2.Chronik 32 | Neue Genfer Übersetzung Lutherbibel 2017

2.Chronik 32 | Neue Genfer Übersetzung

Die Assyrer fallen in Juda ein

1 Nachdem Hiskija durch diese Reformen seine Treue zum HERRN bewiesen hatte*, marschierte der assyrische König Sanherib in Juda ein. Er ließ die befestigten Städte belagern und befahl ´seinen Truppen`, sie einzunehmen. 2 Als Hiskija erfuhr, dass Sanherib nach Jerusalem vorrücken wollte, 3 beriet er sich mit seinen obersten Beamten und Heerführern, und sie beschlossen, die Wasserquellen außerhalb der Stadtmauern unzugänglich zu machen. 4 Sie sagten sich: »Warum sollten wir es den Assyrern leicht machen, Wasser für ihr Heer zu finden?« Sie riefen viele Leute zusammen und schütteten alle Quellen ´in der Nähe der Stadt` zu, einschließlich des Zugangs zu dem unterirdischen Kanal, durch den Wasser in die Stadt geleitet wurde*. 5 Entschlossen ging Hiskija daran, die eingestürzten Stellen der Stadtmauer wieder aufzubauen und ihre Türme zu verstärken*. Außen ließ er eine zweite Mauer um die Stadt ziehen, und in der Davidsstadt verstärkte er die Befestigungen am Millo*. Außerdem ließ er große Mengen an Wurfgeschossen sowie zahlreiche Schilde anfertigen. 6 Er setzte Truppenführer ein, die die Einwohner der Stadt ´im Fall einer Belagerung` befehligen sollten. Dann rief er die Bevölkerung Jerusalems auf dem großen Platz beim Stadttor zusammen und sprach ihnen Mut zu: 7 »Seid stark und entschlossen!«, sagte er. »Lasst euch nicht einschüchtern und habt keine Angst vor dem König von Assyrien und seinem gewaltigen Heer. Denn auf unserer Seite steht eine weit größere Macht! 8 Er kann sich nur auf menschliche Kämpfer stützen. Wir aber haben den HERRN, unseren Gott, auf unserer Seite. Er wird uns helfen! Er wird den Kampf für uns führen!« Diese Worte ihres Königs schenkten der Bevölkerung Jerusalems neuen Mut.

Sanherib bedroht Jerusalem

9 Einige Zeit später sandte der assyrische König Sanherib eine Gesandtschaft zu König Hiskija und zu den Judäern, die in Jerusalem Zuflucht gesucht hatten. Sanherib stand damals noch mit seiner ganzen Streitmacht vor Laschisch. Folgendes ließ er ´den Leuten in Jerusalem` ausrichten: 10 »Worauf vertraut ihr eigentlich? Warum wollt ihr in Jerusalem bleiben und euch belagern lassen? 11 Lasst euch von Hiskija nicht täuschen. Er behauptet: ›Der HERR, unser Gott, wird uns vor dem König von Assyrien retten.‹ In Wirklichkeit führt Hiskija euch geradewegs in den Tod. Verhungern und verdursten werdet ihr! 12 Hat Hiskija nicht alle Opferstätten und Altäre eures Gottes niedergerissen und der ganzen Bevölkerung von Juda und Jerusalem befohlen, nur noch an einem einzigen Altar anzubeten und zu opfern? 13 Und wisst ihr nicht, was ich und meine Vorgänger mit den Völkern in den anderen Ländern gemacht haben? Konnten deren Götter sie etwa vor mir beschützen? 14 Kein einziger war dazu fähig! Warum sollte ausgerechnet euer Gott euch retten können? 15 Lasst euch doch von Hiskija nicht an der Nase herumführen. Glaubt ihm kein Wort! In keinem einzigen Land oder Königreich gab es einen Gott, der sein Volk vor mir oder meinen Vorgängern hätte retten können. Auch euch wird euer Gott nicht helfen!« 16 In diesem Ton verhöhnten Sanheribs Gesandte immer weiter den HERRN, den ´einzigen wahren` Gott, und seinen Diener Hiskija. 17 Sanherib hatte ´den Gesandten` auch einen Brief mitgegeben, in dem er den HERRN, den Gott Israels, verspottete. Darin hieß es: »Die Götter der anderen Länder konnten ihre Völker nicht vor mir beschützen. Genauso wenig wird der Gott Hiskijas sein Volk aus meiner Gewalt retten.« 18 Diese Botschaft riefen die Gesandten mit lauter Stimme auf Hebräisch den Einwohnern Jerusalems zu, die auf der Stadtmauer standen. Sie wollten sie einschüchtern und ihnen Angst einjagen, um die Stadt leichter erobern zu können. 19 Dabei redeten sie über den Gott Jerusalems, als wäre er wie die Götter anderer Völker nur von Menschen gemacht.

