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Gute Nachricht Bibel

Das Aufgebot des Heeres

1 Wenn ihr gegen Feinde ins Feld zieht, die zahlreicher sind als ihr und außerdem mit Pferden und Streitwagen ausgerüstet, dann fürchtet euch nicht. Der Herr, euer Gott, der euch aus Ägypten geführt hat, steht euch bei.
2 Aber ehe es zum Kampf kommt, soll der Priester vor die versammelten Israeliten treten und zu ihnen sagen:
3 »Männer von Israel, ihr zieht jetzt in den Kampf gegen eure Feinde. Seid mutig und habt keine Angst vor ihnen! Lasst euch nicht von ihrer Stärke beeindrucken; weicht nicht zurück, wenn sie angreifen!
4 Der Herr, euer Gott, zieht mit euch. Er selbst kämpft gegen eure Feinde und hilft euch!«
5 Danach sollen die Männer, die mit der Aufstellung des Heeres beauftragt sind, zu den versammelten Israeliten sagen: »Ist jemand da, der ein neues Haus gebaut und noch nicht eingeweiht hat? Er soll heimkehren, damit er nicht im Kampf fällt und ein anderer das Haus an seiner Stelle bewohnt.
6 Oder ist jemand da, der einen neuen Weinberg angelegt und noch nicht davon geerntet hat? Er soll heimkehren, damit er nicht fällt und ein anderer die erste Lese hält.
7 Oder ist jemand da, der sich mit einem Mädchen verlobt, es aber noch nicht geheiratet hat? Er soll heimkehren, damit er nicht fällt und ein anderer seine Braut bekommt.«1
8 Schließlich sollen sie noch hinzufügen: »Ist jemand da, der Angst hat und sich vor dem Feind fürchtet? Er soll heimkehren, damit er nicht die anderen ansteckt und auch ihnen den Mut nimmt.«
9 Wenn sie das alles gesagt haben, sollen sie die Truppenführer bestimmen, die den Befehl übernehmen.

Regeln für die Kriegführung

10 Bevor ihr eine Stadt angreift, sollt ihr zuerst mit den Bewohnern verhandeln und sie zur friedlichen Übergabe auffordern.
11 Wenn sie darauf eingehen und euch die Tore öffnen, müssen sie euch gehorchen und Zwangsarbeit für euch leisten.
12 Lehnen sie das Angebot ab und wollen kämpfen, so belagert die Stadt.
13 Wenn der Herr, euer Gott, euch dann siegen lässt, müsst ihr alle Männer töten.
14 Die Frauen und Kinder, das Vieh und den übrigen Besitz dürft ihr behalten; ihr dürft die ganzen Vorräte eurer Feinde essen, alles, was der Herr in eure Hand fallen ließ.
15 So sollt ihr verfahren, wenn eine Stadt weit von euren Wohnsitzen entfernt ist.
16 Wenn sie aber in dem Land liegt, das der Herr, euer Gott, euch geben wird, dürft ihr niemand am Leben lassen.
17 An allen Völkern im Land müsst ihr den Bann vollstrecken, wie der Herr, euer Gott, es befohlen hat: an den Hetitern, Amoritern, Kanaanitern, Perisitern, Hiwitern und Jebusitern.
18 Sonst verführen sie euch dazu, dem Herrn untreu zu werden und alle die Scheußlichkeiten nachzuahmen, die sie zu Ehren ihrer Götter begehen.
19 Müsst ihr eine Stadt lange belagern, bevor ihr sie erobern könnt, so schont die Obstpflanzungen in ihrer Umgebung. Haut die Stämme nicht um! Oder sind etwa die Bäume auf dem Feld Menschen,2 sodass ihr sie bekämpfen müsst?3 Außerdem könnt ihr ja von den Früchten essen.
20 Nur Bäume, die keine essbaren Früchte tragen, dürft ihr abhauen, um damit Belagerungsanlagen zu bauen.
1 Die aufgezählten Gründe zur Befreiung vom Kriegsdienst (vgl. auch 24,5) sind ein schönes Zeugnis dafür, dass die Bibel nichts von einem »Militarismus« weiß, der das ganze Leben des Volkes bestimmt und prägt (wie dies im Altertum etwa in Sparta der Fall war).
2 Menschen (wörtlich ein Mensch): mit einem veränderten Vokal; H Der Baum des Feldes ist der Mensch.
3 Der blinden Zerstörungswut, wie sie für die assyrische Kriegsführung bezeugt ist, wird hier ein ›entwaffnendes‹ Argument entgegengehalten, das über den Gesichtspunkt der Nützlichkeit weit hinausführt.
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