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Gute Nachricht Bibel

Gott hat alles im Voraus bestimmt

1 Alles, was auf der Erde geschieht, hat seine von Gott bestimmte Zeit:
2 geboren werden und sterben, einpflanzen und ausreißen,
3 töten und Leben retten, niederreißen und aufbauen,
4 weinen und lachen, wehklagen und tanzen,
5 Steine werfen und Steine aufsammeln, sich umarmen und sich aus der Umarmung lösen,
6 finden und verlieren, aufbewahren und wegwerfen,
7 zerreißen und zusammennähen, schweigen und reden.
8 Das Lieben hat seine Zeit und auch das Hassen, der Krieg und der Frieden.
9 Was hat ein Mensch von seiner Mühe und Arbeit?
10 Ich habe die fruchtlose Beschäftigung gesehen, die Gott den Menschen auferlegt hat.
11 Gott hat für alles eine Zeit vorherbestimmt, zu der er es tut; und alles, was er tut, ist vollkommen. Dem Menschen hat er eine Ahnung von dem riesigen Ausmaß der Zeiträume1 gegeben, aber von dem, was Gott in dieser unvorstellbar langen Zeit tut, kann der einzelne Mensch nur einen winzigen Ausschnitt wahrnehmen.
12 Ich bin zu der Erkenntnis gekommen: Das Beste, was der Mensch tun kann, ist, sich zu freuen und sein Leben zu genießen, solange er es hat.
13 Wenn er aber zu essen und zu trinken hat und genießen kann, was er sich erarbeitet hat, dann verdankt er das der Güte Gottes.
14 Ich habe erkannt: Alles, was Gott tut, ist unabänderlich für alle Zeiten. Der Mensch kann nichts hinzufügen und nichts davon wegnehmen. So hat es Gott eingerichtet, damit wir in Ehrfurcht zu ihm aufschauen.
15 Was in der Vergangenheit geschah und was in Zukunft geschehen wird, hat Gott lange zuvor festgelegt. Und die Zeit, die uns entschwunden ist, ist bei ihm nicht vergangen.

Unrecht in der Welt

16 Noch etwas habe ich in dieser Welt beobachtet: Wo Recht gesprochen und für Gerechtigkeit gesorgt werden sollte, da herrscht schreiendes Unrecht.
17 Da dachte ich: Letzten Endes ist es Gott selbst, der die Guten genauso wie die Bösen verurteilt. Denn er hat eine Zeit bestimmt für alles, was auf der Erde geschieht.2
18 Ich sagte mir: Gott will die Menschen prüfen. Sie sollen einsehen, dass sie von sich aus nicht anders sind als das Vieh.
19 Menschen und Tiere haben das gleiche Schicksal: Die einen wie die anderen müssen sterben. Sie haben beide den gleichen vergänglichen Lebensgeist. Nichts hat der Mensch dem Tier voraus; denn alles ist vergeblich und vergänglich.
20 Alles muss an den gleichen Ort. Aus dem Staub der Erde ist alles entstanden und zum Staub der Erde kehrt alles zurück.
21 Wer weiß schon, ob der Lebensgeist des Menschen in die Höhe steigt3 und der Lebensgeist des Tieres in die Erde versinkt?
22 So habe ich eingesehen, dass der Mensch nichts Besseres tun kann, als den Ertrag seiner Arbeit zu genießen. Das hat Gott ihm zugeteilt. Wie sollte er sich auch freuen an dem, was erst nach ihm sein wird?
1 eine Ahnung ...: wörtlich die Ewigkeit ins Herz. Das hebräische Wort für »Ewigkeit« bezeichnet die Erstreckung der Zeit bis in die fernste Vergangenheit oder Zukunft.
2 Für alttestamentliches Denken steht Gott hinter allem Geschehen. Vom Teufel als Gegenspieler Gottes ist noch keine Rede; auch das Böse hängt auf geheimnisvolle Weise mit Gott zusammen; vgl. 1Sam 16,14; Ijob 2,10. Davon, dass Gott das Unrecht bestraft, spricht der »Lehrer« in 5,5; 7,17 und 11,9.
3 Vielleicht eine volkstümliche Formulierung der griechischen Unsterblichkeitsvorstellung. Der »Lehrer« bezweifelt sie. Auch von Auferstehungshoffnung ist bei ihm noch nichts zu entdecken; Glück und Erfüllung gibt es für ihn nur vor dem Tod (Vers 22).
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