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Gute Nachricht Bibel

Elberfelder Bibel

Neue Genfer Übersetzung

Neue evangelistische Übersetzung

Briefeingang

1 Jakobus, der Gott und dem Herrn Jesus Christus dient, grüßt die zwölf Stämme des Gottesvolks, die über die ganze Welt zerstreut sind.1

Glaube in der Erprobung

2 Meine Brüder und Schwestern,2 nehmt es als Grund zur Freude, zur reinsten Freude, wenn ihr in vielfältiger Weise auf die Probe gestellt werdet.
3 Denn ihr wisst: Wenn euer Glaube erprobt wird, führt euch das zur Standhaftigkeit;
4 die Standhaftigkeit aber soll zum Tun des Rechten und Guten führen, damit ihr in jeder Hinsicht untadelig seid und euch zur Vollkommenheit nichts mehr fehlt.
5 Wenn es aber unter euch welche gibt, die nicht wissen, was sie in einem bestimmten Fall tun müssen, sollen sie Gott um Weisheit bitten,3 und Gott wird sie ihnen geben. Denn er gibt sie allen gerne, ohne ihnen Vorwürfe zu machen.
6 Sie müssen Gott aber in festem Vertrauen bitten und dürfen nicht zweifeln. Wer zweifelt, gleicht den Meereswogen, die vom Wind gepeitscht und hin und her getrieben werden.
7 Solche Menschen können nicht erwarten, dass sie vom Herrn etwas empfangen;
8 denn sie sind in sich gespalten und unbeständig in allem, was sie unternehmen.

Die Armen sollen sich rühmen!

9 Wenn Brüder oder Schwestern4 arm und verachtet sind, sollen sie sich damit rühmen, dass sie bei Gott hoch angesehen sind.
10 Wenn sie dagegen reich und mächtig sind, sollen sie sich bewusst sein, dass sie Gott damit keinen Eindruck machen können; denn wie eine Blume auf der Wiese werden sie vergehen.
11 Wenn die Sonne mit ihren sengenden Strahlen emporsteigt, verdorren die Blätter, und die Blüte fällt ab; ihre ganze Schönheit ist dahin. Genauso werden die Reichen zugrunde gehen, und mit all ihren Unternehmungen hat es ein Ende.

Woher die Versuchungen kommen

12 Freuen darf sich, wer auf die Probe gestellt wird und sie besteht; denn Gott wird ihm den Siegeskranz geben, das ewige Leben, das er allen versprochen hat, die ihn lieben.
13 Wenn ein Mensch in Versuchung gerät, soll er nicht sagen: »Gott hat mich in Versuchung geführt.« So wie Gott nicht zum Bösen verführt werden kann, so verführt er auch niemand dazu.
14 Es ist die eigene Begehrlichkeit, die den Menschen ködert und einfängt.
15 Wenn jemand ihr nachgibt, wird die Begehrlichkeit gleichsam schwanger und gebiert die Sünde. Und wenn die Sünde ausgewachsen ist, bringt sie den Tod hervor.
16 Meine lieben Brüder und Schwestern,5 lasst euch nicht irreführen!
17 Lauter gute Gaben, nur vollkommene Gaben kommen von oben, von dem Schöpfer6 der Gestirne. Bei ihm gibt es kein Zu- und Abnehmen des Lichtes und keine Verfinsterung.
18 Aus seinem freien Willen hat er uns durch das Wort der Wahrheit, durch die Gute Nachricht,7 ein neues Leben geschenkt. So sind wir gleichsam die Erstgeborenen8 seiner neuen Schöpfung.9

