der Weise, daß ihr ihn erlangt!25 Jeder aber, der sich am Wettkampf beteiligen will, legt sich Enthaltsamkeit in allen Beziehungen auf, jene, um einen vergänglichen Kranz zu empfangen, wir aber einen unvergänglichen.26 So laufe ich denn nicht ziellos[14] und treibe den Faustkampf so, daß ich keine Lufthiebe führe;27 sondern ich zerschlage meinen Leib und mache ihn mir dienstbar, um nicht, nachdem ich als Herold andere zum Kampf aufgerufen habe, mich selbst als untüchtig[15] zu erweisen.

1.Korinther 9

Gute Nachricht Bibel 2018

von Deutsche Bibelgesellschaft
1 Nehmt euch ein Beispiel an mir! Bin ich nicht frei? Bin ich nicht Apostel? Habe ich nicht Jesus, unseren Herrn, gesehen? Seid nicht ihr die Frucht meines Wirkens für den Herrn? (1Kor 15,8; 2Kor 10,7; 2Kor 11,5; Gal 1,1)2 Auch wenn andere mich nicht als Apostel anerkennen – für euch bin ich es! Meine Beglaubigung als Apostel seid ihr selbst, weil ihr zum Glauben an den Herrn gekommen seid. (1Kor 4,15; 2Kor 3,1; 2Kor 10,13)3 Hier ist meine Antwort an die Leute, die Kritik an mir üben:4 Hätte ich nicht Anspruch darauf, für meinen Dienst als Apostel Essen und Trinken zu bekommen? (Mt 10,10; 2Thess 3,9)5 Hätte ich nicht das Recht, eine Christin als Ehefrau auf meine Reisen mitzunehmen, wie es die anderen Apostel tun und die Brüder des Herrn und auch Petrus?[1]6 Sind ich und Barnabas die Einzigen, die mit ihrer Hände Arbeit für ihren Unterhalt aufkommen müssen? (Apg 9,27; Apg 18,3; Gal 2,1; Gal 2,9; Gal 2,13)7 Wer zieht denn schon auf eigene Kosten in den Krieg? Wer pflanzt einen Weinberg, ohne von seinen Trauben zu essen? Wer hütet Schafe, ohne von ihrer Milch zu trinken?8 Ich berufe mich nicht nur auf das, was allgemein üblich ist. Das Gesetz Gottes sagt dasselbe.9 Im Gesetzbuch Moses steht geschrieben: »Einem Ochsen, der zum Dreschen eingespannt wird, darfst du das Maul nicht zubinden.« Geht es Gott vielleicht um die Ochsen, (5Mo 25,4; 1Tim 5,18)10 oder meint er nicht vielmehr uns bei allem, was er sagt? So ist es: Von uns ist hier die Rede, um unseretwillen steht es geschrieben. Wer pflügt und erntet, muss damit rechnen können, selbst einen Teil vom Ertrag zu bekommen.11 Ich habe geistliche Gaben, den Samen der Botschaft Gottes, unter euch ausgesät. Ist es zu viel verlangt, wenn ich dafür natürliche Gaben ernte, nämlich was ich zum Leben brauche?[2] (Röm 15,27)12 Andere nehmen dieses Recht in Anspruch und lassen sich von euch versorgen. Habe ich nicht einen viel größeren Anspruch darauf? Und doch habe ich von meinem Recht keinen Gebrauch gemacht. Ich nehme alle Mühen und Entbehrungen auf mich, um der Guten Nachricht von Christus kein Hindernis in den Weg zu legen. (Apg 20,33; 2Kor 11,9)13 Ihr wisst, dass die Priester, die im Tempel Dienst tun, ihren Lebensunterhalt von den Einkünften des