Hiob 12 | Schlachter 2000 Einheitsübersetzung 2016

Hiob 12 | Schlachter 2000

Hiobs Antwort auf Zophar

1 Und Hiob antwortete und sprach: 2 Wahrlich, ihr seid die [rechten] Leute, und mit euch wird die Weisheit aussterben! 3 Auch ich habe Verstand wie ihr und stehe nicht hinter euch zurück; wer wüsste denn diese Dinge nicht? 4 Ich bin wie einer, der zum Gespött für seine Freunde wird; dabei rief ich [einst] zu Gott und wurde von ihm erhört! Der untadelige Gerechte wird zum Gespött! 5 »Dem Unglück gebührt Verachtung!«, so meint der Sichere; ja, einen Stoß noch für die, deren Fuß wankt! 6 Die Zelte der Räuber haben Ruhe, und in Sicherheit leben die, welche Gott reizen, diejenigen, die Gott in ihrer Faust führen. 7 Aber frage doch das Vieh, und es wird dich belehren, oder die Vögel des Himmels, und sie werden dir’s verkünden, 8 oder rede mit der Erde, und sie wird dich unterweisen, und die Fische im Meer erzählen es dir. 9 Wer unter allen diesen wüsste nicht, dass die Hand des HERRN dies gemacht hat, 10 dass in seiner Hand die Seele alles Lebendigen ist und der Geist jedes menschlichen Fleisches? 11 Prüft nicht das Ohr die Worte, wie der Gaumen die Speise schmeckt? 12 Wohnt bei den Greisen die Weisheit und bei den Betagten der Verstand?

Hiob bezeugt die Macht Gottes

13 Bei Ihm ist Weisheit und Stärke, Sein ist Rat und Verstand! 14 Siehe, wenn Er niederreißt, wird nicht wieder aufgebaut; wenn er über dem Menschen zuschließt, wird nicht wieder geöffnet. 15 Siehe, wenn er die Gewässer zurückhält, so vertrocknen sie; lässt er sie los, so verwüsten sie das Land. 16 Bei ihm ist Macht und Verstand; ihm gehört, wer irregeht und wer irreführt. 17 Er führt die Ratgeber beraubt hinweg und macht Richter zu Narren. 18 Die Herrschaft der Könige löst er auf und schlingt eine Fessel um ihre Lenden. 19 Er führt die Priester beraubt hinweg und stürzt die Festgegründeten um. 20 Er nimmt den Wohlbewährten die Sprache weg und raubt den Alten die Urteilskraft. 21 Er schüttet Verachtung über die Edlen und löst den Gürtel der Starken. 22 Er enthüllt, was im Finstern verborgen liegt, und zieht den Todesschatten ans Licht. 23 Er macht Völker groß, und er vernichtet sie; er breitet die Völker weit aus, und er führt sie weg. 24 Den Häuptern des Volkes im Land nimmt er den Verstand und lässt sie irren in pfadloser Wüste; 25 sie tappen in Finsternis ohne Licht; er lässt sie taumeln wie Betrunkene.

Bibeltext der Schlachter Copyright © 2000 Genfer Bibelgesellschaft Wiedergegeben mit der freundlichen Genehmigung. Alle Rechte vorbehalten.

Einheitsübersetzung 2016

IJOBS GEGENREDE

Schweigen Gottes

1 Da antwortete Ijob und sprach: 2 Wahrhaftig, ihr seid besondere Leute / und mit euch stirbt die Weisheit aus. 3 Ich habe auch Verstand wie ihr, / ich falle nicht ab im Vergleich mit euch. / Wer wüsste wohl dergleichen nicht? 4 Dem eigenen Freund werde ich zum Gespött, / ich, der Gott anruft, dass er mich hört. / Zum Gespött wird der Gerechte, der Schuldlose. 5 Dem Unglück Hohn! So denkt, wer ohne Sorge ist, / wer fest sich weiß, wenn Füße wanken. 6 In Ruhe sind der Gewaltmenschen Zelte, / voll Sicherheit sind sie, die Gott erzürnen, / die wähnen, Gott in ihre Hand zu bringen.

Gottes unbegreifliches Walten

7 Doch frag nur die Tiere, sie lehren es dich, / die Vögel des Himmels, sie künden es dir. 8 Oder rede zur Erde, sie wird dich lehren, / die Fische des Meeres erzählen es dir. 9 Wer von ihnen allen wüsste nicht, / dass die Hand des HERRN dies gemacht hat? 10 In seiner Hand ruht die Seele allen Lebens / und jeden Menschenleibes Geist. 11 Darf nicht das Ohr die Worte prüfen, / wie mit dem Gaumen man die Speisen schmeckt? 12 Findet sich bei Greisen wirklich Weisheit / und ist langes Leben schon Einsicht? 13 Bei ihm allein sind Weisheit und Heldenkraft, / bei ihm sind Rat und Einsicht. 14 Wenn er einreißt, baut keiner wieder auf; / wen er einschließt, dem wird nicht mehr geöffnet. 15 Wenn er die Wasser dämmt, versiegen sie, / lässt er sie frei, zerwühlen sie das Land. 16 Bei ihm ist Macht und Klugheit, / sein ist, wer irrt und wer irreführt. 17 Er lässt Ratsherren barfuß gehen, / Richter macht er zu Toren. 18 Fesseln von Königen löst er auf / und bindet einen Schurz um ihre Hüften.* 19 Er lässt Priester barfuß gehen, / alte Geschlechter bringt er zu Fall. 20 Das Wort entzieht er den Bewährten, / den Ältesten nimmt er die Urteilskraft. 21 Verachtung gießt er auf die Edlen, / den Starken lockert er den Gurt. 22 Verborgenes enthüllt er aus der Finsternis, / Todesschatten führt er ans Licht. 23 Völker lässt er wachsen und vernichtet sie; / er breitet Völker aus und treibt sie fort. 24 Den Häuptern des Landes nimmt er den Verstand, / lässt sie irren in wegloser Wüste. 25 Sie tappen umher im Finstern ohne Licht, / er lässt sie irren wie Trunkene.