Hören und Tun

19 Denkt daran, liebe Brüder und Schwestern: Jeder soll stets bereit sein zu hören, aber sich Zeit lassen, bevor er redet, und noch mehr, bevor er zornig wird.
20 Denn im Zorn tut niemand, was vor Gott recht ist.
21 Legt also alles Gemeine und Schlechte ab und nehmt bereitwillig das Wort an, das Gott euch ins Herz gepflanzt hat.10 Es hat die Macht, euch zu retten.
22 Es genügt aber nicht, dieses Wort nur anzuhören. Ihr müsst es in die Tat umsetzen, sonst betrügt ihr euch selbst!
23 Wer die Botschaft Gottes nur hört, aber nicht danach handelt, ist wie ein Mensch, der in einen Spiegel blickt:
24 Er sieht sich, wie er ist, und betrachtet sich kurz. Aber dann geht er weg – und schon hat er vergessen, wie er aussah.
25 Anders der Mensch, der tief und anhaltend in das vollkommene Gesetz Gottes blickt, das uns frei macht.11 Er hört nicht nur hin, um es gleich wieder zu vergessen, sondern handelt danach. Freuen darf sich, wer das wirklich tut.

Maßstäbe echter Frömmigkeit

26 Wenn jemand meint, Gott zu ehren, aber seine Zunge nicht im Zaum halten kann, ist seine ganze Gottesverehrung wertlos und er betrügt sich selbst.
27 Gott, der Vater, wird auf die rechte Art geehrt, wenn jemand den Waisen und Witwen in ihrer Not beisteht und sich nicht an dem ungerechten Treiben dieser Welt beteiligt.
1 Wie schon die Juden seit der Zeit der Verbannung, so sind auch die Christen eine kleine Minderheit inmitten einer fremden Umgebung (1Petr 1,1). Aber ihre Heimat, das Ziel ihrer Sehnsucht, ist nicht mehr das Land Israel (Phil 3,2O; Hebr 13,14).
2 Herkömmliche Übersetzung Meine Brüder, doch siehe Anmerkung zu Hebr 2,17. Im Jakobusbrief stehen die Schwestern nicht so im Blick wie in den Paulusbriefen; sie sind jedoch über die Männer mitgemeint wie in den jüdischen Gemeinden, denen Jakobus nahe steht. Die Übersetzung erinnert daran von Fall zu Fall.
3 Wörtlich Wenn jemandem Weisheit fehlt, bitte er Gott.
4 Siehe Anmerkung zu Vers 2.
5 Siehe Anmerkung zu Vers 2; ebenso für Vers 19.
6 Wörtlich Vater.
7 durch die Gute Nachricht: verdeutlichender Zusatz.
8 Wörtlich die ersten Früchte; siehe Sacherklärung »«.
9 Vgl. Röm 8,19-23.
10 Es gilt also, vor allem auf das Wort, d.h. die Botschaft Gottes, zu hören (Vers 19)! Sie wurde uns ins Herz gepflanzt durch das glaubende Annehmen der Verkündigung (wahrscheinlich ist an den Taufunterricht gedacht), und sie kann uns retten, wenn wir ihr entsprechend leben (siehe Anmerkung zu Vers 25).
11 Anders als Paulus sieht Jakobus keinen Gegensatz zwischen dem Gesetz und der Gnadenbotschaft des Evangeliums. Unter Gesetz versteht er das Liebesgebot (2,1-13; bes. Verse 8 u. 12), dessen Befolgung den Menschen frei macht von der Sklaverei der »eigenen Wünsche« (Vers 14).

