Nehemia 13 | Neue Genfer Übersetzung Lutherbibel 2017

Nehemia 13 | Neue Genfer Übersetzung

Die Israeliten trennen sich von den Moabitern und Ammonitern

1 Zu jener Zeit las man dem Volk aus dem Gesetz des Mose vor. Dabei stieß man auf das Gebot: »Kein Ammoniter oder Moabiter darf jemals in die Gemeinschaft des Volkes Gottes aufgenommen werden. 2 Denn diese beiden Völker haben sich geweigert, den Israeliten Brot und Wasser zu geben, als sie ´aus Ägypten` kamen. Sie haben sogar Bileam dafür bezahlt, das Volk Israel zu verfluchen. Aber unser Gott verwandelte den Fluch in Segen.«* 3 Als die Leute dieses Gebot hörten, schlossen sie alle Personen mit nichtisraelitischer Abstammung aus dem Volk aus.

Die Reinigung des Vorratsraums im Tempel

4 Einige Zeit zuvor hatte der Priester Eljaschib, der für die Vorratskammern des Tempels verantwortlich war, seinem Verwandten Tobija 5 eine große Kammer ´im Tempelbereich` zur Verfügung gestellt. Ursprünglich hatte man dort das Mehl für das Speiseopfer aufbewahrt, dazu den Weihrauch und die dazugehörenden heiligen Gegenstände; außerdem die Abgaben* von Getreide, Wein und Olivenöl, die den Leviten, Sängern und Torwächtern zustanden, einschließlich des Anteils für die Priester. 6 Damals war ich nicht in Jerusalem. Denn im 32. Regierungsjahr des ´persischen` Königs Artaxerxes war ich zurück an seinen Königshof nach Babylon gereist. Doch einige Zeit später bat ich ihn, wieder nach Jerusalem gehen zu dürfen. 7 Dort angekommen erfuhr ich von dem Missstand, dass Eljaschib ´seinem Verwandten` Tobija den Vorratsraum im Vorhof des Tempels überlassen hatte. 8 Das machte mich sehr zornig und ich ließ ´unverzüglich` alles aus der Kammer hinauswerfen, was Tobija gehörte. 9 Dann befahl ich, die Vorratskammer und alle angrenzenden Räume zu reinigen und die ´heiligen` Tempelgegenstände, das Mehl für das Speiseopfer und den Weihrauch wieder hineinzubringen.

Sicherstellung der Abgaben an die Leviten

10 Ich erfuhr auch, dass die Leviten und die Tempelsänger die ihnen zustehenden Abgaben nicht erhalten hatten. Deshalb hatten sie den Dienst im Tempel aufgegeben und waren nach Hause zurückgekehrt, um ihre Felder zu bewirtschaften. 11 Da wies ich die verantwortlichen Männer ´des Volkes` zurecht und sagte: »Wie kann es sein, dass das Haus Gottes so vernachlässigt wird?« Dann holte ich die Leviten zurück und teilte sie wieder zum Dienst ein. 12 Von da an brachten die Leute von Juda wieder den zehnten Teil ihres Getreides, ihres Weins und ihres Olivenöls in die Vorratskammern des Tempels. 13 Als Aufseher über die Vorräte setzte ich den Priester Schelemja, den Schreiber Zadok und den Leviten Pedaja ein. Außerdem stellte ich ihnen Hanan, den Sohn Sakkurs und Enkel Mattanjas, als Helfer zur Seite. Diese Männer galten als sehr zuverlässig. Deshalb sollten sie von nun an die Vorräte an die Priester und Leviten verteilen. 14 Mein Gott, denk an mich und vergiss nicht, wie viel Gutes ich für deinen Tempel und für den Tempeldienst getan habe.

Durchsetzung der Sabbatvorschriften

15 In jener Zeit beobachtete ich außerdem, dass die Leute in der Provinz Judäa am Sabbat ´arbeiteten`: Sie pressten Wein und brachten Getreide ein. Dann luden sie das Getreide auf ihre Esel und brachten es zusammen mit ihrem Wein, ihren Feigen und ihren anderen Erzeugnissen nach Jerusalem, um alles dort zu verkaufen. Ich verbot ihnen strengstens, am Sabbat ihre Waren zum Kauf anzubieten. 16 In Jerusalem wohnten auch einige Händler aus Tyrus. Sie verkauften den Judäern am Sabbat Fisch und andere Handelsgüter, die sie ´aus Tyrus` eingeführt hatten. 17 Da wies ich die führenden Männer Judäas zurecht und sagte: »Wie könnt ihr so etwas Verwerfliches tun? Ihr entweiht den Sabbat! 18 Genau das haben eure Vorfahren auch getan. Deshalb hat Gott all das Unheil über unser Volk und über diese Stadt gebracht. Wollt ihr mit eurer Sabbatschändung nun von Neuem Gottes Zorn heraufbeschwören*?« 19 Ich ordnete an, die Tore Jerusalems zu schließen, sobald es am Vorabend des Sabbats zu dämmern begann, und sie erst nach Ende des Sabbats wieder zu öffnen. Außerdem befahl ich einigen meiner Leute, während des Sabbats die Tore zu bewachen, damit keine Waren nach Jerusalem hereingebracht wurden. 20 Daraufhin übernachteten die Kaufleute und Händler einige Male vor der Stadt ´und boten dort ihre Waren an`. 21 Ich warnte sie: »Warum schlagt ihr am Sabbat euer Lager vor der Stadtmauer auf? Wenn es noch einmal vorkommt, dann lasse ich euch festnehmen!« Von da an kamen sie am Sabbat nicht mehr nach Jerusalem. 22 Den Leviten befahl ich, sich ´für ihren Dienst` zu reinigen und an den Stadttoren darüber zu wachen, dass der Sabbat als heiliger Tag eingehalten wurde. Mein Gott, rechne mir auch diese gute Tat an und sei gnädig mit mir. Denn deine Güte ist groß!

