Jesus Sirach 7 | Menge Bibel Einheitsübersetzung 2016

Jesus Sirach 7 | Menge Bibel
1 Tue nichts Böses, so widerfährt dir nichts Böses, 2 meide das Unrecht, so wird es fern von dir bleiben. 3 Mein Sohn, säe nicht in die Furchen des Unrechts, so wirst du nicht siebenfältig von ihnen ernten. 4 Erbitte dir von Gott keine Herrscherstellung und ebenso vom Könige keinen Ehrenstuhl. 5 Stelle dich vor Gott nicht als gerecht hin und spiele vor dem König nicht den Weisen. 6 Trachte nicht danach, ein Richter* zu werden, wenn du nicht imstande bist, dem Unrecht ein Ende zu machen; sonst würdest du dich vor der Person des Machthabers fürchten müssen und Anstoß trotz deiner Rechtschaffenheit erregen. 7 Verfehle dich nicht gegen die Stadtgemeinde und bringe dich nicht selbst in Mißachtung beim Volk. – 8 Glaube nicht, zweimal ungestraft eine Sünde begehen zu können; denn schon bei einer einzigen wirst du nicht straflos ausgehen. 9 Denke nicht: »Der Herr wird die Menge meiner Opfergaben beachten, und wenn ich Gott, dem Höchsten, etwas darbringe, so wird er’s annehmen«. 10 Sei nicht mutlos bei deinem Gebet und versäume nicht, Mildtätigkeit zu üben. 11 Verlache keinen, dessen Gemüt tief bekümmert ist; denn es gibt einen, der da erniedrigt und erhöht. – 12 Pflüge* keine Lüge gegen deinen Bruder und tue das Gleiche auch deinem Freunde nicht an (h). 13 Wolle nie irgend eine Lüge aussprechen, denn die Gewöhnung daran (?) schlägt nicht zum Guten aus. – 14 Sei kein Schwätzer in der Versammlung der Alten und wiederhole kein Wort in deinem Gebet*. – 15 Hasse nicht die mühevolle Handarbeit, noch den Ackerbau, da der Höchste ihn verordnet hat. 16 Rechne dich nicht selbst zu der großen Zahl der Sünder; bedenke wohl, daß der Zorn nicht lange auf sich warten läßt. 17 Demütige tief deine Seele, denn die Strafe für den Gottlosen ist das Feuer und der Wurm. 18 Einen Freund vertausche nicht um wertloses Geld, noch einen leiblichen (oder edlen?) Bruder um Ophirgold. 19 Wende dich nicht ab von einer klugen und guten Ehefrau, denn ihre Anmut ist wertvoller als Gold. 20 Behandle keinen Knecht übel, der treu arbeitet, und ebensowenig einen Tagelöhner, der dir von Herzen ergeben ist. 21 Einen verständigen Dienstboten liebe aufrichtig und enthalte ihm die Freilassung nicht vor. 22 Hast du Vieh, so sieh selbst nach ihm, und ist es dir nützlich, so behalte es. – 23 Hast du Kinder, so halte sie in Zucht und beuge ihnen den Nacken von Jugend auf. 24 Hast du Töchter, so gibt acht auf ihren Leib und zeige ihnen kein zu freundliches Gesicht. 25 Verheiratest du eine Tochter, so hast du ein großes Werk fertig gebracht, aber gib sie einem verständigen Manne zur Frau. 26 Hast du eine Frau nach deinem Herzen, so verstoße sie nicht (h); ist sie dir aber zuwider, so vertraue dich ihr nicht an. 27 Von ganzem Herzen ehre deinen Vater und vergiß deine Mutter nicht, die dich mit Schmerzen geboren; 28 bedenke wohl, daß du ihnen das Leben verdankst; wie kannst du ihnen vergelten, was sie an dir getan haben? 29 Mit deinem ganzen Herzen fürchte den Herrn und halte seine Priester in Ehren (oder heilig h). 30 Mit ganzer Kraft liebe deinen Schöpfer und laß seine Diener nicht im Stich. 31 Fürchte den Herrn und ehre den Priester und gib ihm seinen Anteil, wie dir geboten ist: die Erstlinge und Schuldopfer und die Gabe des Bugs, das hochheilige Speisopfer und den Priesterzehnten (h). 32 Auch dem Armen strecke deine Hand hin, damit der Segen für dich vollkommen werde. 33 Ein liebevolles Geschenk kommt jedem Lebenden zu, aber auch dem Toten versage deine Liebe nicht. 34 Entziehe dich nicht den Weinenden und trauere mit den Trauernden. 35 Sei nicht lässig, die Kranken zu besuchen, denn durch solches Verhalten wirst du Liebe ernten. 36 Bei allem, was du vorhast, denke an dein Ende, so wirst du niemals böse handeln.