Verfasser, Empfänger und Gruß

1 Jakobus, Knecht1 Gottes und des Herrn Jesus Christus, den zwölf Stämmen, die in der Zerstreuung sind, seinen Gruß!

Standhaftigkeit in der Anfechtung

2 Haltet es für lauter Freude, meine Brüder, wenn ihr in mancherlei Versuchungen2 geratet,
3 indem ihr erkennt, dass die Bewährung3 eures Glaubens Ausharren bewirkt.
4 Das Ausharren aber soll ein vollkommenes Werk haben, damit ihr vollkommen und vollendet seid und in nichts Mangel habt.
5 Wenn aber jemand von euch Weisheit mangelt, so bitte er Gott, der allen willig gibt und keine Vorwürfe macht4, und sie wird ihm gegeben werden.
6 Er bitte aber im Glauben, ohne irgend zu zweifeln; denn der Zweifler gleicht einer Meereswoge, die vom Wind bewegt und hin und her getrieben wird.
7 Denn jener Mensch denke nicht, dass er etwas von dem Herrn empfangen werde,
8 ist er doch ein wankelmütiger5 Mann, unbeständig in allen seinen Wegen.
9 Der niedrige Bruder aber rühme sich seiner6 Hoheit,
10 der reiche aber seiner Niedrigkeit; denn wie des Grases Blume wird er vergehen.
11 Denn die Sonne ist aufgegangen mit ihrer7 Glut und hat das Gras verdorren lassen, und seine Blume ist abgefallen, und die Zierde seines Ansehens ist verdorben8; so wird auch der Reiche in seinen Wegen dahinschwinden.
12 Glückselig der Mann, der die Versuchung erduldet! Denn nachdem er bewährt ist, wird er den Siegeskranz des Lebens empfangen, den der Herr denen verheißen hat, die ihn lieben.
13 Niemand sage, wenn er versucht wird: Ich werde von Gott versucht. Denn Gott kann nicht versucht werden vom Bösen, er selbst aber versucht niemand.
14 Ein jeder aber wird versucht, wenn er von seiner eigenen Begierde fortgezogen und gelockt wird.
15 Danach, wenn die Begierde empfangen hat, bringt sie Sünde hervor; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod.
16 Irret euch nicht, meine geliebten Brüder!
17 Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, von dem Vater der Lichter, bei dem keine Veränderung ist noch eines Wechsels Schatten9.
18 Nach seinem Willen hat er uns durch das Wort der Wahrheit geboren, damit wir eine Art Erstlingsfrucht seiner Geschöpfe seien.

Nicht nur Hörer, sondern auch Täter des Wortes

19 Ihr wisst doch10, meine geliebten Brüder: Jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn!
20 Denn eines Mannes Zorn wirkt nicht Gottes Gerechtigkeit.
21 Deshalb legt ab alle Unsauberkeit und das Übermaß der Schlechtigkeit, und nehmt das eingepflanzte Wort mit Sanftmut auf, das eure Seelen zu retten vermag!
22 Seid aber Täter des Wortes und nicht allein Hörer, die sich selbst betrügen!
23 Denn wenn jemand ein Hörer des Wortes ist und nicht ein Täter, der gleicht einem Mann, der sein natürliches Gesicht in einem Spiegel betrachtet.
24 Denn er hat sich selbst betrachtet und ist weggegangen, und er hat sogleich vergessen, wie er beschaffen war.
25 Wer aber in das vollkommene Gesetz der Freiheit hineingeschaut hat und dabei geblieben ist11, indem er nicht ein vergesslicher Hörer, sondern ein Täter des Werkes ist12, der wird in seinem Tun glückselig sein.
26 Wenn jemand meint, er diene Gott13, und zügelt nicht seine Zunge, sondern betrügt sein Herz, dessen Gottesdienst14 ist vergeblich.
27 Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott und dem Vater ist dieser: Waisen und Witwen in ihrer Bedrängnis zu besuchen, sich selbst von der Welt unbefleckt zu erhalten15.
1 w. Sklave
2 o. Prüfungen
3 o. Erprobung; w. Prüfungsmittel
4 o. nicht schilt
5 o. doppelherziger; w. von geteilter Seele
6 w. rühme sich in seiner
7 w. der
8 o. vernichtet
9 d. h. Schatten, der durch den Wechsel der Lichtverhältnisse entsteht
10 o. Wisset
11 o. hineinschaut . . . bleibt
12 o. wird
13 o. er sei gottesfürchtig; o. er sei religiös
14 o. Gottesverehrung; o. Religion; so auch V. 27
15 o. zu bewahren

Absender und Empfänger des Briefes

1 Jakobus1, Diener Gottes und des Herrn Jesus Christus, an die zwölf Stämme, die in der Fremde leben2. Euch allen sende ich meinen Gruß.

