1Du aber stimme ein Klagelied an über die Fürsten Israels2und sprich: Was ist deine Mutter? Eine Löwin; unter Löwen lagerte sie, mitten unter den jungen Löwen zog sie ihre Jungen auf.3Und sie zog eins von ihren Jungen auf, das wurde ein junger Löwe; der lernte Beute reißen; er fraß Menschen.4Da hörten die Heiden von ihm, und er wurde in ihrer Grube gefangen, und sie führten ihn an Nasenringen in das Land Ägypten.5Als sie aber sah, dass sie [vergeblich] harrte, dass ihre Hoffnung verloren war, da nahm sie ein anderes von ihren Jungen und erzog es zu einem jungen Löwen;6der ging einher unter den Löwen und wurde ein junger Löwe; der lernte Beute reißen; er fraß Menschen.7Und er machte sich über ihre Paläste her und verwüstete ihre Städte, sodass das Land samt allem, was darin war, sich entsetzte vor seinem lauten Brüllen.8Aber die Völker stellten sich ihm entgegen ringsum aus allen Ländern; sie spannten ihr Netz über ihn; und er wurde in ihrer Grube gefangen.9Und sie zogen ihn an Nasenringen in einen Käfig und brachten ihn zu dem König von Babel; sie brachten ihn in einen Zwinger, damit seine Stimme nicht mehr gehört würde auf den Bergen Israels.10Deine Mutter war wie du ein Weinstock, an Wassern gepflanzt, der viele Früchte und Reben bekam vom vielen Wasser.11Seine Äste wurden so stark, dass man Herrscherstäbe daraus machen konnte, und sein Wuchs erhob sich bis zu den Wolken, sodass er auffiel wegen seiner Höhe und wegen der Menge seiner Ranken.12Aber er wurde im Zorn ausgerissen und zu Boden geworfen, und der Ostwind dörrte seine Frucht aus; seine starken Äste wurden abgerissen und dürr; Feuer verzehrte sie.13Jetzt aber ist er in der Wüste gepflanzt, in einem dürren und trockenen Land.14Und es ging Feuer aus von einem Zweig seiner Äste, das verzehrte seine Früchte, sodass ihm [nun] kein starker Ast mehr geblieben ist, der zu einem Herrscherstab tauglich wäre. — Das ist ein Klagelied und zum Klagegesang bestimmt.
Einheitsübersetzung 2016
Totenklage über das davidische Königtum
1Du aber, stimm eine Totenklage an über die Fürsten von Israel2und sag:
Was war doch deine Mutter für eine Löwin / unter den Löwen!
Bei jungen Löwen hatte sie ihr Lager / und zog ihren Nachwuchs auf.3Eins von ihren Jungen zog sie groß / und es wurde ein starker Löwe.
Er lernte, Beute zu reißen, / er fraß Menschen.4Da hörten Völker von ihm. / In ihrer Grube wurde er gefangen.
Sie schleppten ihn an Haken / ins Land Ägypten.5Als sie sah, dass sie vergeblich harrte, / ihre Hoffnung zunichte war,
nahm sie ein anderes von ihren Jungen / und machte es zum starken Löwen.*6Er schritt einher unter den Löwen / und wurde ein starker Löwe.
Er lernte, Beute zu reißen, / er fraß Menschen.7Er zerbrach ihre Burgen / und verheerte ihre Städte;
die Erde, und was sie erfüllt, / entsetzte sich bei seinem lauten Gebrüll.*8Da setzte man Völker gegen ihn ein / aus den Provinzen ringsum.
Sie warfen ihr Netz über ihn; / in ihrer Grube wurde er gefangen.9Sie legten ihn mit Haken in das Halseisen / und brachten ihn zum König von Babel.
Sie brachten ihn in Gewahrsam, / damit man seine Stimme nicht mehr hörte / auf Israels Bergen.10Deine Mutter war einem Weinstock vergleichbar, / der am Wasser gepflanzt ist.
Voll von Früchten und Ranken war er / wegen der reichlichen Wasser.*11Es wuchsen ihm kräftige Zweige, / für Zepter von Herrschern geeignet;
sein Wuchs war hoch, / bis mitten unter die Wolken.
Und sichtbar war er wegen seiner Höhe / und wegen seines dichten Laubes.12Doch im Zorn wurde er ausgerissen, / wurde auf die Erde geworfen.
Der Ostwind ließ seine Früchte verdorren. / Sie wurden abgerissen und verdorrten.
Sein kräftiger Stamm - / Feuer verzehrte ihn.13Nun ist er in die Wüste verpflanzt, / in trockenes und dürstendes Land.14Und Feuer ging aus von den Zweigen am Stamm, / es fraß seine Früchte.
Kein kräftiger Zweig war mehr an ihm, / kein Zepter für Herrscher. -
Eine Totenklage ist dies; zur Totenklage ist es geworden.
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