Tobit 3
Lutherbibel 2017
von Deutsche BibelgesellschaftSaras Not und Gebet
7 Es begab sich nun an demselben Tage, dass auch Sara, die Tochter Raguëls, in der Stadt Ekbatana in Medien von einer der Mägde ihres Vaters geschmäht wurde. 8 Man hatte sie nämlich sieben Männern nacheinander zur Frau gegeben, aber ein böser Geist, Aschmodai genannt, hatte sie alle getötet, sobald sie mit ihr das Lager teilen wollten, wie es Brauch ist. Und die Magd sagte zu ihr: Du bist es, die deine Männer tötet! Siehe, schon sieben Männern wurdest du gegeben, doch nach keinem von ihnen bist du benannt! 9 Was weist du uns zurecht wegen deiner Männer, die doch alle gestorben sind? Geh doch mit ihnen! Wenn wir nur niemals einen Sohn oder eine Tochter von dir sehen müssen! 10 An jenem Tag wurde Sara betrübt in ihrer Seele, sie weinte und ging in eine Kammer oben im Hause ihres Vaters. Dort wollte sie sich erhängen. Dann aber dachte sie bei sich und sagte: Niemals sollen sie meinen Vater schmähen und zu ihm sagen: Du hattest nur eine einzige, geliebte Tochter, und die hat sich aus Kummer erhängt! Nein, ich werde meinen greisen Vater nicht mit Leid zu den Toten hinabfahren lassen! Statt mich zu erhängen, will ich lieber den Herrn bitten, dass er mich sterben lässt und ich niemals mehr in meinem Leben solche Schmähungen hören muss. (1Mo 37,35; 1Mo 42,38; 1Mo 44,29; 1Mo 44,31) 11 Da hob sie ihre Hände zum Fenster und betete und sprach: Gelobt seist du, barmherziger Gott, gelobt sei dein Name in Ewigkeit. Alle deine Werke sollen dich loben in Ewigkeit. (Dan 6,11) 12 Zu dir habe ich mein Angesicht und meine Augen erhoben. 13 Befiehl, dass ich von der Erde erlöst werde und nicht länger solche Schmähungen hören muss. 14 Du weißt, Herr, dass ich niemals durch einen Mann unrein geworden bin 15 und dass ich weder meinen Namen noch den Namen meines Vaters im Lande meiner Gefangenschaft befleckt habe. Ich bin das einzige Kind meines Vaters, und er hat kein anderes Kind, das ihn beerben könnte. Auch hat er weder einen Bruder noch Verwandten, dass ich mich am Leben erhalten müsste, um seine Frau zu werden. Schon sieben Männer sind mir gestorben! Was soll denn noch mein Leben? Wenn es dir noch nicht gefällt, mich sterben zu lassen, Herr, so achte doch auf meine Schmach! (5Mo 25,5)Die Erhörung
16 In derselben Stunde wurden beider Gebete von Gott in seiner Herrlichkeit erhört. (Apg 10,3) 17 Und Rafaël wurde gesandt, beide zu heilen: Tobit, indem er die weißen Flecken von seinen Augen löse, damit er mit seinen Augen das Licht Gottes sehe, und Sara, die Tochter Raguëls, indem er sie Tobias, dem Sohn des Tobit, zur Frau gebe und den bösen Geist Aschmodai von ihr löse. Denn mehr als allen anderen, die sie heiraten wollten, stand es Tobias zu, sie zur Frau zu nehmen. In jener Stunde ging Tobit vom Hof in sein Haus zurück, und auch Sara, die Tochter Raguëls, stieg aus ihrer Kammer herab. (Tob 12,15)Tobit 3
Menge Bibel
II. Entsendung des Tobias nach Ekbatana unter Raphaels Führung (3,7-5,21)
7 An demselben Tage begab es sich, daß auch Sara, die Tochter Raguels zu Ekbatana in Medien, von den Mägden ihres Vaters verhöhnt wurde. 8 Sie war nämlich schon mit sieben Männern verheiratet gewesen, aber Asmodäus, der böse Geist, hatte sie alle sterben lassen, ehe sie die Ehe mit ihr vollzogen hatten. Sie sagten also zu ihr: »Du bist wohl nicht bei Sinnen, daß du deine Männer ums Leben bringst? Schon sieben hast du gehabt, aber den Namen keines von ihnen getragen. 9 Was schlägst du uns? Wenn sie gestorben sind, so folge ihnen nach! Wir möchten nun und nimmer einen Sohn oder eine Tochter von dir zu sehen bekommen!« 10 Als sie dies hörte, wurde sie tief betrübt, daß sie sich erhängen wollte; doch sie dachte: »Ich bin das einzige Kind meines Vaters. Tue ich dies so ist’s eine Schande für ihn, und ich bringe sein Greisenalter mit Herzeleid in die Unterwelt«. 11 Dann betete sie an einem Fenster mit den Worten: »Gepriesen seist du, Herr, mein Gott, und gepriesen sei dein heiliger und ehrwürdiger Name in Ewigkeit! Preisen müssen dich alle deine Werke ewiglich! 12 Jetzt aber, Herr, habe ich meine Augen und mein Antlitz auf dich gerichtet. 13 Gebiete, daß ich von der Erde abberufen werde und keine Schmähung mehr anzuhören brauche. 14 Du weißt, Herr, daß ich rein bin von jeder Sünde mit einem Mann 15 und daß ich meinen Namen und den Namen meines Vaters nicht entehrt habe in diesem Lande unserer Gefangenschaft. Ich bin die einzige Tochter meines Vaters, und er hat weiter kein Kind, das ihn beerben könnte; es ist auch kein naher Verwandter vorhanden und kein Sohn eines solchen, für den ich mich als Weib erhalten sollte. Schon sind mir sieben Männer gestorben; wozu noch länger leben? Gefällt es dir aber nicht, mich sterben zu lassen, so gebiete, daß man Rücksicht auf mich nehme und Mitleid mit mir habe, damit ich keine Schmähung mehr zu hören brauche«. 16 Und das Gebet beider fand Erhörung vor der Herrlichkeit des großen Gottes, 17 und Raphael wurde abgesandt, die beiden zu heilen, nämlich die weißen Flecken von Tobits Augen wegzuschaffen und Sara, die Tochter Raguels, mit Tobias, dem Sohne Tobits, zu vermählen und den bösen Geist Asmodäus zu fesseln, weil Tobias ein Recht habe, durch sie der Erbe zu werden. Zu gleicher Zeit kehrte Tobit in sein Haus zurück, und Raguels Tochter Sara stieg aus ihrem Obergemach hernieder.Tobit 3
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