Tempels bekommen; und wer am Altar den Opferdienst verrichtet, bekommt einen Teil von den Opfergaben. (4Mo 18,8)14 Genauso hat es Jesus, der Herr, für uns angeordnet:[3] Wer die Gute Nachricht verbreitet, soll davon leben können.15 Aber ich habe von diesem Recht nie irgendwelchen Gebrauch gemacht. Ich schreibe das auch nicht, damit ich künftig in den Genuss davon komme. Eher sterben als das! Meinen Ruhm soll mir niemand nehmen! (Apg 18,3)16 Denn wenn ich die Gute Nachricht verkünde, habe ich noch keinen Grund, mich zu rühmen. Ich kann ja gar nicht anders – weh mir, wenn ich sie nicht weitergebe! (Jer 20,9)17 Nur wenn ich sie aus eigenem Antrieb verkünden würde, könnte ich dafür einen Lohn erwarten. Aber ich tue es nicht freiwillig, sondern weil ich mit einem Amt betraut bin.18 Worin besteht also mein Lohn? Mein Lohn ist, dass ich die Gute Nachricht ohne Entgelt verbreite und auf das verzichte, was mir dafür zusteht.19 Obwohl ich also frei und von niemand abhängig bin, habe ich mich zum Sklaven aller gemacht, um möglichst viele für Christus zu gewinnen. (1Kor 10,32; 2Kor 5,11)20 Wenn ich mit Juden zu tun hatte, lebte ich wie ein Jude, um sie für Christus zu gewinnen. Unter ihnen, die von der Befolgung des Gesetzes das Heil erwarten, lebte auch ich nach den Vorschriften des Gesetzes, obwohl ich selbst das Heil nicht mehr vom Gesetz erwarte – und das nur, um sie für Christus zu gewinnen. (Apg 16,3; Apg 21,20)21 Wenn ich dagegen mit Menschen zu tun hatte, die nichts vom Gesetz wissen, lebte auch ich nicht nach dem Gesetz, obwohl ich doch vor Gott nicht gesetzlos lebe; ich stehe ja unter dem Gesetz, das Christus gegeben hat[4] – und auch das tat ich, um sie für Christus zu gewinnen.22 Und wenn ich mit Menschen zu tun hatte, deren Glaube noch schwach war, wurde ich wie sie und machte von meiner Freiheit keinen Gebrauch – nur um sie für Christus zu gewinnen. Ich stellte mich allen gleich, um überall wenigstens einige zu retten. (2Kor 11,29)23 Das alles tue ich für die Gute Nachricht, damit ich selbst Anteil bekomme an dem, was sie verspricht.24 Ihr wisst doch, dass an einem Wettlauf viele teilnehmen; aber nur einer bekommt den Preis, den Siegeskranz. Darum lauft so, dass ihr den Kranz gewinnt! (Phil 3,12; 2Tim 2,5; 2Tim 4,7; 2Tim 4,8; Hebr 12,1; Jak 1,12; 1Petr 5,4; Offb 2,10; Offb 3,11)25 Alle, die an einem Wettkampf teilnehmen wollen, nehmen harte Einschränkungen auf sich. Sie tun es für einen Siegeskranz, der vergeht. Aber auf uns wartet ein Siegeskranz, der unvergänglich ist.26 Darum laufe ich wie einer, der das Ziel erreichen will. Darum kämpfe ich wie ein Faustkämpfer, der nicht danebenschlägt.27 Ich treffe mit meinen Schlägen den eigenen Körper, sodass ich ihn ganz in die Gewalt bekomme. Ich will nicht anderen predigen und selbst versagen.

