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Zürcher Bibel

Das Beispiel der Väter

1 Ihr sollt aber wissen, liebe Brüder und Schwestern, dass unsere Väter alle unter der Wolke waren, alle durch das Meer hindurchzogen
2 und alle in der Wolke und im Meer auf Mose getauft wurden.1
3 Alle assen dieselbe geistliche Speise,
4 und alle tranken denselben geistlichen Trank; denn sie tranken aus einem geistlichen Felsen, der mit ihnen zog; der Fels aber war Christus.
5 Doch an den meisten von ihnen hatte Gott kein Wohlgefallen: Sie wurden in der Wüste niedergestreckt.
6 So sind sie für uns ein Mahnmal geworden, dass wir nicht das Böse begehren, wie jene es begehrt haben.
7 Werdet nicht zu Dienern der nichtigen Götter wie einige von ihnen, von denen es heisst: Das Volk liess sich nieder zum Essen und Trinken, und sie erhoben sich zum Tanz.
8 Lasst uns nicht Abgötterei treiben, wie manche von ihnen Abgötterei getrieben haben und dann umgekommen sind, dreiundzwanzigtausend an einem Tag.
9 Lasst uns Christus2 nicht versuchen, wie einige von ihnen es getan haben und dann von den Schlangen getötet wurden.
10 Und murrt nicht, wie einige von ihnen gemurrt haben und dann durch den Verderber umgebracht wurden.
11 Solches ist jenen auf beispielhafte Weise widerfahren; aufgeschrieben wurde es, um uns den Sinn zurechtzurücken, uns, auf die das Ende der Zeiten gekommen ist.
12 Darum: Wer zu stehen meint, sehe zu, dass er nicht falle!
13 Noch ist keine Versuchung über euch gekommen, die nicht menschlich wäre. Gott aber ist treu: Er wird nicht zulassen, dass ihr über eure Kräfte versucht werdet, sondern mit der Versuchung auch den Ausweg schaffen, dass ihr die Kraft habt, sie zu bestehen.

Die Ausrichtung auf das Abendmahl

14 Darum, meine Geliebten, flieht die Verehrung der nichtigen Götter!
15 Ich rede doch zu Verständigen. Beurteilt selber, was ich sage!
16 Der Kelch des Segens, über den wir den Lobpreis sprechen, ist er nicht Teilhabe am Blut Christi? Das Brot, das wir brechen, ist es nicht Teilhabe am Leib Christi?
17 Weil es ein Brot ist, sind wir, die vielen, ein Leib. Denn wir alle haben teil an dem einen Brot.3
18 Schaut auf das irdische Israel: Haben die, welche von den Opfergaben essen, nicht teil am Altar?
19 Was will ich damit sagen? Dass das Opferfleisch etwas sei oder dass die fremden Götter etwas seien?
20 Nein, sondern dass, was sie opfern, den Dämonen geopfert wird und nicht Gott. Ich will aber nicht, dass ihr Gemeinschaft mit den Dämonen habt!
21 Ihr könnt nicht den Kelch des Herrn trinken und den Kelch der Dämonen; ihr könnt nicht teilhaben am Tisch des Herrn und am Tisch der Dämonen.
22 Oder wollen wir den Herrn herausfordern? Sind wir etwa stärker als er?

Das Gewissen des anderen

23 Alles ist erlaubt, aber nicht alles ist zuträglich. Alles ist erlaubt, aber nicht alles baut auf.
24 Niemand suche das Seine, sondern jeder das des anderen!
25 Alles, was auf dem Markt verkauft wird, könnt ihr essen, ohne euch ein Gewissen zu machen.
26 Denn des Herrn ist die Erde und alles, was sie erfüllt.
27 Wenn ein Ungläubiger euch einlädt und ihr hingehen wollt, so esst alles, was man euch vorsetzt, ohne euch ein Gewissen zu machen.
28 Falls aber jemand zu euch sagt: Das ist Opferfleisch!, so esst nicht davon aus Rücksicht auf den, der darauf aufmerksam gemacht hat, und aus Rücksicht auf das Gewissen -
29 das Gewissen des andern meine ich aber, nicht das eigene. Denn weshalb sollte meine Freiheit von einem fremden Gewissen beurteilt werden?
30 Wenn ich in Dankbarkeit am Mahl teilnehme, warum sollte da als Gotteslästerung gelten, wofür ich Dank sage?
31 Ob ihr nun esst oder trinkt oder sonst etwas tut: Tut alles zur Ehre Gottes!
32 Gebt niemandem Anstoss, weder Juden noch Griechen noch der Gemeinde Gottes,
33 wie auch ich in allen Dingen allen zu Gefallen bin und dabei nicht meinen Vorteil, sondern den Vorteil möglichst vieler suche, um sie zu retten.
1 Andere Textüberlieferung: "und alle sich in der Wolke und im Meer auf Mose taufen liessen."
2 Andere Textüberlieferung: "Lasst uns den Herrn nicht versuchen, ..."
3 Andere Übersetzungsmöglichkeit: "Ein Brot ist es, ein Leib also sind wir, die vielen; denn wir alle haben ..."
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