Psalm 89

Elberfelder Bibel

von SCM Verlag
1 Ein Maskil[1]. Von Etan, dem Esrachiter. (1Kön 5,11)2 Die Gnadenerweise des HERRN will ich ewig besingen, von Generation zu Generation mit meinem Mund deine Treue verkündigen. (Ps 40,11)3 Denn ich sagte: Auf ewig wird die Gnade gebaut werden. Im Himmel wirst du festgründen deine Treue.4 Einen Bund habe ich mit meinem Auserwählten geschlossen, habe David, meinem Knecht, geschworen: (1Chr 28,4; Ps 89,36; Ps 132,11; Jes 42,1; Apg 2,30)5 »Bis in Ewigkeit will ich deiner Nachkommenschaft Bestand geben und für alle Generationen bauen deinen Thron.« // (1Chr 17,11; Ps 61,8; Ps 89,30; Jes 9,6)6 Der Himmel wird deine Wunder preisen, HERR, ja, deine Treue in der Versammlung der Heiligen.7 Denn wer in den Wolken ist mit dem HERRN zu vergleichen? Wer ist dem HERRN gleich unter den Göttersöhnen? (Ps 29,1; Ps 86,8; Offb 13,4)8 Gott ist gefürchtet im Kreis der Heiligen, groß ist er und furchtbar über alle, die rings um ihn her sind. (5Mo 7,21)9 HERR, Gott der Heerscharen! Wer ist stark wie du, Jah? Deine Treue ist rings um dich her. (Ps 113,5; Jes 11,5; Jer 32,18)10 Du beherrschst des Meeres Toben[2], erheben sich seine Wogen – du stillst sie. (Ps 65,8)11 Du hast Rahab[3] zertreten wie einen Erschlagenen. Mit deinem starken Arm hast du deine Feinde zerstreut. (Jes 51,9; Lk 1,51)12 Dein ist der Himmel, und dein ist die Erde. Die Welt und ihre Fülle, du hast sie gegründet. (Ps 24,1; Ps 115,16)13 Norden und Süden, du hast sie erschaffen. Tabor und Hermon jubeln in deinem Namen. (Hi 26,7; Ps 98,8; Jes 44,23)14 Du hast einen gewaltigen Arm, stark ist deine Hand, erhoben deine Rechte. (2Mo 13,3; 2Mo 15,6; 2Mo 15,16)15 Gerechtigkeit und Recht sind deines Thrones Grundfeste. Gnade und Treue[4] gehen vor deinem Angesicht her. (Ps 97,2)16 Glücklich ist das Volk, das den Jubelruf kennt! HERR, im Licht deines Angesichts wandeln sie. (3Mo 25,8; Jes 2,5; Offb 21,24)17 In deinem Namen freuen sie sich täglich, und durch deine Gerechtigkeit werden sie erhöht. (Jes 45,24; Phil 4,4)18 Denn die Zierde ihrer Stärke bist du; und durch deine Gunst[5] wird unser Horn erhöht. (Ps 75,11; Ps 148,14)19 Denn dem HERRN gehört unser Schild und dem Heiligen Israels unser König. (Ps 3,4)20 Damals redetest du in einer Vision zu deinen Getreuen und sagtest: Hilfe[6] habe ich auf einen Helden gelegt, ich habe einen Auserwählten erhöht aus dem Volk. (5Mo 17,15)21 Ich habe David gefunden, meinen Knecht. Mit meinem heiligen Öl habe ich ihn gesalbt. (1Sam 16,13; Apg 13,22)22 Meine Hand soll beständig mit ihm sein, und mein Arm soll ihn stärken.23 Kein Feind soll ihn bedrängen und kein Sohn der Ungerechtigkeit ihn bedrücken.24 Ich will seine Bedränger vor ihm zerschmettern. Die ihn hassen, will ich niederstoßen.25 Meine Treue und meine Gnade sollen mit ihm sein, und durch meinen Namen soll sein Horn erhöht werden. (1Sam 2,10; Ps 132,17)26 Ich will seine Hand auf das Meer legen, und