Verbot von Ehen mit nichtisraelitischen Frauen

23 Damals wurde ich auf einige jüdische Männer aufmerksam, die Frauen aus ´der Philisterstadt` Aschdod und aus ´den Völkern` der Ammoniter und Moabiter geheiratet hatten. 24 Die Hälfte ihrer Kinder sprach nur die Sprache von Aschdod oder von einem der anderen Völker. Unsere Sprache verstanden sie nicht. 25 Ich wies diese Männer zurecht und sprach einen Fluch gegen sie aus. Manche von ihnen schlug ich sogar und riss sie an den Haaren. Dann forderte ich sie auf: »Schwört bei Gott, dass ihr von nun an eure Töchter nicht mehr mit Männern aus nichtisraelitischen Völkern verheiratet und weder für euch selbst noch für eure Söhne Frauen aus diesen Völkern aussucht. 26 Hat nicht sogar unser ´großer` König Salomo an genau diesem Punkt versagt? Kein anderes Volk hatte einen König, der sich mit ihm vergleichen konnte. Er war Gottes Liebling und Gott gab ihm die Herrschaft über ganz Israel. Aber selbst ihn verführten die Frauen aus nichtisraelitischen Völkern zur Sünde. 27 Wie könnt ihr nun genau dasselbe Unrecht begehen? Wie könnt ihr unserem Gott so untreu werden, dass ihr Frauen aus diesen Völkern heiratet?« 28 Der Hohepriester Jojada, der Sohn Eljaschibs*, hatte einen Sohn, der mit einer Tochter des Horoniters Sanballat verheiratet war. Diesen Mann jagte ich aus Jerusalem* fort. 29 Mein Gott, vergiss diesen Männern nicht, wie sie die priesterliche Berufung entehrt und den Bund gebrochen haben, den du mit den Priestern und Leviten geschlossen hast.

Nehemias Schlusswort

30 Ich habe unser Volk von allen fremden Einflüssen gereinigt. Die Dienstordnungen für die Priester und die Leviten habe ich wieder eingeführt und jedem seine Aufgabe zugewiesen. 31 Auch die rechtzeitige Lieferung des Brennholzes ´für den Tempel` und die Abgabe der ersten Früchte habe ich geregelt. Mein Gott, denk an mich ´und rechne mir das alles` zum Guten ´an`!

Bibeltext der Neuen Genfer Übersetzung (NGÜ). © Neues Testament und Psalmen: Genfer Bibelgesellschaft Romanel-sur-Lausanne, Schweiz. © Altes Testament: Genfer Bibelgesellschaft Romanel-sur-Lausanne, Schweiz, Brunnen Verlag GmbH Gießen, Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart. Wiedergegeben mit freundlicher Genehmigung. Alle Rechte vorbehalten.

Lutherbibel 2017

Der Ausschluss der Fremden

1 Und in dieser Zeit las man aus dem Buch des Mose vor den Ohren des Volks und fand darin geschrieben, dass die Ammoniter und Moabiter niemals in die Gemeinde Gottes kommen dürfen, 2 weil sie den Israeliten nicht entgegenkamen mit Brot und Wasser und gegen sie Bileam dingten, dass er sie verfluchen sollte; aber unser Gott wandte den Fluch in einen Segen. 3 Da sie nun dies Gesetz hörten, schieden sie alles fremde Volk aus Israel aus.