1.Korinther 9

Das Buch

von SCM Verlag
1 Natürlich erhebt sich da die Frage: Bin ich nicht ein freier Mensch? Bin ich etwa kein Sonderbeauftragter des Messias? Habe ich nicht mit eigenen Augen Jesus, unseren Herrn, gesehen? Und ist die Tatsache, dass ihr jetzt zum Messias gehört, nicht das Ergebnis meiner Arbeit?2 Wenn ich schon nicht der Apostel für andere bin, dann bin ich es aber auf jeden Fall für euch! Denn dass ihr jetzt zu Jesus, dem Herrn, gehört, ist ja eine unübersehbare Bestätigung dafür, dass ich wirklich ein Sonderbotschafter von Jesus bin.3 Das ist meine Verteidigung gegenüber denen, die mich verurteilen wollen:4 Haben wir nicht auch das Recht zu essen und zu trinken?5 Und haben wir nicht auch das Recht, eine Christin zu heiraten und dann auf unseren Reisen mitzunehmen, wie es auch die anderen Jesusbotschafter tun und auch die leiblichen Brüder von Jesus und auch Kephas?6 Oder ist es so, dass nur ich und Barnabas auf das Recht verzichten müssen, unseren Auftrag zu erfüllen, ohne selbst für unseren Lebensunterhalt arbeiten zu müssen?7 Doch ich frage: Zieht jemals ein Soldat auf eigene Kosten in den Krieg? Und: Legt jemand einen Weinberg an, ohne dann auch von den Früchten zu essen? Oder auch: Gibt es jemanden, der als Hirte für eine Herde sorgt, ohne dann auch die Milch zu genießen?8 Ich sage das nicht nur auf der Grundlage des gesunden Menschenverstandes, sondern weil auch das Gottesgesetz das unterstreicht.9 Denn im Gesetzbuch des Mose steht geschrieben: »Du sollst einem dreschenden Ochsen das Maul nicht zubinden.« Geht es Gott bei dieser Vorschrift nur um die Ochsen?10 Oder spricht er nicht genau genommen auch über uns? Ja, um unseretwillen steht in Gottes Buch geschrieben, dass der, der das Feld pflügt, das in der Hoffnung tut, auch etwas davon zu erhalten, und dass derjenige, der das Korn drischt, das in derselben Erwartung tut, auch einen Anteil am Ertrag zu erhalten.11 Also: Wenn wir euch die geistlichen Dinge weitergegeben haben, was ist es dann Besonderes, wenn wir materielle Dinge von euch erhalten?12 Wenn andere die Möglichkeit haben, von euch zu profitieren, sollte das dann nicht erst recht bei uns der Fall sein? Aber wir haben von diesem Recht keinen Gebrauch gemacht, sondern wir ertragen alles. Denn es ist unser Anliegen, der guten Nachricht vom Messias keine Steine in den Weg zu legen.13 Wisst ihr denn nicht, dass die, die im Tempel arbeiten, auch ihre Versorgung aus dem Tempel beziehen, und dass die, die ihren Dienst am Altar verrichten, auch Anteil haben an dem, was auf dem Altar geopfert wird?14 So hat auch Jesus, der Herr, es festgelegt, dass die, die die gute Nachricht verkündigen, sich durch