1Der HERR sagte zu Mose:2»Richte der ganzen Gemeinschaft der Israeliten Folgendes aus: ›Seid heilig, denn ich, der HERR, euer Gott, bin heilig.3Jeder von euch soll seinen Vater und seine Mutter ehren[1] und die Ruhetage[2] einhalten. Ich bin der HERR, euer Gott. (2Mo 20,8; 2Mo 20,12)4Wendet euch nicht den Götzen[3] zu und fertigt euch keine Götterbilder an. Ich bin der HERR, euer Gott.5Wenn ihr ´mir`, dem HERRN, ein Gemeinschaftsopfer darbringt, dann opfert es so, dass ihr ´und euer Opfer` mir gefallen.6Esst ´das Fleisch des` Opfertieres am selben, ´spätestens jedoch` am darauffolgenden Tag. Was am dritten Tag noch übrig ist, muss verbrannt werden.7Isst jemand ´nach den zwei Tagen` noch davon, dann wird das Fleisch unrein, und ich finde keinen Gefallen mehr ´an dem ganzen Opfer`.8Wer dann noch von dem Fleisch isst, lädt Schuld auf sich. Er hat entweiht, was ´mir`, dem HERRN, gehört und darum heilig ist.[4] Deshalb soll er aus dem Volk verstoßen werden und sterben.9Wenn ihr in eurem Land die Getreideernte einbringt, sollt ihr eure Felder nicht bis an den Rand abernten und nicht einsammeln, was nach der Ernte auf dem Acker noch übrig ist.10Auch in euren Weinbergen sollt ihr keine Nachlese halten und die Trauben, die herunterfallen, nicht aufheben. Überlasst sie den Armen und den Ausländern! Ich bin der HERR, euer Gott.11Ihr sollt nicht stehlen, nicht lügen und einander nicht betrügen.12Ihr sollt meinen Namen nicht missbrauchen, um einen Meineid zu schwören. ´Wenn ihr das tut`, entweiht ihr den Namen eures Gottes. Ich bin der HERR.13Du sollst deinen Mitmenschen nicht erpressen oder berauben. Wenn jemand tageweise für dich arbeitet, musst du ihm seinen Lohn noch am selben Tag auszahlen.14Einen Gehörlosen sollst du nicht beschimpfen[5] und einem Blinden kein Hindernis in den Weg legen. Hab Ehrfurcht vor ´mir`, deinem Gott. Ich bin der HERR!15Beugt das Recht nicht vor Gericht! Bevorzugt nicht den Armen und begünstigt nicht den Reichen. Lasst Gerechtigkeit walten, wenn ihr über eure Mitmenschen Gericht haltet.16Verbreite keine Verleumdungen über deinen Mitmenschen[6]. Mach dich nicht mitschuldig an einem ungerechten Todesurteil, indem du vor Gericht falsche Anschuldigungen erhebst.[7] Ich bin der HERR.17Trage keinen Groll gegen deinen Mitmenschen mit dir herum.[8] ´Wenn du etwas gegen jemand hast`, dann weise ihn offen zurecht, sonst machst du dich seinetwegen[9] schuldig.18Räche dich nicht und halte nicht fest an deinem Zorn. Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst. Ich bin der HERR.
Weitere Gebote zur Beziehung mit Gott und den Mitmenschen
19Haltet euch an meine Ordnungen! Kreuzt nicht zwei verschiedene Tierarten miteinander, besät euer Feld nicht mit zweierlei Saatgut und tragt keine Kleidung, die aus zwei verschiedenen Materialien gewebt ist.20Wenn ein Mann mit einer Sklavin schläft, die mit einem anderen Mann verlobt ist, sich aber noch im Besitz ihres Herrn befindet[10], dann muss der Mann ´ihrem Besitzer` Schadensersatz leisten. Die beiden sollen aber nicht getötet werden, denn die Frau war nicht frei.21Der Mann soll als Schuldopfer einen Schafbock zu ´mir`, dem HERRN, an den Eingang des Begegnungszeltes bringen.22Der Priester bringt das Tier als Opfer dar und erwirkt bei mir Sühne für den Mann. Dann vergebe ich ihm seine Schuld.23Wenn ihr in das ´versprochene` Land kommt und dort Obstbäume anpflanzt, dann müsst ihr die ersten Früchte jedes Baumes als verboten betrachten. Drei Jahre lang dürft ihr sie nicht ernten und nicht essen[11].24Im vierten Jahr sollt ihr mit lautem Jubel[12] den gesamten Ertrag des Baumes ´mir`, dem HERRN, weihen.25Vom fünften Jahr an dürft ihr seine Früchte