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Gute Nachricht Bibel

1 Das Volk, das im Dunkeln lebt, sieht ein großes Licht; für alle, die im Land der Finsternis wohnen, leuchtet ein Licht auf.
2 Herr, du vermehrst sie und schenkst ihnen große Freude. Sie freuen sich vor dir wie bei der Ernte und wie beim Verteilen der Kriegsbeute.
3 Wie damals, als du das Volk von den Midianitern befreit hast, zerbrichst du das Joch der Fremdherrschaft, das auf ihnen lastet, und den Stock, mit dem sie zur Zwangsarbeit angetrieben werden.
4 Die Soldatenstiefel, deren dröhnenden Marschtritt sie noch im Ohr haben, und die blutbefleckten Soldatenmäntel werden ins Feuer geworfen und verbrannt.
5 Denn ein Kind ist geboren, der künftige König ist uns geschenkt!1 Und das sind die Ehrennamen, die ihm gegeben werden: umsichtiger Herrscher, mächtiger Held, ewiger Vater, Friedensfürst.
6 Seine Macht wird weit reichen und dauerhafter Frieden wird einkehren. Er wird auf dem Thron Davids regieren und seine Herrschaft wird für immer Bestand haben, weil er sich an die Rechtsordnungen Gottes hält. Der Herr, der Herrscher der Welt,2 hat es so beschlossen und wird es tun.

Gottes drohend erhobene Hand

7 Der Herr hat sein Urteil über das Reich Israel gefällt, mit ganzer Härte hat es die Nachkommen Jakobs getroffen.
8 Die ganze Bevölkerung von Efraïm und alle Bewohner von Samaria haben es zu spüren bekommen. Und trotzdem blieben sie selbstherrlich und sagten in ihrem Übermut:
9 »Die Häuser aus Ziegelsteinen sind eingestürzt – was macht's, wir bauen sie mit Quadersteinen wieder auf! Die Balken aus dem Holz der Maulbeerfeigenbäume sind zerbrochen worden – was macht's, an ihrer Stelle setzen wir Zedernbalken ein!«
10 Aber der Herr ließ ihre Gegner3 hochkommen, er stachelte ihre Feinde gegen sie auf:
11 im Osten die Syrer und im Westen die Philister. Sie fielen gierig über Israel her und rissen große Stücke aus ihm heraus. Trotzdem legte Gottes Zorn sich nicht, seine Hand blieb drohend erhoben.
12 Die Leute von Israel änderten sich nicht. Obwohl der Herr, der Herrscher der Welt, sie so geschlagen hatte, fragten sie nicht nach seinem Willen.
13-14 Darum nahm der Herr ihnen an einem einzigen Tag ihre Sippenoberhäupter, ihre führenden Männer und die Lügenpropheten weg, so wie jemand einem Fisch Kopf und Schwanz abschneidet oder beim Riedgras Blätter und Kolben entfernt.
15 Die Führer dieses Volkes sind Verführer und die Geführten haben jede Richtung verloren.
16 Darum hat der Herr kein Erbarmen4 mit ihren jungen Männern, er hat kein Mitleid mit den Witwen und Waisen, die sie hinterlassen. Denn sie alle miteinander sind abtrünnig und böse, sie reden wie Menschen, die Gott nicht ernst nehmen. Trotz alledem legt sein Zorn sich nicht, noch ist seine Hand drohend erhoben.
17 Ihre Verkehrtheit greift um sich wie ein loderndes Feuer, das Dornen und Disteln verzehrt, das Dickicht des Waldes in Brand setzt und dicke Rauchwolken zum Himmel aufsteigen lässt.
18 Der Zorn des Herrn, des Herrschers der Welt, ist wie ein Feuer: Das Land verbrennt und das Volk wird ein Raub der Flammen. Keiner verschont den anderen.
19 Sie schnappen zu, ohne hinzusehen, und fressen, was sie können. Aber der Hunger bleibt, niemand wird satt. Jeder vernichtet den, der ihm beistehen könnte.
20 Manasse stürzt sich auf Efraïm, Efraïm auf Manasse und zusammen fallen sie über Juda her.5 Trotzdem legt Gottes Zorn sich nicht, noch ist seine Hand drohend erhoben.
1 Ein neuer König auf dem Thron Davids wird angekündigt, der der Fremdherrschaft ein Ende machen wird. Im folgenden Satz werden seine Ehrennamen genannt, wie sie nach altorientalischem Brauch in der Krönungsurkunde aufgeführt wurden. Das Wort blickt voraus auf eine Wiederherstellung des alten Davidsreiches. Die christliche Auslegung sieht darin einen prophetischen Hinweis auf den wahren »Friedensfürsten« Jesus Christus; vgl. Lk 1,32.
2 Wörtlich Der Herr Zebaot; entsprechend in den Versen 12 und 18.
3 ihre Gegner: vermutlicher Text; H die Gegner Rezins.
4 kein Erbarmen: mit einer wichtigen Handschrift; H keine Freude.
5 Die Verse 7-20 enthalten einen Rückblick auf die Geschichte des Nordreiches Israel. Nicht alle Anspielungen lassen sich sicher deuten. Die Bedrängnis durch die Philister (Vers 11) führt zurück bis in die Zeit Sauls, während die Auseinandersetzungen mit den Syrern die ganze Geschichte des Nordreichs begleiteten. Die Verse 13-14 könnten sich auf den Umsturz Jehus beziehen (2Kön 9–10). Vers 20 spielt auf Rivalitäten der beiden Hauptstämme des Nordreiches an; außerdem wird hier der Kriegszug gegen Juda 733 v.Chr. erwähnt; vgl. 7,1-9.
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