Standhaftigkeit bei Glaubensproben

2 Seht es als einen ganz besonderen Grund zur Freude an, meine Geschwister, wenn ihr Prüfungen verschiedenster Art durchmachen müsst.
3 Ihr wisst doch: Wenn euer Glaube erprobt wird und sich bewährt, bringt das Standhaftigkeit hervor.
4 Und durch die Standhaftigkeit soll das Gute, das in eurem Leben begonnen hat, zur Vollendung kommen. Dann werdet ihr vollkommen und makellos sein, und es wird euch an nichts mehr fehlen.

Vertrauensvolles Gebet

5 Wenn es aber einem von euch an Weisheit fehlt, bitte er Gott darum, und sie wird ihm gegeben werden; denn Gott gibt allen gern und macht ´dem, der ihn bittet,` keine Vorhaltungen.
6 Doch soll der Betreffende seine Bitte in einer Haltung des Vertrauens vorbringen und nicht in der Haltung des Zweiflers; denn wer zweifelt, gleicht einer Meereswoge, die – vom Wind aufgepeitscht – einmal hierhin und dann wieder dorthin getrieben wird.
7 Ein solcher Mensch soll nicht meinen, er werde vom Herrn etwas bekommen,
8 denn er ist in seinem Innersten gespalten, und seine Unbeständigkeit kommt bei allem, was er unternimmt, zum Vorschein.

Armut und Reichtum

9 Ein Gemeindeglied, das in ärmlichen Verhältnissen lebt, soll sich vor Augen halten, was für eine hohe Würde Gott ihm verliehen hat.
10 Und wer reich ist, soll sich vor Augen halten, wie wenig seine hohe soziale Stellung vor Gott wert ist; denn er wird vergehen wie eine Blume auf dem Feld.
11 Wenn die Sonne emporsteigt und ihre Glut das Gras versengt, verwelkt die Blume, und ihre Schönheit ist dahin. Genauso wird auch der Reiche vergehen mit allem, was ihm sein Reichtum ermöglicht hat.

Prüfung und Versuchung

12 Glücklich zu preisen ist der, der standhaft bleibt, wenn sein Glaube auf die Probe gestellt wird. Denn nachdem er sich bewährt hat, wird er als Siegeskranz das ewige Leben erhalten, wie der Herr es denen zugesagt hat, die ihn lieben.
13 Doch wenn jemand in Versuchung gerät, ´Böses zu tun,` soll er nicht sagen: Es ist Gott, der mich in Versuchung führt! Denn so wenig Gott selbst zu etwas Bösem verführt werden kann, so wenig verführt er seinerseits jemand dazu.
14 Nein, wenn jemand in Versuchung gerät, ist es seine eigene Begierde, die ihn reizt und in die Falle lockt.
15 Nachdem die Begierde dann schwanger geworden ist, bringt sie die Sünde zur Welt; die Sünde aber, wenn sie ausgewachsen ist, gebiert den Tod.
16 Macht euch nichts vor, meine lieben Geschwister!
17 Von oben kommen nur gute Gaben und nur vollkommene Geschenke; sie kommen vom Schöpfer der Gestirne, der sich nicht ändert und bei dem es keinen Wechsel von Licht zu Finsternis gibt.
18 Seinem Plan entsprechend hat er durch die Botschaft der Wahrheit neues Leben in uns hervorgebracht, damit wir – bildlich gesprochen – unter allen seinen Geschöpfen eine ´ihm geweihte` Erstlingsgabe sind.3