Der Herr rettet Jerusalem

20 Doch König Hiskija und der Prophet Jesaja, der Sohn des Amoz, beteten ´zu Gott` und schrien zu ihm* um Hilfe. 21 Da sandte der HERR einen Engel ins Heerlager der Assyrer, der sämtliche Soldaten, Offiziere und Heerführer tötete. Sanherib musste mit Schimpf und Schande in sein Land zurückkehren. Als er eines Tages in den Tempel seines Gottes ging, töteten ihn dort seine eigenen Söhne mit dem Schwert. 22 So rettete der HERR König Hiskija und die Einwohner Jerusalems vor dem assyrischen König. Auch vor allen ´anderen Feinden` beschützte er sie und gab ihnen Frieden an allen Grenzen*. 23 Viele Menschen kamen nach Jerusalem, um dem HERRN Opfergaben zu bringen und König Hiskija von Juda kostbare Geschenke zu überreichen. Denn seit der HERR ihn vor den Assyrern gerettet hatte*, genoss Hiskija bei allen Völkern hohes Ansehen.

Hiskijas letzte Regierungsjahre

24 In dieser Zeit wurde Hiskija todkrank, und er betete zum HERRN. Der HERR erhörte sein Gebet und bestätigte ihm dies sogar durch ein Wunderzeichen. 25 Doch anstatt für diesen Erweis von Gottes Güte dankbar zu sein, wurde Hiskija überheblich. Deshalb wurde der HERR zornig auf ihn und auch auf Juda und Jerusalem. 26 Hiskija und die Einwohner Jerusalems bereuten ihre Überheblichkeit und demütigten sich vor dem HERRN. Darum kam Gottes Strafe nicht über sie, solange Hiskija lebte. 27 Hiskija war sehr reich und genoss überall hohes Ansehen. Sein Besitz an Silber, Gold, Edelsteinen, wohlriechenden Ölen, Schilden und anderen kostbaren Gegenständen wurde so groß, dass er sich neue Schatzkammern anlegen musste. 28 Für seine Vorräte an Getreide, Wein und Öl errichtete er neue Speichergebäude und für das Vieh, das er in großer Zahl hielt, neue Ställe*. 29 Er ließ auch neue Grenzstädte bauen zum Schutz seiner riesigen Schaf-, Ziegen- und Rinderherden. Denn Gott hatte ihm großen Reichtum geschenkt. 30 Hiskija war es auch, der die Quelle Gihon ´außerhalb der Stadt` abdecken ließ und das Wasser unterirdisch in westlicher Richtung in die Davidsstadt leitete. Alles, was er unternahm, gelang ihm. 31 So ging am Ende auch noch alles gut aus, als die Babylonier eine Gesandtschaft zu Hiskija schickten, um sich nach dem Wunder zu erkundigen, das an ihm geschehen war*. Damals überließ Gott Hiskija einen Moment lang sich selbst – er tat dies, weil er Hiskijas Herz prüfen wollte.*

Hiskijas Tod

32 Was es sonst noch von Hiskija und seiner Treue zu Gott zu berichten gibt, ist verzeichnet im Buch der Visionen des Propheten Jesaja, des Sohnes von Amoz, und in der amtlichen Chronik der Könige von Juda und Israel. 33 Als Hiskija starb, wurde er an einem erhöhten Platz bei den Gräbern* der Nachkommen Davids bestattet. Aus Jerusalem und aus ganz Juda kamen die Menschen, um ihm die letzte Ehre zu erweisen. Sein Sohn Manasse folgte ihm auf den Thron.

