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Gute Nachricht Bibel

Der Krieg Nebukadnezzars gegen die Völker des Westens

1 Im 18.Jahr seiner Regierung, am 22.Tag des ersten Monats, machte Nebukadnezzar in seinem Palast seine Absicht bekannt, das Strafgericht an der ganzen Erde zu vollstrecken, wie er es angedroht hatte.
2 Er ließ seine Minister und Ratgeber zusammenrufen, eröffnete ihnen den Plan, den er bei sich gefasst hatte, und verhängte mit seinem Machtwort Tod und Verderben über die Erde.
3 Auch seine Ratgeber waren der Meinung, man müsse alle Menschen, die dem König nicht gehorcht hatten, vernichten.
4 Der Assyrerkönig Nebukadnezzar ließ nach dieser Beratung Holofernes zu sich rufen. Holofernes war der Oberbefehlshaber des Heeres und nach dem König der zweite Mann im Staat. Nebukadnezzar sagte zu ihm:
5 »Der große König, der Herr der ganzen Welt, ordnet hiermit an: Du machst dich sofort auf den Weg und nimmst Männer mit, die auf ihre eigene Kraft vertrauen, 120000 Soldaten zu Fuß und 12000 Reiter.
6 Mit ihnen ziehst du gegen die ganzen Länder im Westen, die meinem Befehl nicht gehorcht haben.
7 Du dringst in die Länder ein und machst überall bekannt: ›Haltet eine Hand voll Erde und eine Schale mit Wasser bereit für den großen König, zum Zeichen, dass ihr euch ihm unterwerft!1 Er selbst wird kommen! Sein Zorn ist groß! Er wird die ganze Erde mit den Füßen seiner Krieger zerstampfen und ihnen alles zur Plünderung freigeben!
8 Eure Verwundeten werden die Täler füllen; jeder Bach, jeder Fluss wird verstopft sein mit Toten!
9 Und wen er gefangen nimmt, den verschleppt er bis ans Ende der Welt!‹
10 Du sollst also hinziehen und die ganzen Länder für mich besetzen. Sie müssen sich dir unterwerfen und du hältst sie mir bereit für den Tag, an dem ich mit ihnen abrechne.
11 Wenn dir aber ein Volk Widerstand leistet, musst du es auf der Stelle bestrafen. Gib es der Abschlachtung und Plünderung preis, überall wo du hinkommst!
12 So gewiss ich lebe und König bin: Was ich angekündigt habe, das tue ich auch, und das mit eigener Hand!
13 Du aber, Holofernes, wage nicht, eine einzige Anordnung deines Herrn zu übertreten! Führe genau aus, was ich dir befohlen habe, und fang sofort damit an!«

Holofernes beginnt den Krieg im Auftrag Nebukadnezzars

14 Holofernes ging vom König weg und machte sich ans Werk. Er rief die Befehlshaber, Generäle und Offiziere des assyrischen Heeres zu sich.
15 Wie sein Herr es befohlen hatte, wählte er für seinen Kriegszug tüchtige Männer aus, 120000 Soldaten zu Fuß und 12000 berittene Bogenschützen,
16 und teilte sie in Kampfgruppen ein.
17 Zum Transport des Kriegsgeräts und Gepäcks ließ er eine Unmenge von Kamelen, Eseln und Maultieren herbeischaffen, und zur Verpflegung der Truppe wurden unübersehbare Herden von Schafen, Rindern und Ziegen zusammengetrieben.
18 Alle Kriegsleute erhielten reichlich Proviant. Für ihre Besoldung wurde Gold und Silber aus dem königlichen Schatz in großen Mengen mitgeführt.
19 Dann brach Holofernes auf, um König Nebukadnezzar vorauszuziehen und alle Länder im Westen mit seiner riesigen Heeresmacht zu bedecken, mit seinen Wagen, Reitern und marschierenden Kolonnen.
20 Auch Hilfstruppen aus anderen Völkern schlossen sich an, Menschenmengen wie Heuschreckenschwärme, unzählbar wie der Sand in der Wüste.
21 Drei Tagesmärsche von Ninive entfernt erreichte das Heer die Ebene, in der die Stadt Bektilet (Mordhausen) liegt. Jenseits von Bektilet, am Fuß der östlichen Ausläufer des Taurusgebirges, schlugen sie ein Lager auf.
22 Von hier aus drang Holofernes mit seiner ganzen Heeresmacht, den Fußtruppen, Reitern und Streitwagen, ins Bergland von Kleinasien vor.
23 Im äußersten Westen Kleinasiens verwüstete er die Länder der Karer und Lyder. Auf dem Rückweg schwenkte er nach Süden und plünderte das Gebiet am Orontes und das Gebiet der Ismaeliter, die südlich vom Wohngebiet der Cheleer am Rand der syrischen Wüste leben.2
24 Dann setzte er über den Eufrat und durchzog das obere Mesopotamien. Alle befestigten Städte am Fluss Habor wurden dem Erdboden gleichgemacht. Danach wandte Holofernes sich erneut den Ländern am Mittelmeer zu.
25 Im Norden besetzte er das Gebiet von Zilizien und machte alles nieder, was noch Widerstand leistete. Dann zog er nach Süden in das Gebiet von Jafet am Rand der arabischen Wüste.
26 Seine Truppen umzingelten alle Midianiter in ihrem Weidegebiet, brannten die Zelte nieder und nahmen ihnen die Herden ab.
27 Schließlich zog Holofernes mit seinem Heer in die Ebene von Damaskus. Es war kurz vor Beginn der Weizenernte. Er ließ die Kornfelder in Brand setzen und den ganzen Viehbestand – Schafe, Ziegen und Rinder – niedermetzeln. Die Städte wurden ausgeplündert, die Ländereien verwüstet und alle wehrfähigen jungen Männer wurden mit dem Schwert niedergemacht.

Israels Nachbarn bitten um Frieden

28 Da packte die Menschen entlang der Küste das Entsetzen. In den großen Städten am Meer, Sidon und Tyrus, Dor und Akko, Jamnia, Aschdod und Aschkelon, verbreiteten sich Furcht und Schrecken vor Holofernes.
1 Die Lebenselemente – Ackerboden und Wasser, ohne das nichts gedeiht – werden in die Hand des Eroberers gelegt.
2 am Orontes: wörtlich der Leute von Rassis (= Rossos?). Die Cheleer lebten südlich von Palmyra.
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