1Blast das Alarmhorn auf dem Zion, gebt Alarm auf dem heiligen Berg des HERRN! Zittert, ihr Bewohner des Landes! Der Tag, an dem der HERR Gericht hält, ist nahe! (Jer 4,5; Am 5,18)2Dunkel wie die Nacht ist dieser Tag, verhangen mit düsteren Wolken. So plötzlich, wie das frühe Morgenlicht sich über die Berge ausbreitet, fällt ein gewaltiges Heer von Feinden ins Land ein, das nicht zu zählen ist. Noch nie habt ihr so etwas erlebt und nie wieder wird es das geben in allen künftigen Generationen.3Vor ihnen her wütet Feuer und hinter ihnen lodern die Flammen. Bevor sie kommen, ist das Land blühend wie der Garten Eden, und wenn sie vorübergezogen sind, liegt es so trostlos da wie die Wüste. Nichts wird von ihnen verschont. (Joe 1,19; Am 7,4)4Sie sehen aus wie Pferde, sie rennen daher wie Rosse in der Schlacht. (Offb 9,7)5Wenn sie über die Berggipfel springen, klingt es wie das Rasseln von Streitwagen, wie das Prasseln der Flammen, die ein Stoppelfeld verzehren. Sie sind wie ein kampfbereites Heer.6Bei ihrem Anblick winden sich die Völker vor Angst, alle Gesichter werden bleich.7Wie Sturmtruppen greifen sie an und erklettern die Mauern. Unbeirrbar gehen sie ihren Weg; keiner weicht einen Schritt davon ab8oder kommt dem Nebenmann in die Quere. Keine Waffe kann ihren Vormarsch aufhalten.9Sie überfallen die Stadt, erstürmen die Mauern, klettern wie Diebe durch die Fenster in alle Häuser. (2Mo 10,6)10Die Erde bebt und der Himmel zittert vor ihnen, Sonne und Mond verfinstern sich und die Sterne hören auf zu strahlen. (Jes 13,10; Hes 32,7; Joe 3,3; Joe 4,15; Am 8,9; Mk 13,24; Offb 6,12)11Der HERR selbst führt sie an, er gibt ihnen mit Donnerstimme Befehle. Das ganze riesengroße Heer vollstreckt seinen Willen. Schrecklich ist der Tag, an dem der HERR eingreift. Wer wird ihn überstehen? (Ps 29,3; Jes 10,5; Hes 38,4)
Hoffnung auf Gottes Geduld
12»Aber selbst jetzt noch könnt ihr zu mir umkehren«, sagt der HERR. »Wendet euch mir zu von ganzem Herzen, fastet, weint und klagt! (5Mo 4,29; Hes 18,23)13Zerreißt eure Herzen und nicht eure Kleider!« Ja, kehrt um zum HERRN, eurem Gott! Ihr wisst doch: »Er ist voll Liebe und Erbarmen. Er hat Geduld, seine Güte kennt keine Grenzen. Das Unheil, das er androht – wie oft tut es ihm leid!« (1Kön 21,27; 2Kön 19,1; Esr 9,3; Jer 4,4; Jer 41,5)14Vielleicht tut es ihm auch diesmal leid und er lässt auf euren Feldern und Weinbergen wieder eine Ernte heranwachsen. Dann könnt ihr ihm, eurem Gott, wieder Korn und Wein als Opfer darbringen. (Am 5,15; Jon 3,9; Zef 2,3; Tob 13,8)
Appell an Gottes Erbarmen
15Blast das Horn auf dem Zionsberg! Ruft einen Fasttag aus, ordnet einen Bußgottesdienst an! (Jes 58,5)16Versammelt das Volk und sorgt dafür, dass es rein vor den HERRN tritt! Vom Säugling bis zum Greis sollen alle zusammenkommen. Selbst die Brautleute sollen aus der Hochzeitskammer kommen!17Die Priester, die Diener des HERRN, sollen auf dem Platz zwischen Tempel und Altar weinen und beten: »HERR, hab Erbarmen mit deinem Volk! Wir sind doch dein Eigentum! Tu uns nicht die Schande an, dass fremde Völker über uns herrschen. Lass nicht zu, dass Fremde über uns spotten und sagen: ›Wo ist nun ihr Gott?‹« (Ps 115,1)
Gott antwortet
