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Neues Leben. Die Bibel

Die Hirten von Israel

1 Danach erhielt ich eine Botschaft vom Herrn:
2 »Menschenkind, weissage gegen die Hirten von Israel. Weissage und sag zu ihnen: `So spricht Gott, der Herr: Den Hirten von Israel, die nur für ihr eigenes Wohl sorgen, wird es schlecht ergehen.1 Ist es nicht Aufgabe der Hirten, für ihre Herde zu sorgen?
3 Ihr trinkt die Milch, tragt die Wolle und schlachtet die gemästeten Tiere, aber um die Herde kümmert ihr euch nicht:
4 Die Schwachen habt ihr nicht gestärkt. Die Kranken habt ihr nicht versorgt und die Verletzten nicht verbunden. Die Verirrten habt ihr nicht gesucht und die Verlorenen nicht zurückgebracht. Stattdessen habt ihr mit Gewalt und Grausamkeit über sie geherrscht.
5 Und so waren meine Schafe ohne Hirten und zerstreuten sich und wurden von wilden Tieren gefressen. Ja, sie zerstreuten sich.
6 Meine Schafe irrten auf allen Bergen und hohen Hügeln umher, sie wurden über das ganze Land zerstreut. Doch niemand kümmert sich um sie und niemand sucht sie.
7 Deshalb, ihr Hirten, hört das Wort des Herrn:
8 So wahr ich lebe, spricht Gott, der Herr: Weil meine Schafe geraubt und von allen wilden Tieren gefressen wurden, weil sie keinen Hirten hatten und meine Hirten sich nicht um meine Schafe kümmerten, weil die Hirten nur für sich selbst sorgten und nicht für die Schafe,
9 deshalb, ihr Hirten, hört das Wort des Herrn.
10 So spricht Gott, der Herr: Ich werde gegen diese Hirten vorgehen und meine Schafe von ihnen zurückfordern. Ich nehme ihnen das Recht, meine Schafe zu weiden, und sie sollen aufhören, nur für ihr eigenes Wohl zu sorgen2. Ich werde meine Schafe aus ihrem Rachen reißen, damit sie nicht mehr von ihnen gefressen werden.

Der gute Hirte

11 Denn so spricht Gott, der Herr: Jetzt will ich selbst für meine Schafe sorgen und mich um sie kümmern.
12 Wie sich ein Hirte um seine Schafe kümmert, wenn sie sich verirrt haben, so werde ich mich um meine Schafe kümmern und sie aus allen Orten befreien, wohin sie an jenem finsteren, bedrohlichen Tag3 zerstreut wurden.
13 Ich werde sie aus den Völkern herausführen und aus den Ländern sammeln und in ihr Land zurückbringen. Ich werde sie auf den Bergen von Israel auf die Weide führen, an den Flüssen, und überall dort, wo Menschen im Land leben.
14 Ja, ich werde ihnen gute Weiden geben, auf den hohen Bergen von Israel soll ihr Weideplatz sein. Dort auf den Bergen von Israel werden sie auf einem guten Weideplatz lagern und auf fetten Wiesen grasen.
15 Ich selbst werde für meine Schafe sorgen und sie lagern lassen, spricht Gott, der Herr.
16 Ich werde das Verlorene suchen und das Verirrte nach Hause bringen. Ich werde das Verletzte verbinden und das Kranke stärken. Aber das Fette und das Starke werde ich töten4. Ich werde gerecht für sie sorgen!
17 Und was dich angeht, meine Herde, so spricht Gott, der Herr, ich werde Recht sprechen zwischen den einzelnen Schafen und zwischen Widdern und Böcken.
18 Reicht es euch nicht, die besten Weiden für euch zu haben? Müsst ihr auch noch den Rest zertrampeln? Reicht es euch nicht, das beste Wasser für euch zu haben? Müsst ihr das restliche mit euren Füßen verschmutzen?
19 Meine Schafe müssen fressen, was ihr zertrampelt habt, und müssen das Wasser trinken, das ihr mit euren Füßen schmutzig gemacht habt.
20 Deshalb spricht Gott, der Herr: Ich selbst will zwischen den fetten und den mageren Schafen Recht sprechen.
21 Denn ihr drängt die Schwachen mit der Seite und mit der Schulter weg und stoßt mit den Hörnern, bis ihr sie hinausgetrieben habt.
22 Ich will meine Herde befreien; sie soll nicht länger zur Beute werden. Und ich spreche Recht zwischen den einzelnen Schafen.
23 Und danach setze ich einen einzigen Hirten bei ihnen ein, der für sie sorgen soll - meinen Diener David. Er wird für sie sorgen und ihnen ein Hirte sein.
24 Ich, der Herr, werde ihr Gott sein, und mein Diener David wird ein Fürst in ihrer Mitte sein. Ich, der Herr, habe gesprochen!

Der Friedensbund des Herrn

25 Ich werde einen Friedensbund mit ihnen schließen und die gefährlichen wilden Tiere aus dem Land vertreiben. Dann werden sie sicher in der Wüste wohnen und ohne Angst in den Wäldern schlafen.
26 Ich werde ihnen und allem, was meinen heiligen Hügel umgibt, Segen schenken. Und ich werde den Regen schicken, segensreichen Regen, der immer zur rechten Zeit kommt.
27 Die Obstgärten werden ihre Frucht tragen und die Äcker reiche Ernten bringen, und alle sollen in Sicherheit wohnen. Und sie werden erkennen, dass ich der Herr bin, wenn ich ihr Joch zerbreche und sie aus den Händen derer befreie, die sie versklavt haben.
28 Sie werden keine leichte Beute mehr für die Völker sein und nicht mehr von wilden Tieren gefressen werden. Sie sollen in Sicherheit leben, und keiner wird ihnen mehr Angst machen.
29 Und ihr Land will ich zu einem reich gesegneten und berühmten Garten machen5, sodass sie nie mehr verhungern werden und nicht mehr unter dem Hohn der Völkern leiden müssen.
30 So werden sie erkennen, dass ich, der Herr, ihr Gott, bei ihnen bin und dass sie, das Volk der Israeliten, mein Volk sind, spricht Gott, der Herr.
31 Ihr seid meine Herde, ihr Menschen seid die Schafe auf meiner Weide. Und ich bin euer Gott, spricht Gott, der Herr.´«
1 34,2 Hebr. Wehe den Hirten von Israel, die sich selbst weiden!
2 34,10 Hebr. sich selbst zu weiden.
3 34,12 Hebr. Tag des Gewölks und Wolkendunkels.
4 34,16 O. werde ich behüten.
5 34,29 Hebr. ich erstelle für sie eine Pflanzung zum Ruhm.
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