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Elberfelder Bibel

Hoffnung für Alle

Lutherbibel 2017

Gottes Rettung durch den Eroberer Kyros

1 Hört mir schweigend zu, ihr Inseln! Und die Völkerschaften sollen neue Kraft gewinnen.1 Sie sollen herzutreten, dann mögen sie reden: Lasst uns miteinander vor Gericht treten!
2 Wer hat vom Sonnenaufgang her den erweckt, dessen Fuß Gerechtigkeit2 begegnet? Wer gibt Nationen vor ihm dahin3 und stürzt Könige hinab?4 Sein Schwert macht sie wie Staub, sein Bogen wie verwehte Strohstoppeln.
3 Er jagt ihnen nach, zieht wohlbehalten einher, berührt den Weg nicht mit seinen Füßen.
4 Wer hat es gewirkt und getan? Der die Generationen ruft von Anbeginn. Ich, der HERR, bin der Erste, und bei den Letzten bin ich derselbe5.
5 Die Inseln haben es gesehen und fürchten sich, es erbeben die Enden der Erde. Sie näherten sich und kamen herbei.
6 Einer hilft dem andern und sagt zu seinem Bruder: Sei mutig!
7 Und der Kunsthandwerker ermutigt den Goldschmied. Der mit dem Hammer glättet, ermutigt den, der auf den Amboss schlägt6, und sagt von der Lötung: Sie ist gut. Und er befestigt es7 mit Nägeln, dass es nicht wackelt.