essen. Wenn ihr euch danach richtet, wird eure Ernte umso reicher ausfallen. Ich bin der HERR, euer Gott.26Esst kein Fleisch, in dem noch Blut ist. Betreibt keine Wahrsagerei und keine Zauberei.27´Wenn ihr um einen Toten trauert, dann` rasiert euch das Haar nicht rings um den Kopf ab[13] und stutzt euch nicht den Bart.28Fügt euch nicht um des Verstorbenen willen Einschnitte in der Haut zu und macht euch keine Tätowierungen. Ich bin der HERR.29Entehrt eure Töchter nicht, indem ihr sie zur Prostitution anstiftet[14], sonst herrschen bald im ganzen Land Treulosigkeit und Sittenlosigkeit[15].30Haltet den Sabbat ´als Ruhetag` ein und habt Ehrfurcht vor meinem Heiligtum. Ich bin der HERR.31Wendet euch nicht an Wahrsager und an Leute, die die Geister von Toten befragen. Sucht solche Menschen nicht auf, denn durch sie werdet ihr unrein. Ich bin der HERR, euer Gott.32Vor einem grauhaarigen Menschen sollst du aufstehen, und einem alten Menschen sollst du mit Achtung begegnen. Hab Ehrfurcht vor deinem Gott. Ich bin der HERR.33Einen Fremden, der bei euch im Land lebt, dürft ihr nicht unterdrücken.34Ihr sollt ihn behandeln wie einen von euch und ihn lieben wie euch selbst, denn auch ihr seid Fremde in Ägypten gewesen. Ich bin der HERR, euer Gott.35Beugt das Recht nicht vor Gericht, ´betrügt auch nicht` mit falschen Maßen und Gewichten[16].36Verwendet genaue Waagen und richtige Gewichtssteine! Die Gefäße, die ihr für das Messen von Getreide und Flüssigkeiten verwendet, müssen die richtige Größe haben.[17] Ich bin der HERR, euer Gott, der euch aus Ägypten geführt hat.37Richtet euch nach meinen Ordnungen und Bestimmungen und lebt nach ihnen. Ich bin der HERR.‹«
Soziale, liturgische und ethische Einzelbestimmungen
1Der HERR sprach zu Mose:2Rede zur ganzen Gemeinde der Israeliten und sag zu ihnen: Seid heilig, denn ich, der HERR, euer Gott, bin heilig. (3Mo 11,44; 3Mo 20,7; 1Petr 1,15)3Jeder von euch soll Mutter und Vater fürchten und auf meine Sabbate achten; ich bin der HERR, euer Gott. (2Mo 20,8; 2Mo 20,12; 2Mo 31,12; 2Mo 35,2; 3Mo 19,30; 3Mo 23,3; 3Mo 26,2; 5Mo 5,12; 5Mo 5,16)4Ihr sollt euch nicht anderen Göttern zuwenden und euch nicht Götterbilder aus Metall gießen; ich bin der HERR, euer Gott. (2Mo 20,4; 2Mo 20,23; 3Mo 26,1; 5Mo 5,8)5Wenn ihr für den HERRN ein Heilsopfer schlachtet, opfert es so, dass ihr Wohlgefallen vor Gott findet. (3Mo 7,16)6An dem Tag, an dem ihr es schlachtet, und am folgenden Tag soll es gegessen werden; was davon am dritten Tag noch übrig ist, soll im Feuer verbrannt werden.7Isst man davon am dritten Tag, so ist es verfallen und findet kein Wohlgefallen mehr.8Wer davon isst, muss die Folgen seiner Schuld tragen; denn er hat die Heiligkeit des HERRN entweiht. Diese Person wird aus ihrer Geschlechterfolge ausgemerzt werden.9Wenn ihr die Ernte eures Landes einbringt, sollst du das Feld nicht bis zum äußersten Rand abernten. Du sollst keine Nachlese von deiner Ernte halten. (3Mo 23,22; 5Mo 24,19)10In deinem Weinberg sollst du keine Nachlese halten und die abgefallenen Beeren nicht einsammeln. Du sollst sie dem Armen und dem Fremden überlassen. Ich bin der HERR, euer Gott.11Ihr sollt nicht stehlen, nicht täuschen und einander nicht betrügen. (2Mo 20,15; 5Mo 5,19)12Ihr sollt nicht falsch bei meinem Namen schwören; du würdest sonst den Namen deines Gottes entweihen. Ich bin der HERR. (2Mo 20,7; 3Mo 5,22; 5Mo 5,11)13Du sollst deinen Nächsten nicht ausbeuten und ihn nicht um das Seine bringen. Der Lohn des Tagelöhners soll nicht über Nacht bis zum Morgen bei dir bleiben. (5Mo 24,15; Jer 22,13; Hes 22,29; Mt 20,8)14Du sollst einen Tauben nicht verfluchen und einem Blinden kein Hindernis in den Weg