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Zürcher Bibel

Zweite Rede des Elifas

1 Da antwortete Elifas von Teman und sprach:
2 Darf ein Weiser windiges Wissen zur Antwort geben, sich aufblähen mit Wind?
3 Darf er zurechtweisen mit einem Wort, das nichts taugt, und mit Worten, die nichts nützen?
4 Du zerstörst die Gottesfurcht und verletzt die Andacht vor Gott.
5 Denn deine Schuld lehrt deinen Mund, und du wählst die Sprache der Listigen.
6 Dein Mund spricht dich schuldig und nicht ich, und deine Lippen sagen gegen dich aus.
7 Bist du als Erster der Menschen geboren und noch vor den Hügeln zur Welt gekommen?
8 Kannst du zuhören in Gottes Rat und die Weisheit an dich reissen?
9 Was weisst du, das wir nicht wissen, was verstehst du, das wir nicht verstehen?
10 Auch unter uns sind Ergraute, Alte, reicher an Tagen als dein Vater.
11 Ist Gottes Trost dir zu gering und ein Wort, dir in Sanftmut gesagt?
12 Warum reisst dein Herz dich hin, und was rollen deine Augen,
13 dass du deinen Zorn gegen Gott richtest und solche Worte aus deinem Munde kommen lässt?
14 Was ist der Mensch, dass er rein sein könnte, und wie könnte gerecht sein, wer von einer Frau geboren wurde?
15 Sieh, selbst seinen Heiligen traut er nicht, und der Himmel ist nicht rein in seinen Augen.
16 Wie viel weniger ein Abscheulicher und Verdorbener, ein Mann, der Unrecht tut, wie man Wasser trinkt.
17 Ich will dich unterweisen, höre mir zu, und was ich geschaut habe, das will ich erzählen,
18 was Weise verkünden und nicht verhehlten seit den Zeiten der Vorfahren -
19 das Land war ihnen allein gegeben, und kein Fremder zog bei ihnen umher -:
20 Sein Leben lang ängstigt sich der Frevler, und dem Gewalttätigen sind nur wenige Jahre bestimmt.
21 Schreckensrufe gellen in seinen Ohren, im Frieden kommt der Verderber über ihn.
22 Er hat keine Hoffnung, aus der Finsternis wiederzukehren, und für das Schwert ist er ausersehen.
23 Auf der Suche nach Brot irrt er umher. Er weiss, dass ein finsterer Tag auf ihn wartet.
24 Not und Bedrängnis schrecken ihn, sie überwältigen ihn wie ein König, der angreift.
25 Denn gegen Gott hat er seine Hand ausgestreckt, und Schaddai fordert er heraus.
26 Halsstarrig rennt er gegen ihn an, mit den dicken Buckeln seiner Schilde.
27 Sein Gesicht ist fett geworden, und an der Lende hat er Speck angesetzt.
28 Und in zerstörten Städten hat er Wohnung genommen, in Häusern, die niemand mehr bewohnen sollte, die bestimmt waren, Trümmer zu bleiben.
29 Er bleibt nicht reich, und sein Besitz hat keinen Bestand, und seine Ähre neigt sich nicht zur Erde.
30 Der Finsternis entkommt er nicht, seine Schösslinge dörrt die Flamme aus, und beim Hauch seines Mundes schwindet er dahin.
31 Er vertraue nicht auf Nichtiges, er wird getäuscht, denn was er dafür eintauscht, wird Nichtiges sein.
32 Bevor sein Tag kommt, erfüllt es sich, und sein Palmzweig grünt nicht mehr.
33 Er ist wie ein Weinstock, der seine unreifen Trauben abstösst, und wie ein Ölbaum, der seine Blüte abwirft.
34 Denn unfruchtbar ist die Bande der Ruchlosen, und Feuer frisst die Zelte der Bestechlichen.
35 Sie sind schwanger mit Mühsal und gebären Unheil, und was ihr Schoss hervorbringt, ist nichtig.
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