Trost für Israel, den Knecht Gottes

8 Du aber, Israel, mein Knecht, Jakob, den ich erwählt habe, Nachkomme Abrahams, meines Freundes,
9 du, den ich ergriffen von den Enden der Erde und von ihren fernsten Gegenden her gerufen habe, zu dem ich sprach: Mein Knecht bist du, ich habe dich erwählt und nicht verworfen -
10 fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir! Habe keine Angst, denn ich bin dein Gott! Ich stärke dich, ja, ich helfe dir, ja, ich halte dich mit der Rechten meiner Gerechtigkeit.
11 Siehe, beschämt und zuschanden werden alle, die in Feindschaft gegen dich entbrannt sind. Es werden wie nichts und gehen zugrunde die Männer, die den Rechtsstreit mit dir führen8.
12 Du wirst sie suchen und nicht finden, die Männer, die mit dir zanken9. Wie nichts und wie Nichtigkeit werden die Männer, die mit dir Krieg führen10.
13 Denn ich bin der HERR, dein Gott, der deine Rechte ergreift, der zu dir spricht: Fürchte dich nicht! Ich, ich helfe dir!
14 Fürchte dich nicht, du Wurm Jakob, du Häuflein11 Israel! Ich, ich helfe dir, spricht der HERR12, und dein Erlöser ist der Heilige Israels.
15 Siehe, ich habe dich zu einem scharfen, neuen Dreschschlitten gemacht, mit Doppelschneiden versehen: du wirst Berge dreschen und zermalmen und Hügel der Spreu gleichmachen.
16 Du wirst sie worfeln, und der Wind wird sie forttragen und der Sturm sie zerstreuen. Du aber, du wirst jubeln in dem HERRN und dich rühmen in dem Heiligen Israels.
17 Die Elenden und die Armen suchen nach Wasser, und es gibt keins, ihre Zunge vertrocknet vor Durst. Ich, der HERR, werde sie erhören, ich, der Gott Israels, werde sie nicht verlassen.
18 Ich werde Ströme öffnen auf den kahlen Höhen und Quellen mitten in den Talebenen. Ich werde die Wüste zum Wasserteich machen und das dürre Land zu Wasserquellen.
19 Ich werde Zedern in die Wüste setzen, Akazien, Myrten und Olivenbäume, werde Wacholderbäume in die Steppe pflanzen, Platanen und Zypressen miteinander,
20 damit sie sehen und erkennen, es merken13 und verstehen allesamt, dass die Hand des HERRN dies getan und der Heilige Israels es geschaffen hat.
21 Bringt eure Rechtssache vor!, spricht der HERR. Bringt eure Beweise herbei!, spricht der König Jakobs.
22 Sie sollen sie herbeibringen14 und uns verkünden, was sich ereignen wird; das Frühere, was war es? Verkündet es, damit wir es uns zu Herzen nehmen! Oder lasst uns das Künftige hören, damit wir seinen Ausgang erkennen15!
23 Verkündet das später Kommende, damit wir erkennen, dass ihr Götter seid! Ja, lasst es gut sein oder schlimm sein16, dass wir uns gegenseitig ansehen und miteinander erschrecken17!
24 Siehe, ihr seid nichts, und euer Tun ist Nichtigkeit18. Ein Gräuel ist, wer euch erwählt!
25 Ich habe ihn von Norden her erweckt, und er kam herbei - von Sonnenaufgang her den, der meinen Namen anruft19. Und er zertritt20 Befehlshaber wie Lehm und wie ein Töpfer, der Ton stampft.
26 Wer hat es von Anfang an verkündet, dass wir es erkannt hätten, und von jeher, dass wir sagen könnten: Richtig! Ja, da war keiner, der es verkündete, ja, keiner, der es hören ließ, ja, keiner, der eure Sprüche gehört hätte.
27 Als Erster habe ich zu Zion gesagt: Siehe, siehe, da sind sie21, und Jerusalem gebe ich einen Freudenboten!
28 Und ich sehe hin, doch da ist niemand, und unter diesen da ist kein Ratgeber, dass ich sie fragen könnte und sie mir Antwort gäben.
29 Siehe, sie alle sind Betrug. Nichtigkeit sind ihre Machwerke, Wind und Leere ihre gegossenen Bilder.
1 Andere vermuten, der Text habe ursprünglich gelautet: Ihr Völkerschaften, wartet auf meine Zurechtweisung!
2 hier vielleicht im Sinne von Gelingen
3 o. Er legt Nationen vor sich nieder
4 so mit Qu. und einer griech. Üs.; Mas. T.: Wer lässt Könige niedertreten?; o. er lässt Könige niedertreten
5 w. bin ich es; vgl. Anm. zu Ps 102,28
6 o. den, der mit dem Klöppel schlägt
7 d. i. das Götzenbild
8 w. die Männer deines Rechtsstreites
9 w. die Männer deines Zankes
10 w. die Männer deines Krieges
11 w. Männer. - Andere nehmen an, dass bei dem Wort ein Buchstabe verloren gegangen ist, und lesen: Würmchen
12 w. ist der Ausspruch des HERRN
13 so mit Qu.; Mas. T.: im Gedächtnis aufrichten
14 LXX, Vulg., syr. und aram. Üs. lesen: Sie sollen herantreten
15 Im Mas. T. stehen die beiden Satzhälften in umgekehrter Reihenfolge.
16 d. h. den Inhalt der Ankündigung. Andere üs.: tut etwas Gutes oder tut etwas Böses
17 o. damit wir miteinander erschrecken und es sehen
18 so in Anlehnung an die aram. Üs.; Mas. T.: Siehe, ihr seid weniger als nichts, und eure Taten sind weniger als Wertloses
19 Mit geringfügiger Änderung und teilweise mit Qu. lesen andere: rief ich ihn beim Namen; vgl. Kap. 45,3
20 so wahrscheinlich der ursprüngliche Text; Mas. T.: er kommt über
21 Andere üs. mit geringfügiger Textänderung: Meine Sprüche habe ich Zion verkündet