Nehemia beseitigt Missstände im Tempel

4 Noch davor hatte der Priester Eljaschib, der über die Kammern gesetzt war am Hause unseres Gottes, ein Verwandter des Tobija, 5 diesem eine große Kammer gegeben, in die man früher die Speisopfer gelegt hatte, den Weihrauch, die Geräte und den Zehnten vom Getreide, Wein und Öl, der den Leviten, Sängern und Torhütern zustand, dazu die Abgaben für die Priester. 6 Aber bei alledem war ich nicht in Jerusalem; denn im zweiunddreißigsten Jahr des Artaxerxes, des Königs von Babel, war ich zum König gereist und hatte erst nach längerer Zeit den König gebeten, dass er mich ziehen ließe, 7 und kam wieder nach Jerusalem. Da bemerkte ich, dass es Unrecht war, was Eljaschib für Tobija getan hatte, als er ihm eine Kammer gab in den Vorhöfen des Hauses Gottes. 8 Und es verdross mich sehr, und ich warf allen Hausrat des Tobija hinaus vor die Kammer 9 und befahl, dass sie die Kammer reinigten. Und ich brachte wieder hinein die Geräte des Hauses Gottes, das Speisopfer und den Weihrauch. 10 Und ich erfuhr, dass die Anteile für die Leviten nicht entrichtet worden waren und deshalb die Leviten und Sänger, die den Dienst versehen sollten, fortgegangen waren, ein jeder auf sein Land. 11 Da schalt ich die Vorsteher und sprach: Warum wird das Haus Gottes vernachlässigt? Und ich holte sie zurück und stellte sie wieder in ihren Dienst. 12 Da brachte ganz Juda den Zehnten vom Getreide, Wein und Öl in die Vorratskammern. 13 Und ich bestellte über die Vorräte den Priester Schelemja und Zadok, den Schreiber, und von den Leviten Pedaja und ihnen zur Hand Hanan, den Sohn Sakkurs, des Sohnes Mattanjas; denn sie galten als zuverlässig, und ihnen war befohlen, ihren Brüdern auszuteilen. 14 Darum, mein Gott, gedenke an mich und lösche nicht aus, was ich in Treue am Hause meines Gottes und für den Dienst an ihm getan habe!

Nehemia setzt die Heiligung des Sabbats durch

15 Zur selben Zeit sah ich in Juda, dass man am Sabbat die Kelter trat und Getreide einbrachte und auf Esel lud und auch Wein, Trauben, Feigen und allerlei Last nach Jerusalem brachte am Sabbattag. Und ich verwarnte sie an dem Tage, als sie Nahrung verkauften. 16 Es wohnten auch Tyrer dort; die brachten Fisch und allerlei Ware und verkauften sie am Sabbat an die Judäer und in Jerusalem. 17 Da schalt ich die Vornehmen von Juda und sprach zu ihnen: Was ist das für eine böse Sache, die ihr da tut und entheiligt den Sabbattag? 18 Taten das nicht auch eure Väter, und unser Gott brachte all das Unheil über uns und über diese Stadt? Und ihr bringt noch mehr Zorn über Israel dadurch, dass ihr den Sabbat entheiligt! 19 Und vor dem Anbruch des Sabbats, als es in den Toren Jerusalems dunkel wurde, ließ ich die Tore schließen und befahl, man sollte sie erst nach dem Sabbat auftun. Und ich stellte etliche meiner Leute an die Tore, damit man keine Last hereinbringe am Sabbattag. 20 Da blieben die Händler und Verkäufer von allerlei Ware über Nacht draußen vor Jerusalem, ein- oder zweimal. 21 Da verwarnte ich sie und sprach zu ihnen: Warum bleibt ihr über Nacht vor der Mauer? Werdet ihr das noch einmal tun, so will ich Hand an euch legen. Von der Zeit an kamen sie am Sabbat nicht mehr. 22 Und ich befahl den Leviten, dass sie sich reinigten und kämen und die Tore bewachten, um den Sabbattag zu heiligen. Darum, mein Gott, gedenke an mich und sei mir gnädig nach deiner großen Barmherzigkeit!

Nehemia geht gegen die Verbindung mit fremden Frauen vor

23 Zu dieser Zeit sah ich auch Juden, die Frauen genommen hatten aus Aschdod, Ammon und Moab. 24 Und die Hälfte ihrer Kinder sprach aschdodisch oder in der Sprache eines der andern Völker, aber jüdisch konnten sie nicht sprechen. 25 Und ich schalt sie und fluchte ihnen und schlug einige Männer und packte sie bei den Haaren und beschwor sie bei Gott: Ihr sollt eure Töchter nicht ihren Söhnen geben noch ihre Töchter für eure Söhne oder euch selbst nehmen. 26 Hat nicht Salomo, der König von Israel, ihretwegen gesündigt? Und war doch unter vielen Völkern kein König ihm gleich, und er war seinem Gott lieb, und Gott setzte ihn zum König über ganz Israel. Selbst ihn verleiteten die ausländischen Frauen zur Sünde. 27 Und von euch muss man das hören, dass ihr ein so großes Unrecht tut und unserm Gott die Treue brecht, indem ihr ausländische Frauen nehmt? 28 Und einer von den Söhnen Jojadas, des Sohnes Eljaschibs, des Hohenpriesters, war der Schwiegersohn des Horoniters Sanballat; aber ich jagte ihn von mir. 29 Gedenke ihrer, mein Gott, dass sie das Priestertum befleckt haben und den Bund des Priestertums und der Leviten! 30 So reinigte ich sie von allem Ausländischen und ordnete die Ämter der Priester und Leviten, für einen jeden nach seinem Dienst, 31 und die Lieferung von Brennholz zu bestimmten Zeiten und die Abgabe der Erstlinge. Gedenke mir’s, mein Gott, zum Besten!