2.Könige 19 | Neue Genfer Übersetzung Lutherbibel 2017

2.Könige 19 | Neue Genfer Übersetzung

Hiskija sucht Rat beim Propheten Jesaja

1 Als Hiskija ihren Bericht gehört hatte, zerriss er sein Gewand, zog ´als Zeichen der Trauer` einen Sack an und ging in den Tempel des HERRN. 2 Den Palastvorsteher Eljakim, den Hofschreiber Schebna und die führenden Priester schickte er mit dem Sack bekleidet zum Propheten Jesaja, dem Sohn des Amoz. 3 Sie sollten ihm im Namen des Königs ausrichten: »Heute ist ein ´schrecklicher` Tag. Wir werden ´für unsere Sünden` bestraft und sind in Not und Schande geraten. Es ist, als ob ein Kind bei der Geburt feststeckt und die Mutter keine Kraft mehr hat, es herauszupressen. 4 Der Rabschake hat im Auftrag seines Königs den lebendigen Gott verhöhnt. Vielleicht hat der HERR, dein Gott, seine lästerlichen Worte gehört und wird ´die Assyrer` dafür bestrafen. Bitte bete für ´uns`, die wenigen Überlebenden, die ´von Gottes Volk` noch übrig geblieben sind.« 5 Die Männer kamen zu Jesaja ´und überbrachten ihm Hiskijas Botschaft`. 6 Jesaja sandte sie mit folgender Antwort zum König zurück: »So spricht der HERR: ›Lass dich nicht einschüchtern durch die Worte, mit denen die Diener des assyrischen Königs meine Macht in Frage gestellt haben*. 7 Ich werde handeln: Ich werde Sanheribs Gedanken so verwirren, dass er aufgrund eines Gerüchts nach Assyrien zurückkehrt.* Dort sorge ich dafür, dass er mit dem Schwert getötet wird.‹«

Sanherib verhöhnt den Herrn und Hiskija betet

8 Der Rabschake kehrte zu König Sanherib zurück. Dieser stand inzwischen nicht mehr vor Lachisch, sondern belagerte die Stadt Libna.* 9 Man berichtete ihm, dass der ägyptische König Tirhaka mit seinem Heer unterwegs sei, um ihn anzugreifen. Daraufhin sandte er noch einmal Boten zu Hiskija 10 und ließ ihm ´in einem Schreiben` ausrichten: »Du vertraust auf deinen Gott und sein Versprechen, dass Jerusalem mir nicht in die Hände fällt. Lass dich von ihm nicht täuschen. 11 Du weißt doch, was die Könige von Assyrien mit allen anderen Ländern gemacht haben: Sie haben an ihnen den Bann vollstreckt ´und sie vernichtet`. Und da solltest ausgerechnet du gerettet werden? 12 Konnten etwa die Götter der anderen Völker ihre Länder vor der Zerstörung durch meine Vorgänger retten? Was geschah mit ´den Städten` Gosan, Haran und Rezef oder mit den Leuten von Eden, die in Telassar wohnten? 13 Wo sind die Könige von Hamat und Arpad geblieben oder die Könige der Städte Sefarwajim, Hena und Awa*?« 14 Hiskija ließ sich Sanheribs Schreiben überreichen und las es. Dann ging er damit in den Tempel und breitete es vor dem HERRN aus. 15 »O HERR«, betete er, »du Gott Israels, der über den Kerub-Engeln thront. Du allein bist Gott über alle Königreiche der Welt. Himmel und Erde hast du geschaffen. 16 Bitte höre ´mein Gebet`, o HERR. Sieh doch, ´wie es uns ergeht`. Höre, wie Sanherib dich, den lebendigen Gott, in seinem Schreiben verhöhnt.* 17 Es ist wahr, o HERR: Die assyrischen Könige haben viele Völker ´besiegt. Sie haben` ihre Länder verwüstet 18 und ihre Götter ins Feuer geworfen. Aber das waren keine Götter, sondern nur menschengemachte Figuren aus Holz und Stein. Deshalb konnten die Assyrer sie vernichten. 19 Doch nun rette du, HERR, unser Gott, dein Volk* aus der Gewalt Sanheribs. Dann werden alle Königreiche der Welt erkennen, dass du, HERR, allein Gott bist.«