Der Herr fordert die Götter heraus

1 So spricht der Herr: »Ihr Bewohner der Inseln und der fernen Küsten, seid still und hört mir zu! Nehmt euren ganzen Mut zusammen, ihr Völker, und kommt her! Hier könnt ihr eure Sache vorbringen. Lasst uns die Gerichtsverhandlung beginnen.
2 Wer hat den Mann aus dem Osten1 berufen, um für Gerechtigkeit einzutreten? Wer verhilft ihm zum Sieg über ganze Völker? Wer lässt ihn Könige stürzen, sie mit seinen Waffen bezwingen und wie Staub und Spreu durch die Luft wirbeln?
3 Er scheint zu fliegen, wenn er ihnen nachjagt. Seine Füße berühren kaum den Boden. Niemand kann ihm Schaden zufügen.
4 Wer steht dahinter, wer bewirkt das alles? Es ist derselbe, der von Anfang an die Geschichte der Menschheit gelenkt hat: ich, der HERR! Vor der ersten Generation war ich schon da, und auch bei der letzten bin ich noch derselbe.«
5 Als die Bewohner der Inseln und der fernen Länder sahen, was geschah, bekamen sie es mit der Angst zu tun. Zitternd liefen sie zusammen.
6 Einer hilft nun dem anderen, gegenseitig sprechen sie sich Mut zu.
7 Sie setzen ihre Hoffnung auf eine neue Götterstatue. Der Kunsthandwerker glättet die gegossene Figur mit dem Hammer und fordert den Goldschmied auf: »Beeil dich!« Der hämmert das Goldblech und überzieht damit sorgfältig die Statue. »Das wird gut halten«, sagt er. Schließlich wird das Standbild auf einem Sockel festgenagelt, damit es nicht wackelt.

Hab keine Angst, denn ich bin dein Gott

8 Der Herr sagt: »Israel, du bist das Volk, das mir dient. Du Nachkommenschaft Jakobs, dich habe ich erwählt. Du stammst von meinem Freund Abraham ab,
9 dich allein habe ich vom Ende der Erde herbeigeholt. Von weit her habe ich dich gerufen und zu dir gesagt: ›Du sollst mir dienen!‹ Dich habe ich erwählt und nicht verstoßen.
10 Fürchte dich nicht, denn ich stehe dir bei; hab keine Angst, denn ich bin dein Gott! Ich mache dich stark, ich helfe dir, mit meiner siegreichen Hand2 beschütze ich dich!
11 Alle, die voller Wut gegen dich toben, werden am Ende in Schimpf und Schande dastehen. Die Männer, die dich bekämpfen, werden zugrunde gehen. Niemand redet dann mehr von ihnen.
12 Vergeblich wirst du dich umsehen nach denen, die Krieg mit dir führten – du wirst sie nicht mehr finden. Wo sind sie geblieben, deine Feinde? Sie sind verschwunden, als ob es sie nie gegeben hätte.
13 Denn ich bin der HERR, dein Gott. Ich nehme dich an deiner rechten Hand und sage: Hab keine Angst! Ich helfe dir.
14 Israel, du kleines Volk, das von Jakob abstammt, hab keine Angst, auch wenn du schwach und hilflos bist. Ich helfe dir; ich, der HERR, der heilige Gott Israels, bin dein Erlöser.
15 Ich mache dich zu einem neuen Dreschschlitten mit scharfen Zähnen. Berge und Hügel wirst du dreschen und zu Staub zermalmen.
16 Du wirst sie mit einer Schaufel in die Luft werfen wie Getreide, damit der Wind sie wie Spreu fortträgt und in alle Himmelsrichtungen zerstreut. Du aber wirst jubeln über mich, den HERRN; den heiligen Gott Israels wirst du rühmen.«

