Hiob 22 | Neue evangelistische Übersetzung Einheitsübersetzung 2016

Hiob 22 | Neue evangelistische Übersetzung

Dritte Rede des Elifas: Du hältst Gott für parteiisch!

1 Da erwiderte Elifas von Teman: 2 „Kann ein Mann Gott Nutzen bringen? / Der Verständige nützt nur sich selbst. 3 Wenn du gerecht bist, was bringt es dem Allmächtigen? / Hat er Gewinn, wenn deine Wege unschuldig sind?“

Gott straft dich wegen deiner Sünden!

4 „Straft er dich, weil du ihn fürchtest, / geht er deshalb mit dir ins Gericht? 5 Ist nicht vielmehr deine Bosheit groß / und ohne Ende deine Schuld? 6 Du hast deinen Bruder grundlos gepfändet, / du nahmst ihm als Pfand das einzige Gewand. 7 Dem Erschöpften hast du kein Wasser gegeben, / dem Hungrigen nicht ein Stück Brot. 8 Denkst du, dem Mann der Faust gehört das Land / und nur Angesehene wohnen dort? 9 Witwen schicktest du mit leeren Händen fort, / die Arme der Waisen hast du zerschlagen. 10 Darum sind Schlingen rings um dich her, / ein plötzlicher Schrecken macht dich bestürzt, 11 eine Finsternis, in der du nichts siehst, / und eine Wasserflut, die dich bedeckt.“

Hältst du Gott für unwissend?

12 „Ist Gott nicht so hoch wie der Himmel? / Schau, wie hoch die höchsten Sterne sind! 13 Du aber sagst: 'Was weiß denn Gott? / Kann er durch Wolkendunkel richten? 14 Wolken umhüllen ihn, dass er nichts sieht, / wenn er am Himmelsgewölbe spaziert.' 15 Willst du den Pfad der Vorwelt befolgen, / den die Gottlosen gegangen sind, 16 die weggerafft wurden vor der Zeit? / Wie ein Strom zerfloss ihr fester Grund. 17 Sie sagten zu Gott: 'Mach dich fort!', / und: 'Was kann der Allmächtige uns tun?' 18 Hatte er doch ihre Häuser mit Gutem gefüllt. / Auch mir ist das Denken der Gottlosen fern! 19 Die Gerechten sehen es und freuen sich, / und der Schuldlose wird über sie spotten: 20 Vernichtet sind unsere Feinde! / Die letzten von ihnen sind im Feuer verbrannt.'“

Ändere deine Einstellung, Hiob!

21 „Sei ihm doch Freund und halte Frieden! / Dadurch kommt wieder Gutes zu dir. 22 Nimm die Lehre aus seinem Mund an, / nimm dir seine Worte zu Herzen! 23 Wenn du zum Allmächtigen umkehrst, / wirst du wieder aufgebaut / und entfernst das Unrecht aus deinem Zelt. 24 Wirf dein Gold doch in den Staub, / das Ofirgold* zu den Kieseln im Bach! 25 Dann ist der Allmächtige dein Gold, / das erlesene Silber für dich. 26 Dann wirst du dich am Allmächtigen freuen / und dein Gesicht zu Gott erheben. 27 Du wirst zu ihm beten, / und er wird dich hören. / Und du erfüllst ihm, was du gelobst. 28 Was du beschließt, / das wird dir gelingen. / Auf deinen Wegen wird es hell. 29 Ja, Gott erniedrigt die, die hochmütig reden, / doch wer die Augen niederschlägt, dem hilft er auf. 30 Er rettet selbst den, der nicht schuldlos ist; / durch die Reinheit deiner Hände wird er befreit.“
Einheitsübersetzung 2016

DRITTE REDE DES ELIFAS

Ijobs angebliche Freveltaten

1 Da antwortete Elifas von Teman und sprach: 2 Kann denn der Mensch Gott nützen? / Nein, sich selber nützt der Kluge. 3 Ist es dem Allmächtigen von Wert, / dass du gerecht bist, / ist es für ihn Gewinn, wenn du unsträfliche Wege gehst? 4 Wegen deiner Gottesfurcht sollte er dich strafen, / vor Gericht mit dir gehen? 5 Ist nicht groß deine Bosheit, / ohne Ende dein Verschulden? 6 Du pfändest ohne Grund deine Brüder, / ziehst Nackten ihre Kleider aus. 7 Den Durstigen tränkst du nicht mit Wasser, / dem Hungernden versagst du das Brot. 8 Dem Mann der Faust gehört das Land, / der Günstling darf darin wohnen. 9 Witwen hast du weggeschickt mit leeren Händen, / der Verwaisten Arme zerschlagen. 10 Deswegen liegen Fallstricke rings um dich her / und jäher Schrecken ängstigt dich 11 oder Finsternis, worin du nicht siehst, / und Wasserflut, die dich bedeckt.

Allwissender Gott

12 Ist Gott nicht wie der Himmel hoch? / Schau, wie die höchsten Sterne ragen. 13 Und da sagst du: Was weiß denn Gott? / Richtet er denn durch das dunkle Gewölk? 14 Wolken umhüllen ihn, sodass er nicht sieht, / am Himmelskreis geht er einher. 15 Willst du dem Pfad der Vorzeit folgen, / den die Männer des Unheils zogen, 16 die vor der Zeit dahingerafft wurden, / über deren Grund sich ein Strom ergoss, 17 die zu Gott sagten: Weiche von uns! / und: Was kann uns der Allmächtige tun? 18 Und doch, er hat ihre Häuser mit Gütern gefüllt. / Der Plan der Frevler ist mir fern. 19 Die Gerechten werden es sehen und sich freuen, / der Unschuldige wird sie verspotten: 20 Wahrhaftig, vernichtet sind unsere Gegner, / ihren Rest hat das Feuer verzehrt.

Mahnung zu Umkehr und Demut

21 Werde sein Freund und halte Frieden! / Nur dadurch kommt das Gute dir zu. 22 Nimm doch Weisung an aus seinem Mund, / leg dir seine Worte ins Herz: 23 Kehrst du zum Allmächtigen um, / so wirst du aufgerichtet. Hältst Unrecht deinem Zelt du fern, 24 wirfst in den Staub das Edelgold, / zum Flussgestein das Feingold, 25 dann wird der Allmächtige dein Edelgold / und erlesenes Silber für dich sein. 26 Dann wirst du am Allmächtigen dich erfreuen / und zu Gott dein Angesicht erheben. 27 Flehst du ihn an, so hört er dich / und du wirst deine Gelübde erfüllen. 28 Was du beschließt, trifft ein, / Licht strahlt über deinen Wegen auf. 29 Wer hochmütig redet, den erniedrigt man, / doch hilft er dem, der die Augen senkt. 30 Er rettet den, der schuldlos ist; / durch deiner Hände Reinheit wird er gerettet.