Der Herr verspottet Sanherib und sagt Hiskija seine Hilfe zu

20 Da sandte Jesaja, der Sohn des Amoz, einen Boten zu Hiskija, und ließ ihm sagen: »So spricht der HERR, der Gott Israels: Ich habe dein Gebet gehört. Du hast zu mir um Hilfe gerufen, weil der assyrische König Sanherib dich bedroht. 21 Höre nun, was ich zu ihm sage: Die Jungfrau Zion* verachtet und verspottet dich, ganz Jerusalem schüttelt den Kopf über dich. 22 Weißt du eigentlich, wen du da verhöhnst und lästerst, gegen wen du deine Stimme erhebst? Mit ´mir`, dem heiligen Gott Israels, legst du dich an. 23 ´Mich`, den Herrn ´über alles`, hast du durch deine Boten verhöhnt. Du hast geprahlt: ›Mit der Menge meiner Streitwagen habe ich* den Libanon erobert, seine höchsten Berge und fernsten Gipfel ´habe ich bezwungen`. Ich habe seine mächtigen Zedern 1und seine schönsten Zypressen gefällt und bin zu den entlegensten Hütten im tiefsten Dickicht vorgedrungen*. 24 In fremden Ländern habe ich nach Wasser gegraben und mich satt getrunken. Nicht einmal die Flüsse Ägyptens ´können mich aufhalten`. Sie werden unter meinen Füßen austrocknen.‹ 25 ´König von Assyrien`, hast du es nicht gemerkt? ´Was du vollbracht hast`, das hatte ich vor Zeiten schon beschlossen. In grauer Vorzeit schon hatte ich es geplant. Jetzt mache ich es wahr, und darum konntest du befestigte Städte dem Erdboden gleichmachen. 26 Deshalb hatten ihre Einwohner keine Kraft, ´sich zu wehren`, der Mut entfiel ihnen und sie standen beschämt da. Sie waren wie zartes Grün auf dem Feld, wie Gras auf dem Dach, das schon verdorrt, bevor es richtig aufgeht. 27 Ich weiß ´alles über dich`, wann du aufstehst und dich wieder setzt*, wann du gehst und wann du wieder kommst. Auch dein zorniges Toben gegen mich kenne ich genau. 28 Ich habe gehört, wie du gegen mich wütest und wie überheblich du bist. Deshalb stoße ich dir jetzt einen Haken durch die Nase*, lege dir mein Zaumzeug ins Maul und führe dich auf demselben Weg wieder zurück, auf dem du hergekommen bist. 29 Dir, Hiskija, sage ich voraus, was geschehen wird, damit du weißt, dass ich meine Versprechen halte:* In diesem und im nächsten Jahr müsst ihr noch von dem leben, was von selbst auf euren Feldern nachwächst. Aber übernächstes Jahr könnt ihr wieder Getreide säen und ernten, Weinberge anlegen und ihre Trauben essen. 30 Der Rest des Volkes Juda, der den Krieg überlebt, wird gedeihen wie eine Pflanze, die tiefe Wurzeln schlägt und reiche Früchte bringt. 31 Denn in Jerusalem bleibt ein Rest des Volkes übrig und wird von dort aus das Land wieder besiedeln.* Dafür sorge ich, der HERR, der allmächtige Gott, in meiner leidenschaftlichen Liebe ´zu meinem Volk`. 32 Über den assyrischen König aber sage ich: Er wird diese Stadt niemals betreten. Keinen einzigen Pfeil wird er auf sie abfeuern. Seine Soldaten werden* nie im Schutz ihrer Schilde einen Angriff versuchen. Nicht einmal eine Belagerungsrampe werden sie aufschütten. 33 ´Unverrichteter Dinge` wird Sanherib auf dem Weg, den er kam, wieder abziehen. Er wird in diese Stadt nicht eindringen. Ich, der HERR, sage es! 34 Um meiner Ehre willen und meinem Diener David zuliebe werde ich Jerusalem beschützen und retten.«

Gott verwirklicht, was er versprochen hat

35 In dieser Nacht ging der Engel des HERRN durch das assyrische Kriegslager und tötete 185.000 Mann. Am nächsten Morgen lag alles voller Leichen. 36 Da brach König Sanherib den Feldzug ab und kehrte nach Assyrien zurück. Von da an blieb er in ´der Hauptstadt` Ninive. 37 Eines Tages, als er im Tempel seines Gottes Nisroch betete, töteten ihn seine Söhne Adrammelech und Sarezer mit dem Schwert. Die beiden flohen ins Land Ararat. Asarhaddon, ein weiterer Sohn Sanheribs, folgte seinem Vater auf den Thron.