diese Aufgabe ernähren können.15 Doch ich selbst habe diese Möglichkeit nicht in Anspruch genommen. Und ich habe dies auch nicht mit der Absicht geschrieben, damit ich jetzt im Nachhinein diese Versorgung von euch bekomme. Nein, es wäre für mich besser zu sterben, als … Nun, ich bin stolz darauf, und das soll mir niemand wegnehmen!16 Denn allein, dass ich die gute Nachricht von Jesus überall öffentlich verbreite, ist für mich noch kein Grund, darauf stolz zu sein. Denn dazu bin ich ja unausweichlich gedrängt. Ja, weh mir, wenn ich die gute Nachricht nicht verkündige!17 Wenn ich es freiwillig tue, dann besteht darin schon mein Lohn. Wenn ich es aber unfreiwillig mache, dann ist es eben so: Dann habe ich halt eine Verantwortung übernommen, der ich mich nicht entziehen kann.18 Was ist denn jetzt mein Lohn dafür? Genau das: dass ich bei meiner Verkündigung die Gottesbotschaft umsonst weitergebe und auf diese Weise von meinem Recht keinen Gebrauch mache.19 Denn obwohl ich gegenüber allen Menschen frei bin, habe ich mich selbst zum Leibeigenen aller gemacht. So will ich die größtmögliche Zahl gewinnen.20 Für die Juden bin ich ein Jude geworden, damit ich Juden gewinne. Denen, die ihr Leben nach dem Gesetz ausrichten, bin ich wie einer geworden, der auch unter dem Gesetz lebt. Dabei bin ich ja selbst nicht mehr dem Gesetz unterworfen! Und doch versuche ich auf diese Weise die, die unter dem Gesetz leben, für Jesus zu gewinnen.21 Den Menschen gegenüber, die Gottes Gesetz nicht kennen, verhalte ich mich wie einer, der dieses Gesetz auch nicht kennt. Dabei bin ich ja gar nicht ohne das Gesetz Gottes, sondern ich bin vom Messias in sein Gesetz mit hineingenommen. Doch das tue ich, um die zu gewinnen, die Gottes Gesetz nicht kennen.22 Den Schwachen bin ich ein Schwacher geworden, damit ich die Schwachen gewinne. Allen bin ich alles geworden, um so auf jede nur erdenkliche Weise einige Menschen zu retten.23 All das tue ich wegen der guten Nachricht, damit ich auch selbst Anteil an dem bekomme, wovon sie spricht.24 Wisst ihr nicht, dass die, die in der Kampfbahn laufen, zwar alle laufen, aber nur einer die Siegesmedaille gewinnt? Lauft so, dass ihr sie auf jeden Fall gewinnt!25 Jeder, der kämpft, hält sich an strenge Lebensregeln. Die Wettkämpfer machen das, damit sie einen vergänglichen Wettkampfpreis gewinnen. Doch wir wollen einen unvergänglichen Kampfpreis gewinnen!26 Ich meinerseits laufe so, dass ich nicht ins Ungewisse renne. Ich kämpfe nicht so, dass ich in die Luft schlage.27 Vielmehr quäle ich meinen Körper und mache ihn mir untertan, damit ich nicht, nachdem ich anderen die gute Nachricht angekündigt habe, selbst untauglich werde.