Bibeltext der Neuen Genfer Übersetzung (NGÜ). © Neues Testament und Psalmen: Genfer Bibelgesellschaft Romanel-sur-Lausanne, Schweiz. © Altes Testament: Genfer Bibelgesellschaft Romanel-sur-Lausanne, Schweiz, Brunnen Verlag GmbH Gießen, Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart. Wiedergegeben mit freundlicher Genehmigung. Alle Rechte vorbehalten.

Lutherbibel 2017

Jerusalem wird von Sanherib belagert und wunderbar errettet

1 Nach diesem Erweis der Treue kam Sanherib, der König von Assur, und zog heran gegen Juda und lagerte sich vor die festen Städte und gedachte, sie an sich zu reißen. 2 Und als Hiskia sah, dass Sanherib heranzog zum Kampf gegen Jerusalem, 3 beriet er sich mit seinen Obersten und Kriegshelden, ob man die Wasserquellen verstopfen sollte, die draußen vor der Stadt waren; und sie halfen ihm. 4 Und es versammelte sich viel Volk, und sie verstopften alle Quellen und den Bach, der mitten durch das Land fließt, und sprachen: Dass die Könige von Assur nur kein Wasser finden, wenn sie kommen! 5 Und Hiskia ward getrost und besserte alle Mauern aus, wo sie Lücken hatten, und führte Türme auf und baute draußen noch eine andere Mauer und befestigte den Millo an der Stadt Davids und machte viele Waffen und Schilde 6 und setzte Hauptleute über das Kriegsvolk und sammelte sie zu sich auf dem Platz am Tor der Stadt und redete ihnen zu Herzen und sprach: 7 Seid getrost und unverzagt, fürchtet euch nicht und verzagt nicht vor dem König von Assur noch vor dem ganzen Heer, das bei ihm ist; denn mit uns ist ein Größerer als mit ihm. 8 Mit ihm ist ein fleischlicher Arm, mit uns aber ist der HERR, unser Gott, dass er uns helfe und führe unsern Streit. Und das Volk verließ sich auf die Worte Hiskias, des Königs von Juda. 9 Danach sandte Sanherib, der König von Assur, seine Großen nach Jerusalem – denn er lag vor Lachisch und seine ganze Heeresmacht mit ihm – zu Hiskia, dem König von Juda, und zu ganz Juda, das in Jerusalem war, und ließ ihm sagen: 10 So spricht Sanherib, der König von Assur: Worauf wollt ihr euch verlassen, die ihr in dem belagerten Jerusalem wohnt? 11 Hiskia verführt euch und gibt euch in den Tod durch Hunger und Durst, wenn er spricht: Der HERR, unser Gott, wird uns erretten aus der Hand des Königs von Assur. 12 Ist das nicht der Hiskia, der seine Opferhöhen und Altäre entfernt und zu Juda und Jerusalem gesagt hat: Vor einem Altar sollt ihr anbeten und darauf opfern? 13 Wisst ihr nicht, was ich und meine Väter getan haben allen Völkern in den Ländern? Haben die Götter der Völker in den Ländern ihr Land erretten können aus meiner Hand? 14 Wo ist einer unter allen Göttern dieser Völker, die meine Väter mit dem Bann geschlagen haben, der sein Volk hätte erretten können aus meiner Hand, dass euer Gott euch aus meiner Hand sollte erretten können? 15 So lasst euch nun von Hiskia nicht betrügen und lasst euch dadurch nicht verführen und glaubt ihm nicht; denn wenn kein Gott eines Volkes und Königreichs sein Volk aus meiner und meiner Väter Hand hat erretten können, so wird euch auch euer Gott nicht erretten aus meiner Hand. 16 Dazu redeten seine Großen noch mehr gegen Gott, den HERRN, und gegen seinen Knecht Hiskia. 17 Auch schrieb er einen Brief, um dem HERRN, dem Gott Israels, Hohn zu sprechen, und redete gegen ihn: Wie die Götter der Völker in den Ländern ihr Volk nicht aus meiner Hand errettet haben, so wird auch der Gott Hiskias sein Volk nicht erretten aus meiner Hand. 18 Und sie riefen mit lauter Stimme auf Judäisch zum Volk von Jerusalem, das auf der Mauer war, um sie furchtsam zu machen und zu erschrecken, damit sie die Stadt erobern könnten, 19 und redeten gegen den Gott Jerusalems wie gegen die Götter der Völker auf Erden, die doch Werke von Menschenhänden waren. 20 Aber der König Hiskia und der Prophet Jesaja, der Sohn des Amoz, beteten deswegen und schrien gen Himmel. 21 Und der HERR sandte einen Engel; der vertilgte alle Kriegsleute und Obersten und Hauptleute im Lager des Königs von Assur, dass er mit Schanden wieder in sein Land zog. Und als er in seines Gottes Haus ging, fällten ihn dort seine Söhne, sein eigen Fleisch und Blut, durch das Schwert. 22 So half der HERR dem Hiskia und denen zu Jerusalem aus der Hand Sanheribs, des Königs von Assur, und aus der Hand aller andern und gab ihnen Ruhe ringsumher, 23 dass viele dem HERRN Geschenke brachten nach Jerusalem und Kleinode für Hiskia, den König von Juda. Und er wurde danach hoch geachtet in den Augen aller Völker.

