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Gute Nachricht Bibel

»Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig!«

1 Der Herr sagte zu Mose:
2 »Richte der ganzen Gemeinde Israel aus, was ich ihr zu sagen habe: ›Ihr sollt heilig sein; denn ich, der Herr, euer Gott, bin heilig.1
3 Jeder soll seine Mutter und seinen Vater ehren und den wöchentlichen Ruhetag, meinen Sabbat, beachten. Ich bin der Herr, euer Gott!
4 Wendet euch nicht anderen Göttern zu und macht euch keine Götterbilder. Ich bin der Herr, euer Gott!
5 Wenn ihr mir zu Ehren ein Opfermahl feiert, dann haltet euch an die Vorschriften, damit euer Opfer euch mein Wohlwollen bringt.
6 Esst das Opferfleisch am Tag der Schlachtung und auch noch am Tag danach; aber was am dritten Tag noch übrig ist, muss verbrannt werden.
7 Wenn jemand dann noch davon isst, nehme ich das ganze Opfer nicht an; es ist mir zuwider.
8 Wer davon isst, lädt Schuld auf sich. Er hat entweiht, was mir, dem Herrn, heilig ist. Damit hat er sein Leben verwirkt und muss aus seinem Volk ausgestoßen werden.
9 Wenn ihr erntet, sollt ihr euer Feld nicht bis an den Rand abernten und keine Nachlese halten.
10 Auch eure Weinberge sollt ihr nicht ganz ablesen und die heruntergefallenen Trauben nicht aufheben. Lasst etwas übrig für die Armen und für die Fremden bei euch. Ich bin der Herr, euer Gott!
11 Vergreift euch nicht an fremdem Eigentum. Belügt und betrügt einander nicht.
12 Missbraucht nicht meinen Namen, um etwas Unwahres zu beschwören; denn damit entweiht ihr ihn. Ich bin der Herr!
13 Erpresst und beraubt nicht eure Mitmenschen. Wenn jemand um Tageslohn für euch arbeitet, dann zahlt ihm seinen Lohn noch am selben Tag aus.
14 Sagt nichts Böses über einen Tauben, der es nicht hören und sich nicht wehren kann, und legt einem Blinden keinen Knüppel in den Weg. Nehmt meine Weisungen ernst: Ich bin der Herr!
15 Wenn ihr einen Rechtsfall zu entscheiden habt, dann haltet euch streng an das Recht. Bevorzugt weder den Armen und Schutzlosen noch den Reichen und Mächtigen. Wenn ihr als Richter2 über einen Mitmenschen das Urteil sprecht, darf allein die Gerechtigkeit den Maßstab abgeben.
16 Verbreitet keine Verleumdungen über eure Mitmenschen. Sucht niemand dadurch aus dem Weg zu schaffen, dass ihr vor Gericht falsche Anschuldigungen gegen ihn vorbringt. Ich bin der Herr!
17 Wenn du etwas gegen deinen Bruder oder deine Schwester3 hast, dann trage deinen Groll nicht mit dir herum. Rede offen mit ihnen darüber, sonst machst du dich schuldig.
18 Räche dich nicht an deinem Mitmenschen und trage niemand etwas nach. Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst. Ich bin der Herr!‹

