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Zürcher Bibel

Kain und Abel

1 Und der Mensch erkannte Eva, seine Frau, und sie wurde schwanger und gebar Kain, und sie sprach: Ich habe einen Sohn bekommen1 mit Hilfe des HERRN.
2 Und sie gebar wieder, Abel, seinen Bruder. Abel wurde Schafhirt, und Kain wurde Ackerbauer.
3 Nach geraumer Zeit aber brachte Kain dem HERRN von den Früchten des Ackers ein Opfer dar.
4 Und auch Abel brachte ein Opfer dar von den Erstlingen seiner Schafe und von ihrem Fett. Und der HERR sah auf Abel und sein Opfer,
5 aber auf Kain und sein Opfer sah er nicht. Da wurde Kain sehr zornig, und sein Blick senkte sich.
6 Der HERR aber sprach zu Kain: Warum bist du zornig, und warum ist dein Blick gesenkt?
7 Ist es nicht so: Wenn du gut handelst, kannst du frei aufblicken. Wenn du aber nicht gut handelst, lauert die Sünde an der Tür, und nach dir steht ihre Begier, du aber sollst Herr werden über sie.
8 Darauf redete Kain mit seinem Bruder Abel.2 Und als sie auf dem Feld waren, erhob sich Kain gegen seinen Bruder Abel und schlug ihn tot.
9 Da sprach der HERR zu Kain: Wo ist dein Bruder Abel? Er sprach: Ich weiss es nicht. Bin ich denn der Hüter meines Bruders?
10 Er aber sprach: Was hast du getan! Horch, das Blut deines Bruders schreit zu mir vom Ackerboden.
11 Und nun - verflucht bist du, verbannt vom Ackerboden, der seinen Mund aufgesperrt hat, um aus deiner Hand das Blut deines Bruders aufzunehmen.
12 Wenn du den Ackerboden bebaust, soll er dir fortan keinen Ertrag mehr geben. Rastlos und heimatlos sollst du auf Erden sein.
13 Da sprach Kain zum HERRN: Meine Strafe ist zu gross, als dass ich sie tragen könnte.
14 Sieh, du hast mich heute vom Ackerboden vertrieben, und vor dir muss ich mich verbergen. Rastlos und heimatlos muss ich sein auf Erden, und jeder, der mich trifft, kann mich erschlagen.
15 Der HERR aber sprach zu ihm: Fürwahr, wer immer Kain erschlägt, soll siebenfach der Rache verfallen. Und der HERR versah Kain mit einem Zeichen, damit ihn nicht erschlage, wer auf ihn träfe.
16 So ging Kain weg vom HERRN, und er liess sich nieder im Lande Nod, östlich von Eden.

Die Nachkommen Kains

17 Und Kain erkannte seine Frau, und sie wurde schwanger und gebar Henoch. Und er wurde Erbauer einer Stadt, und er benannte die Stadt nach seinem Sohn Henoch.
18 Henoch wurde Irad geboren, und Irad zeugte Mechujael. Und Mechijael zeugte Metuschael, und Metuschael zeugte Lamech.
19 Und Lamech nahm sich zwei Frauen; die eine hiess Ada, die andere Zilla.
20 Und Ada gebar Jabal; der wurde der Stammvater von denen, die in Zelten und bei den Herden wohnen.
21 Sein Bruder hiess Jubal; der wurde der Stammvater aller Leier- und Flötenspieler.
22 Und Zilla, sie gebar Tubal-Kajin, den Stammvater3 aller Kupfer- und Eisenschmiede. Die Schwester Tubal-Kajins war Naama.
23 Und Lamech sprach zu seinen Frauen: Ada und Zilla, hört meine Rede, ihr Frauen Lamechs, vernehmt meinen Spruch. Einen Mann erschlage ich für meine Wunde, einen Knaben für meine Strieme.
24 Siebenfach wird Kain gerächt, Lamech aber siebenundsiebzigfach.
25 Und Adam erkannte seine Frau noch einmal, und sie gebar einen Sohn und nannte ihn Set. Denn, sprach sie, Gott hat mir einen anderen Nachkommen gegeben für Abel, da Kain ihn erschlagen hat.
26 Und auch Set wurde ein Sohn geboren, und er nannte ihn Enosch. Damals fing man an, den Namen des HERRN4 anzurufen.
1 Wörtlich: "...: Ich habe einen Mann erworben ..." Im Namen Kain soll ein Anklang an das hebräische Wort für 'erwerben' gehört werden.
2 In vielen hebräischen Handschriften und in den antiken Übersetzungen lautet der Text: "... redete Kain mit seinem Bruder Abel: Lass uns aufs Feld gehen. Und als sie auf dem Feld waren, ..."
3 "den Stammvater" wurde den vorangehenden Versen entsprechend in der Übersetzung ergänzt.
4 Der Eigenname des Gottes Israels mit den vier Buchstaben, dem Tetragramm JHWH, wurde ursprünglich als Jahwe ausgesprochen. Aus Scheu vor Missbrauch des Namens hat man dessen Aussprache in späterer Zeit vermieden und dafür, unter anderem, 'Herr' (hebräisch: 'adonai') verwendet. Dieser Tradition, der die meisten Übersetzungen folgten, schliesst sich in der Regel auch die Zürcher Bibel an (im Druck gekennzeichnet als HERR).
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