Gott gibt Wasser in der Wüste

17 Der Herr sagt: »Mein Volk steckt tief im Elend. Sie suchen Wasser, aber finden keins. Vor Durst klebt ihnen die Zunge am Gaumen. Doch ich, der HERR, antworte auf ihre Hilfeschreie. Ich bin der Gott Israels und lasse mein Volk nicht im Stich.
18 Auf den kahlen Hügeln lasse ich Bäche hervorbrechen, und in öden Tälern sollen Quellen entspringen. Ich verwandle die Wüste in fruchtbares Land mit Teichen und sprudelnden Quellen.
19 Viele Bäume pflanze ich dort an: Zedern, Akazien und Myrten, Ölbäume und Wacholder, Platanen und Zypressen.
20 Wer das sieht, wird erkennen, dass ich, der HERR, hier eingegriffen habe; jeder soll wissen: Der heilige Gott Israels hat dies alles gemacht.«

Die Götter sind nichts und können nichts

21 Der HERR, der König Israels, sagt zu den Göttern der Völker: »Jetzt habt ihr Gelegenheit, euch vor Gericht zu verteidigen. Legt eure Beweise vor!
22 Zeigt eure Macht und lasst uns wissen, was sich alles ereignet. Ihr wisst doch, was in der Vergangenheit geschah. Was hat es zu bedeuten? Erklärt es uns, damit wir es verstehen können! Oder sagt uns jetzt die Zukunft voraus, damit wir sehen, ob es eintrifft.
23 Kündigt an, was einmal geschehen wird, damit wir erkennen, dass ihr Götter seid! Sagt uns, was kommt, ganz gleich ob es etwas Gutes oder Schlimmes ist. Dann werden wir große Achtung vor euch haben.
24 Aber dazu seid ihr gar nicht in der Lage: Ihr seid nichts und könnt nichts! Wer euch verehrt, ist mir zuwider.
25 Ich habe den Mann aus dem Norden berufen und auf den Weg geschickt. Er, der meinen Namen anruft, tritt seinen Siegeszug an und stürmt von Osten herbei. Er wird mächtige Fürsten wie Lehmklumpen zertreten, so wie ein Töpfer den Ton stampft und knetet.
26 Hat etwa einer von euch Göttern das lange Zeit im Voraus angekündigt, so dass man es wiedererkennt, wenn es eintrifft? Dann hätten wir gerufen: ›Richtig, so hat er es vorausgesagt!‹ Aber keiner hat es prophezeit, keiner hat es angekündigt. Niemand hörte von euch auch nur ein einziges Wort darüber!
27 Ich bin der Erste und Einzige, der Jerusalem die Befreiung durch diesen Mann angekündigt hat. Ich schickte einen Boten mit dieser frohen Nachricht zum Berg Zion.
28 Doch wenn ich diese Götter anschaue, so finde ich keinen, den ich um Rat fragen könnte. Von keinem einzigen kann ich eine Antwort erwarten.
29 Sie alle sind nichts als ein großer Betrug. Gar nichts bringen sie zustande. In ihren Statuen ist kein Leben. Diese Götter sind hohl und leer!«
1 Gemeint ist der persische König Kyrus. Vgl. Kapitel 44,28–45,5; 46,11; 48,14-16.
2 Wörtlich: mit der rechten Hand meiner Gerechtigkeit.
3 o. Er legt Nationen vor sich nieder
4 so mit Qu. und einer griech. Üs.; Mas. T.: Wer lässt Könige niedertreten?; o. er lässt Könige niedertreten
5 w. bin ich es; vgl. Anm. zu Ps 102,28
6 o. den, der mit dem Klöppel schlägt
7 d. i. das Götzenbild
8 w. die Männer deines Rechtsstreites
9 w. die Männer deines Zankes
10 w. die Männer deines Krieges
11 w. Männer. - Andere nehmen an, dass bei dem Wort ein Buchstabe verloren gegangen ist, und lesen: Würmchen
12 w. ist der Ausspruch des HERRN
13 so mit Qu.; Mas. T.: im Gedächtnis aufrichten
14 LXX, Vulg., syr. und aram. Üs. lesen: Sie sollen herantreten
15 Im Mas. T. stehen die beiden Satzhälften in umgekehrter Reihenfolge.
16 d. h. den Inhalt der Ankündigung. Andere üs.: tut etwas Gutes oder tut etwas Böses
17 o. damit wir miteinander erschrecken und es sehen
18 so in Anlehnung an die aram. Üs.; Mas. T.: Siehe, ihr seid weniger als nichts, und eure Taten sind weniger als Wertloses
19 Mit geringfügiger Änderung und teilweise mit Qu. lesen andere: rief ich ihn beim Namen; vgl. Kap. 45,3
20 so wahrscheinlich der ursprüngliche Text; Mas. T.: er kommt über
21 Andere üs. mit geringfügiger Textänderung: Meine Sprüche habe ich Zion verkündet