Gottes Botschaft hören – Gottes Botschaft befolgen

19 Denkt daran, meine lieben Geschwister: Jeder sei schnell bereit zu hören, aber jeder lasse sich Zeit, ehe er redet, und ´erst recht`, ehe er zornig wird.
20 Denn der Zorn des Menschen bewirkt nicht, was vor Gott recht ist.
21 Deshalb legt alles ab, was euch beschmutzt, alles Böse, was noch bei euch vorhanden ist, und geht bereitwillig auf die Botschaft ein, die euch ins Herz gepflanzt wurde und die die Kraft hat, euch zu retten.
22 Hört euch diese Botschaft nicht nur an, sondern handelt auch danach; andernfalls betrügt ihr euch selbst.
23 Denn wer sich ´Gottes` Botschaft zwar anhört, aber nicht danach handelt, gleicht jemand, der sein Gesicht im Spiegel betrachtet
24 und der, nachdem er sich betrachtet hat, weggeht und sofort wieder vergisst, wie er ausgesehen hat.
25 Wer sich jedoch in das vollkommene Gesetz vertieft, das Gesetz der Freiheit4, und es ständig vor Augen hat, wer also das Gehörte nicht vergisst, sondern es in die Tat umsetzt, der ist glücklich zu preisen, denn er wird gesegnet sein bei allem, was er tut.

Echte Frömmigkeit oder religiöser Selbstbetrug

26 Wenn jemand sich für fromm hält, aber seine Zunge nicht im Zaum halten kann, betrügt er sich selbst, und seine Frömmigkeit ist nichts wert.
27 Echte und untadelige Frömmigkeit, die vor Gott, dem Vater, bestehen kann, zeigt sich darin, dass man Waisen und Witwen in ihrer Not beisteht5 und sich vom gottlosen Treiben dieser Welt nicht beschmutzen lässt.
1 Ein leiblicher Bruder von Jesus (siehe Matthäus 13,55 und Markus 6,3) und eines der führenden Mitglieder der Gemeinde von Jerusalem (siehe z.B. Galater 2,9 und Apostelgeschichte 15,13; 21,18).
2 Bei den Adressaten handelt es sich wahrscheinlich um an Jesus Christus gläubige Juden (Angehörige des zwölfstämmigen israelitischen Volkes), die in Ländern mit überwiegend nichtjüdischer Bevölkerung lebten; möglicherweise gehörten sie zu den Christen, die nach Apostelgeschichte 8,1 und 11,19 aus Jerusalem vertrieben worden waren. – Nach anderer Auffassung richtet sich der Brief an die aus Juden und Nichtjuden bestehende christliche Gemeinde als das Volk Gottes, das wahre Israel, das noch fern von der himmlischen Heimat auf der Erde lebt.
3 Vergleiche 3.Mose 23,10.11.
4 Das Gesetz der Freiheit: Gottes Wille, wie er im Evangelium von Jesus Christus zum Ausdruck kommt. Ebenso in Kapitel 2,12.
5 Vergleiche alttestamentliche Stellen wie Jesaja 1,17.23; Jeremia 5,28; Ezechiel 22,7; Sacharja 7,10.
6 w. rühme sich in seiner
7 w. der
8 o. vernichtet
9 d. h. Schatten, der durch den Wechsel der Lichtverhältnisse entsteht
10 o. Wisset
11 o. hineinschaut . . . bleibt
12 o. wird
13 o. er sei gottesfürchtig; o. er sei religiös
14 o. Gottesverehrung; o. Religion; so auch V. 27
15 o. zu bewahren