Bibeltext der Neuen Genfer Übersetzung (NGÜ). © Neues Testament und Psalmen: Genfer Bibelgesellschaft Romanel-sur-Lausanne, Schweiz. © Altes Testament: Genfer Bibelgesellschaft Romanel-sur-Lausanne, Schweiz, Brunnen Verlag GmbH Gießen, Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart. Wiedergegeben mit freundlicher Genehmigung. Alle Rechte vorbehalten.

Lutherbibel 2017

Hiskias Gebet. Jesaja verheißt Rettung

1 Als der König Hiskia das hörte, zerriss er seine Kleider und legte den Sack an und ging in das Haus des HERRN. 2 Und er sandte den Hofmeister Eljakim und den Schreiber Schebna samt den Ältesten der Priester, mit dem Sack angetan, zu dem Propheten Jesaja, dem Sohn des Amoz. 3 Und sie sprachen zu ihm: So sagt Hiskia: Das ist ein Tag der Not, der Strafe und der Schmach – wie wenn Kinder eben geboren werden sollen, aber die Kraft fehlt, sie zu gebären. 4 Vielleicht hört der HERR, dein Gott, alle Worte des Rabschake, den sein Herr, der König von Assyrien, gesandt hat, um Hohn zu sprechen dem lebendigen Gott, und straft die Worte, die der HERR, dein Gott, gehört hat. So erhebe dein Gebet für die Übriggebliebenen, die noch vorhanden sind. 5 Und als die Großen des Königs Hiskia zu Jesaja kamen, 6 sprach Jesaja zu ihnen: So sagt eurem Herrn: So spricht der HERR: Fürchte dich nicht vor den Worten, die du gehört hast, mit denen mich die Knechte des Königs von Assyrien gelästert haben. 7 Siehe, ich gebe in ihn einen Geist, dass er ein Gerücht hören und in sein Land zurückziehen wird, und will ihn durchs Schwert fällen in seinem Lande. 8 Und als der Rabschake zurückkam, fand er den König von Assyrien gegen Libna kämpfen, denn er hatte gehört, dass er von Lachisch abgezogen war. 9 Der König von Assyrien hatte nämlich gehört über Tirhaka, den König von Kusch: Siehe, er ist ausgezogen, mit dir zu kämpfen. Da sandte er abermals Boten zu Hiskia und ließ ihm sagen: 10 So sprecht zu Hiskia, dem König von Juda: Lass dich von deinem Gott nicht betrügen, auf den du dich verlässt und sprichst: Jerusalem wird nicht in die Hand des Königs von Assyrien gegeben werden. 11 Siehe, du hast gehört, was die Könige von Assyrien allen Ländern getan haben, dass sie den Bann an ihnen vollstreckten, und du allein solltest errettet werden? 12 Haben denn die Götter der Völker die Länder errettet, die von meinen Vätern vernichtet wurden: Gosan, Haran, Rezef und die Leute von Eden, die zu Telassar waren? 13 Wo ist der König von Hamat, der König von Arpad und der König der Stadt Sefarwajim, von Hena und Awa? 14 Als Hiskia den Brief von den Boten empfangen und gelesen hatte, ging er hinauf zum Hause des HERRN und breitete ihn aus vor dem HERRN. 15 Und Hiskia betete vor dem HERRN und sprach: HERR, Gott Israels, der du über den Cherubim thronst, du bist allein Gott über alle Königreiche auf Erden, du hast Himmel und Erde gemacht. 16 HERR, neige deine Ohren und höre; HERR, tu deine Augen auf und sieh und höre die Worte Sanheribs, der hergesandt hat, um dem lebendigen Gott Hohn zu sprechen. 17 Es ist wahr, HERR, die Könige von Assyrien haben die Völker umgebracht und ihre Länder verwüstet 18 und haben ihre Götter ins Feuer geworfen, denn es waren nicht Götter, sondern Werk von Menschenhänden, Holz und Stein; darum haben sie sie vertilgt. 