seine Rechte auf die Ströme. (Sach 9,10)27 Er wird mich anrufen: Mein Vater bist du, mein Gott und der Fels meiner Rettung! (2Sam 7,14; Ps 71,3; Hebr 1,5)28 So will auch ich ihn zum Erstgeborenen machen, zum Höchsten unter den Königen der Erde. (Kol 1,15; Hebr 1,6; Offb 1,5; Offb 19,16)29 Ewig will ich ihm meine Gnade bewahren, und mein Bund soll ihm festbleiben. (2Sam 23,5; Jes 55,3)30 Und ich will seine Nachkommen einsetzen für immer und seinen Thron wie die Tage des Himmels. (5Mo 11,21; Ps 89,5; Jer 33,17)31 Wenn seine Söhne mein Gesetz verlassen und nicht wandeln in meinen Rechtsbestimmungen, (Jos 24,20)32 wenn sie meine Ordnungen entweihen und meine Gebote nicht halten, (1Kön 9,6; Neh 1,7)33 so werde ich ihr Vergehen mit der Rute und ihre Ungerechtigkeit mit Schlägen heimsuchen. (2Sam 7,14)34 Aber meine Gnade werde ich nicht von ihm weichen lassen und nicht verleugnen meine Treue. (2Sam 7,15; Ps 18,51; 2Tim 2,13)35 Ich werde meinen Bund nicht entweihen und nicht ändern, was hervorgegangen ist aus meinen Lippen. (4Mo 23,19)36 Einmal habe ich geschworen bei meiner Heiligkeit –[7] wie könnte ich David täuschen![8] –: (Ps 89,4; Am 4,2)37 »Seine Nachkommenschaft soll ewig sein und sein Thron wie die Sonne vor mir. (Ps 89,5)38 Wie der Mond wird er ewig fest stehen. Der Zeuge in den Wolken ist treu.« //39 Du aber hast verworfen und verstoßen, bist sehr zornig gewesen gegen deinen Gesalbten. (Ps 44,10; Ps 60,3)40 Preisgegeben hast du den Bund mit deinem Knecht, hast zu Boden ⟨geworfen und⟩ entweiht seine Krone. (Hes 21,31)41 Du hast niedergerissen all seine Mauern, hast seine Burgen in Trümmer gelegt. (Jes 5,5)42 Es haben ihn alle ausgeplündert, die des Weges vorübergehen. Er ist zum Hohn geworden seinen Nachbarn. (Ps 80,13)43 Du hast erhöht die Rechte seiner Bedränger, hast erfreut alle seine Feinde. (Kla 2,17)44 Auch hast du zurückweichen lassen die Schärfe seines Schwertes und hast ihn nicht bestehen lassen im Kampf.45 Du hast aufhören lassen seinen Glanz und zur Erde gestürzt seinen Thron. (Kla 2,1)46 Du hast verkürzt die Tage seiner Jugend, mit Schmach hast du ihn bedeckt. // (Ps 102,24; Jer 51,51)47 Bis wann, HERR, willst du dich immerfort verbergen, soll wie Feuer brennen dein Zorn? (Ps 79,5)48 [9] Gedenke meiner, wie ⟨kurz meine⟩ Lebensdauer ist,[10] zu welcher Nichtigkeit du alle Menschenkinder erschaffen hast! (Ps 39,6; Ps 119,84)49 Welcher Mann lebt und wird den Tod nicht sehen, wird sein Leben befreien von der Gewalt des Scheols? // (Ps 49,8; Röm 5,12)50 Wo sind deine früheren Gnaden, Herr, die du David zugeschworen hast in deiner Treue? (Ps 89,4)51 Gedenke, Herr, der Schmach deiner Knechte. In meiner Brust[11] trage ich all die vielen Völker ⟨mit ihrem Hohn⟩, (Dan 9,16)52 womit deine Feinde gehöhnt haben, HERR, womit sie gehöhnt haben die Fußspuren deines Gesalbten! (Ps 31,12; Ps 69,8; Ps 79,12)53 Gepriesen sei der HERR ewig! Amen, ja Amen! (Ps 41,14; Offb 7,12)

