Hilfe

Zürcher Bibel

Grosse Hilfe schenkt er seinem König

1 Für den Chormeister. Von David, dem Diener des HERRN, der dem HERRN die Worte dieses Liedes sang an dem Tag, als der HERR ihn aus der Hand aller seiner Feinde und aus der Hand Sauls errettet hatte.
2 Er sprach: Ich liebe dich, HERR, meine Stärke.
3 Der HERR ist mein Fels, meine Festung und mein Retter, mein Gott, mein Hort, bei dem ich Zuflucht suche, mein Schild und das Horn meiner Hilfe, meine Burg.
4 Ich rufe zum HERRN, gepriesen sei er, und vor meinen Feinden werde ich errettet.
5 Stricke des Todes schnürten mich ein, und Ströme des Verderbens erschreckten mich.
6 Stricke des Totenreichs umfingen mich, über mich fielen Schlingen des Todes.
7 In meiner Not rufe ich zum HERRN, zu meinem Gott schreie ich. Von seinem Tempel aus hört er meine Stimme, und mein Schreien dringt an sein Ohr.
8 Da wankte und schwankte die Erde, und die Grundfesten der Berge erbebten, sie wankten, denn er war zornentbrannt.
9 Rauch stieg auf aus seiner Nase, Feuer frass aus seinem Mund, Kohlen brannten aus ihm heraus.
10 Er neigte den Himmel und fuhr herab, Wolkendunkel unter seinen Füssen.
11 Er ritt auf dem Kerub und flog daher und schwebte auf den Flügeln des Windes.
12 Er machte Finsternis zu seiner Hülle um sich her, Wasserdunkel, dichte Wolken zu seinem Zelt.1
13 Aus dem Glanz vor ihm brachen seine Wolken hervor, Hagel und feurige Kohlen.
14 Es liess der HERR im Himmel den Donner erdröhnen und der Höchste seine Stimme erschallen, mit Hagel und feurigen Kohlen.
15 Er schoss seine Pfeile und zerstreute die Feinde, er schleuderte Blitze und setzte sie in Schrecken.
16 Da wurden sichtbar die Tiefen des Wassers, und aufgedeckt wurden die Grundfesten der Erde vor deinem Schelten, HERR, vor dem Schnauben deines zornigen Atems.
17 Er griff herab aus der Höhe, fasste mich, zog mich heraus aus gewaltigen Wassern.
18 Er entriss mich meinem starken Feind, meinen Hassern, die mir zu mächtig waren.
19 Sie überfielen mich am Tag meines Unglücks, doch der HERR wurde mir zur Stütze.
20 Er führte mich hinaus ins Weite, er befreite mich, denn er hat Gefallen an mir.
21 Der HERR handelt an mir nach meiner Gerechtigkeit, nach der Reinheit meiner Hände vergilt er mir.
22 Denn ich hielt mich an die Wege des HERRN und frevelte nicht gegen meinen Gott.
23 Ja, alle seine Gesetze hatte ich vor Augen, und seine Satzungen wies ich nicht von mir.
24 Ich war vollkommen vor ihm und hütete mich vor Sünde.
25 So vergalt mir der HERR nach meiner Gerechtigkeit, nach der Reinheit meiner Hände vor seinen Augen.
26 Dem Treuen zeigst du dich treu, dem Untadeligen ohne Tadel.
27 Dem Reinen zeigst du dich rein, doch dem Falschen voller Ränke.
28 Ja, du hilfst dem elenden Volk, doch hochmütige Augen erniedrigst du.
29 Du lässt meine Leuchte strahlen, HERR, mein Gott erhellt meine Finsternis.
30 Mit dir erstürme ich Wälle, mit meinem Gott überspringe ich Mauern.
31 Gottes Weg ist vollkommen, das Wort des HERRN ist im Feuer geläutert. Ein Schild ist er allen, die bei ihm Zuflucht suchen.
32 Denn wer ist Gott als allein der HERR und wer ein Fels ausser unserem Gott?
33 Gott ist es, der mich mit Kraft umgürtet und meinen Weg vollkommen macht,
34 der meine Füsse schnell wie die Hindinnen macht und mich auf Höhen stellt,
35 der meine Hände den Kampf lehrt, dass meine Arme den ehernen Bogen spannen.
36 Du gabst mir den Schild deiner Hilfe, deine Rechte stützt mich, und dein Zuspruch macht mich stark.
37 Weiten Raum schaffst du meinem Schritt, und meine Knöchel wanken nicht.
38 Ich verfolge meine Feinde und hole sie ein, kehre nicht um, bis ich sie vernichtet habe.
39 Ich schlage sie nieder, und sie können sich nicht mehr erheben, sie fallen unter meine Füsse.
40 Du hast mich zum Kampf mit Kraft gegürtet, du zwingst unter mich in die Knie, die sich gegen mich erheben.
41 Den Nacken meiner Feinde gibst du mir preis, und die mich hassen, vernichte ich.
42 Sie schreien, doch da ist kein Retter, zum HERRN, doch er erhört sie nicht.
43 Ich zerreibe sie wie Staub vor dem Wind, wie Unrat schütte ich sie auf die Gassen.
44 Du rettest mich aus Völkerfehden, setzt mich zum Haupt von Nationen. Völker, die ich nicht kannte, werden mir untertan.
45 Auf blosses Hören hin gehorchen sie mir, Fremde schmeicheln mir.
46 Fremde sinken kraftlos hin, kommen zitternd aus ihren Burgen hervor.
47 Der HERR lebt. Gepriesen ist mein Fels, erhaben der Gott meiner Rettung,
48 der Gott, der mir Rache gewährt und mir Völker unterwirft,
49 der mich vor meinen Feinden rettet, der du mich erhöhst über meine Gegner, mich befreist von Gewalttätigen.
50 Darum will ich dich preisen unter den Nationen, HERR, und deinem Namen singen,
51 der seinem König grosse Hilfe schenkt und seinem Gesalbten Treue erweist, David und seinen Nachkommen ewiglich.
1 Wörtlich: "..., dichte Wolken zu seiner Hütte."
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