Hilfe

Einheitsübersetzung 2016

Totenklage über Israel

1 Hört dieses Wort, ihr vom Haus Israel, hört die Totenklage, die ich über euch anstimme:
2 Gefallen ist sie und steht nicht wieder auf, die Jungfrau Israel; sie liegt zerschmettert auf ihrem Boden, niemand richtet sie auf.
3 Denn so spricht GOTT, der Herr: Die Stadt, die mit tausend auszieht, behält nur hundert übrig, und die mit hundert auszieht, behält nur zehn übrig für das Haus Israel.
4 Ja, so spricht der HERR zum Haus Israel: Sucht mich, dann werdet ihr leben!
5 Doch sucht nicht Bet-El auf, geht nicht nach Gilgal, zieht nicht nach Beerscheba! Denn Gilgal droht die Verbannung und Bet-El der Untergang.
6 Sucht den HERRN, dann werdet ihr leben. Sonst dringt er in das Haus Josef ein wie ein Feuer, das frisst, und niemand löscht Bet-Els Brand.
7 Weh denen, die das Recht in bitteren Wermut verwandeln und die Gerechtigkeit zu Boden schlagen!
8 Er hat das Siebengestirn und den Orion erschaffen; er verwandelt die Finsternis in den hellen Morgen, er verdunkelt den Tag zur Nacht, er ruft das Wasser des Meeres und gießt es aus über die Erde - HERR ist sein Name.
9 Plötzlich wird er den Starken vernichten und über die befestigten Städte bricht die Vernichtung herein.
10 Sie hassen den, der im Tor zur Gerechtigkeit mahnt, und wer Wahres redet, den verabscheuen sie.
11 Weil ihr vom Hilflosen Pachtgeld annehmt und sein Getreide mit Steuern belegt, darum baut ihr Häuser aus behauenen Steinen - und wohnt nicht darin, legt ihr euch prächtige Weinberge an - und werdet den Wein nicht trinken.
12 Denn ich kenne eure vielen Vergehen und eure zahlreichen Sünden. Ihr bringt den Unschuldigen in Not, ihr lasst euch bestechen und weist den Armen ab im Tor.
13 Darum schweigt in dieser Zeit, wer klug ist; denn es ist eine böse Zeit.
14 Sucht das Gute, nicht das Böse; dann werdet ihr leben und dann wird, wie ihr sagt, der HERR, der Gott der Heerscharen, bei euch sein.
15 Hasst das Böse, liebt das Gute und bringt im Tor das Recht zur Geltung! Vielleicht ist der HERR, der Gott der Heerscharen, dem Rest Josefs dann gnädig.
16 Darum - so spricht der HERR, der Gott der Heerscharen, mein Herr: Auf allen Plätzen herrscht Trauer und auf allen Gassen schreit man: Wehe! Wehe! Den Ackerknecht holt man zur Totenklage, den Kenner der Totenlieder ruft man zum Klagen.
17 In allen Weinbergen herrscht Trauer; denn ich schreite durch deine Mitte, spricht der HERR.

Worte gegen den Kult

18 Weh denen, die den Tag des HERRN herbeisehnen! Was nützt euch denn der Tag des HERRN? Finsternis ist er, nicht Licht.
19 Es ist, wie wenn jemand einem Löwen entflieht und ihn dann ein Bär überfällt; kommt er nach Hause und stützt sich mit der Hand auf die Mauer, dann beißt ihn eine Schlange.
20 Ist nicht der Tag des HERRN Finsternis und kein Licht, Dunkel und ohne Glanz?
21 Ich hasse eure Feste, ich verabscheue sie und kann eure Feiern nicht riechen.
22 Wenn ihr mir Brandopfer darbringt, ich habe kein Gefallen an euren Gaben und eure fetten Heilsopfer will ich nicht sehen.
23 Weg mit dem Lärm deiner Lieder! Dein Harfenspiel will ich nicht hören,
24 sondern das Recht ströme wie Wasser, die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.
25 Habt ihr mir etwa Schlachtopfer und Gaben dargebracht während der vierzig Jahre in der Wüste, ihr vom Haus Israel?
26 Ihr werdet den Sakkut als euren König vor euch hertragen müssen und den Kewan, euren Sterngott, eure Götter, die ihr euch selber gemacht habt.
27 Ich will euch in die Gebiete jenseits von Damaskus verbannen, spricht der HERR; Gott der Heerscharen ist sein Name.
© 2018 ERF Medien