Psalm 89

Neue evangelistische Übersetzung

von Karl-Heinz Vanheiden
1 Ein Lehrgedicht von Etan, dem Esrachiter.2 Immer will ich die Gnade besingen, die Jahwe uns erwiesen hat, / und den nach uns Kommenden verkündigen wie treu du bist!3 Ja, ich bekenne: „Die Gnade ist auf Dauer gebaut, / deine Treue steht im Himmel fest!“4 Ich schloss einen Bund mit meinem Erwählten / und schwor meinem Diener David:5 „Deine Nachkommenschaft wird ewig bestehen; / für immer hat dein Königshaus Bestand!“ ♪6 Die Himmel preisen deine Wunder, Jahwe, / deine Treue die versammelten Engel.[1] (Ps 82,1)7 Wer über den Wolken ist so wie Jahwe, / welches himmlische Wesen gleicht ihm?8 Gott ist gefürchtet im himmlischen Rat; / Ehrfurcht packt alle, die rings um ihn sind.9 Jahwe, Gott, Allmächtiger, wer ist stark wie du? / Mächtig bist du, Jahwe, und die Treue in Person.10 Du beherrschst das Ungestüm des Meeres, / wenn seine Wogen toben, glättest du sie.11 Du hast Ägypten durchbohrt und zertreten, / mit starkem Arm deine Feinde zerstreut.12 Dein ist der Himmel und dein auch die Erde. / Du erschufst die Welt und was sie erfüllt.13 Norden und Süden hast du gemacht, / Tabor[2] und Hermon[3] jubeln dir zu.14 Dein ist der Arm mit gewaltiger Kraft, / dein die siegreich erhobene Hand.15 Gerechtigkeit und Recht gründen deinen Thron, / Gnade und Wahrheit sind die Boten vor dir.16 Wie glücklich ist das Volk, das den Festjubel kennt! / Sie leben im Licht deiner Nähe, Jahwe.17 In deinem Namen freuen sie sich jeden Tag, / an deiner Gerechtigkeit richten sie sich auf.18 Denn der Ruhm ihrer Stärke bist du, / und deine Gnade vermehrt unsere Kraft.19 Denn unser schützender Schild gehört Jahwe, / unser König dem Heiligen des Volkes Israel.20 Damals sprachst du in einer Vision zu denen, die dich lieben: / „Einen Helden habe ich zum Helfer gemacht, / einen Erwählten erhöht aus dem Volk.21 Ich habe meinen Diener David gefunden / und ihn mit dem heiligen Öl ‹zum König› gesalbt.22 Ich begleite ihn mit starker Hand / und mein Arm verleiht ihm die nötige Kraft.23 Kein Feind soll ihn überlisten, / kein Gottloser setzt ihn herab.24 Seine Gegner zerschlag ich vor ihm, / und die ihn hassen, mache ich klein.25 Meine Treue und Gnade sollen mit ihm sein, / und durch meinen Namen wächst seine Macht.26 Seine Herrschaft breite ich aus bis zum Meer, / bis zu den Strömen seine Gewalt.27 Er wird zu mir sagen: 'Du bist mein Vater, / mein Gott, mein rettender Fels!'28 Ich mache ihn zum erstgeborenen Sohn, / zum größten aller Könige der Erde.29 Meine Gnade will ich ihm ewig bewahren, / ich stehe zu meinem Bund mit ihm.30 Sein Königsgeschlecht will ich für immer erhalten; / sein Thron wird bleiben, solange der Himmel besteht.31 Wenn seine Söhne meine Weisung verlassen / und nicht nach meinen Ordnungen leben,32 wenn sie meine Gesetze entweihen / und meine Gebote nicht halten,33 dann bestrafe ich ihr Vergehen mit dem Stock, / ihre Ungerechtigkeit mit Schlägen.34 Aber meine Gnade entziehe ich ihm nicht, / und meine Treue verleugne ich nicht.35 Ich werde meinen Bund nicht entweihen, / und meine Worte ändere ich nicht ab.36 Einmal schwor ich bei meiner Heiligkeit: / 'Ich werde David niemals belügen.37 Sein Königsgeschlecht soll ewig bestehen, / sein Thron, solange es die Sonne gibt.38 Er stehe dauerhaft fest wie der Mond.' / Denn dieser Zeuge in den Wolken ist treu.“♪39 Und doch hast du verstoßen und verschmäht; / du wurdest zornig auf deinen Gesalbten,40 hast den Bund mit deinem Diener gelöst, / seine Krone im Schmutz entweiht.41 Seine Mauern hast du durchbrochen, / seine Burgen in Trümmer gelegt.42 Alle, die vorbeikommen, plündern ihn aus. / Den Nachbarn dient er zum Gespött.43 Seinen Gegnern gabst du den Sieg, / alle seine Feinde hast du erfreut.44 Sein Schwert hast du stumpf werden lassen, / hast ihn im Kampf nicht unterstützt.45 Seinem Glanz hast du ein Ende gemacht, / seinen Thron zu Boden gestürzt.46 Du hast ihn vorzeitig alt werden lassen, / mit Schimpf und Schande ihn bedeckt. ♪47 Wie lange noch willst du dich verbergen, Jahwe, / lodert wie Feuer dein Zorn?48 Denk doch daran, wie kurz mein Leben ist, / zu welcher Nichtigkeit du die Menschen erschufst!49 Wo ist der Mann, der unsterblich ist, / der sein Leben aus der Macht des Todes befreit? ♪50 Herr, wo sind deine früheren Gnadenerweise, / die du David bei deiner Treue geschworen hast?51 Herr, denk doch daran, wie man deine Diener beschimpft, / wie ich es von den vielen Völkern ertrage,52 wie deine Feinde höhnen, Jahwe, / wie sie alles verlachen, was dein Gesalbter unternimmt.53 Gelobt sei Jahwe für immer! Amen,[4] ja, Amen!