Hiob 27 | Neue evangelistische Übersetzung Einheitsübersetzung 2016

Hiob 27 | Neue evangelistische Übersetzung

Hiobs Schlussrede: Ich gebe euch nicht recht!

1 Hiob setzte seine Rede fort und sagte: 2 „So wahr Gott lebt, der mir mein Recht entzog, / der Allmächtige, der mir das Leben bitter macht: 3 Solange noch mein Atem in mir ist, / in meiner Nase Gottes Hauch, 4 kommt kein Unrecht über meine Lippen, / werde ich niemals die Unwahrheit sagen. 5 Ich denke nicht daran, euch recht zu geben. / Bis zum Tod werde ich auf meiner Unschuld bestehen. 6 An meiner Gerechtigkeit halte ich fest und lasse sie nicht; / keinen meiner Tage hält mein Gewissen mir vor.“

Mein Feind sei wie der Gottlose!

7 „Meinem Feind soll es wie dem Gottlosen gehen, / dem, der gegen mich steht, wie einem Verbrecher. 8 Denn was ist die Hoffnung des Gewissenlosen, / wenn es mit ihm zu Ende geht und Gott ihm das Leben nimmt? 9 Wird Gott sein Schreien hören, / wenn die Not ihn überfällt? 10 Wird er sich am Allmächtigen freuen, / kann er ihn jederzeit rufen?“

Gottlose werden untergehen!

11 „Ich will euch belehren über Gottes Tun, / nicht verhehlen, was der Allmächtige plant. 12 Ihr alle habt es selbst geschaut, / warum schwatzt ihr so nichtiges Zeug? 13 Das ist das Los des gottlosen Menschen bei Gott, / das Erbe des Tyrannen, das er vom Allmächtigen bekommt: 14 Wenn seine Kinder sich mehren, dann für das Schwert; / und seine Sprösslinge haben nicht genug Brot. 15 Die ihm bleiben, begräbt die Pest; / und seine Witwen weinen nicht. 16 Wenn er auch Silber wie Staub anhäuft / und Kleidung stapelt in Haufen, 17 dann häuft er sie zwar auf, doch der Gerechte zieht sie an / und das Silber nimmt ein Schuldloser mit. 18 Wie eine Motte baut er sein Haus, / wie eine Hütte, die der Wächter aufstellt. 19 Reich legt er sich hin / und tut es nicht wieder, / er schlägt die Augen auf / und ist nicht mehr. 20 Wie eine Flut holt ihn der Schrecken ein, / nachts entführt ihn ein Sturm. 21 Der Ostwind hebt ihn hoch und reißt ihn mit, / er fegt ihn von seiner Wohnstätte weg. 22 Schonungslos wirft er sich auf ihn. / Da will er flüchten, fliehen vor seiner Gewalt. 23 Man klatscht über ihn in die Hände / und zischt ihm nur noch hinterher.“
Einheitsübersetzung 2016

Unschuldsbeteuerung vor den Freunden

1 Dann setzte Ijob seine Rede fort und sprach: 2 So wahr Gott lebt, der mir mein Recht entzog, / der Allmächtige, der meine Seele quälte: 3 Solange noch Atem in mir ist / und Gottes Hauch in meiner Nase, 4 soll Unrecht nicht von meinen Lippen kommen / noch meine Zunge Falsches reden. 5 Fern sei es mir, euch Recht zu geben, / ich gebe, bis ich sterbe, meine Unschuld nicht preis. 6 An meinem Rechtsein halte ich fest und lasse es nicht; / mein Herz schilt keinen meiner Tage.

Untergang der Frevler

7 Mein Feind sei wie ein Frevler, / mein Gegner wie ein Bösewicht. 8 Denn was ist des Ruchlosen Hoffen, / wenn er dahingeht, / wenn Gott das Leben von ihm nimmt? 9 Wird Gott sein Schreien hören, / wenn über ihn die Drangsal kommt? 10 Kann er sich des Allmächtigen erfreuen / und Gott anrufen zu jeder Zeit? 11 Ich will euch belehren über Gottes Tun, / nicht verhehlen, was der Allmächtige plant. 12 Seht, ihr habt es alle selbst gesehen. / Warum führt ihr nichtige Reden? 13 Das ist des Frevlers Anteil bei Gott, / der Gewalttätigen Erbe, / das sie vom Allmächtigen empfangen: 14 Werden zahlreich seine Söhne, / fürs Schwert sind sie bestimmt; / nie werden seine Kinder satt an Brot. 15 Was übrig bleibt, wird durch den Tod begraben / und seine Witwen weinen nicht. 16 Häuft er auch Silber auf wie Staub / und beschafft er sich Kleider wie Lehm: 17 Er schafft sie zwar an, / doch anziehen wird sie der Gerechte, / das Silber wird der Schuldlose erben. 18 Er baut wie die Motte sein Haus / und wie die Hütte, die der Wächter aufstellt. 19 Reich legt er sich schlafen, nichts ist ihm genommen. / Macht er die Augen auf, ist nichts mehr da. 20 Schrecken holt ihn ein wie eine Wasserflut, / der Sturmwind trägt ihn fort bei Nacht. 21 Der Ostwind hebt ihn hoch, er muss dahin, / er weht ihn weg von seinem Ort. 22 Er stürzt sich auf ihn schonungslos, / seiner Gewalt will er entfliehen. 23 Man klatscht über ihn in die Hände / und pfeift ihn aus an seinem Ort.