Bewährungsproben und Versuchungen

1 1Es schreibt Jakobus, ein Sklave2 Gottes und des Herrn Jesus, des Messias. An das Volk Gottes, das in der Fremde lebt.3 Seid gegrüßt!
2 Haltet es für reine Freude, meine Geschwister,4 wenn ihr in verschiedener Weise auf die Probe gestellt werdet.
3 Ihr wisst ja, dass ihr durch solche Bewährungsproben für euren Glauben Standhaftigkeit erlangt.
4 Die Standhaftigkeit wiederum bringt das Werk zum Ziel: Ihr sollt zu einer Reife kommen, der es an nichts mehr fehlt und die kein Makel entstellt.
5 Wenn jemand von euch nicht weiß, wie er das tun soll, dann darf er Gott um diese Weisheit bitten. Er wird sie ihm ohne weiteres geben und ihm deshalb keine Vorwürfe machen, denn er gibt allen gern.
6 Doch wenn er diese Bitte vorbringt, soll er das mit Gottvertrauen tun und sich keinen Zweifeln hingeben. Ein Zweifler ist nämlich wie eine vom Wind gepeitschte hin- und herwogende Meereswelle.
7 Ein solcher Mensch kann nicht erwarten, etwas vom Herrn zu empfangen.
8 Er ist in sich gespalten und unbeständig in allem, was er unternimmt.
9 Wenn ein Bruder niedrig gestellt ist, rühme er sich des Ansehens, das er bei Gott genießt.
10 Wenn er reich ist, rühme er sich seiner Armseligkeit vor Gott, denn er wird wie eine Wiesenblume vergehen.
11 Wenn nämlich die Sonne aufgeht und mit ihr die Hitze kommt, lässt sie das Gras verdorren. Die Blüte verwelkt und es ist vorbei mit ihrer ganzen Schönheit. So wird auch der Reiche samt seinen Unternehmungen verschwinden.
12 Wie glücklich ist der, der die Erprobung standhaft erträgt! Denn nachdem er sich so bewährt hat, wird er den Ehrenkranz des Lebens erhalten, den Gott denen versprochen hat, die ihn lieben.
13 Wenn jemand in Versuchung gerät, soll er nicht sagen: "Gott hat mich in die Versuchung geführt." Denn Gott kann nicht vom Bösen verführt werden und führt auch selbst niemand in Versuchung.
14 Nein, jeder wird von seiner eigenen Begierde in die Falle gelockt.
15 Wenn die Lust auf diese Weise schwanger geworden ist, bringt sie Sünde zur Welt, und die Sünde, wenn sie voll ausgewachsen ist, den Tod.
16 Täuscht euch nicht, liebe Geschwister!
17 Vom Vater der Himmelslichter kommen nur gute und vollkommene Gaben. Bei ihm gibt es keine Veränderung, auch nicht den Hauch eines Wechsels.
18 Aus freiem Liebeswillen hat er uns durch das Wort der Wahrheit neues Leben geschenkt, damit wir gewissermaßen die ersten Geschöpfe seiner neuen Schöpfung wären.

