Schließen
BibleServer ist ein auf Spenden basiertes Projekt von ERF Medien. Bereits mit 25 € unterstützen Sie den Fortbestand dieser Website.
Jetzt spenden
Hilfe

Neue evangelistische Übersetzung

Fremde Völker unter den Israeliten

1 Einige Völker ließ Jahwe im Land bleiben, um durch sie die späteren Generationen der Israeliten zu prüfen, die von den Kämpfen um Kanaan nichts mehr wussten.
2 Er wollte erkennen, wie sich diese Generationen, die den Krieg nicht mehr kannten, verhalten würden, wenn er sie den Krieg zu führen lehrte.
3 Dazu gebrauchte er die fünf Fürsten der Philister,1 alle Kanaaniter und Sidonier2 und die Hiwiter,3 die im Libanongebirge4 zwischen dem Baal-Hermon5 und Lebo-Hamat6 wohnen.
4 Durch sie sollten die Israeliten auf die Probe gestellt werden, damit in Erfahrung gebracht würde, ob sie den Geboten Jahwes, die er ihren Vorfahren durch Mose gegeben hatte, gehorchen würden.
5 Die Israeliten wohnten also unter den Kanaanitern, Hetitern, Amoritern, Perisitern, Hiwitern und Jebusitern.7
6 Und was taten sie? Sie nahmen sich deren Töchter zu Frauen und verheirateten ihre eigenen Töchter mit deren Söhnen. Und sie dienten deren Göttern.

Der Richter Otniël

7 Ja, die Israeliten taten, was Jahwe als böse ansah. Sie vergaßen Jahwe, ihren Gott, und dienten den Baalen und den Ascheren.8
8 Da flammte Jahwes Zorn gegen Israel auf, und er lieferte sie der Gewalt von Kuschan-Rischatajim9 aus, einem König im oberen Mesopotamien.10 Acht Jahre lang mussten die Israeliten ihm dienen.
9 Da schrien sie zu Jahwe um Hilfe und er ließ ihnen einen Retter erstehen: Otniël, der Sohn von Kalebs jüngerem Bruder Kenas.
10 Der Geist Gottes erfüllte ihn, und er wurde Richter in Israel. Dann zog er gegen den Syrerkönig Kuschan-Rischatajim in den Kampf und brachte ihm eine schwere Niederlage bei, weil Jahwe ihn in seine Gewalt gegeben hatte.
11 Daraufhin hatte das Land 40 Jahre lang Ruhe vor seinen Feinden, bis Otniël starb.

Der Richter Ehud

12 Aber die Israeliten taten weiterhin Böses vor Jahwe. Da gab Jahwe Eglon, dem König der Moabiter,11 Macht über Israel, und zwar weil sie taten, was Jahwe missfiel.
13 Eglon verbündete sich mit den Ammonitern12 und Amalekitern.13 Er besiegte Israel und besetzte die Palmenstadt.14
14 Achtzehn Jahre lang mussten die Israeliten dem Moabiterkönig Eglon Tribut zahlen.
15 Da schrien sie zu Jahwe um Hilfe und er ließ ihnen einen Retter erstehen: Ehud Ben-Gera, einen Linkshänder aus dem Stamm Benjamin. Die Israeliten hatten ihn ausgewählt, den Tribut an König Eglon zu überbringen.
16 Da ließ sich Ehud einen 40 cm15 langen beidseitig geschliffenen Dolch schmieden und gürtete ihn an seine rechte Hüfte unter sein Gewand.
17 So vorbereitet präsentierte er dem König von Moab den Tribut. Dieser Eglon war übrigens ein sehr fetter Mann.
18 Nach der Übergabe ging Ehud in Begleitung der Leute, die die Abgabe getragen hatten, weg.
19 Bei den Götterbildern,16 die in der Nähe von Gilgal standen, kehrte er wieder um und ging noch einmal zurück. "Ich habe eine geheime Botschaft an dich, o König!", sagte er. "Pst! Ksch!", machte Eglon. Da gingen alle Diener des Königs hinaus.
20 Nun trat Ehud an den König heran – er saß nämlich in dem kühlen Obergemach, das für ihn allein bestimmt war – und sagte: "Eine Sache Gottes17 habe ich für dich!" Sogleich erhob sich dieser vom Sitz.
21 Da fasste Ehud mit der linken Hand den Dolch, der an seiner rechten Seite hing, und stieß ihn dem König in den Bauch.
22 Die Klinge drang so tief ein, dass das Fett auch den Griff noch umschloss, denn Ehud riss den bis zum Gesäß eingedrungenen Dolch nicht wieder heraus.
23 Danach verriegelte er die Tür des Obergemachs, stieg durchs Fenster und ging über die Vorhalle hinaus.
24 Als er gegangen war, kamen Eglons Diener und sahen, dass die Türflügel des Obergemachs verriegelt waren. "Er verrichtet wohl gerade seine Notdurft in der kühlen Kammer", meinten sie.
25 Sie warteten aber vergeblich, denn er öffnete die Tür nicht. Schließlich holten sie einen Schlüssel und schlossen auf. Da lag ihr Herr tot auf dem Boden.
26 Während die Diener gewartet hatten, war Ehud entkommen. Er war schon an den Götterbildern vorbei und konnte sich nach Seïra18 in Sicherheit bringen.
27 Sobald er dort angekommen war, blies er überall auf dem Gebirge Efraïm das Signalhorn.19 Da zogen die Männer Israels hinter ihm her vom Gebirge hinab.
28 "Folgt mir!", rief er, "Jahwe hat eure Feinde, die Moabiter, in eure Hand gegeben." So folgten sie ihm bis ins Jordantal hinunter und besetzten die Flussübergänge, sodass die Moabiter nicht entkommen konnten.
29 Damals erschlugen sie an die 10.000 Moabiter, alles starke und kriegstüchtige Männer. Keiner entkam.
30 An diesem Tag musste sich Moab der Gewalt Israels unterwerfen. Daraufhin hatte das Land 80 Jahre lang Ruhe vor seinen Feinden.