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Einheitsübersetzung 2016

Warnung vor Sünden und Selbstüberschätzung

1 Tu nichts Böses, so wird auch dich nichts Böses treffen! / 2 Bleib dem Unrecht fern, so wird es auch dich meiden! 3 Sohn, säe nicht in Furchen des Unrechts / und du wirst es nicht siebenfach ernten! 4 Begehre nicht vom Herrn eine hohe Stellung / und auch nicht vom König einen Ehrensitz! 5 Halte dich nicht für gerecht vor dem Herrn / und vor einem König stelle deine Weisheit nicht zur Schau! 6 Begehr nicht, Richter zu werden, / du wirst nicht stark genug sein, Ungerechtigkeiten zu beseitigen! Dann brauchst du nicht Scheu zu haben vor dem Angesicht eines Mächtigen / und wirst mit deiner Rechtschaffenheit keinen Anstoß geben. 7 Verfehle dich nicht gegen die Volksmenge einer Stadt, / unterwirf dich nicht der Masse! 8 Verstrick dich nicht zweimal in eine Sünde, / denn schon beim ersten Mal wirst du nicht ungestraft bleiben! 9 Sag nicht: Auf die Menge meiner Gaben wird er sehen, / und wenn ich dem höchsten Gott opfere, wird er es gnädig annehmen! 10 Sei nicht kleinmütig bei deinem Gebet / und unterlasse es nicht, Liebestaten zu erweisen! 11 Verlache nicht einen Menschen, dessen Seele verbittert ist, / denn es gibt einen, der erniedrigt und der erhöht! 12 Ziehe nicht eine Furche der Lüge über deinen Bruder, / auch einem Freund tu Ähnliches nicht an! 13 Jede Lüge missfalle dir, / denn das Verharren in ihr führt nicht zum Guten!* 14 Schwatze nicht in der Menge der Ältesten / und wiederhole nicht Worte bei deinem Gebet! 15 Hasse nicht anstrengende Arbeit, / auch nicht den Ackerbau, der vom Höchsten begründet worden ist! 16 Rechne dich selbst nicht zur Menge der Sünder! / Bedenke, dass der Zorn nicht säumen wird! 17 Demütige dich zutiefst, / denn die Vergeltung für einen Gottlosen ist Feuer und Wurm!

Verhalten im engsten persönlichen Umfeld

18 Tausche keinen Freund für Geld, / schon gar nicht einen leiblichen Bruder für Gold aus Ofir! 19 Verachte nicht eine weise und gute Frau, / denn ihre Liebenswürdigkeit ist mehr wert als Gold! 20 Behandle einen Sklaven nicht schlecht, der wirklich arbeitet, / auch nicht einen Lohnarbeiter, der sich ganz einsetzt! 21 Einen verständigen Sklaven sollst du lieben. / Verweigere ihm die Freilassung nicht! 22 Hast du Viehbestand? Achte auf ihn, / und wenn er dir nützlich ist, soll er bei dir verbleiben! 23 Hast du Kinder? Erziehe sie! / Beuge ihren Nacken von Jugend an! 24 Hast du Töchter? Gib Acht auf ihren Leib! / Zeig ihnen kein zu freundliches Gesicht! 25 Gib eine Tochter aus dem Haus und du hast ein großes Werk vollbracht / und gib sie einem verständigen Mann! 26 Hast du eine Frau, die dir entspricht? Verstoße sie nicht! / Einer Verhassten vertraue nicht!* 27 Mit ganzem Herzen ehre deinen Vater / und vergiss nicht der Mutter Wehen! 28 Erinnere dich, dass du durch sie geworden bist! / Wie wirst du ihnen zurückgeben, was sie dir gegeben haben?

Religiöse und soziale Pflichten

29 Mit deiner ganzen Seele achte den Herrn! / Bewundere seine Priester! 30 Mit ganzer Kraft liebe den, der dich geschaffen hat! / Und seine Diener lass nicht im Stich! 31 Fürchte den Herrn und ehre den Priester! / Gib ihm den Anteil, wie es dir geboten ist: ein Erstlingsopfer, ein Schuldopfer und eine Gabe von Schulterstücken, / ein Opfer der Heiligung und ein Erstlingsopfer von Heiligem. 32 Auch dem Armen streck deine Hand entgegen, / damit dein Segen vollkommen werde! 33 Die Gunst einer Gabe werde jedem Lebenden zuteil, / auch einem Toten verweigere nicht eine Gunst! 34 Entzieh dich nicht den Weinenden, / mit den Trauernden trauere! 35 Zögere nicht, einen Kranken zu besuchen, / denn dafür wirst du geliebt! 36 Bei all deinen Worten bedenke dein Ende / und du wirst in Ewigkeit nicht sündigen!