Das Ende der Regierung Hiskias

24 Zu dieser Zeit wurde Hiskia todkrank; und er betete zum HERRN. Der redete mit ihm und gab ihm ein Wunderzeichen. 25 Aber Hiskia vergalt nicht nach dem, was ihm geschehen war; denn sein Herz überhob sich. Darum kam der Zorn über ihn und über Juda und Jerusalem. 26 Da demütigte sich Hiskia darüber, dass sein Herz sich überhoben hatte, samt denen in Jerusalem. Darum kam der Zorn des HERRN nicht über sie, solange Hiskia lebte. 27 Und Hiskia hatte sehr großen Reichtum und Ehre und sammelte sich Schätze von Silber, Gold, Edelsteinen, Spezerei, Schilden und allerlei kostbarem Gerät 28 und baute Vorratshäuser für den Ertrag an Getreide, Wein und Öl und Ställe für allerlei Vieh und Hürden für die Schafe. 29 Und er baute sich Städte und hatte Vieh die Menge an Schafen und Rindern; denn Gott gab ihm sehr großes Gut. 30 Hiskia war es, der die obere Wasserquelle des Gihon verstopfte und sie hinunterleitete westwärts zur Stadt Davids; denn es gelangen Hiskia alle seine Werke. 31 Als aber die Botschafter der Fürsten von Babel zu ihm gesandt waren, um nach dem Wunder zu fragen, das im Lande geschehen war, verließ ihn Gott, um ihn zu versuchen, auf dass kundwürde alles, was in seinem Herzen war. 32 Was aber mehr von Hiskia zu sagen ist und seine barmherzigen Taten, siehe, das steht geschrieben in den Geschichten des Propheten Jesaja, des Sohnes des Amoz, im Buch der Könige von Juda und Israel. 33 Und Hiskia legte sich zu seinen Vätern, und sie begruben ihn, wo man hinaufgeht zu den Gräbern der Söhne Davids. Und ganz Juda und die Einwohner von Jerusalem gaben ihm Ehre bei seinem Tod. Und sein Sohn Manasse wurde König an seiner statt.