1Als die Männer in den Zelten hörten, was geschehen war, packte sie das Entsetzen.2Furcht und Schrecken überfiel sie und keiner wollte mehr bei dem andern bleiben. Sie stoben auseinander und liefen auf allen Wegen in der Ebene und im Gebirge davon. (Jdt 2,28)3Auch die, die auf den Berghöhen rings um Betulia ihr Lager hatten, wandten sich zur Flucht. Nun aber machten sich die wehrfähigen Israeliten über sie her.4Usija schickte Boten nach Betomestajim, Bebai, Choba und Kola sowie in das ganze übrige Land Israel. Sie berichteten, was sich zugetragen hatte, und forderten die Bevölkerung auf, sich ebenfalls auf die Feinde zu stürzen und sie zu vernichten.5Sobald die Israeliten das hörten, fielen sie einmütig über die Feinde her, verfolgten sie bis nach Choba und schlugen sie nieder. Auch die Bewohner Jerusalems und des ganzen Berglandes fanden sich ein; denn man hatte ihnen gemeldet, was mit dem Heer ihrer Feinde geschehen war. Die Bewohner von Gilead und Galiläa fielen den Assyrern in die Flanke. Sie fügten ihnen schwere Verluste zu, bis sie über das Gebiet von Damaskus hinaus waren.6Die zurückgebliebenen Einwohner von Betulia machten sich über das Lager der Assyrer her, plünderten es und verschafften sich großen Reichtum.7Was übrig blieb, nahmen die Israeliten an sich, als sie von der Verfolgung zurückkehrten. Auch die Dörfer und Gehöfte im Bergland und in der Ebene machten große Beute; denn es gab davon eine unermessliche Menge.
Jubel über Judit
8Der Hohepriester Jojakim und der Ältestenrat von Israel, die in Jerusalem wohnten, kamen herbei, um die rettende Tat zu sehen, die der Herr für Israel getan hatte, aber auch um Judit aufzusuchen und sie zu beglückwünschen.9Sie traten bei ihr ein, lobten sie wie aus einem Mund und sagten zu ihr: Du bist der Ruhm Jerusalems, du bist die große Freude Israels und der Stolz unseres Volkes.10Mit deiner Hand hast du das alles getan, du hast segensreiche Taten für Israel vollbracht und Gott hat daran Gefallen gehabt. Sei gesegnet vom Herrn, dem Allmächtigen, für ewige Zeiten! Und alles Volk rief: Amen.11Dreißig Tage lang plünderte die Menge das feindliche Lager. Man schenkte Judit das Zelt des Holofernes, alle seine silbernen Geräte, die Ruhebetten, die Gefäße und alle übrigen Einrichtungsgegenstände. Sie nahm ihren Anteil an der Beute und packte ihn auf ihr Maultier; auch ihre Wagen ließ sie anspannen und verstaute die Beute darauf.12Alle Frauen in Israel eilten herbei, um Judit zu sehen, und sangen ihr Lob. Als sie sich ihr zu Ehren zu einem Festreigen aufstellten, nahm Judit belaubte Zweige in die Hand und gab auch den umstehenden Frauen davon. (2Mo 15,20; 1Sam 18,6; Jer 31,1; 2Mak 10,5)13Sie und ihre Begleiterinnen setzten sich Kränze von Ölzweigen auf und so ging sie vor dem ganzen Volk her und führte den Festreigen der Frauen an. Ihr folgten alle Männer von Israel in Waffen und mit Kränzen geschmückt. Von allen Lippen ertönten Loblieder.14Judit aber stimmte im Beisein von ganz Israel das folgende Danklied an und alles Volk sang den Lobpreis mit.
1Als die Soldaten in den Zelten vom Tod ihres Feldherrn erfuhren, waren auch sie entsetzt.2Panische Angst befiel sie, keiner wollte mehr im Lager bleiben. Bald befand sich das ganze Heer in Auflösung, und alle Straßen in der Ebene und in den Bergen füllten sich mit fliehenden Soldaten.3Auch die Einheiten, die im Bergland rings um Betulia ihre Lager aufgeschlagen hatten, flohen. Jetzt griffen die Israeliten an. Sie boten alle wehrfähigen Männer auf.4Usija schickte Boten in die Städte Betomestajim, Bebai, Choba und Kola und in das ganze Gebiet Israels, um alle über das Geschehene zu unterrichten und sämtliche Männer aufzufordern, sich an der Verfolgung und Vernichtung der Feinde zu beteiligen.5Daraufhin stürzte sich ganz Israel wie ein Mann auf die Assyrer und verfolgte sie bis nach Hoba.[1] Auch die Männer aus Jerusalem und aus dem judäischen Bergland waren benachrichtigt worden und nahmen an der Verfolgung teil. Die Männer vom Gilead-Gebirge und aus Galiläa packten das zurückflutende Heer von vorn und in der Flanke, fügten ihm schwere Verluste zu und verfolgten es bis über das Gebiet von Damaskus hinaus.6Die Einwohner Betulias, sofern sie nicht an der Verfolgung der Feinde teilnahmen, plünderten das assyrische Lager und machten reiche Beute.7Als die Männer Israels von der Verfolgung zurückkehrten, halfen sie, den Rest zu bergen. Es gab so viel Beute, dass auch die Leute in den Dörfern und Höfen im Bergland sowie in der Ebene ringsum noch reichlich davon abbekamen.
Jubel um Judit
8Der Oberste Priester Jojakim und der Ältestenrat Israels kamen aus Jerusalem nach Betulia. Sie wollten sich selbst überzeugen, wie der Herr sein Volk Israel gerettet hatte. Auch Judit wollten sie sehen und sie beglückwünschen. (Jdt 4,6)9Sie gingen in ihr Haus und alle lobten sie und sagten wie aus einem Mund: »Du bist der Ruhm Jerusalems, die Freude Israels, der Stolz unseres Volkes!10Deine Hand hat dies alles vollbracht! Du hast Israel Rettung gebracht und Gott hatte Freude an deinem Tun! Er, der Herrscher der ganzen Welt, segne dich, solange du lebst!« Und das ganze Volk rief: »Amen!«11Dreißig Tage lang schleppte das ganze Volk Beute aus dem Lager weg. Judit erhielt Holofernes’ Zelt mit dem ganzen Silbergeschirr, den Liegen, den Trinkbechern und allem, womit es sonst noch ausgestattet war. Sie lud, so viel sie konnte, auf ihr Maultier, musste dann aber doch ihre Wagen anspannen lassen, um alles wegschaffen zu können.12Alle Frauen aus Israel kamen, um Judit zu sehen. Sie priesen sie und sangen und tanzten ihr zu Ehren. Judit hielt grüne Zweige in den Händen und gab davon auch den Frauen, die sie begleiteten.13Sie und ihre Begleiterinnen trugen zudem Kränze aus Ölbaumzweigen auf dem Kopf. Dann stellte sich Judit an die Spitze des Volkes. Sie führte den Tanz der Frauen an. Es folgten die Männer Israels; bekränzt und im Schmuck ihrer Waffen sangen sie Siegeslieder. (2Mo 15,20)14Judit stimmte in Gegenwart von ganz Israel ein Dank- und Preislied an und das ganze Volk sang es ihr begeistert nach. (Ri 5,1)