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Gute Nachricht Bibel

Jeremia kündet durch sein Verhalten das nahe Gericht an

1 1Das Wort des Herrn erging an mich, er sagte zu mir:
2 »Du sollst nicht heiraten und keine Söhne und Töchter haben in diesem Land!
3 Denn ich, der Herr, sage dir, was mit den Söhnen und Töchtern geschehen wird, die hier geboren werden, und ebenso den Müttern, die sie gebären, und den Vätern, die sie zeugen:
4 Sie werden an qualvollen Seuchen sterben und niemand wird da sein, der für sie die Totenklage hält, niemand, der sie begräbt; ihre Leichen werden zum Dünger für die Äcker werden. Durch Krieg und Hunger werden sie umkommen, Geier und Schakale werden sie fressen!«
5 Weiter sagte der Herr zu mir: »Du sollst kein Trauerhaus betreten und jeder Trauerfeier fernbleiben! Sprich auch niemand dein Beileid aus! Denn ich, der Herr, habe diesem Volk meine Freundschaft entzogen, meine Liebe und mein Erbarmen.
6 Reiche und Arme in diesem Land werden sterben. Niemand wird sie begraben, niemand wird sie betrauern, niemand wird sich zum Zeichen der Trauer die Haut blutig ritzen oder den Kopf kahl scheren.
7 Und es wird niemand mehr da sein, der den Hinterbliebenen das Trauerbrot spenden könnte, der denen den Trostbecher reichen könnte, die Vater oder Mutter verloren haben!
8 Auch ein Haus, in dem ein Fest gefeiert wird, sollst du nicht betreten! Setz dich nicht mit den Gästen zu Tisch, um mitzuessen und mitzutrinken!
9 Denn das sage ich, der Herrscher der Welt,2 der Gott Israels: Ich mache allem Jubel und aller Freude in Juda ein Ende, den Jubelruf von Bräutigam und Braut wird man nicht mehr hören. Ihr werdet es selbst erleben und mit eigenen Augen sehen!
10 Wenn du all dies dem Volk ankündigst, werden sie dich fragen: ›Warum droht der Herr uns so großes Unheil an? Was haben wir denn Böses getan? Worin haben wir uns gegen den Herrn, unseren Gott, vergangen?‹
11 Dann sollst du ihnen antworten: ›Schon eure Vorfahren haben mich verlassen, sagt der Herr; sie sind fremden Göttern nachgelaufen, haben ihnen gedient und sie angebetet. Sie haben sich nicht um mich gekümmert und haben nicht auf meine Weisungen geachtet.
12 Ihr aber habt es noch weit schlimmer getrieben als sie. Ihr alle tut nur das, was euer eigensinniges und böses Herz euch eingibt, niemand hört auf mich.
13 Deshalb werde ich euch aus diesem Land forttreiben in ein Land, das ihr vorher nicht kanntet, ihr nicht und auch eure Vorfahren nicht. Dort werdet ihr fremden Göttern dienen müssen bei Tag und Nacht und ich werde kein Erbarmen mit euch haben!‹«3

Ausblick auf die Rückkehr aller Verschleppten

14 Der Herr sagt:4 »Die Zeit wird kommen, wo sie in meinem Volk beim Schwören nicht mehr sagen: ›So gewiss der Herr lebt, der das Volk Israel herausgeführt hat aus Ägypten‹,
15 sondern: ›So gewiss der Herr lebt, der die Leute von Israel herausgeführt hat aus dem Land im Norden und aus all den anderen Ländern, in die er sie vertrieben hatte.‹ Ja, ich werde sie zurückkehren lassen in das Land, das ich ihren Vorfahren gegeben habe.«

Kein Schuldiger wird entkommen

16 »Ich rufe viele Fischer herbei«, sagt der Herr, »die sollen die Leute von Juda wie Fische fangen. Und danach rufe ich viele Jäger, die Treibjagd auf sie machen und sie herunterholen von jedem Berg und jedem Hügel und sie hervorholen aus jedem Felsspalt.
17 Denn ich sehe genau, was sie treiben. Sie können sich nicht vor mir verstecken; ihre Schuld steht mir vor Augen.
18 Für diese Schuld werden sie mir voll und ganz5 büßen; ich erlasse ihnen nichts. Sie haben mein Land entweiht mit ihren abscheulichen Götzen, die unrein sind wie Leichen; überall haben sie ihre widerwärtigen Götterbilder hingestellt.«

Alle Völker erkennen den wahren Gott

19 Ich sagte: »Herr, du gibst mir Kraft, du beschützt mich, zu dir kann ich fliehen in Gefahr. Von den Enden der Erde werden die Völker zu dir kommen und werden sagen: ›Die Götter unserer Vorfahren sind nichts als Betrug; Luft sind sie, nicht einer von ihnen kann helfen.
20 Kein Mensch kann sich seine Götter selbst machen; was dabei herauskommt, sind keine Götter.‹«
21 »Ja«, antwortete der Herr, »diesmal lasse ich die Völker meine gewaltige Macht erfahren und sie werden erkennen, dass ich der Herr bin!«6
1 Zu 16,1-13 vgl. Anmerkung zu 13,1.
2 Wörtlich so spricht der Herr Zebaot.
3 Das Volk wird mit dem bestraft, womit es sich schuldig gemacht hat; vgl. Vers 11.
4 Die Verse 14-15 sind auch in 23,7-8 (und dort vermutlich im ursprünglicheren Zusammenhang) überliefert. Sie sind wohl hier eingefügt worden, damit bei der gottesdienstlichen Verlesung in der Synagoge inmitten der Unheilsdrohungen auch ein Ausblick auf das schließlich gewährte neue Heil eröffnet wird.
5 voll und ganz: wörtlich doppelt; vgl. Jes 40,2 und die Anmerkung dort.
6 Der »Prophet für die Völker« (1,5) lässt die Völkerwelt nicht aus dem Blick. Was Gott an Israel tut, geschieht vor den Augen und unter Einbeziehung aller Völker ringsum und soll sie alle zur Anerkennung des Gottes Israels führen; vgl. 1,10 und Anmerkung dort.
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