stellen; vielmehr sollst du deinen Gott fürchten. Ich bin der HERR. (5Mo 27,18)15Ihr sollt beim Rechtsentscheid kein Unrecht begehen. Du sollst weder für einen Geringen noch für einen Großen Partei nehmen; gerecht sollst du deinen Mitbürger richten. (2Mo 23,3)16Du sollst deinen Mitbürger nicht verleumden und dich nicht hinstellen und das Blut deines Nächsten fordern. Ich bin der HERR. (Ps 15,3)17Du sollst in deinem Herzen keinen Hass gegen deinen Bruder tragen. Weise deinen Mitbürger zurecht, so wirst du seinetwegen keine Sünde auf dich laden. (Mt 18,15; 2Thess 3,15; 1Joh 3,15)18An den Kindern deines Volkes sollst du dich nicht rächen und ihnen nichts nachtragen. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Ich bin der HERR.[1] (3Mo 19,33; Mt 5,43; Mt 22,39; Mk 12,31; Lk 6,27; Lk 10,27; Röm 12,19; Röm 13,9; Gal 5,14; Jak 2,8)19Ihr sollt meine Satzungen bewahren: Unter deinem Vieh sollst du nicht zwei Tiere verschiedener Art sich begatten lassen. Dein Feld sollst du nicht mit zweierlei Arten besäen. Du sollst kein aus zweierlei Fäden gewebtes Kleid anlegen. (5Mo 22,9)20Wohnt ein Mann einer Frau bei, die einem andern Mann als Sklavin zur Nebenfrau bestimmt ist und die weder losgekauft noch freigelassen ist, dann sollen die Ansprüche untersucht werden; sterben sollen sie nicht, da sie nicht freigelassen war. (2Mo 21,7)21Er soll als sein Schuldopfer für den HERRN einen Widder zum Eingang des Offenbarungszeltes bringen.22Mit diesem Widder soll der Priester für ihn vor dem HERRN von der begangenen Sünde Versöhnung erwirken; so wird ihm die Sünde, die er begangen hat, vergeben.23Wenn ihr in das Land kommt und einen Fruchtbaum pflanzt, sollt ihr seine Früchte behandeln, als ob sie seine Vorhaut wären. Drei Jahre lang sollen sie für euch etwas Unbeschnittenes sein. Sie sind nicht zum Essen bestimmt.24Im vierten Jahr sollen alle Früchte als Festgabe für den HERRN geheiligt sein.25Erst im fünften Jahr dürft ihr die Früchte essen und den Ertrag für euch ernten. Ich bin der HERR, euer Gott.26Ihr sollt nichts mit Blut essen. Wahrsagerei und Hellseherei sollt ihr nicht treiben. (1Mo 9,4; 3Mo 3,17; 3Mo 7,26; 3Mo 17,10; 5Mo 12,23; 5Mo 18,10; 2Kön 17,17)27Ihr sollt euer Kopfhaar nicht rundum abschneiden. Du sollst deinen Bart nicht stutzen. (3Mo 21,5)28Für einen Toten dürft ihr keine Einschnitte auf eurem Körper anbringen und ihr dürft euch keine Zeichen einritzen lassen. Ich bin der HERR. (5Mo 14,1)29Entweih nicht deine Tochter, indem du sie als Hure preisgibst, damit das Land nicht der Hurerei verfällt und voller Blutschande wird!30Ihr sollt auf meine Sabbate achten und mein Heiligtum fürchten. Ich bin der HERR. (3Mo 19,3; 3Mo 23,3; 3Mo 26,2)31Wendet euch nicht an die Totenbeschwörer und sucht nicht die Wahrsager auf; sie verunreinigen euch. Ich bin der HERR, euer Gott. (3Mo 20,6)32Du sollst vor grauem Haar aufstehen, das Ansehen eines Greises ehren und deinen Gott fürchten. Ich bin der HERR. (1Tim 5,1)33Wenn bei dir ein Fremder in eurem Land lebt, sollt ihr ihn nicht unterdrücken. (2Mo 22,20; 2Mo 23,9; 3Mo 19,18; 5Mo 10,18; 5Mo 24,17; Jer 7,6)34Der Fremde, der sich bei euch aufhält, soll euch wie ein Einheimischer gelten und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid selbst Fremde in Ägypten gewesen. Ich bin der HERR, euer Gott.35Ihr sollt kein Unrecht begehen beim Rechtsentscheid, mit Längenmaß, Gewicht und Hohlmaß. (5Mo 25,13; Spr 11,1; Spr 16,11)36Eure Waagen müssen stimmen, eure Gewichtsteine, euer Efa und euer Hin müssen stimmen. Ich bin der HERR, euer Gott, der euch aus Ägypten geführt hat.37Ihr sollt alle meine Satzungen und alle meine Rechtsentscheide bewahren und sie befolgen. Ich bin der HERR.