18Da erwacht im HERRN die brennende Liebe für sein Land und das Erbarmen mit seinem Volk. (Hos 11,8; Sach 1,14)19Er antwortet ihnen: »Verlasst euch darauf: Ich gebe euch so viel Korn, Wein und Öl, dass ihr euch daran satt essen könnt. Ihr werdet den Völkern nicht mehr zum Spott dienen.20Denn ich rette euch vor dem Feind aus dem Norden. Seine Vorhut treibe ich ins Tote Meer und seine Nachhut ins Mittelmeer; sein ganzes übriges Heer jage ich in die Wüste, wo es vernichtet wird. Die Leichen werden die Luft mit ihrem Gestank erfüllen. So bestrafe ich ihn für seine Prahlerei.« (Jes 2,11; Jer 1,14)21Ihr Felder, habt keine Angst mehr, freut euch und jubelt! Der HERR hat Großes getan.22Ihr Tiere auf freiem Feld, habt keine Angst mehr! Die Weiden in der Steppe sind wieder grün. Auch die Bäume tragen wieder Frucht; Feigenbaum und Weinstock bringen reichen Ertrag.23Ihr Bewohner des Zionsberges, freut euch und jubelt über den HERRN, euren Gott! Er erweist euch seine Güte und schickt euch Regen wie zuvor, Frühregen im Herbst und Spätregen im Frühjahr. (Jer 5,24)24Auf den Dreschplätzen häuft sich das Getreide und in der Kelter laufen die Wannen über von Most und Öl.25Der HERR sagt: »Ich habe mein großes Heer gegen euch geschickt. Aber jetzt ersetze ich euch die Ernten, die die Heuschreckenschwärme[1] vernichtet haben. (Joe 1,4)26Ihr werdet euch richtig satt essen können. Dann werdet ihr mich, euren Gott, preisen, weil ich solche Wunder für euch getan habe. Nie mehr werden die anderen Völker über mein Volk spotten. (5Mo 8,10; Hes 36,13)27Daran werdet ihr Leute von Israel erkennen, dass ich, der HERR, in eurer Mitte bin, dass ich euer Gott bin und sonst keiner. Nie mehr überlasse ich mein Volk der Schande.« (Jes 12,6; Hes 34,30; Joe 4,17)
1Auf dem Zion stoßt in das Horn, / schlagt Lärm auf meinem heiligen Berg! Alle Bewohner des Landes sollen zittern; / denn es kommt der Tag des HERRN,
ja, er ist nahe, (Am 5,18; Zef 1,14)2ein Tag des Dunkels und der Finsternis, / ein Tag der Wolken und Wetter.
Wie das Morgenrot, das sich über die Berge hinbreitet, / kommt ein Volk, zahlreich und gewaltig groß,
wie es vor ihm noch nie eines gab / und nach ihm keines mehr geben wird / bis zu den fernsten Geschlechtern. (Zef 1,15)3Vor ihm her fressendes Feuer, / hinter ihm lodernde Flammen;
vor ihm ist das Land wie der Garten Eden, / hinter ihm schaurige Wüste - / da gibt es keine Rettung. (1Mo 2,8; Joe 1,19)4Wie Rosse sehen sie aus, / wie Reiter stürmen sie dahin. (Offb 9,7)5Wie rasselnde Streitwagen / springen sie über die Kuppen der Berge,
wie eine prasselnde Feuerflamme, die die Stoppeln frisst, / wie ein mächtiges Heer, gerüstet zur Schlacht.6Bei ihrem Anblick winden sich Völker, / alle Gesichter glühen vor Angst. (Jes 13,8; Nah 2,11)7Wie Kämpfer stürmen sie dahin, / wie Krieger erklettern sie die Mauer.
Jeder verfolgt seinen Weg, / keiner verlässt seine Bahn.8Keiner stößt den andern; / Mann für Mann ziehen sie ihre Bahn.
Mitten durch die Wurfspeere stürmen sie vor, / ihre Reihen nehmen kein Ende.9Sie überfallen die Stadt, erstürmen die Mauer, / klettern an den Häusern empor, / steigen durch die Fenster ein wie ein Dieb.10Die Erde zittert vor ihnen, der Himmel erbebt; / Sonne und Mond verfinstern sich, die Sterne halten ihr Licht zurück. (Joe 3,4; Joe 4,15)11Und der HERR lässt vor seinem Heer / seine Stimme erschallen;
ja, überaus zahlreich ist sein Heer, / ja, gewaltig groß ist der Vollstrecker seines Befehls.
