von Theologischer Verlag Zürich1Haben sie dich zum Obersten gemacht, so brüste dich nicht; verhalte dich bei ihnen wie einer von ihnen. Kümmere dich um sie, und dann nimm deinen Platz ein.2Und erst wenn du alles getan hast, was zu tun ist, lass dich nieder, damit du dich ihretwegen freuen kannst und für dein tadelloses Verhalten einen Kranz empfängst.3Rede, alter Mann - denn es steht dir zu - mit genauer Kenntnis, und verhindere nicht die Musik.4Wo etwas vorgetragen wird, schwatze nicht, und gib dich nicht weise zur Unzeit.5Ein Siegel aus Rubin auf goldenem Schmuck ist Musik bei einer Weinrunde.6Ein Siegel aus Smaragd in einem goldenen Kunstwerk ist eine Melodie bei mundendem Wein.7Rede, junger Mann, wenn es deine Aufgabe ist, zur Not auch zweimal, wenn du gefragt wirst.[1]8Fasse die Rede kurz - in wenigem liegt viel. Sei wie einer, der Erkenntnis hat und dabei schweigen kann.9Zwischen Grossen nimm dir keine Freiheiten heraus, und wo Alte sind, mach nicht viel Gerede.10Vor dem Donner zuckt der Blitz, und einem Bescheidenen wird Wohlwollen vorausgehen.11Wenn es Zeit ist, steh auf und sei nicht der Letzte, eile zu deinem Haus und sei nicht leichtsinnig.12Dort vergnüge dich und tu, was du willst, und sündige nicht durch ein hochmütiges Wort.[2]13Und bei all dem preise den, der dich gemacht hat und dich trunken macht mit seinen guten Gaben.
Ein weiser Mann wird die Weisung nicht hassen
14Wer den Herrn fürchtet, wird Erziehung annehmen, und die früh morgens aufstehen, werden Wohlgefallen finden.15Wer die Weisung erforscht, wird von ihr erfüllt werden, und wer heuchelt, wird durch sie zu Fall gebracht werden.16Die den Herrn fürchten, werden finden, was Recht ist, und sie werden die Rechtssetzungen leuchten lassen wie Licht.17Ein sündiger Mensch wird einer Zurechtweisung ausweichen und nach seinem eigenen Willen Entscheidungen treffen.18Ein Mann des Rats wird keinen Gedanken übersehen, ein Fremder und Hochmütiger wird sich nicht aus Ehrfurcht zurücknehmen.19Tu nichts ohne einen Rat, und wenn du gehandelt hast, bereue es nicht.20Gehe nicht auf einem Weg, auf dem du zu Fall kommen kannst, und stosse dich nicht auf steinigem Grund.21Vertraue nicht einem unbegangenen Weg,22und hüte dich vor deinen Kindern.23Bei jedem Werk vertraue deiner Seele, denn auch dies ist ein Halten der Gebote.24Wer auf die Weisung vertraut, beachtet die Gebote, und wer sich auf den Herrn verlässt, wird keinen Schaden erleiden.
1Du sollst ein Gastmahl leiten? Erhebe dich nicht über die andern, sondern stelle dich ihnen gleich. Sorge erst für sie, dann setze dich. (Mt 23,6; Mt 23,11)2Und wenn du alles getan hast, was notwendig war, dann setz dich zu ihnen, damit sie dich loben und du einen Kranz erhältst, weil du alles so wohl geordnet hast.3Der du zu den Älteren zählst, ergreif das Wort, rede mit Bedacht, denn es steht dir zu; aber hindere die Spielleute nicht.4Wenn man ihnen lauscht, so schwatz nicht dazwischen und spare dir deine Weisheit für andere Zeiten.5Wie ein Rubin auf einem Goldring leuchtet, so ziert Musik das Festmahl.6Wie ein Smaragd auf schönem Gold, so wirken Lieder bei gutem Wein.7Du aber, junger Mann, rede nur, wenn du musst, aber ein zweites Mal höchstens, wenn man dich fragt. (Hi 32,6; Sir 7,14)8Mach es kurz und sage mit wenigen Worten viel; verhalte dich wie einer, der Bescheid weiß, aber doch schweigt.9Bei Vornehmen spiel dich nicht auf, und wo Alte sind, schwatz nicht viel.10Vor dem Donner leuchtet der Blitz; und dem Bescheidenen geht große Gunst voraus.11Steh beizeiten vom Tisch auf und sei nicht der Letzte; sondern geh eilends heim und halte dich nicht auf.12Dort sei unbeschwert und gehe deinen Gedanken nach, aber versündige dich nicht in übermütiger Rede,13sondern danke für all dies deinem Schöpfer, der dich mit seinen Gütern gesättigt hat. (5Mo 8,10)
Vertrauen auf das Gesetz
14Wer den Herrn fürchtet, der nimmt Erziehung an, und die sich früh darum bemühen, werden Gunst erfahren. (Sir 21,11)15Wer nach dem Gesetz fragt, der wird von ihm erfüllt; wer aber nur so tut, der wird daran zu Fall kommen. (Spr 2,3)16Wer den Herrn fürchtet, der findet das Recht, und gerechte Taten leuchten auf wie das Licht. (1Kön 3,16)17Ein Sünder lässt sich nicht zurechtweisen und findet Gründe, wie er sie gerade braucht.18Ein vernünftiger Mann verachtet guten Rat nicht, doch ein überheblicher schreckt vor nichts zurück.19Tu nichts ohne Rat, so gereut’s dich nicht nach der Tat. (Tob 4,18)20Geh nicht den Weg, auf dem du fallen oder dich an Steinen stoßen könntest.21Traue keinem Weg, der nicht bekannt ist;22ja, hüte dich auch vor deinen eignen Kindern. (2Sam 15,1)23Bei allem, was du tust, traue deiner Seele; denn auch so hält man die Gebote. (1Tim 4,16)24Wer dem Gesetz vertraut, achtet die Gebote; und wer dem Herrn vertraut, dem wird nichts fehlen. (Ps 23,1)