Schamgar

31 Nach Ehud trat Schamgar Ben-Anat auf. Er erschlug 600 Philister mit einem Stab, der eine scharfe Spitze hatte und normalerweise zum Antreiben von Rindern verwendet wurde. Auch er rettete die Israeliten vor ihren Feinden.
1 Die Philister bewohnten die südlichen Küstenstädte Aschdod, Askalon, Ekron, Gat und Gaza.
2 Einwohner der Stadt Sidon, hier wohl für Phönizier, Bewohner des Libanon.
3 Auch die Einwohner der Städte Gibeon, Kefira, Beerot und Kirjat-Jearim gehörten zu den Hiwitern.
4 Das weiße Gebirge. 170 km lange und 25 km breite Gebirgskette am Mittelmeer nördlich von Israel, deren höchste Gipfel (über 3000 Meter) fast ganzjährig mit Schnee bedeckt sind. Berühmt sind die bis zu 40 Meter hohen Zedern.
5 Drei fast gleich hohe (über 2800 Meter) schneebedeckte Gipfel in Nordgaliläa. Der Hermon wurde von den vorisraelischen Bewohnern als heilig verehrt, deshalb Baal-Hermon.
6 Heute: Labwe, etwa 70 km nördlich vom Hermon.
7 Die Jebusiter siedelten auf dem Gebirge Kanaans und in Jebus (Jerusalem).
8 Kanaanitische Muttergottheit, oft durch geweihte Pfähle repräsentiert.
9 Das bedeutet: Mohr der doppelten Bosheit
10 Zweistromland, Landschaft zwischen den Flüssen Euphrat und Tigris, die heute größtenteils zum Irak gehört.
11 Die Moabiter lebten östlich vom Toten Meer zwischen den Flüssen Arnon und Zered.
12 Die Ammoniter waren nordöstliche Nachbarn der Moabiter
13 Die Amalekiter waren Todfeinde Israels und lebten als Nomaden im Negev, südlich von Beerscheba.
14 Gemeint ist die sehr fruchtbare Oase Jericho. Die Stadt war ja noch zerstört, siehe Josua 6.
15 Wörtlich: ein Gomed. Die Maßangabe ist unbekannt, siehe aber Vers 22. Vielleicht entsprach die Länge von Klinge und Griff der kleinen Elle (5. Mose 3,11).
16 Diese Götterbilder trugen religiöse Inschriften und waren wahrscheinlich von den Moabitern aufgestellt worden, um die Grenze zu Israel zu markieren und gleichzeitig das eigene Land vor fremden Göttern zu schützen.
17 Das kann auch bedeuten: Ein Wort Gottes. Ehud wird aber an sein Schwert gedacht haben.
18 Unbekannter Ort im Gebirge Efraïm.
19 Das Signalhorn (Hebräisch: Schofar) war aus einem der gewundenen Hörner des männlichen Fettschwanzschafes hergestellt und brachte einen dumpfen, durchdringenden Ton hervor.
© 2018 ERF Medien