19 Nun aber, HERR, unser Gott, errette uns aus seiner Hand, damit alle Königreiche auf Erden erkennen, dass du, HERR, allein Gott bist. 20 Da sandte Jesaja, der Sohn des Amoz, zu Hiskia und ließ ihm sagen: So spricht der HERR, der Gott Israels: Was du zu mir gebetet hast um Sanheribs willen, des Königs von Assyrien, das habe ich gehört. 21 Das ist’s, was der HERR gegen ihn geredet hat: Die Jungfrau, die Tochter Zion, verachtet dich und spottet deiner. Die Tochter Jerusalem schüttelt ihr Haupt hinter dir her. 22 Wen hast du gehöhnt und gelästert? Über wen hast du deine Stimme erhoben? Du hast deine Augen erhoben wider den Heiligen Israels! 23 Du hast den Herrn durch deine Boten verhöhnt und gesagt: Ich bin mit der Menge meiner Wagen auf die Höhen der Berge gestiegen, in den innersten Libanon. Ich habe seine hohen Zedern und auserlesenen Zypressen abgehauen und bin gekommen bis zur äußersten Herberge im dichtesten Walde. 24 Ich habe gegraben und getrunken die fremden Wasser und werde austrocknen mit meinen Fußsohlen alle Flüsse Ägyptens. 25 Hast du nicht gehört, dass ich es lange zuvor bereitet und von Anfang an geplant habe? Nun aber habe ich’s kommen lassen, dass du feste Städte zerstörtest zu wüsten Steinhaufen. 26 Und die darin wohnen, wurden ohne Kraft und fürchteten sich und wurden zuschanden. Sie wurden wie das Gras auf dem Felde und wie das grüne Kraut, wie Gras auf den Dächern, das verdorrt, ehe es reif wird. 27 Ich weiß von deinem Aufstehen und Sitzen, deinem Ausziehen und Einziehen und dass du tobst gegen mich. 28 Weil du denn gegen mich tobst und dein Übermut vor meine Ohren gekommen ist, so will ich dir meinen Ring in deine Nase legen und meinen Zaum in dein Maul und will dich den Weg wieder zurückführen, den du hergekommen bist. 29 Und das sei dir, Hiskia, ein Zeichen: In diesem Jahr isst man, was von selber nachwächst, im nächsten Jahr, was auch dann noch wächst; im dritten Jahr sät und erntet, pflanzt Weinberge und esst ihre Früchte. 30 Und was vom Hause Juda errettet und übrig geblieben ist, wird von Neuem nach unten Wurzeln schlagen und oben Frucht tragen. 31 Denn von Jerusalem werden ausgehen, die übrig geblieben sind, und die Erretteten vom Berge Zion. Der Eifer des HERRN Zebaoth wird solches tun. 32 Darum spricht der HERR über den König von Assyrien: Er soll nicht in diese Stadt kommen und keinen Pfeil hineinschießen und mit keinem Schild gegen sie vorrücken und soll keinen Wall gegen sie aufschütten, 33 sondern er soll den Weg wieder zurückziehen, den er gekommen ist, und soll in diese Stadt nicht kommen; der HERR sagt’s. 34 Und ich will diese Stadt beschirmen, dass ich sie errette um meinetwillen und um meines Knechtes David willen. 35 Und in dieser Nacht fuhr aus der Engel des HERRN und schlug im Lager der Assyrer hundertfünfundachtzigtausend Mann. Und als man sich früh am Morgen aufmachte, siehe, da lag alles voller Leichen. 36 So brach Sanherib, der König von Assyrien, auf und zog ab, kehrte zurück und blieb zu Ninive. 37 Und als er anbetete im Haus seines Gottes Nisroch, erschlugen ihn mit dem Schwert seine Söhne Adrammelech und Sarezer, und sie entkamen ins Land Ararat. Und sein Sohn Asarhaddon wurde König an seiner statt.