Täter des Wortes sein

19 Denkt daran, liebe Geschwister: "Jeder Mensch sei schnell zum Hören bereit – zum Reden und zum Zorn, da lasse er sich Zeit."
20 Denn im Zorn tut keiner, was vor Gott recht ist.
21 Legt deshalb jede Gemeinheit und alle Bosheit von euch ab, und nehmt das Wort, das in euch hineingepflanzt wurde, bereitwillig auf. Denn das hat die Macht, euch zu retten.
22 Es genügt aber nicht, das Wort nur zu hören, denn so betrügt man sich selbst. Man muss danach handeln.
23 Jeder, der das Wort nur hört und nicht in die Tat umsetzt, ist wie ein Mann, der sein Gesicht in einem Spiegel betrachtet.
24 Er schaut sich an, läuft davon und hat schon vergessen, wie er aussah.
25 Doch wer sich in das vollkommene Gesetz vertieft, in das Gesetz der Freiheit,5 wer es immer vor Augen hat und nicht vergisst, was er wahrnimmt, sondern danach handelt, der wird dabei glücklich und gesegnet sein.
26 Wenn jemand sich einbildet, Gott zu dienen, aber seine Zunge nicht im Zaum hält, der macht sich selbst etwas vor. Sein Dienst für Gott hat keinen Wert.
27 Wer Gott, dem Vater, wirklich gefallen will, der helfe Waisen und Witwen in ihrer Not und beschmutze sich nicht am Treiben der Welt.
1 Jakobus stammte aus der gleichen Familie, in der auch Jesus Christus aufgewachsen war. Doch erst nach der Auferstehung seines Halbbruders Jesus begann er an ihn zu glauben. Von Anfang an gehörte er aber zur Gemeinde der "Nazoräer" in Jerusalem. So nannte man die Christen damals in Israel. Als nach zwei bis drei Jahren ungestörten Wachstums die erste Verfolgung über die Gemeinde hereinbrach, blieb er mit den anderen Aposteln in der Stadt. Sein Dienst in der weiter wachsenden Gemeinde bestand vor allem im Gebet und der persönlichen Seelsorge. Nachdem im Jahr 42 n.Chr. Jakobus Ben-Zebedäus hingerichtet worden war und Petrus die Stadt verlassen musste, wurde Jakobus eine der "Säulen" der Gemeinde. Auch von seinen jüdischen Mitbürgern wurde er so hoch geachtet, dass sie ihm den Beinamen "der Gerechte" verliehen. Jakobus hatte sich nie eine Führerrolle angemaßt. Dennoch wurde er für fast 30 Jahre der anerkannte Führer der Gemeinde in Jerusalem. Seine Autorität reichte noch weit darüber hinaus und übertraf sogar die von Petrus und Johannes. Tausende von Juden, die an Jesus Christus gläubig geworden waren, hatten in ihm einen Hirten, der die Liebe zu seinem Herrn, zu seinen jüdischen und nichtjüdischen Glaubensgeschwistern und zu seinem eigenen Volk jeden Tag neu unter Beweis stellte. Seine tiefe Demut, sein großer Eifer zum Gebet, seine herzliche Brüderlichkeit und seine praktische Art machen ihn bis heute zu einem ausgezeichneten Vorbild für alle Gläubigen. Etwa 15 Jahre nach der Auferstehung des Herrn, um 45 n.Chr., schrieb Jakobus einen Brief an jüdische Christen, von denen sich ein Großteil wohl schon während der ersten Verfolgung in jüdische und ausländische Städte geflüchtet hatte. Jakobus ermutigte sie, die Echtheit ihres Glaubens an den Messias Jesus vor allem durch ihr Handeln zu beweisen. Nur so würden sie ihren jüdischen Mitbürgern zeigen können, dass ihr Glaube an den gekreuzigten und auferstandenen Herrn nicht tot war.
2 Ein Sklave (griech. doulos) ist ein Mensch, der rechtlich und wirtschaftlich Eigentum eines anderen Menschen ist. Christen verstanden sich als Sklaven von Jesus Christus, weil dieser sie aus der Sklaverei der Sünde "freigekauft" hatte, und betrachteten diesen Titel als Auszeichnung.
3 Wörtlich: die zwölf Stämme in der Diaspora. Gemeint sind jüdische Christen, die sich in der ersten Christenverfolgung von Jerusalem aus in ausländische Städte geflüchtet und an vielen Stellen neue christliche Gemeinden gegründet hatten (siehe Apg 8,1; 11,19).
4 Wörtlich: Brüder. Die Mehrzahlform des griechischen Wortes für Bruder meint je nach Zusammenhang auch Geschwister. Hier ist die ganze christliche Gemeinschaft am Ort angesprochen, nicht nur die Männer.
5 Gesetz der Freiheit meint den Willen Gottes, wie ihn Jesus und die Apostel gelehrt haben, wodurch die Menschen befreit werden, nach ihrer Bestimmung zu leben.
6 w. rühme sich in seiner
7 w. der
8 o. vernichtet
9 d. h. Schatten, der durch den Wechsel der Lichtverhältnisse entsteht
10 o. Wisset
11 o. hineinschaut . . . bleibt
12 o. wird
13 o. er sei gottesfürchtig; o. er sei religiös
14 o. Gottesverehrung; o. Religion; so auch V. 27
15 o. zu bewahren
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