Der Gott Israels und die Götter der Völker

1 Ihr Inseln, schweigt vor mir! Und die Völker sollen neue Kraft gewinnen! Sie sollen herzutreten und dann reden! Lasst uns miteinander rechten!
2 Wer lässt den von Osten her kommen, dem Heil auf dem Fuße folgt, vor dem er Völker und Könige dahingibt, dass er ihrer mächtig wird? Sein Schwert macht sie wie Staub und sein Bogen wie verwehte Spreu.
3 Er jagt ihnen nach und zieht unversehrt hindurch und berührt den Weg nicht mit seinen Füßen.
4 Wer tut und macht das? Wer ruft die Geschlechter von Anfang her? Ich bin's, der HERR, der Erste, und bei den Letzten noch derselbe.
5 Als die Inseln das sahen, fürchteten sie sich, und die Enden der Erde erschraken; sie nahten sich und kamen herzu.
6 Einer hilft dem andern und spricht zu seinem Gesellen: Sei stark!
7 Der Meister bestärkt den Feinschmied, der, welcher mit dem Hammer das Blech glättet, den, der mit dem Schlägel hämmert; er sagt: Das hält gut zusammen!, und festigt es mit Nägeln, dass es nicht wackelt.

Gott steht zu seinem erwählten Volk

8 Du aber, Israel, mein Knecht, Jakob, den ich erwählt habe, du Same Abrahams, meines Geliebten,
9 du, den ich fest ergriffen habe von den Enden der Erde her und berufen von ihren Grenzen, zu dem ich sprach: Du sollst mein Knecht sein; ich erwähle dich und verwerfe dich nicht –,
10 fürchte dich nicht, ich bin mit dir; weiche nicht, denn ich bin dein Gott. Ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich halte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit.
11 Siehe, zu Spott und zuschanden sollen werden alle, die dich hassen; sie sollen werden wie nichts und die Leute, die mit dir streiten, sollen umkommen.
12 Wenn du nach ihnen fragst, wirst du die nicht finden, die mit dir hadern. Es sollen werden wie nichts und ein Ende haben, die dich bekämpfen.
13 Denn ich bin der HERR, dein Gott, der deine rechte Hand fasst und zu dir spricht: Fürchte dich nicht, ich helfe dir!
14 Fürchte dich nicht, du Würmlein Jakob, du armer Haufe Israel. Ich helfe dir, spricht der HERR, und dein Erlöser ist der Heilige Israels.
15 Siehe, ich habe dich zum scharfen, neuen Dreschwagen gemacht, der viele Zacken hat, dass du Berge zerdreschen und zermalmen sollst und Hügel wie Spreu machen.
16 Du sollst sie worfeln, dass der Wind sie wegführt und der Wirbelsturm sie verweht. Du aber wirst fröhlich sein über den HERRN und wirst dich rühmen des Heiligen Israels.
17 Die Elenden und Armen suchen Wasser und es ist nichts da, ihre Zunge verdorrt vor Durst. Aber ich, der HERR, will sie erhören; ich, der Gott Israels, will sie nicht verlassen.
18 Ich will Wasserbäche auf den Höhen öffnen und Quellen inmitten der Täler und will die Wüste zu Wasserstellen machen und das dürre Land zu Wasserquellen.
19 Ich will in der Wüste wachsen lassen Zedern, Akazien, Myrten und Ölbäume; ich will in der Steppe pflanzen miteinander Zypressen, Buchsbaum und Kiefern,
20 damit man zugleich sehe und erkenne und merke und verstehe: Des HERRN Hand hat dies getan, und der Heilige Israels hat es geschaffen.

