Micha 2 | Neue evangelistische Übersetzung Einheitsübersetzung 2016

Micha 2 | Neue evangelistische Übersetzung

Gegen die Habsucht

1 Wehe denen, die Unheil ersinnen, / die Böses ausbrüten auf ihrem Bett! / Früh am Morgen tun sie es, / denn sie haben die Macht. 2 Wollen sie ein Stück Land, so rauben sie es; / begehren sie ein Haus, dann nehmen sie es. / Sie unterdrücken den Mann und sein Haus, / den Menschen und seinen Besitz. 3 Darum sagt Jahwe: „Passt auf! / Dieser Sippschaft werde ich Böses antun! / Aus dieser Schlinge zieht ihr den Hals nicht mehr heraus. / Dann tragt ihr den Kopf nicht mehr so hoch, / denn euch erwartet eine böse Zeit. 4 An dem Tag singt man ein Spottlied auf euch / und äfft euer Klagelied nach: / 'Unser Ende ist gekommen, / Fremde haben unser Land! / Alles haben sie genommen, / kein Feld ist noch in unsrer Hand!'“ / 5 Darum hast du in der Gemeinde Jahwes niemand mehr, / der dir noch einen Acker zuteilen wird.

Gegen falsche Propheten

6 „Hört auf mit dem Gesabber!“, geifern sie. / „Man soll nicht prophezeien, / dass diese Schmach nie enden wird. 7 So spricht man nicht zu den Nachkommen Jakobs! / Hat Jahwe etwa die Geduld verloren? / Das ist doch nicht seine Art!“ Verkündige ich denn nicht Gutes / für den, der rechtschaffen lebt? 8 Gestern noch war es mein Volk, / jetzt steht es da als mein Feind. / Ihr reißt den sorglos Wandernden, / den Heimgekehrten vom Krieg, / den Mantel vom Leib. 9 Die Frauen meines Volkes jagt ihr aus ihrem gemütlichen Haus, / und von ihren Kindern nehmt ihr mein schönes Land* für immer weg: 10 „Macht euch fort und geht! / Hier habt ihr keinen Ruheort mehr.“ / ‹Das geschieht,› weil das Land verunreinigt ist. / So kommt das Verderben, / schlimmes Verderben. 11 Wenn ich ein windiger Betrüger wäre, / der dich anlügt und dir sagt: / „Ich will dir sabbern von Wein und Bier!“ / Das wäre ein Prophet für dieses Volk!

Die versprochene Rettung

12 „Ich hole dich heran, Jakob, / und sammle euch alle ein! / Ich versammle den Rest von Israel. / Ich bringe sie ein wie die Schafe in einen Pferch. / Wie eine Herde auf der Weide stehen sie zusammen. / Es wird ein Tosen vieler Menschen sein.“ 13 Nun zieht der Durchbrecher vor ihnen her. / So brechen sie aus, / ziehen durchs Tor / und zu ihm hinaus. / Und ihr König zieht vor ihnen her, / an ihrer Spitze Jahwe.
Einheitsübersetzung 2016

DROHREDE GEGEN DIE REICHEN

Weheruf gegen die Habsucht

1 Weh denen, die Unheil planen / und böse Taten auf ihren Lagern! Wenn es Tag wird, führen sie es aus; / denn sie haben die Macht dazu. 2 Sie wollen Felder haben und reißen sie an sich, / sie wollen Häuser haben und bringen sie in ihren Besitz. Sie wenden Gewalt an gegen den Mann und sein Haus, / gegen den Besitzer und sein Eigentum. 3 Darum - so spricht der HERR: Seht, ich plane Unheil gegen diese Sippe, aus dem ihr nicht mehr herausziehen könnt / eure Hälse; und ihr werdet den Kopf nicht mehr so hoch tragen; / denn es wird eine böse Zeit sein. 4 An jenem Tag macht man über euch ein Sprichwort und man wird eine bittere Klage klagen. Man sagt: Vernichtet sind wir, vernichtet! / Der Anteil meines Volkes wird veräußert. Ach, wie entzieht man ihn mir! / Treulosen teilt man unsere Felder zu. 5 Darum wird es keinen mehr für dich geben, der die Messschnur auf den Losanteil wirft in der Versammlung des HERRN. 6 Weissagt nicht!, weissagen sie. / So soll man nicht weissagen: Diese Schmach wird nicht enden. 7 Darf man das sagen, Haus Jakob? Hat der Geist des HERRN die Geduld verloren? / Sind das seine Taten? Tun meine Worte nicht gut dem, / der rechtschaffen wandelt? 8 Gestern noch war es mein Volk, / jetzt steht es da als Feind. Friedlichen Menschen reißt ihr den Mantel herunter, arglos Vorübergehende / nehmt ihr gefangen, als wäre Krieg. 9 Die Frauen meines Volkes vertreibt ihr / aus dem Haus, in dem sie glücklich sind, ihren Kindern nehmt ihr / für immer mein prächtiges Land. 10 Erhebt euch und geht! / Denn dies ist kein Ort der Ruhe. Wegen der Unreinheit stürzt du ins Verderben; / und dieses Verderben ist schmerzhaft. 11 Wenn doch einer herkommen, / Wind und Trug lügen würde: Ich weissage dir / Wein und Bier! Genau das wäre ein Weissager für dieses Volk.

Hoffnung für Israel

12 Sammeln, ja sammeln werde ich dich, Jakob, insgesamt. / Zusammenbringen, ja zusammenbringen werde ich den Rest von Israel. Ich führe sie zusammen wie die Schafe im Pferch, / wie die Herde mitten auf der Weide - eine tosende Menschenmenge. 13 Der vor ihnen durchbricht, zieht vor ihnen hinauf, / sie brechen durch, sie durchschreiten das Tor und ziehen durch dasselbe wieder hinaus. Ihr König schreitet vor ihnen her, / der HERR schreitet an ihrer Spitze.