Ja, groß ist der Tag des HERRN und voll Schrecken. / Wer kann ihn ertragen? (Nah 1,6; Mal 3,2)
Aufruf zu Umkehr und Buße
12Auch jetzt noch - Spruch des HERRN: / Kehrt um zu mir von ganzem Herzen / mit Fasten, Weinen und Klagen! (5Mo 4,29)13Zerreißt eure Herzen, nicht eure Kleider, / und kehrt um zum HERRN, eurem Gott!
Denn er ist gnädig und barmherzig, / langmütig und reich an Huld / und es reut ihn das Unheil. (2Mo 34,6; Jes 58,5; Am 5,14)14Wer weiß, vielleicht kehrt er um und es reut ihn / und er lässt Segen zurück,
sodass ihr Speise- und Trankopfer darbringen könnt / für den HERRN, euren Gott. (Jon 3,9)15Auf dem Zion stoßt in das Horn, / ordnet ein heiliges Fasten an, / ruft einen Gottesdienst aus! (Joe 1,14; Joe 2,1)16Versammelt das Volk, / heiligt die Gemeinde!
Versammelt die Alten, / holt die Kinder zusammen, auch die Säuglinge!
Der Bräutigam verlasse seine Kammer / und die Braut ihr Gemach.17Zwischen Vorhalle und Altar / sollen die Priester klagen, / die Diener des HERRN sollen sprechen:
Hab Mitleid, HERR, mit deinem Volk / und überlass dein Erbe nicht der Schande, / damit die Völker nicht über uns spotten!
Warum soll man bei den Völkern sagen: / Wo ist denn ihr Gott? (2Mo 32,11; Ps 42,4; Ps 79,10; Mi 7,10; 1Mak 7,36)
Erhörung durch Gott und seine Zuwendung
18Da erwachte im HERRN die Leidenschaft für sein Land / und er hatte Erbarmen mit seinem Volk. (5Mo 4,24)19Der HERR antwortete seinem Volk und sprach: / Seht, ich sende euch Korn, Wein und Öl, / damit ihr davon satt werdet.
Ich gebe euch nicht mehr der Schande preis / unter den Völkern. (5Mo 11,14)20Den Feind aus dem Norden / schicke ich weit von euch weg,
ich treibe ihn in ein dürres, verödetes Land, / seine Vorhut treibe ich zum östlichen Meer / und seine Nachhut zum westlichen Meer.
Dann erhebt sich ein Gestank, / Verwesungsgeruch steigt von ihm auf, / denn er hat sich gebrüstet. (Jes 34,3; Am 4,10)21Fürchte dich nicht, Ackerboden! / Freu dich und juble; / denn der HERR hat Großes getan!22Fürchtet euch nicht, ihr Tiere auf dem Feld! / Denn das Gras in der Steppe wird wieder grün,
der Baum trägt seine Frucht, / Feigenbaum und Weinstock bringen ihren Ertrag.23Jubelt, ihr Kinder Zions, / und freut euch über den HERRN, euren Gott!
Denn er gibt euch Nahrung, wie es recht ist. / Er schickt euch den Regen,
Herbstregen und Frühjahrsregen / wie in früherer Zeit.[1] (5Mo 11,14)24Die Tennen sind voll von Getreide, / die Keltern fließen über von Wein und Öl.25Ich ersetze euch die Ernten, / die von der Wanderheuschrecke und der Larve, / vom Nager und vom Grashüpfer gefressen wurden,
von meinem großen Heer, / das ich gegen euch sandte. (Joe 1,4)26Ihr werdet essen und satt werden / und den Namen des HERRN, eures Gottes, preisen, / der für euch solche Wunder getan hat. / Mein Volk braucht sich nie mehr zu schämen.27Dann werdet ihr erkennen, / dass ich mitten in Israel bin
und dass ich der HERR, euer Gott, bin, / ich und sonst niemand. / Mein Volk braucht sich nie mehr zu schämen. (Jes 42,8)