Die Götter sollen ihre Macht beweisen

21 Bringt eure Sache vor, spricht der HERR; sagt an, womit ihr euch verteidigen wollt, spricht der König in Jakob.
22 Sie sollen herzutreten und uns verkündigen, was kommen wird. Verkündigt es doch, was früher geweissagt wurde, damit wir darauf achten! Oder lasst uns hören, was kommen wird, damit wir merken, dass es eintrifft!
23 Verkündigt uns, was hernach kommen wird, damit wir erkennen, dass ihr Götter seid! Wohlan, tut Gutes oder tut Schaden, damit wir uns verwundern und erschrecken!
24 Siehe, ihr seid nichts und euer Tun ist auch nichts, und euch erwählen ist ein Gräuel.
25 Von Norden habe ich einen kommen lassen und er ist gekommen, vom Aufgang der Sonne her den, der meinen Namen anruft. Er zerstampft die Gewaltigen wie Lehm und wie der Töpfer, der den Ton tritt.
26 Wer hat es von Anfang an verkündigt, dass wir's vernahmen? Wer hat es vorher geweissagt, dass wir sagen: Das ist recht! Aber da ist keiner, der es verkündigte, keiner, der etwas hören ließ, keiner, der von euch ein Wort hörte.
27 Ich bin der Erste, der zu Zion sagt: Siehe, da ist's!, und Jerusalem gebe ich einen Freudenboten.
28 Schau ich mich um, da ist niemand, und unter ihnen ist kein Ratgeber, dass ich sie fragen könnte und sie mir antworteten.
29 Siehe, sie sind alle nichts und nichtig sind ihre Werke; ihre Götzenbilder sind leerer Wind.
1 Gemeint ist der persische König Kyrus. Vgl. Kapitel 44,28–45,5; 46,11; 48,14-16.
2 Wörtlich: mit der rechten Hand meiner Gerechtigkeit.
3 o. Er legt Nationen vor sich nieder
4 so mit Qu. und einer griech. Üs.; Mas. T.: Wer lässt Könige niedertreten?; o. er lässt Könige niedertreten
5 w. bin ich es; vgl. Anm. zu Ps 102,28
6 o. den, der mit dem Klöppel schlägt
7 d. i. das Götzenbild
8 w. die Männer deines Rechtsstreites
9 w. die Männer deines Zankes
10 w. die Männer deines Krieges
11 w. Männer. - Andere nehmen an, dass bei dem Wort ein Buchstabe verloren gegangen ist, und lesen: Würmchen
12 w. ist der Ausspruch des HERRN
13 so mit Qu.; Mas. T.: im Gedächtnis aufrichten
14 LXX, Vulg., syr. und aram. Üs. lesen: Sie sollen herantreten
15 Im Mas. T. stehen die beiden Satzhälften in umgekehrter Reihenfolge.
16 d. h. den Inhalt der Ankündigung. Andere üs.: tut etwas Gutes oder tut etwas Böses
17 o. damit wir miteinander erschrecken und es sehen
18 so in Anlehnung an die aram. Üs.; Mas. T.: Siehe, ihr seid weniger als nichts, und eure Taten sind weniger als Wertloses
19 Mit geringfügiger Änderung und teilweise mit Qu. lesen andere: rief ich ihn beim Namen; vgl. Kap. 45,3
20 so wahrscheinlich der ursprüngliche Text; Mas. T.: er kommt über
21 Andere üs. mit geringfügiger Textänderung: Meine Sprüche habe ich Zion verkündet
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