Jesus Sirach 28 | Menge Bibel Einheitsübersetzung 2016

Jesus Sirach 28 | Menge Bibel
1 Wer sich rächt, wird Rache* vom Herrn erleiden, der ihm seine Sünden sicher vorbehalten wird. 2 Vergib deinem Nächsten sein Unrecht, dann werden, wenn du darum bittest, auch dir die Sünden vergeben werden. 3 Ein Mensch hält den Zorn gegen einen andern fest und will doch Heilung* vom Herrn fordern?! 4 Mit einem Menschen seinesgleichen hat er kein Erbarmen und bittet doch für seine eigenen Sünden um Nachsicht?! 5 Er selbst, der doch Fleisch ist, hält den Groll fest: wer wird ihm da seine Sünden vergeben? 6 Denke an das Ende*, und laß ab von der Feindschaft, denke an Verwesung und Tod und bleibe den Geboten treu; 7 denke an die Gebote und grolle dem Nächsten nicht; denke an den Bund mit dem Höchsten und vergib die Verfehlung!

Warnung vor Zank und Streitsucht (28,8-12)

8 Halte dich fern von Streit, so wirst du weniger sündigen, denn ein zornmütiger Mensch facht Streit an, 9 und ein böser Mann entzweit Freunde und stiftet Zerwürfnis unter Friedfertigen an. 10 Ein Feuer brennt, jenachdem es Brennstoff hat, ebenso wird auch ein Streit entbrennen, jenachdem geschürt wird; je größer die Macht eines Menschen ist, desto stärker ist sein Groll, und je reicher er ist, desto höher läßt er seinen Zorn aufsteigen. 11 Übereilter Zwist (?) facht ein Feuer an, und ein übereilter Streit führt zu Blutvergießen. 12 Wenn du einen Funken anbläst, so flammt er auf, und wenn du auf ihn speist, erlischt er, und beides kommt doch aus deinem Munde.

Warnung vor Ohrenbläserei und Verleumdung (V.13-26)

13 Den Ohrenbläser und den Doppelzüngigen verfluche, denn viele friedliebende Leute haben sie ins Verderben gebracht. 14 Eine verleumderische Zunge hat viele gestürzt und sie von Volk zu Volk getrieben, auch feste Städte zerstört und die Paläste von Machthabern niedergerissen. 15 Eine verleumderische Zunge hat treffliche Frauen aus ihren Häusern gestoßen und sie des Ertrags ihrer Arbeit beraubt. 16 Wer auf sie hört, findet keine Ruhe und kann nicht in Frieden wohnen. 17 Der Schlag der Geißel bringt Striemen hervor, aber der Schlag der Zunge zerschmettert die Gebeine. 18 Viele sind durch die Schneide des Schwertes gefallen, aber nicht so viele, wie durch die Zunge gefallen sind. 19 Wohl dem, der vor ihr geborgen bleibt und ihre Wut nicht an sich erfährt, der nicht an ihrem Joche zieht und mit ihren Banden nicht gefesselt wird! 20 denn ihr Joch ist ein eisernes Joch, und ihr Fesseln sind eherne Fesseln. 21 Der Tod durch sie ist ein schrecklicher Tod, und besser ist die Unterwelt als sie. 22 Über die Frommen hat sie keine Gewalt, und von ihrer Feuerflamme werden sie nicht versengt; 23 aber die den Herrn verlassen, fallen in sie hinein; an ihnen brennt sie, ohne zu erlöschen; sie wird auf sie losgelassen wie ein Löwe und wütet unter ihnen wie ein Panther. 24 Wohlan! umzäune dein Grundstück* mit Dornen und lege dein Silber und Gold unter Verschluß; 25 aber auch für deine Worte bringe Waage und Gewichte in Anwendung und bringe auch an deinem Munde Tür und Riegel an. 26 Gib acht, daß du durch sie dich nicht verfehlest und zu Falle kommest vor den Augen dessen, der darauf lauert.

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Einheitsübersetzung 2016

Zorn, Streit und Vergebung

1 Wer sich rächt, erfährt Rache vom Herrn / seine Sünden behält er gewiss im Gedächtnis. 2 Vergib deinem Nächsten das Unrecht, / dann werden dir, wenn du bittest, deine Sünden vergeben! 3 Ein Mensch verharrt gegen einen Menschen im Zorn, / beim Herrn aber sucht er Heilung? 4 Mit einem Menschen gleich ihm hat er kein Erbarmen, / aber wegen seiner Sünden bittet er um Verzeihung? 5 Er selbst - ein Wesen aus Fleisch, verharrt im Groll. / Wer wird seine Sünden vergeben? 6 Denk an das Ende, lass ab von der Feindschaft, / denk an Untergang und Tod und bleib den Geboten treu! 7 Denk an die Gebote und grolle dem Nächsten nicht, / denk an den Bund des Höchsten und übersieh die Fehler! 8 Bleib fern dem Streit und du verringerst die Sünden; / denn ein wütender Mensch entfacht Streit! 9 Ein sündiger Mensch bringt Freunde durcheinander / und unter Friedfertige streut er Verleumdung. 10 Je nach dem Holz des Feuers wird es entbrennen, / je nach Härte des Streites wird er wachsen. Je nach der Kraft des Menschen wird seine Wut sein / und je nach Reichtum steigert er seinen Zorn. 11 Ein übereilter Zank entzündet Feuer, / ein übereilter Streit führt zu Blutvergießen. 12 Bläst du den Funken an, flammt er auf; / spuckst du auf ihn, so erlischt er: / Beides kommt aus deinem Mund. 13 Verflucht einen Verleumder und einen Doppelzüngigen, / denn viele Friedfertige haben sie zugrunde gerichtet! 14 Eine dritte Zunge hat viele zum Wanken gebracht, / hat sie von Volk zu Volk getrieben, hat befestigte Städte zerstört / und hat Paläste von Großen umgestürzt. 15 Eine dritte Zunge hat mutige Frauen vertrieben / und sie des Ertrags ihrer Mühen beraubt. 16 Wer auf sie achtet, findet keine Ruhe, / er wird nicht ruhig wohnen. 17 Ein Peitschenhieb verursacht Striemen, / ein Zungenhieb zerbricht Knochen. 18 Viele sind gefallen durch ein scharfes Schwert, / noch mehr sind gefallen durch die Zunge. 19 Selig, wer vor ihr geschützt ist / und ihre Wut nicht erduldet, der ihr Joch nicht ziehen muss, / an ihre Stricke nicht gebunden ist. 20 Denn ihr Joch ist ein eisernes Joch, / ihre Fesseln sind eherne Fesseln. 21 Der Tod durch sie ist ein schlimmer Tod, / besser als sie ist der Hades. 22 Keine Macht hat sie über Fromme, / sie werden nicht versengt durch ihre Flamme. 23 Die den Herrn verlassen, fallen in sie hinein, / sie flammt an ihnen auf und erlischt nicht mehr. Sie folgt ihnen nach wie ein Löwe / und zerreißt sie wie ein Panther. 24 Siehe! Umzäune deinen Besitz mit Dornen, / dein Silber und dein Gold schließ ein! 25 Auch für deine Worte mach Waage und Gewicht / und deinem Mund mach Tür und Riegel! 26 Achte darauf, dass du darin nicht ausgleitest / und nicht zu Fall kommst vor einem, der darauf lauert.