1.Korinther 9

Elberfelder Bibel

von SCM Verlag
1 Bin ich nicht frei? Bin ich nicht Apostel? Habe ich nicht Jesus, unseren Herrn, gesehen? Seid nicht ihr mein Werk im Herrn? (Apg 22,14; 1Kor 4,15; 1Kor 9,19; 1Kor 15,8)2 Wenn ich für andere kein Apostel bin, so bin ich es doch für euch; denn das Siegel meines Apostelamtes seid ihr im Herrn. (2Kor 3,2; 2Kor 12,12)3 Meine Verteidigung vor denen, die mich zur Untersuchung ziehen, ist diese: (2Kor 12,19)4 Haben wir etwa kein Recht[1], zu essen und zu trinken? (Mt 10,10; 2Thess 3,9)5 Haben wir etwa kein Recht[2], eine Schwester als Frau mitzunehmen wie die übrigen Apostel und die Brüder des Herrn und Kephas[3]? (Lk 4,38; Joh 1,42)6 Oder haben allein ich und Barnabas kein Recht[4], nicht zu arbeiten? (Apg 4,36; 1Thess 2,6)7 Wer tut jemals Kriegsdienste auf eigenen Sold? Wer pflanzt einen Weinberg und isst dessen Frucht nicht? Oder wer hütet eine Herde und isst nicht von der Milch der Herde? (2Tim 2,6)8 Rede ich dies etwa nach Menschen⟨weise⟩, oder sagt das nicht auch das Gesetz?9 Denn in dem Gesetz Moses steht geschrieben: »Du sollst dem Ochsen, der da drischt, nicht das Maul verbinden«. Ist Gott etwa um die Ochsen besorgt? (5Mo 25,4; 1Tim 5,18)10 Oder spricht er ⟨nicht⟩ durchaus um unsertwillen? Denn es ist um unsertwillen geschrieben, dass der Pflüger auf Hoffnung pflügen und der Dreschende ⟨dreschen⟩ soll auf Hoffnung, ⟨am Ertrag⟩ teilzuhaben.11 Wenn wir euch das Geistliche gesät haben, was ist es da Großes, wenn wir von euch das Irdische[5] ernten? (Röm 15,27; Gal 6,6)12 Wenn andere an dem Recht[6] über euch Anteil haben, nicht erst recht wir? Wir haben aber von diesem Recht[7] keinen Gebrauch gemacht, sondern wir ertragen alles, damit wir dem Evangelium Christi kein Hindernis bereiten. (Apg 18,3; 2Kor 11,7)13 Wisst ihr nicht, dass die, welche die heiligen Dienste tun, aus dem Tempel[8] essen, dass die, welche am Altar tätig sind, Anteil am Altar haben? (4Mo 18,10; 5Mo 18,1)14 So hat auch der Herr denen, die das Evangelium verkündigen, verordnet, vom Evangelium zu leben. (Lk 10,7)15 Ich aber habe von keinem dieser Dinge Gebrauch gemacht. Ich habe dies jedoch nicht geschrieben, damit es so mit mir geschieht; denn es wäre mir besser, zu sterben, als – meinen Ruhm soll mir niemand zunichtemachen. (1Kor 4,12; 2Kor 11,9)16 Denn wenn ich das Evangelium verkündige, so habe ich keinen Ruhm, denn ein Zwang liegt auf mir. Denn wehe mir, wenn ich das Evangelium nicht verkündigte! (Apg 4,20; Röm 1,14)17 Wenn ich dies nämlich freiwillig tue, so habe ich Lohn ⟨zu erwarten⟩, wenn aber unfreiwillig, so bin ich ⟨nur⟩ mit einer Verwaltung betraut. (1Petr 5,2)18 Was ist nun mein Lohn? Dass ich bei meiner Verkündigung[9] das Evangelium kostenfrei mache, sodass ich von meinem Recht[10] am Evangelium keinen Gebrauch mache.19 Denn obwohl ich allen gegenüber frei bin, habe ich mich allen zum Sklaven gemacht, damit ich so viele wie möglich[11] gewinne. (1Kor 9,1)20 Und ich bin den Juden wie ein Jude geworden, damit ich Juden gewinne; denen, die unter Gesetz sind, wie einer unter Gesetz – obwohl ich selbst nicht unter Gesetz bin –, damit ich die, welche unter Gesetz sind, gewinne; (Apg 16,3; Apg 21,24)21 denen, die ohne Gesetz sind, wie einer ohne Gesetz[12] – obwohl ich nicht ohne Gesetz vor Gott bin, sondern unter dem Gesetz Christi –, damit ich die, welche ohne Gesetz sind, gewinne. (Gal 3,5)22 Den Schwachen bin ich ein Schwacher geworden, damit ich die Schwachen gewinne. Ich bin allen alles geworden, damit ich auf alle Weise einige rette. (Röm 11,14; Röm 15,1; 1Kor 8,13; 1Kor 10,33)23 Ich tue aber alles um des Evangeliums willen, um an ihm Anteil zu bekommen.24 Wisst ihr nicht, dass die, welche in der Rennbahn laufen, zwar alle laufen, aber einer den Preis empfängt? Lauft so, dass ihr ihn erlangt! (Phil 3,14; Kol 2,18; Hebr 12,1)25 Jeder aber, der kämpft, ist enthaltsam in allem; jene freilich, damit sie einen vergänglichen Siegeskranz empfangen, wir aber einen unvergänglichen. (2Tim 2,4; 2Tim 4,8; 1Petr 5,4)26 Ich laufe nun so, nicht wie ins Ungewisse; ich kämpfe so, nicht wie einer, der in die Luft schlägt;27 sondern ich zerschlage meinen Leib und knechte[13] ihn, damit ich nicht, nachdem ich anderen gepredigt habe, selbst verwerflich werde. (Gal 5,24)