Weitere Weisungen für Gottes heiliges Volk

19 ›Befolgt meine Anordnungen! Kreuzt nicht Tiere verschiedener Art miteinander. Sät nicht auf demselben Acker zwei verschiedene Sorten Saatgut. Tragt auch keine Kleidung, die aus zwei verschiedenen Garnen gewebt ist.
20 Wenn ein Mann mit einer Sklavin schläft, die einem anderen Mann zur Ehe zugesagt, aber noch nicht losgekauft oder freigelassen worden ist, dann muss er mir eine Wiedergutmachung leisten. Die beiden werden nicht mit dem Tod bestraft, weil die Frau noch nicht frei war.
21 Der Mann muss einen Schafbock als Wiedergutmachungsopfer zu mir an den Eingang des Heiligen Zeltes bringen.
22 Mit diesem Opfer bringt der Priester die Sache wieder ins Reine und ich, der Herr, vergebe dem Betreffenden seine Schuld.
23 Wenn ihr in euer Land kommt und Obstbäume pflanzt, sind die Früchte drei Jahre lang unrein und dürfen nicht gegessen werden.
24 Im vierten Jahr sollen alle Früchte als Dankopfer mir, dem Herrn, geweiht werden.
25 Vom fünften Jahr ab dürft ihr die Früchte essen. Wenn ihr so verfahrt, werden eure Bäume umso mehr Früchte tragen.4 Ich bin der Herr, euer Gott!
26 Esst kein Fleisch, in dem noch Blut ist. Treibt keine Wahrsagerei oder Zauberei.
27-28 Wenn ihr einen Toten beweint, sollt ihr nicht das Haar abschneiden, den Bart stutzen oder euch Einschnitte am Körper oder Tätowierungen machen.5 Ich bin der Herr!
29 Entehrt eure Töchter nicht dadurch, dass ihr sie zur Hurerei6 anhaltet. Sonst wird sich diese Unsitte über das ganze Land verbreiten und euer Land wird mir ein Gräuel.
30 Haltet den Sabbat in Ehren und entweiht nicht mein Heiligtum. Ich bin der Herr!
31 Wendet euch nicht an Wahrsager und an Leute, die die Geister der Toten befragen. Wer das tut, macht sich unrein. Ich bin der Herr, euer Gott!
32 Steht ehrerbietig auf, wenn ein Mensch mit grauem Haar zu euch tritt. Begegnet den Alten mit Achtung und fürchtet euren Gott. Ich bin der Herr!
33 Unterdrückt nicht die Fremden, die bei euch im Land leben,
34 sondern behandelt sie genau wie euresgleichen. Jeder von euch soll seinen fremden Mitbürger lieben wie sich selbst. Denkt daran, dass auch ihr in Ägypten Fremde gewesen seid. Ich bin der Herr, euer Gott!
35-36 Übervorteilt niemand und verwendet keine falschen Maße und Gewichte. Eure Waage muss stimmen, und die Gewichtssteine und die Längen- und Hohlmaße7 müssen genau der Norm entsprechen. Ich bin der Herr, euer Gott, der euch aus Ägypten herausgeführt hat!
37 Richtet euch in allem nach meinen Geboten und Weisungen und befolgt sie. Ich bin der Herr!‹«
1 Die Heiligkeit, d.h. Vollkommenheit Gottes verlangt vom Menschen, der sich ihm nahen will, nach Kap 11–15 eine bestimmte äußere, körperliche »Reinheit«. Schon in Kap 18 und jetzt noch deutlicher wird ein Schritt darüber hinaus getan: Das ganze Leben des Gottesvolkes soll dem Wesen seines Gottes angemessen sein; siehe die Sacherklärung »«. Die Anweisungen gipfeln in dem berühmten Liebesgebot (Vers 18b; vgl. Mt 22,39).
2 Das waren ursprünglich alle freien Männer eines Orts; die Rechtsprechung wurde von ihnen gemeinsam ausgeübt (durch Abstimmung; vgl. noch Mk 14,64).
3 Wörtlich gegen deinen Bruder.
4 Wenn ihr so verfahrt ...: oder Von da an gehört der Ertrag euch.
5 Die hier untersagten Trauerbräuche (siehe ) stehen im Zusammenhang mit abergläubischen Vorstellungen, für die in Israel kein Raum ist.
6 Siehe Sacherklärung »« und »geweiht(2)«.
7 Hohlmaße: Erwähnt werden und als die Grundmaße für Getreide und Flüssigkeiten wie Wein und Olivenöl (siehe für beides die Sacherklärungen).
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